Irgendwie…

Kolumne, Gedanken, dreiraumhaus, Neuanfang, Motivation für Frauen, Trennung, alleinerziehend

Guck ihn dir an Steff. Er läuft auf Netflix. Man fühlt sich gut danach.

Wir diskutierten heute über den Film. Über Eat, Pray, Love. Aus zweierlei Gesichtspunkten, die absolut interessant sind. Für meine Schwester war es nur schwer vorstellbar, warum Liz ein Problem mit ihrem Leben hatte, wo doch eigentlich alles so stimmig wirkte und ich selber… bin Liz… im übertragenen Sinne natürlich. Nicht auf der Suche nach dem Mann fürs Leben, sondern auf der Suche nach der Leidenschaft… der Leidenschaft für das Leben… für mein Leben.

Ich hab sie gerade verloren. Diese Leidenschaft. Und ich suche sie. Ziemlich verzweifelt sogar. Es fühlt sich an, als marschiere ich geradewegs in eine große Krise hinein und ich versuche mich immer wieder von unten nach oben zu buddeln. Ich weiß nur eben nicht so richtig, wohin ich mich eigentlich durchgrabe und vor allem… warum. Mir ist der Sinn meines Daseins nicht mehr klar.

Wofür bin ich hier?

Was ist der Sinn meines Lebens?

Welche Aufgabe möchte ich meistern? 

Sind diese Fragen überhaupt wichtig oder die Antworten darauf?

Es gibt kurze Momente der absoluten Leere, wie vor 6 Jahren. Ein luftleerer Raum und ich möchte meine Existenz am liebsten einfach auflösen.

Was also ist los? Mit mir? 

Die großen Kämpfe nach der Trennung sind vorbei. Meine Ehe ist nur noch ein Teil meines Lebens, der mal stattgefunden hat, aber zu dem keine Bindung mehr existiert. Ich wohne schön und zentral. Mein Sohn entwickelt sich prima. Im Grunde ist alles irgendwie im Fluß. Ich könnte zufrieden sein…

 

Irgendwie…

 

Und trotzdem fühle ich mich, als würde ich ertrinken. Inmitten von Menschen irgendwie einsam. Ich bin eine ganz eigene Insel oder besser der Robinson Crueso auf meiner eigenen Insel. Ich bin ein Sonderstatus inmitten von Paaren und Familien. Es ist nie jemand einfach da, weil er eben da ist… ich muss dafür sorgen, das jemand da ist. Es gibt keine Selbstverständlichkeit von Menschen in meinem Leben. Ich muss mich dafür anstrengen. Täglich. Strenge ich mich nicht an, bleibe ich ein Robinson Crueso. Es gibt weder einen emotionalen noch einen existentiellen Rückhalt. 

Wir haben heute Mittag Pizza bestellt. Luca fragte mich, was ich haben will und ich bat ihn für mich zu entscheiden. Das ist es, was ich manchmal möchte… die Verantwortung für Entscheidungen abgeben oder sie zumindest teilen. In der Regel bin ich mit mir alleine und bei den wenigsten Entscheidungen suche ich um Rat. Aber, wie kann ich sicher sein, dass es richtig ist, was ich entscheide. Wie kann ich sicher sein, dass ich richtig bin, so wie ich bin? Was sagen die emotionalen Verluste der vergangenen 4 Jahre über mich selbst aus? Werde ich vielleicht eigenartig, weil ich zu viel mit mir alleine bin? Weil ich meine eigene Gesellschaft so richtig genießen kann?

Manchmal würde ich sehr gern, sehr viel mehr darüber schreiben, was es eigentlich wirklich bedeutet alleinerziehend zu sein. Und im gleichen Atemzug fühle mich wie ein elender Jammerlappen. Ich hatte Glück. Nur ein Kind… schon ziemlich selbstständig und trotzdem bin ich irgendwie ausgebrannt. Kaum eine Pause von einfach nichts, angetrieben von Sorgen. Die Sorge um das Wohl des Kindes, die Sorge um die eigene Existenz… wie kann ich den Vater ersetzen? Wie kann ich diese Lücke füllen? Immer wieder dieses Hinauswachsen über den eigenen Schmerz, weil er nicht wichtig genug erscheint… ja sogar fast lächerlich. Andrea… du bist über 40… jetzt reiß dich doch mal zusammen.

