#glücklichmacher #19 – schau dir den Himmel an…

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Wie entflieht man einem negativen Gedankenkarussell?

Um es vorwegzunehmen… es ist unfassbar schwer.

Warum sind wir Menschen so gestrickt, dass es negative Gedanken deutlich schwerer haben, als positive? Es fühlt sich manchmal an, wie der Anstieg auf einen hohen Berg. Das Ende nicht in Sicht. Zwischendurch muss man stehenbleiben und durchatmen und ganz nebenbei taucht die Frage auf „warum zur Hölle mache ich das eigentlich?“.

Einem negativen Gedankenkarussell kann man nur entfliehen, wenn man sich intensiv mit sich selbst auseinandersetzt und das ist die härteste, mentale Schule, die man durchlaufen kann… aber auch die lehrreichste… die, die wirklich Veränderungen hervorbringt. Denn auf sich selbst zu schauen, ist ein sehr schmerzhafter Prozess, in dem man realisiert, wo die eigenen Defizite liegen.

Viel zu selten stellen sich Menschen die Frage, warum ein Problem entstanden ist. Viel zu oft hat ein Problem bereits einen Namen, jemanden der Schuld trägt. Die Würfel sind bereits gefallen ohne zu hinterfragen, ob ich vielleicht selbst der Auslöser bin, auch wenn es mir im ersten Moment überhaupt nicht so erscheint. Was übrigens völlig normal ist… denn wir sind alle keineswegs frei von Emotionen und das birgt eben erstmal auch Gefahren. Wichtig ist der langfristige Umgang damit und auch zu erkennen, dass eben nicht jeder Tag, wie der andere ist.

Ich durchlaufe viele solcher Prozesse und manchmal komme ich an einen Punkt, an dem alles so sinnlos erscheint und ich das Gefühl habe Anstrengung lohnt sich nicht. Warum soll ich selber mit mir so hart ins Gericht gehen, wenn es andere nicht tun? Wenn wir immer wieder an dem Punkt landen, in denen das Gefühl einer negativen Emotion stärker ist, als das was einen vielleicht verbindet?


Vor langer Zeit sagte mein Ex-Mann in einem Gespräch mal zu mir… „ok, ich verändere was“.


Ich wollte kurz durchatmen, mich freuen und dann folgte:


Aber du musst auch etwas verändern…


Das ist ein Klassiker und dieses Gespräch ist nur beispielhaft. Ich gebe dir nur etwas, wenn ich dafür auch etwas bekomme. Nur so funktioniert es eben nicht.


Sich verändern zu wollen und das in Abhängigkeit von anderen zu tun, führt niemals zum Erfolg.


Ich muss es selbst wollen. Diese Veränderung. Und wenn ich dann später erkenne, dass es mit meinem Gegenüber nicht mehr passt… hat das eine andere Gewichtung. Nur muss man eben auch das! aushalten können. Persönliche Veränderungen gehen Hand in Hand mit Veränderungen im eigenen Umfeld und das kann sehr schmerzhaft sein.

Heute früh bin ich um 04:00 Uhr aufgewacht. Es ist einfach ganz viel passiert in dieser Woche. Jeden Tag Fahrschule, sehr viel Arbeit, anstrengende Auseinandersetzungen. Die praktische Prüfung steht vor der Tür und ich bin so aufgeregt, wie noch nie in meinem Leben (glaube ich jedenfalls). Ich möchte mich jeden Tag einmal übergeben gehen, weil mir diese Prüfung so riesengroße Angst macht. Außerdem stehen 3 Tage Mädelswochenende bevor… zwischen Angst und Aufregung mischt sich also auch ganz viel Freude… also sitze ich hellwach im Bett und lasse meinen Gedanken freien Lauf.

Einen kurzen Moment wollte mich eine dunkle Wolke überrollen und dann dachte ich an das lustige Telefonat mit Bine gestern (ich sag nur Wechseljahre, Stringtangas und Karaoke) und das Eva sich mit Grippe ins Auto setzt und kommt und das Bea aus der Schweiz vermutlich schon im Flieger hockt um pünktlich in Leipzig zu landen. Das wir morgen Mickey Mouse Schlafanzüge kaufen und Pizza auf dem Sofa essen werden.

Und ich dachte an Dani… die mir diese Woche an einem Morgen eine Nachricht schrieb:


„Der Himmel ist heute wunderschön…“


Wie man aus einem negativen Gedankenkarussell wieder herauskommt?

So!

Ich sah raus, schaute in den Himmel und jeglicher Ärger fiel von mir ab. Ich verstand, was sie mir sagen wollte… manchmal kann es so einfach sein.


Eure Andrea

3 Kommentare

  1. Bärbel Fricke
    13. Dezember 2019 / 9:55

    ..und immer wieder Worte mit Tiefgang, oft kann ich mich darin spiegeln

  2. 13. Dezember 2019 / 10:22

    Liebe Andrea, du hast das so wundervoll geschrieben dass ich jetzt auch einmal kommentieren möchte, nein will! Diese Ängste kenne ich alle und du triffst es auf den Punkt. Freu Dich dass du so tolle Freundinnen hast die dich immer mal wieder aus diesem Karussell herausholen. Es ist unsagbar schwer und ich weiss es aus eigener Erfahrung. Wenn einem nur noch ein Kind von zweien bleibt und der Mann viel zu früh genommen wird ist es noch viel viel schwerer aus diesem Karussell herauszukommen und ich kämpfe jeden Tag. Leider oder besser gesagt glücklicherweise gibt es bei mir noch einen Menschen der das schafft- nein stimmt nicht- es sind noch 3 weitere ganz kleine wundervolle Wesen, Enkelkinder genannt, die das schaffen. Aber ich bin auf einem guten Weg. Du hast es doch bereits geschafft und ich denke: ist bei dir manchmal vielleicht eine kleine Überforderung durch zuviel Arbeit? Das schaffst Du und den Führerschein auch! Die erste Hürde hast du doch schon geschafft;-). Du schreibst übrigens ganz wundervoll 🙂

    Liebste Grüße und einen schönen 2. Advent mit deinen Mädels!
    Silvia

  3. 13. Dezember 2019 / 10:27

    Diese negativ Karussell Fahrt schleicht sich immer am Ende des Jahres bei mir ein, hochemotional lässt man alles Revue passieren. Umso schöner wenn man sich mit Freunden umgibt die Optimismus mit ins Boot bringen. Ich wünsche Euch allen ein tolles Mädels Wochenende in Leipzig!

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