BRIEFWECHSEL: SIND VERHEIRATETE MÄNNER TABU?

BRIEFWECHSEL: SIND VERHEIRATETE MÄNNER TABU?

Liebe Denise,

was für ein fulminanter Start in den Briefwechsel. Es fühlt sich tatsächlich nochmal anders an. Ich schreibe zwar schon recht lange, auch öffentlich, über private Themen, aber in der persönlichen Ansprache ist es einfach nochmal… anders. Ja, es ist anders, würde ich sagen. Du bist bildlich immer dabei, als würde ich Dir ggü. sitzen und wir würden bei einem guten Glas Wein über all diese Themen sprechen, die uns bewegen. Kontrovers, reflektiert und sicher auch gern mal emotional. 

Deine Fragen bereiten mir seit gut 3 Wochen Kopfzerbrechen. Ich denke beim Zähne putzen darüber nach, beim Kochen, beim spazieren gehen. Ich habe mit meinen Mädels hier vor Ort darüber gesprochen, weil es ein wirklich heißes Thema ist…:

 

Sind verheiratete Männer tabu?

 

Ja, man müsste meinen, dass ich dazu eine sehr klare Einstellung habe. Aber nicht so, wie man aufgrund meiner eigenen Trennung, vielleicht vermuten würde. Natürlich bezieht sich das auch auf Partnerschaften ohne Trauschein, aber verheiratet sein hat nochmal eine andere Deutlichkeit, weil man ja irgendwann mal eine sehr klare Entscheidung getroffen hat, vielleicht sogar vor Gott… so wie wir zum Beispiel. Ich bin nicht wirklich gläubig, aber als ich meinen Ehering ablegte und damit auch eine sehr emotionale Geschichte dahinter… war das ein tiefgreifender Schritt, bei dem ich auch heute kurz schlucken muss. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie der Pastor die Ringe segnete und wir unsere Gelübde ablegten.

 

Prinzipiell würde ich folgendes dazu sagen:

 

Verheiratete Männer oder Männer in Partnerschaften sind für mich tabu. Zu allererst, weil ich weiß, was das auf der anderen Seite anrichtet… aber noch vielmehr, weil ich weiß, wie der Hase läuft. Gestern war ich mit einer Freundin unterwegs, die eigentlich Zeit ihres Lebens immer wieder in die Rolle der Affäre rutscht. Das war ein richtig interessantes Gespräch, weil es nochmal deutlich macht, wie so was – fast immer – abläuft. Egal mit welcher Frau ich in den letzten 3 Jahren sprach, fast immer, zeichnet sich ein roter Faden ab und der läuft nach dem immer gleichen Schema F. Ich kann deswegen auch diesem Feminismus Thema nicht allzu viel abgewinnen, weil die Genetik Männer und Frauen aus uns gemacht hat und das alleine bringt schon mal das ein oder andere Problem mit sich. Ja, wir können dazu lernen und ja, wir können uns ändern… aber da gibt es immer diese eine Komponente und die heißt „Mensch“.

In der Regel sucht ein verheirateter Mann nur ein Abenteuer, völlig egal, was er dieser anderen Frau erzählt. Ich habe leider keine Ahnung, welcher Schalter bei einem Mann gedrückt werden muss, damit er sich klar entscheidet… von allein. Meine Erfahrung dazu? Nicht nur aufgrund meiner eigenen Geschichte! Verheiratete Männer, gehen in der Regel dann erst wirklich, wenn die Ehefrau die Tür schließt und nicht mehr will. Und da gibt es eben immer 2 Typen von Frauen… die, die das mitmachen und die, die sich trennen. Natürlich würde ein Mann das niemals wirklich zugeben. Ist ja auch doof, wenn alles auffliegt und die Frau Zuhause dicht macht. Wo soll er denn dann hin?

Ich kenne tatsächlich niemanden, der sich fair getrennt hätte… also z.B. aus vollkommen vernünftigen Gründen, weil man sich eben auseinandergelebt hat, sich nicht mehr liebt, kein Sex findet mehr statt und so weiter und so fort. Das mag es sicher geben, aber es kommt sehr selten vor.