Ich denke dann ganz oft an die verrücktesten Dinge. Meine Oma zum Beispiel. Die im 2. Weltkrieg in Sibirien Kriegsgefangene war. Dagegen sind meine Probleme blöder Scheißdreck. Und doch sind sie da. Und doch geht es mir nicht gut. 

Vielleicht ist es der tägliche Kampf ums Überleben. Dieses Hamsterrad aus dem man nur schwer aussteigen kann und was für dicke, fette Burnouts sorgt. Man macht und macht und macht und irgendwann steht man morgens auf, guckt in den Spiegel und fragt sich „wofür der ganze Scheiß?“.

 

Ich würde gern ein bisschen wegrennen. 

 

Weil ich vergessen habe, was ich vom Leben will. Weil ich mich mit meinen Leidenschaften manchmal ziemlich einsam fühle und dabei möchte ich sie gern hinausschreien und mich damit nicht verstecken. Ich möchte andere Inseln mit anderen Robinson Cruesos finden, die ähnlich ticken. Die nicht auf der Suche nach dem zweisamen Glück sind, aber trotzdem Bock auf Gemeinschaft haben.

Als ich 2002 geheiratet habe, dachte ich, dass wäre mein Weg und das war er ja über viele Jahre auch. Die Zeit, von 2016 – 2018, war geprägt von Kämpfen. Mit mir selbst, mit meinem Ex-Mann… mit einfach irgendwie allem. Und jetzt ist es ein bisschen so, wie nach dem Ende von Game of Thrones… die großen Kämpfe sind vorbei und was zur Hölle kommt jetzt? Einerseits ist das ein gutes Gefühl, weil ich mich emotional komplett befreien konnte und andererseits ist da eben auch eine große Leere, mit der ich noch nichts anzufangen weiß.

Wenn mich jemand fragen würde, was ich in meiner Zukunft sehe, dann würde ich antworten:

 

Die Welt…

 

Ich weiß nur noch nicht so recht, wie ich das anstelle. Es gibt 2 Dinge, die mich erfüllen und das ist das Schreiben und die Fotografie. Vielleicht entwickle ich eine Art Crowd Funding Kampagne für diese Reise, die das Leben noch für mich bereithält.

Ich bin eben einfach gerade sehr leise. Ich schleppe Enttäuschung, Trauer und ein bisschen Bitterkeit mit mir herum. Nichts davon will ich in meinem Leben haben und doch hat es sich von hinten angeschlichen und mich ein bisschen vereinnahmt. Kann man zu viel vom Leben wollen? Kann man zu leidenschaftlich sein? Warum sind meine sensiblen Antennen auf sämtliche Schwingungen gepolt? Kann ich nicht einfach mal nicht fühlen? Schaffe ich es mich selbst auszuhalten? Ist es nicht völlig verrückt, dass ich die Welt noch erkunden will? Alleine? In meinem Alter? Und warum will ich das überhaupt?

Vergangenen Freitag stand ich in der Berliner S-Bahn. Ein Obdachloser verkaufte Zeitschriften. Ich gab ihm 5 Euro. Er wollte das Geld wechseln, aber ich sagte ihm er soll die 5 Euro behalten. Er stand, gefühlte 5 Minuten, vor mir und bedankte sich immer und immer wieder… er meinte „ich sei heute der Stern an seinem Himmel“. Vielleicht sagt er das jedem… keine Ahnung… und es spielt auch keine Rolle. Ich stieg aus und Luca meinte zu mir „Und Mama? Jetzt musst du wieder weinen, oder?“. Ich komme manchmal einfach nicht mehr mit unserer Welt klar… in der 3 Tage das wichtigste Thema ist, warum Angela Merkel zittert und Menschen ins Gefängnis kommen, weil sie sich auf dem Meer nicht an Gesetze halten (aber im gleichen Atemzug Menschenleben retten).

