Meine Sommersprosse… ich schenke Dir Me(h)r… und für Euch ein Freebie!

Meine Sommersprosse… ich schenke Dir Me(h)r… und für Euch ein Freebie!

15. Januar 1998. Meine Wohnung ist bis unters Dach gefüllt mit Leuten. Ich feiere meinen Geburtstag. Wir hocken auf dem Teppich, trinken Sekt und Bier. Ob es was zu essen gab? Ich weiß es nicht. Vermutlich Chips. Mit Anfang 20 war die Flüssignahrung deutlich wichtiger.

Es klingelt an der Tür. Ich gehe runter und hinter einem Blumenstrauß versteckt, steht er. Ich hatte ihn nicht erwartet, war er doch eigentlich mit Freunden und Familie in Zermatt beim Ski fahren.

Wir kennen uns seit knapp 4 Wochen. Wir sind verknallt. Ziemlich verknallt.

Er steckt mir einen Zettel zu. Kariertes Papier. Darauf steht:

 

Meine Sommersprosse… ich schenke Dir Me(h)r…

 

4 Wochen später fliegen wir nach Südafrika.

Ich habe noch all seine Briefe. Sie stecken in einem bunten Kasten voller Erinnerungen an ein Leben, was so weit weg scheint. Diese unfassbar große Liebe und dieses nicht voneinander loslassen können… über Jahre. Wochenlang nicht aus dem Bett kommen, weil man es keine Sekunde ohne den anderen aushält. 

Ob es viele Männer in meinem Leben gab? Ja schon. Und trotzdem gibt es nur von diesem einen die Liebesbriefe in dem bunten Kasten. Nur er nannte mich Sommersprosse… nur ihm fielen die Sommersprossen überhaupt auf. Nur er fällt mir ein, wenn mich jemand nach wahrer Liebe fragt.

Gibt es sie wirklich? Diese sagenumwobene große Liebe? Diese eine große Liebe? Wie bei Carrie und Mister Big?

Und wieso denke ich ausgerechnet jetzt daran? Hier auf Sylt?

Eigentlich sollte die Südafrika Reise von 1998 ursprünglich nach Sylt führen. Aber die Firma seines Vaters brauchte ihn in Port Elisabeth und so ging der erste Flug meines Lebens von Frankfurt nach Johannesburg. Südafrika war mir gänzlich unbekannt. In meiner Vorstellung würden wir irgendwo zwischen Bäumen und Sträuchern landen. Aber in Wirklichkeit haute mich die Schönheit und Vielfalt des Landes um.

Kennt Ihr diese Erinnerungen, die total präsent sind? Die man immer noch fühlen kann, obwohl es schon Ewigkeiten her ist? So geht es mir mit Südafrika. Mit Sylt. Mit New York.

 

Sylt

Sylt

 

Wie wichtig dieses verlängerte Sylt Wochenende für mich ist, merke ich gerade erst. Ich kann wieder atmen. So richtig tief durchatmen. Manchmal legen sich Dinge auf die Seele und man merkt es gar nicht. Es geht unter… irgendwo zwischen dem Leben, was täglich passiert. Und dann saß ich da und bekam keine Luft mehr. Ich versuchte immer wieder tief durchzuatmen und es ging einfach nicht. Symptome, die sich bei mir sehr eingeprägt haben. Symptome einer Depression. 

Ich fühle mich gar nicht depressiv. Ich würde sogar behaupten, ich fühle mich sehr gut. Nur gibt es da eben Dinge, die sich wie ein Grauschleier auf die Seele legen und negative Energien fernzuhalten funktioniert ja meist nur oberflächlich. Im tiefen Inneren gärt es und irgendwann sucht sich alles seinen Weg nach oben.

Reden hilft!

Ich gehe frontal auf die Dinge zu, die mir wichtig sind. Nicht, die für andere wichtig sind, sondern die für mich! wichtig sind. Gehe ich nicht darauf zu, sind sie mir nicht wichtig. Aber dann lasse ich sie auch ruhen. Mache sie nicht zum Thema. Es ist mir dann einfach nur nicht mehr… wichtig. 

Prinzipiell bin ich sehr viel versöhnlicher, als ich vielleicht wirke. Ich bin nämlich laut, schreie meine Meinung in die Welt und manchmal bin ich auch ein Sturkopf. Meine Freundin Bine sagte mal in einer, für mich, schlimmen Situation zu mir:

 

Andrea, versuch das was gut war zu umarmen. Nimm die positiven Dinge und umarme sie.