Die Ironie daran? Die andere Frau, also die Affäre, glaubt die Geschichten der Männer. Vollkommen nüchtern betrachtet, kann man darüber nur den Kopf schütteln, aber so einfach ist es leider nicht. Als mich, vor 2 Jahren, das Doppelleben meines Mannes anrief, war sie wortwörtlich überrascht, dass ich ja offensichtlich ganz nett bin und nicht das Monster mit dem sie gerechnet hatte. In diesem Moment wurde mir klar, welche Horrorgeschichten mein Ex-Mann über mich erzählt haben muss. Der Großteil davon war schlicht gelogen. Das hat mich tief verletzt. Im Übrigen lief das auch umgekehrt… wollte er in mein Leben zurück, was seit 2016 einmal jährlich passierte, erzählte er mir, warum er sich ein Leben mit dieser anderen Frau nicht vorstellen konnte. Und ganz ehrlich? Wir Frauen wollen daran glauben! Völlig egal, was die Vorsicht uns entgegen schreit… wir wollen einfach daran glauben. Warum? Ich weiß es nicht!

Ich glaube nicht an die Treue, jedenfalls nicht an die ewige. Mir war schon zum Anfang unserer Ehe klar, dass sich mein Ex-Mann auch für andere Frauen interessierte. Aber ich war noch nie der Schnüffeltyp oder super eifersüchtig und ich konnte auch nie etwas nachweisen, auch wenn mein Gefühl dazu sicher richtig war. Worauf ich vertraute war das „uns“. Also das, was uns sonst als Paar ausmachte. Nach der Trennung, also als ich dann wirklich gegangen war, sagte er ganz oft das er damit nicht gerechnet hat. Und ich verstehe diese Aussage völlig, denn ich habe damit auch nicht gerechnet. Etwas zu sagen und es dann tatsächlich durchzuziehen… sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Ich bin heute noch verwundert über meine eigene Konsequenz.

 

Wäre ich nicht gegangen… wäre das wahrscheinlich ewig so weitergelaufen. 

 

Und das ist es, was ich damit sagen möchte… Männer wählen zwar den Weg in eine Affäre oder vielleicht sogar in ein Doppelleben, aber sie treffen im seltensten Fall eine konsequente Entscheidung, weil sie beides haben möchten oder die finanzielle Angst sitzt im Nacken… was auch immer. Am Ende macht es das für alle 3 Beteiligten zu einem emotionalen Drama, basierend auf unendlich vielen Lügen. 

Gemessen daran, was Männer so erzählen, kann man manchen Frauen nicht mal wirklich einen Vorwurf machen. Man ist verliebt, hat die rosarote Brille auf und irgendwie schmeichelt es ja auch, dass man so viel toller sein soll, als die andere. Emotional gesehen… absolut nachvollziehbare Gründe. Als ich meinen Ex-Mann kennenlernte vor knapp 20 Jahren, erzählte er mir auch er sei schon lange getrennt. Ein Jahr später, bei einem Essen mit Freunden, erfuhr ich das er offensichtlich über mehrere Monate zweigleisig fuhr und ich hatte nicht mal ansatzweise eine Ahnung davon. Rückblickend weiß ich auch warum… ich war mir damals gar nicht sicher, ob ich überhaupt eine Beziehung wollte und er ging auf Nummer sicher und hielt sich beide Seiten warm. Allerdings hatte es vor 20 Jahren noch nicht die Tragweite, die es heute hat. Da verbucht man das noch unter „wir waren jung und haben uns ausprobiert“.

Meine Freundin, von der ich Dir schon weiter oben erzählte, bestätigte meine Vermutungen in dieser Richtung. Für die Frauen, die die Affäre sind, ist es super schwer sich daraus zu lösen. Sie richten ihr halbes Leben nach diesem Mann und das über Jahre hinweg. Sie warten und vertrauen immer wieder darauf, dass sie irgendwann die Frau an seiner Seite sind. Das klingt verrückt und null nach Emanzipation, aber es ist tatsächlich so. 

Ich kenne eine Frau. Eine Wahnsinns Persönlichkeit. Eine, die dir ihre Meinung ins Gesicht schmettert. Eine, die mit beiden Beinen im Leben steht. Eine, von der ich niemals gedacht hätte, dass ihr so was passieren würde und schon gar nicht, wenn man sich schon halbwegs auf dem Weg in die Rente befindet. Aber Liebe macht vor keinem Alter halt. Sie hat alles über den Haufen geworfen für dieses Gefühl, hat alle Lügen geglaubt… wirklich gut geendet ist es nicht. Alle Alarmglocken haben geläutet, alle haben versucht ihr das vorsichtig zu sagen, aber im 7. Himmel ist man offensichtlich taub und nicht empfänglich für negative Vibes. Das haben wir alle selber schon erlebt.