Natürlich möchte ich Spaß am Leben, aber ich möchte – vor allem – ein bisschen mehr als das. Eine Art Fußabdruck hinterlassen. Ich möchte strahlen, freundlich und wohlgesonnen sein. Klingt ein bisschen drüber, aber das hat mir in den letzten Monaten so viel Freude bereit… ich strahle und jemand strahlt zurück. Besser gehts nicht. Und ich will auch nicht wirklich streiten. Eher reflektiert diskutieren mit der Möglichkeit der Veränderung. Mit der Möglichkeit sich umentscheiden zu dürfen, Fehler zu machen und einen besseren Weg zu gehen.

Ich möchte auch diesem Trend nicht folgen, in dem ständig darüber gesprochen wird, dass man sich von Menschen trennen soll, die einem nicht gut tun. Die mag es geben… aber zu allererst tut man sich meist selbst nicht gut und das überträgt sich auf einfach alles. Oder auch dieses „ich bin richtig… nur die anderen sind es nicht“. Steckt nicht in all dem eine kleine Wahrheit? Ist es real, nur weil ich es mir oft genug einrede? Fühle ich mich wirklich mit mir wohl, nur weil alle auf einmal schreien, wie scheiße Body Shaming ist? Ich frage mich immer, was passiert, wenn alle schreien „ich bin richtig, nur Ihr seid es nicht!“ Ist das nicht nur eine Rechtfertigung vor sich selbst? Ich weiß es tatsächlich nicht… es ist eine offene Frage und vielleicht schreie ich es ja morgen schon selbst…

Bin ich eine starke Frau? Aber ja! Bin ich voller Selbstzweifel? Aber sowas von!

Es tut gut es herunterzuschreiben. Ich lag im Bett und hab die Decke angestarrt. Kein Platz für Netflix. Kein Platz für ein Buch. Nur ich und meine weiße Zimmerdecke und die Gedanken wollten und wollten sich einfach nicht ordnen.

Ich habe noch etwas Gin und Tonic und ein paar Eiswürfel. Ich mixe mir jetzt ein großes Glas. Lese die ausführliche Mail einer Followerin mit persönlichen Tipps für Bali (1000 Dank dafür) und werde noch eine Folge von David Lettermans „My next Guest“… anschauen.

Vielleicht ist das ja hier meine Insel der Gemeinschaft… das dreiraumhaus. Dieser Ort, an dem ich meine Gedanken aufschreiben, ordnen und mit Euch teilen kann.

 

Eure Andrea

 

17 Kommentare

  1. CGW
    2. Juli 2019 / 22:56

    Es gibt sie, diese Tage wo alles irgendwie falsch ist – oder zumindest man selber eben nicht passt. Und das gilt auch fuer die, die in einer Beziehung leben. Aber manchmal fehlt einfach das ‘in die Welt passen’ oder die Welt um einen herum passt nicht? Ich weiss die Antwort auch nicht, aber es gibt immer ein Morgen und einen neuen Versuch, herauszufinden, wo die Reise hingeht – auch wenn das manchmal schon zuviel Herausforderung scheint.

  2. Maren
    3. Juli 2019 / 0:35

    Liebe Andrea,
    schon oft habe ich überlegt unter einem Text mal eine Nachricht zu hinterlassen, hab es dann aber aus Mangel an Texteinfällen nicht gemacht. Aber dieser Text spricht mir so aus der Seele, dass ich schreiben muss:-) Ich bin seit Geburt meines Sohnes alleinerziehend, das sind jetzt schon fast 9 Jahre! Und all das oben Beschriebene trifft so zu. Es tut wirklich gut Deinen Blog zu lesen… herrlich authentisch. Danke!

  3. 3. Juli 2019 / 7:39

    das liest sich, als wäre es mal wieder zeit für einen kaffee am strand, oder bei mir auf dem bänkchen … you are welcome

  4. Andrea
    3. Juli 2019 / 9:45

    Hallo Andrea,

    tatsächlich lese ich aus deinen Zeilen größtenteils meine Gefühlwelt heraus.

    Auch ich stehe mit beiden Beinen im Leben, bin mit einer zauberhaften 9-jährigen Teil einer 2-Familie, arbeite als Leiterin Rechnungswesen und habe doch immer wieder die gleichen Gedanken/Gefühle, die Dich gerade so beschäftigen. „War es das? Da muss doch mehr sein, als dieses tägliches Hamsterrad! Kann ich meiner Lütten den Vater so weit ersetzen, dass es ihr damit gut geht?“ Fragen über Fragen. Zweifel über Zweifel… Mir hilft dann meistens das Gespräch mit meiner Mutter, die damals in der gleichen Situation war, in der ich mich jetzt befinde. Und wenn ich sie mir anschaue und ihr innere Ausgeglichgenheit bemerke, erdet mich das irgenwie.