 

Ich habe das nie gemacht. Also nie wortwörtlich. Ich bin ein ätzender Realist und furchtbarer Pragmatiker. Komm mir also nicht mit so esoterischem Humbug. 3 Psychotherapeuten habe ich abgelehnt, weil sie so waren… aber ich brauche klare Ansagen und keine Weichspülerei.

In Wirklichkeit habe ich das aber getan. Diese positiven Dinge umarmt. Nicht bewusst und nicht wortwörtlich. Es war ein Prozess. 

Wisst Ihr, was passiert, wenn man das tut? Man überschreitet emotionale Grenzen. Im positiven Sinne übrigens. Denn man entfernt sich von einer möglichen Schuldfrage. Man ist in der Lage, die Dinge von oben zu betrachten und das Ganze wahrzunehmen und das bedeutet eben auch den Menschen dahinter wieder sehen zu können… nicht nur den Moment, der vielleicht für tiefe Verletzungen gesorgt hat.

 

SyltSyltSylt

 

Ich schrieb es wirklich schon mehrfach… 2018 war ein Wendepunkt. In so vielen Momenten habe ich mir selbst vertraut und habe mich nicht beirren lassen. Es gab Momente mit Unsicherheiten, nur haben sie letztendlich an meinem eingeschlagenen Weg nichts verändert. 

 

Sich gegen etwas zu entscheiden, bedeutet auch immer sich für etwas zu entscheiden. Ich hab mich für mich entschieden. 

 

Und wisst Ihr, was passiert, wenn man so ganz bei sich ist? Sich selbst vertrauen kann? Dann kommt all das zurück, was gut ist. Geduld ist eine Tugend! Manchmal ist sie sogar Stärke. Und… kommt es nicht zurück, war es nicht gut. So einfach ist das.

Im Übrigen sollte man die Zeit der Geduld nicht mit Warten vergeuden. Die Zeit der Geduld ist auch die Zeit der Energie und Konzentration für neue Aufgaben im Leben. Und eins kann ich Euch versprechen… es ist das einzige, was heilt! Den Kopf vom Tellerrand lösen, sich erheben und Schritt für Schritt weitergehen. Das, was ursprünglich mal ein Problem war, verschwindet langsam hinter dem Horizont. Dann ist man auch in der Lage Situationen und Menschen zu umarmen, weil man dafür gesorgt hat, dass es einem selbst wieder gut geht. Tut man das nicht, bleibt man stecken…in Verbitterung, Boshaftigkeit und der persönlichen Entwicklung.

 

Sylt

 

Als ich vorgestern aufwachte und mit meinem Kaffee am Fenster saß, auf die Dünen und das Meer blickte… löste sich alles. Ich weinte. Nicht, weil ich traurig war. ich weinte, weil ich so tief empfand. Weil mich diese Momente so glücklich machen. Weil ich mir Schritt für Schritt mein Leben gestalte. Weil ich arbeite und reise und das miteinander verbinden kann und trotzdem ein Zuhause habe, was mir alles bedeutet. Weil Menschen, die mir wichtig sind… bleiben und nicht mehr gehen. Vielleicht auch, weil ICH! etwas verändert habe… nur für mich.

Ich kann wieder atmen.

 

Danke Sylt!

 

Sylt

 

Ein Freebie zum Download für Euch!

 

Ich habe Euch ein Freebie zum Download versprochen und hier kommen gleich zwei für Euch. Fotos haben für mich eine emotionale Aussagekraft und beide Bilder bedeuten mir unendlich viel. Ich glaube, dass sie sich wirklich gut in einem Rahmen an der Wand machen würden. Viel Freude damit.

 

Zum Download für das Seegras auf Sylt geht es hier: Sylt Gras (342 Downloads)

Zum Download für das Strandbild von Sylt geht es hier: Sylt Strand (312 Downloads)

 

 

Sylt

SANSIBAR SYLT?!....10 GRÜNDE vorbeizugehen.... Urlaub auf Sylt!