Und das ist es auch, was mir ein wenig Angst macht. Es ist eben nicht nur ein bestimmter Typ Frau. Das mit den Gefühlen zieht sich durch alle gesellschaftlichen Schichten und jedes Alter. Heißt also, wenn ich ehrlich zu mir selber bin, kann ich zwar sagen „verheiratete Männer sind für mich tabu“, ob ich es mein Leben lang von mir fern halten kann… wäre ein Blick in die Glaskugel. Ich hoffe das ich es von mir fernhalten kann, weil ich auf keiner Seite stehen will und eben auch sehr genau weiß, wie schlimm es sich anfühlt und das möchte ich… wissentlich… niemandem zumuten.

Aus meiner Sicht ist der einzige Weg mit den einhergehenden Verletzungen klarzukommen, ein gewisses Verständnis für alle Beteiligten zu entwickeln. Das klingt irgendwie total abwegig und ist von allen Wegen sicher der härteste, aber eben auch der, der einen am weitesten bringt und dabei hilft das wirklich hinter sich zu lassen. Liebe verändert sich, Menschen verändern sich. Das war schon immer so und das wird auch immer so bleiben.

Wenn ich mir bei meiner eigenen Geschichte hätte etwas wünschen dürfen, dann mehr Respekt und Wertschätzung ggü. dem, was wir hatten. Das war die bitterste Erkenntnis von allen. Nicht der Betrug, nicht die Lügen, sondern dieses „einfach ausgetauscht werden“  nach so langer Zeit, als hätte es nie etwas gegeben, was uns wirklich miteinander verbunden hat. Daran hatte ich mehr zu knacken, als an der Tatsache, dass es eine andere Frau gibt. Was dabei fehlt ist der Abschied. Weißt Du, was ich meine? Das man sich nach so langer Zeit nochmal in den Arm nimmt, sich etwas Schönes sagt, sich verabschiedet und loslassen kann. Sich richtig zu verabschieden ist ja in vielen Lebenslagen ein sehr wichtiger Prozess.

Wirklich hilfreich war letztendlich, dass ich für mich selber entschieden habe, wie ich meinen Weg weitergehen möchte. Ich habe nicht darauf gewartet, dass irgendwas passiert oder es besser oder schlechter wird. Ich wusste auf jeden Fall, was ich nicht wollte und das defintiv kein Teil eines Dreiergespanns zu sein. Ich käme aber auch nicht auf die Idee das zu bewerten, wenn es bei anderen so wäre. Die Liebe sucht sich ganz offensichtlich manchmal ganz schön verrückte Wege. Damit hast Du doch ganz sicher auch schon Deine Erfahrung gemacht, oder?

Du hast mich auch nach Romantik in meinem Leben gefragt… nun ja… ich war noch nie wirklich ein Romantiker. Im Augenblick bin ich lieber der unverbindliche Typ. Das hat mir schon früher Spaß gemacht und es gibt aktuell keinen Grund für mich, mich in irgendeiner Weise binden zu wollen. Sex und Spaß ja, Liebe und Bindung… erstmal… nein. 

Ich habe hart daran gearbeitet nicht verbittert zurückzubleiben und ganz ehrlich Denise… wie könnte ich verbittert sein?! Ich brauche mir nur meinen Sohn ansehen… Vor ein paar Tagen habe ich meinem Ex-Mann geschrieben:

 

Wir haben zwar unsere Ehe nicht retten können, aber wir haben vermutlich den coolsten Sohn der Welt zustandebekommen, wie auch immer uns das gelungen ist… 😅😉.

 

Weißt Du, was wirklich schön ist? Das ich über all das schreiben und lächeln kann. Das ich keinen Groll oder auch keine Wut mehr verspüre. Das ich es tatsächlich auf die Komponente „Mensch“ runterbrechen und akzeptieren konnte, dass diese Dinge nun mal passieren… weil wir genau das sind… Menschen. Individuen mit Gefühlen und das ist doch, trotz aller Wirrungen und Irrungen, eine schöne Sache.