    Ich hoffe, Du findest in mitten der Zweifel auch deinen Anker…

    Hab´einen schönen Tag…:-)

    Viele Grüße.

    Andrea

  5. 3. Juli 2019 / 11:49

    Leidenschaft… der Leidenschaft für das Leben… für mein Leben. … ein langer Lauf am Meer, ein Kaffee am Strand oder einfach mal in den Tag träumen. Wir selbständigen taffen Frauen dürfen auchmal leise, enttäuscht, schreiend sein. Andrea dies klingt alles sehr nach einer Auszeit für Dich.
    Ich beginne selbst langsam in meiner neuen eigenen bunten Welt anzukommen, auch wenn mich das Loslassen immer mal wieder einholt. Aber auch dies nehme ich an, auch wenn es einmal Tränen sind. Meine Leidenschaft wird immer meine Arbeit als Fotografin sein und dies hilft und macht stark. Liebe Grüsse vom Meer 😊.

  6. Nic
    3. Juli 2019 / 11:55

    Liebe Andrea,
    ein bewegender Text. Beim lesen dachte ich aber, bei Männern ist diese Gefühlswelt im Alter von 40+ irgendwie normal und hat sogar einen Namen. Bei Männern heißt das Midlife Crises und JEDER hat Verständnis.
    Wenn ich diesen Text lese, dann fühle ich mich in einer frühere Zeit versetz. Viele Jahre hatte ich das Gefühl in einer Menschenansammlung zu stehen und mich furchtbar einsam zu fühlen. Erst mit mitte 20, als ich meine Heimat aus beruflichen Gründen (wobei die auch ein wenig vorgeschoben waren) verlassen habe musste ich lernen wirklich mit mir alleine klar zu kommen. Auf diesem Weg habe ich meinen Mann kennengelernt.
    Ich bin nicht in der Situation der Alleinerzeihenden und dafür sehr dankbar, aber ich fühle mich oft wie in deiner Beschreibung wenn es um meine berufliche Situation geht. Ich weiß nicht richtig was ich will und alles fühlt sich falsch an. Häufig fehlt mir der Mut etwas anzupacken und wenn ich es dann doch mal tue, dann sehe ich mich scheitern…
    Liebe Andra, du scheinst einen wundervollen Sohn zu haben und einen Job den du liebst. Du hast dich aus deinem Dilemma vor ein paar Jahren aus eigerner Kraft heraus geschafft. Ich bin mir sicher du wirst auch aus diesem Problem einen Weg herausfinden. Und ja, für dich ist es ein Problem und duchaus legitim, egal was andere Menschen erleben und wie groß deren Probleme gemessen an deinen sind. Wer will darüber urteilen? Jeder einzelne muss seinen eigenen Kampf kämpfen. Du bist stark, und du schaffst das!!!
    Liebe Grüße

  7. Claudia Ehrlinger
    3. Juli 2019 / 12:07

    Liebe Andrea,
    manchmal gibt es Phasen voll Freude, Optimismus und Glück – und dann sind da wieder Zeiten voll Trauer und Wut. Mich übermannt das dann auch mal, wenn ich eine gute Phase habe und plötzlich dreht es sich.
    Ich wei8 gar nicht, ob das so sehr mit Single sein oder nicht zusammenhängt. Es ist eine Typ-Frage.. Es gibt Menschen, die gehen durchs Leben, ohne sich groß Sorgen zu machen. Egal ob Sinlge oder nicht. Und dann gibt es Menschen (wie mich z.B:), ich mach mir schon oft genug total unnötig den Kopf zu Themen, anstatt einfach mal die Sachen passieren zu lassen.
    Das mit dem Entscheidungen treffen, das verstehe ich. Auch wenn es irgendwie angenehm ist, wenn der einzige Kompromiss der ist, den man mit sich selber machen muss, ist es doch oft angenehm, wenn jemand anderer einfach mal sagt, so wird es jetzt gemacht.
    Alles Liebe für diese Phase – die vorbei gehen wird, wie jede andere Phase auch. Und ich finde, bei mir ist aus diesen inneren Kämpfen immer irgendwas Gutes rausgekommen.
    Menschen, die ihren individuellen Weg gehen, brauchen halt manchmal mehr Power – eben weil sie klarer aus der Masse hervorstechen und somit sichtbarer sind!

