Seaspiracy ist Pflichtprogramm!

#Koffergeschichten #5 aus Kapstadt… between Cultures!

Die gute Nachricht ist… ich konnte mir tatsächlich so etwas, wie Osterruhe verordnen. Genau dafür hatte ich mir u.a. auch Seaspiracy aufgehoben.

Mein Smartphone informierte mich, dass ich offensichtlich 69% weniger online war, als die Woche davor.

Ich habe mich also bewusst mal gegen Social Media entschieden, habe mir 2 sehr interessante GEO Zeitschriften an der Tanke geholt, habe informative Gründer-Podcasts gehört und mich Dokumentationen auf Netflix gewidmet, die ich schon länger auf meiner Liste habe.

Es gibt Dokumentationen und auch Filme oder Serien, die schiebe ich vor mir her. Einerseits ängstigen mich die Inhalte und andererseits möchte ich mir bewusst Zeit dafür nehmen und konzentriert gucken und wahrnehmen ohne Ablenkung.

Vor Seaspiracy habe ich mich regelrecht gefürchtet. Ich hatte mich bewusst nicht detailliert mit dem Inhalt auseinandergesetzt, aber schon der Trailer reicht aus, um zu wissen, worauf man sich hier einlässt und dafür muss man bereit sein… bzw. ich musste bereit sein dafür.

Selbst Tage später erfassen mich die Emotionen zu dieser Dokumentation immer noch mit voller Wucht.

Sich diese Dinge anzusehen, bedeutet eben auch sich selbst in Frage stellen zu müssen. Die furchtbarste Erkenntnis für mich, ist der Verlust von Vertrauen. Und nein, es ist keineswegs so, dass ich blind irgendwelchen Siegeln oder Zertifizierungen glaube, aber das man einfach auf gar nichts vertrauen kann, lässt mich ratlos zurück.

Ich habe mit diesem Blog schon für Hersteller/Lieferanten von Seafood gearbeitet und war überzeugt mich richtig entschieden zu haben. Wir kaufen Fisch (und auch Fleisch) nur absolut bewusst und dann stellt sich heraus, dass alles einfach nur eine große Lüge ist.

Und genau das war schon immer meine größte Sorge. Das ich auf das achte, was in meinen Einkaufskorb kommt und kaum eines der Siegel und Zertifikate tatsächlich die Sicherheit bietet, die ich mir aber unbedingt wünschen würde.

Ich, als Verbraucherin, weiß einfach nicht mehr, was noch richtig oder falsch ist.

Keineswegs gehe ich blauäugig durch die Welt. Unser Einkaufsverhalten ist mit großer Sicherheit steigerungsfähig im Punkt bewusster Nachhaltigkeit und ich weiß, dass Zertifikate kein Freibrief für die eigene Verantwortung sind. Ich hatte nur nicht erwartet, dass es so schlimm ist.

Seaspiracy hat mich schluchzend auf dem Sofa zurückgelassen und trotzdem war ich froh, mich der Realität gestellt zu haben. Ich habe nicht weggeguckt aus rein egoistischen Gründen. Nicht diesmal. Es ist ja sehr viel einfacher weiterzumachen, wie bisher, wenn man von all diesen Dingen gar nichts weiß.


Frei nach dem Motto „wenn ich es nicht sehe, existiert es auch nicht“.


Ich war alleine Zuhause, als ich mir Seaspiracy angesehen habe. Meinem Sohn schrieb ich danach, empfahl ihm die Dokumentation und es erging ihm ganz genauso. Wir diskutierten eine halbe Ewigkeit über die Inhalte und was das an unserem Konsumverhalten ändern wird.

Noch sind wir nicht soweit um gänzlich auf Fisch zu verzichten. Ich hoffe ein bisschen auf Followfish, bin aber stark verunsichert, ob man wirklich auf das vertrauen darf, was der Hersteller verspricht.

Ich würde mir wünschen, dass die Organisationen und auch Hersteller, transparent Stellung beziehen, zu dem was Seaspiracy offenlegt. Das sie aufklären und ihre eigenen Geschäftspraktiken massiv hinterfragen. Das wir Endverbraucher endlich wieder vertrauen können, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit und Umwelt geht. Das unser ganzes Leben nicht immer nur auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist, was dann letztlich für jede Branche Nährboden für eine Mafia bietet.

Es ist wichtig. Wichtig hinzusehen. Sich zu informieren und für all diese Themen zu sensibilisieren.

Zur Seaspiracy Dokumentation auf Netflix findet ihr hier.

Nehmt euch Zeit dafür. Hört zu. Und guckt hin (auch, wenn es zwischendurch schwerfällt).

Empfehlenswert ist auch noch die Einschätzung des wwf Blogs zum Film.


Eure Andrea

1 Kommentar

  1. Catrin
    9. April 2021 / 16:35

    Liebe Andrea, seaspiracy schiebe ich vor mir her. Ähnlich,wie Du es getan hast. Seitdem ich ‚Dominion‘ gesehen hatte, weinend schon nach 20 Minuten, esse ich kein Fleisch mehr. Fisch hab ich mir schön geredet, aber im Inneren weiß ich, dass es inkonsequent ist, Fisch zu essen und Fleisch aus ethischen Gründen nicht. Ich finde es gut, richtig toll, dass Du Dich mit dem Thema auseinandersetzt. Und ich werde ‚Seaspiracy‘ doch wieder ganz oben auf die Liste setzen. Danke fürs Erinnern. Alles Liebe Catrin

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