Bei Sex and the City fragt sich Carrie irgendwann, ob es Beziehungen auch außerhalb unserer „Kaste“ geben kann. Das ist ein ziemlich interessantes Thema, vor allem, weil wir uns ja so extrem weiterentwickelt haben. Wie stehst Du zu diesem Thema? Umgekehrt, also zwischen Männern und Frauen funktioniert das ja ganz gut, aber wie sieht es aus mit uns? Ich bin sehr gespannt, was Du dazu zu sagen hast… und natürlich interessiert mich brennend, wie Du zum Thema „verheiratete Männer“ stehst.

Liebe Grüße sendet Dir

 

Andrea

 

Notiz am Rande: Für alle, die lieber hören… hier geht es zum passenden Podcast für Frauen.

11 Kommentare

  1. Heike
    10. März 2019 / 8:20

    Hallo Ihr beiden!

    Da bin ich doch mittendrin in eurem Briefwechsel (was für eine große Idee!). Mein Credo ist auch, dass man nicht in bestehende Partnerschaften hineintanzen sollte. Ich würde auch nicht ein „Trennungsgrund“ sein wollen. (Sehr konjunktivisch.) – Allerdings haben mein Herzensmann und ich uns auch kennengelernt, als wie beide noch in Partnerschaften waren. (… und haben ziemlich schnell gemerkt, dass wir beide sehr (!) in EINE Richtung schauen.) Der „Trennungsgrund“ waren wir beide nicht – da waren andere Faktoren auschlaggebend. Aber in unserem Austausch haben wir beide gemerkt, was wir NICHT wollen – bzw. WAS uns wichtig ist. – Und: es gab bei unseren vorhergehenden Trennungen keine „fließenden“ Übergänge. Sprich: wir haben uns erst so richtig aufeinander eingelassen, als wir eine klare Kante gezogen haben. – War alles nicht ganz so einfach (weil die „Gegenseiten“ nicht unbedingt klare Kanten akzeptieren wollten) – aber ich versuche mich dann auch immer in die andere Seite hineinzudenken. -Ein hochspannendes Thema! Danke für euren Denkanstoß.

    Herzliche Grüße von Heike.

  2. Micha
    10. März 2019 / 8:29

    Liebste Andrea!

    Warum hattest du bitte Angst das öffentlich zu machen? Dafür gibt es überhaupt keinen Grund!! Das hast du ganz toll geschrieben!

    Mal ehrlich, wir sind in einem Alter, in dem die meisten um uns rum verheiratet, vergeben oder geschieden mit Anhang sind. Dieser Konstellation kann man kaum mehr aus dem Weg gehen. Fast alle (!) Männer (außer einem) die es in den letzten Jahren bei mir „versucht“ haben, waren verheiratet. Und alle hätten mich – wenn sie Single gewesen wären – gereizt! Und zu allen habe ich gesagt, dass sie für mich tabu sind und da definitiv nichts Laufen wird. Zwei davon konnten das überhaupt nicht nachvollziehen. Sie sagten „Was hast du denn für ein Problem damit, du bist doch Single, das betrifft dich doch gar nicht. ICH bin verheiratet und ICH hätte das „Problem“ (wohl die Frau!!!) und ICH habe aber damit überhaupt kein Problem!“. Ich war echt geschockt und dachte, wenn seine Frau das wüsste…

    Ich bin der Meinung, dass man selbst zwar Single ist, sich aber – falls man es vorher überhaupt weiß – in eine Ehe drängt und IMMER ist die Affäre die Böse, nicht jedoch der Ehemann der betrügt und das finde ich besonders schlimm. Letztendlich lief der eine plötzlich mit einer anderen durch die Gegend (für die es wohl kein Problem war) und die Ehe ist auseinander. Für mich sind daher nach wie vor verheiratete Männer tabu, auch wenn es mir manchmal echt schwer gefallen ist.

    DU hast jedenfalls alles richtig gemacht, meiner Meinung nach!!

