ich lebe in einer hübschen Scheinwelt…und das voll gern…

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So ein Blogger muss sich ja immer mal wieder ne Menge nachsagen lassen. Gern genommen ist ja immer diese Sache mit der Realität. Heißt also, das was auf Bildern gezeigt wird, kann keineswegs die Realität sein. Unterm Strich bedeutet das, dass ich wohl in einer totalen Scheinwelt lebe.

Es gibt ja immer Extreme…sowohl in die eine, als auch in die andere Richtung. Soll heißen…es gibt faktisch immer ne geile Scheinwelt und dann gibt es auch immer ne geile Scheißwelt.

Zwischen diesen Welten gibt es aber noch was…zum Beispiel mich.

 

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Wenn ich es gern gemütlich, sauber und schön mag…bin ich dann mehr Schein als Sein?

Lebe ich in einer Scheinwohnung, weil man hier im Notfall auch vom Boden essen kann?

Bin ich deshalb perfekt oder unfehlbar?

Bin ich kein authentischer Mensch, nur weil es hier tatsächlich so aussieht, wie auf meinen Fotos?

Bin ich total bescheuert, weil ich mir mein morgendliches Müsli gern hübsch anrichte…völlig egal, wie es dann nach einmal umrühren aussieht?.

Natürlich hab ich Dreckecken…überall. Die Bügelwäsche stapelt sich, Teller und Tassen stehen in der Spüle rum und ob es draußen schön oder doof ist, kann ich kaum noch sehen, weil meine Fenster so schmutzig sind.

Aber das ist doch etwas, was wir alle kennen. Wir wissen das es so ist….bei Dir, bei mir und bei allen anderen auch. Muss ich denn wirklich diese Dinge posten um glaubhaft versichern zu können, dass ich authentisch bin? Kann ich nicht einfach posten, was ich will und bin trotzdem authentisch? Egal ob das Fusseln oder saubere Tassen sind?

Das ist tatsächlich eine offene Frage…..

 

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Mich inspirieren Fotos oder Blogposts mit Dreckecken oder Chaos nicht. Das hab ich nämlich selber…quasi täglich…nur das ich es auch täglich wegräume (mit diversen Ausnahmen). Ich bin inspiriert von all den Dingen, die man tun kann um es irgendwie nett zu haben. Völlig egal um was es geht. Ich liebe tolle DIY Dinge, hübsche Möbel, schöne Blümchen. Ich mag Duftkerzen, Kissen, Decken und….ich mag es einfach gemütlich und schön.

Ich fühl mich in Dreck und Chaos nicht wohl…aber macht mich das nun schlechter oder besser? Das ist doch totaler Quatsch. Soll doch jeder so machen, wie er will und soll doch jeder posten was er will. Wenn ich das nicht mag…guck ich nicht hin…so einfach ist das. Das ist übrigens wirklich so einfach!

Manche Dinge hätte ich nie für mich entdeckt, gäbe es nicht diese Blogger- und Instagramwelt. Nein…natürlich hat mir vorher nichts gefehlt…aber darum geht es doch auch gar nicht. Vor 20 Jahren hat uns auch kein Smartphone gefehlt…heute können wir ohne nicht mehr leben. Es werden also Bedürfnisse geschaffen….ja und? Wo genau ist denn das Problem? Und war das nicht schon immer so?

Ich käme nicht auf die Idee über jemanden zu urteilen, weil er seine Klamotten bei Kick & Co. kauft….genausowenig käme ich auf die Idee über jemanden zu urteilen, weil er bei Gucci, Prada & Co. shoppen geht oder auch ein Bild mit der Chloe Tasche postet, die eben gerade so in ist. Zu posten, dass ich die Angebote bei Aldi gekauft habe ist ok…zu posten, dass ich 200 Euro für ne Jeans ausgegeben habe ist verwerflich.

Ich frag jetzt also einfach mal so ganz naiv in die Runde:

 

Können wir uns nicht einfach alle lieb haben?

 

Und wenn das zu viel verlangt ist (ich möchte nämlich auch nicht wirklich jeden lieb haben)….wann genau begreifen wir denn, dass wir nicht von uns auf andere schließen können? Mit Akzeptanz und Respekt ist doch schon so viel erreicht….