 

6 Kommentare

  1. Yvonne
    10. Februar 2019 / 8:58

    Guten Morgen Andrea,
    Deine Worte tun so gut. Anfang Januar lernte ich eunsn Mann kennen, der in allem dem entspricht was ich suche, was mir gefällt… scheinbar mein Seelenverwandter. Ich konnte mein Glück nicht fassen, suchte ständig nach dem Haken. Letzte Woche, nach einem wunderschönen Abend bekam ich dann den Haken präsentiert. Er schubste mich quasi von der rosaroten Wolke über Nacht in den Keller, indem er mir sagte, dass er keine Beziehung will, das nicht kann, es ihm nicht gut geht und er lieber alleine ist.
    Ich hatte berrits gemerkt, dass er unter massiven Stimmungsschwankungen leidet (er kann seit einem Jahr nicht mehr richtig schlafen, arbeitetet in einem sehr verantwortungsvollen Job im 3-Schichtsystem) … er ist meiner Meinung nach depressiv. Vieles spricht dafür.
    Ich wollte ihn nicht loslassen, wollte ihn aufmuntern, weiterhin Kontakt, trotz dem es mir selbst so schlecht geht. Jetzt hat er komplett dicht gemacht, will gar keinen Kontakt mehr. Ich habe wirklich alles falsch gemacht in der letzten Woche.
    In 2 Wochen fahre ich auf Rügen. Auch ich kann es kaum noch erwarten wieder mal durchatmen zu können.
    Liebe Grüße
    Yvonne

  2. Schlömer
    10. Februar 2019 / 10:18

    Liebe Andrea, Danke für deinen tollen Text. Du bist eine wunderbare Frau. So jemanden wie dich, hätte ich gerne zur Freundin. Ich stecke gerade selber wieder in der Depression. Deine Worte tun gut und machen Mut. Du hast dein Leben hervorragend gestaltet, mit den 3 Jungens. Deine Texte machen süchtig und deine Storys auch. Ich warte jeden Tag darauf. Ich wünsche dir, von ganzem Herzen, einen tollen Tag auf Sylt. DU brauchst keinen Mann zum glücklich sein. Drück die Fellnasen von mir. Ich hoffe das es Luca besser geht?
    Liebe Grüsse aus dem Sauerland

    Bettina

  3. Celia
    10. Februar 2019 / 12:03

    Liebe Andrea,
    ich wünsche Dir eine gute und heilsame Zeit auf Sylt. Ich danke Dir für Deinen Bericht . Bin zur Zeit blockiert aufgrund des Todes einer großen Liebe. Deine Beschreibung fasst es gut zusammen.
    Danke! LG Celia

  4. 10. Februar 2019 / 22:47

    So emotional, man weiß ganz genau welches Gefühl du meinst, und es freut mich, dass du mit Sylt soviel positives verbinden kannst, sie dir die Kreativität schenkt, Emotionen schenkt und du dich heimisch da fühlst. Ich werfe defitiv Sylt auch mal einen Besuch abstatten.

    Gruß,
    Petra

  5. Susi
    10. Februar 2019 / 22:55

    Liebe Andrea,diese eine große Liebe….genau das habe ich mich in den letzten Monaten auch gefragt. Ich war damals 17 und ich “mußte” sie aufgeben,weil es seine Eltern so wollten.Nach über 30 Jahren dann plötzlich ein Hallo bei FB,warum,wieso, weshalb war es damals so…er hatte keine Ahnung das ich Ihn aufgeben mußte.Jeder hat den anderen nie vergessen,wir sind beide verheiratet.Wenn wir nicht gebunden wären,ja,wir würden es miteinander versuchen. Ich denke das es nicht klappen würde,wir waren jung und mußte was aufgeben,daß wir nicht selbst zuende gebracht haben.Deshalb denken wir”das war die eine Liebe”
    Ich habe den Kontakt jetzt abgebrochen,er weiß jetzt welchen Grund es damals hatte,daß war mir wichtig.Es ist aber auch ein Schutz,man denkt jetzt als Erwachsener 😊 Liebe Grüße Susi

  6. Caterina Frenzel
    12. Februar 2019 / 10:28

    Liebe Andrea,

    Vielen Dank für diesen Beitrag!!!
    Als festes Mitglied dieses Clubs kann ich nur sagen, es ist immer wieder eine Wohltat, die eigenen Gedanken, Befindlichkeit und Zustände hier formuliert zu lesen und dadurch auch ein klein wenig Seitenwind zu bekommen, um aus den eigenen Gedankenkreisen heraus zu finden. Das geht mir eigentlich nach jedem Deiner Beiträge zu diesem Thema so. Diesmal trifft es den Nagel so punktgenau auf den Kopf, dass ich doch endlich mal ein kurzes Feedback mit einem fetten Danke geben muss. 🥂

    Liebe Grüße, Caterina

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