    Schönen Sonntag! 😙

    Micha

  3. Petra
    10. März 2019 / 9:32

    Hallo Andrea,
    vorab ich verurteile niemanden egal ob Mann oder Frau. Das Leben spielt manchmal eben komische Spiele.
    Für mich persönlich gibt es ganz klar nur eine Haltung: Niemals würde ich mich auf einen verheirateten Mann / oder gebundenen Mann einlassen.
    Das war mir als Ternager mit 15 Jahren schon glasklar und hat sich nie geändert. Meine Eltern hatten eine fürchterliche Scheidung, mein Vater ist bis heute ( mit fast 80 Jahren 😂) ein notorischer Fremdgänger und Casanova. Meine Mutter hat lebenslang darunter gelitten wie ein Hund und wir Kinder waren zwar bestimmt ungewollt die Leidtragenden. Ich habe in meinem bisherigen Leben bestimmt 7 Stiefmütter kennengelernt 😂 die jetzige könnte meine Tochter sein. Für mich und meinen Bruder hat diese Kindheit prägend gewirkt. Wir haben beide keine Kinder, da wir Angst hatten die Verantwortung zu übernehmen. Das ist auch heute noch vollkommen ok für uns.
    Wir sind beide seit 25 Jahren glücklich verheiratet und haben Partner die einfach toll sind.
    Wie gesagt ich verurteile niemanden aber ich weiß wieviel Leid das in einer Familie auslöst auch noch nach Jahren. Aus und beiden ist was geworden 😂 wie man so schön sagt. Aber unser Verhältnis zu unseren Eltern hat unter all dem sehr gelitten.
    Wenn ich manchmal im Umfeld den Satz höre: Wir haben das toll geregelt die Kinder bekommen nichts mit, könnte ich aufschreien. Kinder bekommen alles mit !!!!!! Natürlich ist heute eine andere Zeit und man redet mit seinen Kindern ( ich bin 56 und mein Bruder 51 Jahre alt ) .
    Ich finde den Beitrag toll und spannend. Danke dafür. Auch heute nach so langer Zeit kommt bei dem Thema immer wieder Gänsehaut Gefühl auf.
    Lg
    Petra

  4. Conny
    10. März 2019 / 10:43

    Hey,ich stöbere gerade aus langer Weile in diesem Block.
    Er wurde mir von meiner Tochter vor einpaar Wochen empfohlen. Ich hatte jetzt erst die Ruhe mir den Block genauer anzu sehen.
    Es war genau die Zeit als mein Mann mich von einem Tag auf den nächsten verlassen hat.Ich wurde ausgetauscht ohne Rücksicht auf unsere letzten 30Jahre und drei gemeinsamen Kinder.
    Ich habe es nicht mal ansatz weise geahnt.
    Ich finde es garnicht schlecht im.Briefwechsel verschiedene Ansichten zu verfolgen.
    Vielleicht kann ich für mich eine Antwort finden.
    LG

  5. Dana
    10. März 2019 / 12:14

    Liebe Andrea, ich gebe zu, ich hatte etwas Angst davor diesen Artikel zu lesen, bin/war ich doch die „betrogene“ Ehefrau. Aber ich bin froh, dass ich ihn gelesen habe. Vor allem der Abschnitt über dieses Gefühl des Ausgetauschtwerdens und des fehlenden Abschieds hat mich sehr berührt, denn auch ich habe darunter sehr gelitten. Ich finde es toll wie du deine Trennung mittlerweile reflekierst, denn nach allem was ich bei dir gelesen habe, war es nicht immer leicht. Es macht mir Mut. Vielen Dank dafür.
    Fühl dich umarmt von Dana

  6. Corinna
    10. März 2019 / 15:27

    Liebe Andrea,
    ich bin eine von den Frauen, die sich niemals im Leben hätte vorstellen können und das auch niemals wollte – nämlich sich in einen verheirateten Mann einzulassen. Anfangs fand ich ihn nur sehr sehr sympathisch und war froh, dass ich nach einer jahrelangen Beziehung, die mit viel Herzschmerzen endete, überhaupt noch in der Lage war, einen Mann toll zu finden. Aber dann hat es mit voller Wucht eingeschlagen und jetzt bin ich schon seit mehreren Jahren seine Geliebte. Hätte mir das mal jemand vorausgesagt, ich hätte es nie für möglich gehalten…
    Danke für Dein nicht-verurteilen auch dieser Seite!
    Viele liebe Grüße, Corinna

  7. 10. März 2019 / 16:02

    Ich freue mich so sehr über unseren Briefwechsel!