    Alles LIebe
    Claudia

  8. 3. Juli 2019 / 12:39

    das leben, so sagt man, ist eine achterbahn. nach einem langen aufstieg, den gipfel gerade erreicht, die aussicht genossen und ganz plötzlich ein gefühlter freier fall. ganz unten und dazwischen das gefühl, es soll endlich aufhören. auf und ab.
    manchmal ist man am boden zerstört ohne zu wissen warum. es gibt immer verschiedene perspektiven, sowohl von innen als auch von außen. die auseinandersetzung damit kann bereichernd als auch zerschmetternd sein.
    veränderung beginnt immer nur bei sich selbst. von daher ist das „ich trenne mich von dem, was mir nicht gut tut“ auch aus verschiedenen perspektiven zu betrachten.
    für mich gilt immer die ganz persönliche frage: „was kann ICH tun?“ oder „wie kann ich mich verändern?“
    manchmal geht es ganz leicht antworten auf diese fragen zu finden, dann wieder scheinen sie nicht lösbar.
    was aber am ende des tages immer zählt, ist das, was wirklich zählt. gesundheit, familie und leben.
    höher, schneller, weiter können dann einfach mal stillstehen. der zufriedenheit raum und entfaltungsmöglichkeit zu geben, ist die größte kunst von allem. nach meiner meinung gelingt das nur, wenn man das irgendwie stehen lässt und nur auf sich schaut.
    das aber muss jeder für sich schaffen und sich schenken können.
    irgendwie.

  9. 3. Juli 2019 / 13:35

    Ein Hammer Text! Ehrlich und danke das du uns an deine Gefühlslage teilhaben lässt. Es gibt manchmal einfach diese Tage. Ich habe erst letztens bei einer anderen Bloggerin so einen ähnlichen Gedanken gelesen. Es gibt wirklich so viele Tage wo man sich fragt, was stimmt nicht mit einem? Und ihre Antwort darauf einfach und simpel: Mit einem stimmt alles. Und man braucht sich gar nicht zu ändern für irgendetwas, sondern nur für einen selbst. Ich müsste auch mal wieder Eat. Pray Love mir anschauen

  10. Carmen
    3. Juli 2019 / 15:05

    Liebe Andrea,
    danke für deine Offenheit. Über viele Jahre war ich mit 2 Jungs alleinerziehend und fühle die Schwere der Zeit noch heute auf meinen Schultern.
    Weil dir der Film mit Julia Roberts so viel bedeutet, hab ich ihn mir angeschaut. Ich kam „nicht richtig“ in den Film. Am Schönsten fand ich die Aufnahmen von Bali. Wünsche dir / euch eine wunderschöne Zeit auf Bali.
    Herzliche Grüße
    Carmen

  11. Kathrin Nebrich
    3. Juli 2019 / 15:46

    In meiner Mittagspause habe ich diesen Text gelesen und in den letzten Stunden ( neben eher monotonen Fleißarbeiten) darüber nachgedacht, weil ich mich selbst darin erkannt habe, wenn auch meine Lebenssitaution eine Andere ist.
    Keine Sorge- das schreibe ich hier jetzt nicht alles hin. 🙂
    Ich möchte Dir nur sagen, dass die Gedanken über Deinen Text und meine aktuelle Situation, dass nun alle Kinder erwachsen sind (Samstag war Abiball), mir geholfen haben, meinen Durchhänger zu überwinden.
    Ich habe dabei wiederentdeckt: Ich bin genug, so wie ich bin. Ich muss nicht jeden Tag Besonderes tun, kann loslassen. Habe „Luft“ für eigene Interessen aber auch für „Durchhängen“. Es sind gerade alle in der Familie gesund und haben ihr Leben im Griff. Das ist WUNDERBAR! Und wird leider nicht immer so sein. Deshalb geniese ich diese sorgenfreie Zeit und lade die Akkus auf für die Dinge, die noch kommen.
    Danke für Deine Anregung zum Nachdenken, ohne Dich würde ich mich jetzt nicht so gefestigt fühlen.
    Wollte sagen, bei mir hast Du heute einen Fußabdruck hinterlassen!
    Wie kann ich mich revanchieren?
    Herzlichen Gruß
    Kathrin.

