#Glücklichmacher #15 – ein Tag, wie er nicht hatte sein sollen…

#Glücklichmacher #15 - ein Tag, wie er nicht hatte sein sollen...

Gestern hat sich die Montagsdemonstration zum 30. Mal gejährt. Es war Lichtfest in Leipzig. Ein ganz wunderbares Event für einen wichtigen Meilenstein unserer Geschichte.

Bine hatte mich gefragt, ob wir gemeinsam hingehen. Sie kam extra 4 Stunden dafür aus Gießen angefahren… einfach nur für gemeinsame Zeit mit einem schönen Hintergrund.

Parallel dazu hatten wir… zufällig… festgestellt, dass unser Podcast in der Madame erwähnt wurde. Das war wirklich ein Highlight für uns. Wir waren ganz erstaunt und glücklich und auch ein bisschen ungläubig. Denn, der letzte gemeinsame Podcast ist ein Jahr her.

Der gestrige Tag begann damit, dass mich am Morgen eine ganz wunderbar, emotionale Nachricht von Bine erreichte. Ich liebe diese Momente, weil sie einem so viel geben. Es gibt Menschen, die besitzen die Kunst, einem ein Gefühl zu vermitteln… ein richtig, echtes Gefühl, was einen zusätzlich sehr bewegt. Bine ist einer dieser Menschen.

Normalerweise sorge ich für unsere Verpflegung, aber diesmal wollte Bine diesen Part übernehmen. Allerdings war sie so Straßenbahnkonfus, dass die Papiertüte mit den wunderbaren Leckereien einfach weiterfuhr… einsam und verlassen… hoffentlich hatte jemand Erbarmen. Glücklicherweise ist die Konfettizentrale kulinarisch ausgestattet und im Notfall gibt es ja noch Lieferheld.

Wir entschieden uns beim Podcast-Thema einfach über die vergangenen 12 Monate zu sprechen, denn da ist eine Menge passiert… um uns herum, mit uns selbst.

Es waren ganz einschneidende Monate, in dem wir uns einen kleinen Moment kurz verloren hatten und auch unsere Freundschaft zum ersten Mal auf dem Prüfstand stand. Und was soll ich sagen… Prüfung bestanden.

Das ist übrigens ein Lernprozess, über den ich sicher bald mal schreiben werde. Ich bin fast täglich – auf irgendeine Art – mit Menschen umgeben, die mein Leben positiv beeinflussen und bereichern. Das heißt aber nicht, dass wir uns manchmal nicht grün sind oder kontrovers diskutieren, unsere Meinungen vertreten. Was sich aber verändert hat, ist der Respekt und die Wertschätzung miteinander und das wir wissen, dass das, was wir miteinander haben… mit Gold nicht aufzuwiegen ist… also arbeiten wir an uns… jeder für sich.

Jedenfalls haben wir, glaube ich, unseren besten Podcast aller Zeiten aufgenommen (was auch sonst)… wenn… ja, wenn wir denn auch wirklich aufgenommen hätten. Nach gut einer Stunde stellten wir fest, dass die Aufnahme nach 18 Minuten abgebrochen ist und wir hatten uns gerade so richtig schön in Rage geredet.

Und dann sah ich, dass mein Sohn versucht hatte uns zu erreichen aufgrund des Attentats in Halle. Es gab Warnungen und Spekulationen auch rund um Leipzig und wir waren verunsichert. Wir zogen uns erstmal in mein gemütliches Wohnzimmer zurück, guckten Nachrichten und wägten unsere Optionen ab. Letztendlich entschieden wir nicht zum Lichtfest zu gehen… nicht aus Angst, sondern weil wir uns einfach nicht mehr danach fühlten.

Zwischendurch gab es Momente gestern, in denen waren wir einfach leise… jeder musste sich erstmal kurz fangen. Die Nachrichten liefen im Fernseher an uns vorbei und alles was ich sah, war schlimm… einfach nur schlimm. Nicht mal die Wetteraussichten waren schön.

Zusammengefasst ist eigentlich gestern alles schiefgegangen. Das Essen fuhr mit der Straßenbahn davon, die Podcast Aufnahme (des allerweltbesten Podcasts) schlug fehl, in Halle gab es ein unfassbares Attentat und wir gingen nicht zum Lichtfest.

Aber am Ende des Tages saßen wir da, brüteten über meinem Workshop-Konzept und während wir da so redeten, fiel mir wieder ein, was mich in meinem Leben so glücklich macht. Es sind genau diese Momente, wenn Freunde bei mir auf den Sofas oder auf dem Teppich hocken, bei Kaffee, Wein oder Wasser. Ich erinnerte mich, dass ich mit Conny und Daniel gesungen habe… hier auf diesem Teppich… das alle immer großen Spaß an Bommel und Hugo haben, die sich immer den Podiumsplatz auf dem Besucherschoß aussuchen.

Den Tag haben wir im strömenden Regen an der Straßenbahnhaltestelle beendet.

Was für ein Tag… und wenn man genau hinschaut, dann war er – trotz allem – von vielen kleinen Glücklichmachern umrahmt.

Eure Andrea

2 Kommentare

  1. 11. Oktober 2019 / 15:00

    Die Nachrichten waren wirklich erschütternd, da fehlen einem wirklich die Worte..total nachvollziehbar, dass ihr die Zeit dann zuhause verbracht habt. Ich kann mir vorstellen, dass es trotz allem eine schöne Zeit für Euch war..würde mich freuen, wenn es wirklich noch zu einer weiteren Podcast Folge kommen würde.

  2. 11. Oktober 2019 / 15:53

    ich sitze im kaffeesatz, einem herrlich bunten café in berlin, kreuzberg und ich freue mich so sehr darüber, dass wir zeit miteinander und füreinander hätten. und ja, es ist schade, dass die technik (oder wir) versagt hat. dennoch bedeutet mir das gespräch unendlich viel. doch für uns hätte es nicht gepasst, diesen podcast an diesem tag hochzuladen. genauso wenig, dass wir das lichtfest feiern wollten.
    ich gestehe, ich hatte auch angst. und ich frage mich seither, ob ich vor 30 jahren mutig genug gewesen wäre…
    gerne würde ich mir aus dem kaffeesatz lesen lassen, wohin mich das nächste jahr treiben wird. doch satt dessen sitze ich im kaffeesatz in berlin, und lächle. denn trotz allem war es ein schöner tag mit dir!
    wir sind viel zu selten zusammen in berlin!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

%d Bloggern gefällt das:

Etwas suchen?