  8. 10. März 2019 / 17:33

    Was für spannende Themen sich durch einen Briefwechsel sich doch ergeben. Insbesondere den totgeschweigten Themen, über die niemand zu sprechen vermag und ihr es trotzdem es schafft. Ich bi zwar noch nie in dieses Thema hineingeschlettert, doch kenne ich viele Freundinnen, die beim Telefonieren, auf das Thema gekommen sind. Ich denke mir immer, und das gilt nur für mich, dass bei so einer Sache immer 2 dafür verantwortlich sind, na klar, kann es sein, dass ein Teil immer mehr will als der Andere, aber sobald dies der Fall ist, so sollte man sich überlegen, ist die Zeit wirklich sinnvoll investiert oder vergeude ich einfach die Zeit. Einige aus dem Freundeskreis, spielen dieses Spiel noch mit und bei anderen kam irgendwann die Erkenntnis, darauf warten ist Zeitverschwendung für ein paar Stunden Zweisamkeit und die heile Welt.

    Gruß,
    Petra

  9. Claudia
    11. März 2019 / 11:40

    LIebe Andrea,
    ich hab es hier schon mal erwähnt. Ich war früher die Geliebte -ich war auch die, die fremdging und die Betrogene. Also hab jede Ecke des Dreiecks durchgemacht. Aus meiner Sicht kamen da immer 3 Menschen zusammen, die sich alle 3 nicht wahrhaftig einlassen konnten oder wollten.
    Bei meiner letzten Affäre mit einem verheirateten Mann (2010) hab ich das naiv als Spiel angesehen -und war dann völlig überfordert, was da an Eigendynamik und emotionalen Hochs und Tiefs losgetreten wurde. Das war sehr schmerzhaft und mir eine Lehre. Ich hab mich danach nie wieder mit Männern in Beziehungen eingelassen.
    Es hat dann fast 4 Jahre gedauert, bis ich einen Mann kennenlernte, der bereits geschieden war – und es dauerte dann noch ein Jahr, bis wir eine Beziehung begannen.
    Warum wir so gern glaube, dass die jeweils andere Frau so dumm und schlecht ist und uns nicht das Wasser reichen kann? Weil es unser Ego schmeichelt. Wieivele Dinge hab ich damals an dieser Ehefrau beurteilt – jetzt wo ich selber in einer mehrjährigen Beziehung bin, die schon einige Facetten hinter sich hat, bin ich auch nicht immer nur die liebevolle, verständnisvolle Partnerin 😉 Ich bin auch schlecht aufgelegt und mit Dingen im Alltag überfordert, die ich dann an ihm auslasse. Ich will ebenfalls manchmal keinen Sex und mache mich vielleicht auch manchmal im Alltag über seine Tagträume lustig, auch ich weiß, das tut man nicht.
    Und rundherum sind all diese verständnisvollen mitfühlenden Arbeitskolleginnen. Männer können das recht, die eigene Partnerin als hart und lieblos darzustellen, da fühlen die Singlefrauen dann mit (so nach dem Motte, „hätte ich einen Mann, ich würde das viel besser machne“) Ich verstehe jetzt schon besser, wie einem Mann sowas passieren kann, dass er diese Leichtigkeit wieder haben will. Und gleichzeitig bin ich dankbar, das mein Partner da auch seine Erfahrungen machten und sich von dieser Leichtigkeit nicht täuschen lässt.
    LG
    Claudia

  10. Beate
    11. März 2019 / 20:40

    An alle die lieben Frauen und insbesondere Andrea,
    Ich lese immer wieder quer. Freu mich sehr, über so viel Offenheit, Empathie und Toleranz.
    Andrea schreibt reflektiert mit Niveau und auch mit Humor. Ich teile nicht jede Einstellung und habe nicht in allen Bereichen die selben Erfarungen gemacht, dafür wieder andere. Manche schön, manche weniger. Wir alle haben unseren Rucksack voll mit unseren individuellen Erlebnissen und kommen aus verschiedenen Welten. Schön, dass Meinungen hier respektiert werden und auch
    zu Diskussionen führen dürfen. Es wird immer so sein, dass der Spruch : Urteile nicht über jemanden, in dessen Schuhen Du nicht eine Weile gegangen bist – Gültigkeit hat. Freud, Leid, Glück
    Liebe und Trauer kann man erst bewerten, wenn man es erlebt hat.
    Bleibt alle gesund und an Dich Andrea – schön, wie Du schreibst. Erkenne mich oft wieder. 😉

    • Andrea
      Autor
      12. März 2019 / 6:34

      Was für ein schöner Spruch – und danke für dieses tolle Feedback. Viele liebe Grüße, Andrea

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