  12. Nicole
    3. Juli 2019 / 23:18

    Liebe Andrea,
    ich kenne dich nicht im „real life“, aber du hinterlässt an jedem Tag DEINEN besonderen Fußabdruck. Säst Samen in düse Welt, von denen du nicht immer mitbekommst, wie sie aufgehen und sich entwickeln. Du hinterlässt ihn also schon , diesen Fußabdruck. Inspirierst mit deinen Texten, deinen Bildern und erzählten Geschichten. Gibst Impulse, wie nur DU es kannst. Dafür danke ich dir! ❤️
    Und gleichzeitig verstehe ich diese Gefühle, die gerade da sind. Auch sie haben ihre Berechtigung und ihren Raum. Fühle dich umarmt! Alles Liebe für dich! Herzensgrüße Nicole (feine_deern auf Instagram)

  13. Andrea
    4. Juli 2019 / 7:30

    …muss denn immer alles einen Sinn ergeben? …sollte man sich nicht manchmal einfach treiben lassen und sehen was passiert, ganz ohne Plan und eine Weile abwarten…ohne Druck von Fußabdrücken die man hinterlässt, Nachhaltigkeit, Sinnhaftigkeit…so wie früher…einfach nur leben. Dabei finde ich es völlig egal, ob man in einer Beziehung lebt oder nicht. Man kann auch in einer riesigen Familie mit dem tollsten Mann an seiner Seite und grandiosen Freundschaften unendlich einsam sein. Erwartungsdruck kommt immer von einem selber, wir bilden uns nur immer ein, dass alle anderen uns damit „belasten“…aber das stimmt nicht. Warum hast du zum Beispiel das Gefühl, du musst einen Vater ersetzen? Luca hat einen, der sollte sich lieber Gedanken darüber machen ob er „genügt“…weißt du was, das wird er aber nicht tun…er wird zufrieden sein so wie es ist. Ich habe ganz früh meinen ersten Mann verloren, einfach so, aus und vorbei…das hat mich geprägt…und lässt mich mit einer großen Portion Demut durch das Leben gehen. Dinge nicht immer zu hinterfragen sondern versuchen „leichter“ zu leben…das ist mein Bestreben. Für mich ist jeder Tag erst mal ein guter Tag, weil ich lebe und gesund bin…hört sich fürchterlich banal an, ist aber so und der Rest findet sich dann…Schritt für Schritt…jeden Tag
    Die allerliebsten Grüße!

  14. Andrea
    4. Juli 2019 / 8:36

    Liebe Andrea,

    ich bin total berührt von Deinem Text. Die Liebe zu „eat pray love“ teile ich absolut…. wie oft ich diesen Film schon angeschaut habe, wie sehr ich mir eine solche Reise persönlich auch wünsche und wie sehr auch ich mich verloren in der Masse fühle, weil ich „allein“ bin. Ich suche niemanden, weil ich mir sicher bin, dass es niemanden gibt, der auch nur annähernd passen würde. Niemand, der „mit“ mir sein möchte, mich nimmt und lässt, „sein“ lässt.
    Ich habe eine jahrelange Aufopferungsgeschichte hinter mir, ich hab alles getan um „ihn“ glücklich zu sehen, bis ich keine Kraft mehr hatte, weil er sich, über mich definiert hat. Er hat mich klein gemacht, damit er groß ist. Selbst schuld, ich weiß…. ich hab mich zum Opfer machen lassen.
    Nun bin ich um einiges „erleuchteter“…. aber auch allein, in dem Sinne von allein, dass ich evtl. zu große Ansprüche habe, im Sinne von „MIT-mir-gehen“.
    Ich habe Zweifel daran, dass mich ein Partner wirklich ertragen kann, ich würde sicher schnell zuviel werden, ach ich weiß nicht, ich kann es schwer erklären.