 

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Nehmen wir einfach mal meinen Arbeitsplatz. Ich sitze ja immer in meiner kleinen Loggia und kann wunderbar nach draußen gucken. Ich kann mich furchtbar schlecht konzentrieren, wenn um mich herum Chaos herrscht. Ich bereite meinen Arbeitstag (meistens) irgendwie vor. Ich wische den Tisch ab, lege mir das hin, was ich brauche. Dann mach ich mir ne Kanne Tee und drück nochmal das Knöpfchen für einen frischen Kaffee. Zwischen 10.00 und 11:00 Uhr kommt meist der Hunger. Mindestens 3 mal die Woche mach ich mir dann so ein „Joghurtdingsbums“.

Ich hab wirklich immer alles im Haus. In Leipzig gibt es – zum Glück – einen mymuesli Laden und wenn sich mein Vorrat dem Ende neigt, nehm ich dort meist 3 – 4 neue Dosen mit. Aktuell mit Vorliebe das Kokosnusscrunchy Paleo (ich sterbe für dieses Zeug). Außerdem hatte ich Euch mal vor ein paar Monaten von meiner kleinen Küchenorganisation erzählt. Es ist wirklich alles da, was Euer Herz begehren könnte. Das vereinfacht es natürlich sehr, sich fix die ein oder andere Bowl zu zaubern.

 

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Und mal ernsthaft…Joghurt in die Schüssel zu klatschen, Obst klein zu schneiden und Müsli drüber zu streuen…das ist ja nun kein Hexenwerk. Das kriegen schon Kleinkinder auf die Reihe. Klar, sieht das erstmal hübsch aus und es sieht auch aus, als wäre das ne Sache, die ewig dauert…ist aber gar nicht so.

Nehmen wir mal diesen Blogartikel hier. Der war gar nicht geplant. Ich stand da gerade so in meiner Küche, hab mein Frühstück zusammengemixt und dabei schossen mir all diese Gedanken durch den Kopf. Selbst dieses hübsche Spültuch mit den roten Pünktchen lag exakt so auf dem Tisch, weil ich parallel nämlich gerade meine Wohnung putze. Ich hab also einfach nur die Kamera gezückt, ein paar Fotos von meinem Frühstück geschossen, kurz in Lightroom bearbeitet und das war’s. Auch das…ist kein Hexenwerk.

Und während ich hier so vor mich hinschreibe und meine Meinung in die Welt hinaus posaune…hab ich diese riesen Schüssel mit dem Joghurt schon in mich reingestopft. Ich steh ja diesen Soya Geschichten immer noch etwas kritisch gegenüber. Nicht alles schmeckt mir oder ich muss mich einfach noch dran gewöhnen. Den alpro Joghurt „Erdbeere mit Rhababer“ hab ich im Konsum tatsächlich nur mitgenommen, weil ich die Verpackung ganz hübsch fand und Rhababer voll gern mag. In Wirklichkeit hab ich dieser Variation aber nix zugetraut.

 

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Tja…das muss ich allerdings revidieren. Was zur Hölle ist das bitte? Diese alpro Mischung ist der Hammer. Ich hab noch ne Birne reingeschnippelt, ein paar Blaubeeren hatte ich auch noch und ohne mein Paleo Müsli geht ja eh gerade gar nix. Jetzt bin ich glücklich und satt und zu nem spontanen Blogartikel hat mich das auch noch inspiriert.

Jetzt kommt ja der Teil, wo ich noch irgendwas ganz Schlaues von mir geben müsste….aber ich muss die Dreckecken beseitigen. Charlotte ist bereits auf der Autobahn und ich muss ihr unbedingt beweisen, wie perfekt ich bin.

 

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Habt Spaß!

 

Eure Schnimpeline

 

PS: Eine kurze Anmerkung für all die Motzprimeln, die hier gern mitlesen…NEIN, das ist keine Werbung und JA, den Joghurt hab ich selbst gekauft. Ich bin dafür die 200 Meter bis zu meinem Konsum gelaufen. Die Blaubeeren und die Birne sind auch keine Werbegeschenke.

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