    Was ich unbedingt will ist, nach Bali reisen. Unbedingt. Wie schön, dass Du Dir diesen Sommer diese Reise ermöglichst. Jeder der dort war, sagt, man kommt als anderes Wesen zurück.

    Liebe Grüße
    Andrea

  15. Susanne
    4. Juli 2019 / 8:46

    Ach Andrea, solche Phasen hatte ich auch.
    Ich bin seit 9 Jahren alleinerziehend, damals waren meine beiden Kinder in der Pubertät, danach kam eine anstrengende und intensive Zeit, um alles zu sortieren, danach wurde es etwas ruhiger und ich habe mich dann erst mal selbst sortierten müssen.
    Ich kenne das Gefühl, dass man sich selber als Single Gesprächs- und Freizeitpartner suchen muss, da kommt selten was von außen und von selbst, daran gewöhnt man sich aber, dass man was tun muss. Ich erinnere mich auch an Zeiten, als ich noch verheiratet war, wo ständig Termine und Verabredungen anstanden, die mir dann aber auch zu viel waren.
    Es gibt aber auch als Single diese langen Wochenenden, wo man NICHTS vorhat und das Wetter schön ist und es kommen einem nur Pärchen und glückliche Familien entgegen. An genau so einem Wochenende habe ich vor ein paar Jahren Eat, pray, love gelesen, und fand es großartig! Da war ich Ende 40, alles hatte sich sortiert und ich wusste nicht so recht, wo ich hinsollte.
    Danach habe ich mich entschieden, beruflich noch mal durchzustarten und habe mir einen anderen Bereich im Job gesucht. Habe einen netten Kreis mit anderen Singles gefunden, mit denen man am Wochenende mal was unternehmen kann und wieder angefangen mich richtig zufrieden zu fühlen. Inzwischen hat sich schon wieder ganz viel geändert, meine Kinder stehen auf eigenen Füßen und ich bin wieder sehr glücklich verpartnert.
    Was ich damit sagen will: lass dich auf solche Phasen ein, lauf nicht vor ihnen weg, du wirst an einen Punkt kommen, wo du weißt, wo du hinwillst.
    Ja und man darf auch mal jammern! 🙂

    LG Susanne

  16. Sandra
    4. Juli 2019 / 14:08

    Sitz hier mal wieder mit Pipi in den Augen.
    Weil ich SO GUT nachfühlen kann, wie du dich fühlst und auch weil es mich bewegt, dass du dich so fühlst,
    Ich fühle mich sehr, sehr ähnlich.
    Vor allem dein „Und trotzdem fühle ich mich, als würde ich ertrinken. Inmitten von Menschen irgendwie einsam. Ich bin eine ganz eigene Insel oder besser der Robinson Crueso auf meiner eigenen Insel. Ich bin ein Sonderstatus inmitten von Paaren und Familien. Es ist nie jemand einfach da, weil er eben da ist… ich muss dafür sorgen, das jemand da ist. Es gibt keine Selbstverständlichkeit von Menschen in meinem Leben. Ich muss mich dafür anstrengen. Täglich. Strenge ich mich nicht an, bleibe ich ein Robinson Crueso.“ ist bei mir eingeschlagen wie eine Bombe.
    So geht es mir auch. Auch wenn ich meinen Partner an meiner Seite habe. Es fehlt nicht dort, sondern an anderer Stelle. Aber es fehlt. Irgendwie.

    Danke, dass ich ein Stück von mir bei dir finden und verstehen konnte <3

    Ich hab dich gesehen und gefühlt. Und ich kenn übrigens niemanden, der so schön "jammert" wie du 😉

  17. Nicole
    5. Juli 2019 / 19:44

    Liebe Andrea,

    Ich kann das alles sehr gut nachvollziehen und verstehen oh jaaaaa.
    Was ich persönlich festgestellt habe, und das zählt jetzt nur für mich: mir tut es durchaus gut persönlich Kontakt zu haben. Ich glaube nicht, dass es mir helfen würde zu schreiben. Obwohl ich es noch nie ausprobiert habe…. Aber es tut gut. Zu lesen nicht alleine zu sein. Grüße nach Leipzig
    Nicole

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