Wochengedanken….sie sind ein Träumer Mr. President…und die Sache mit dem Glücksbaum!

Wochengedanken….sie sind ein Träumer Mr. President…und die Sache mit dem Glücksbaum!

 

Sie sind ein Träumer….Mr. President….

Vielleicht bin ich gerade deswegen so ein Fan von Designated Survivor. 7 Staffeln Good Wife haben ihr Ende gefunden und die Serie mit Kiefer Sutherland habe ich “einfach mal angeklickt” und war sofort bei der Sache.

Jemand, der keine Ahnung hat, wird Präsident der Vereinigten Staaten. Er handelt menschlich, empathisch und lässt sich, trotz jeder Menge Gegenwind, nicht vom Stuhl jagen. 

Die Serie offenbart etwas, was wir alle schon wissen. Wir reden zu viel. Wir handeln zu wenig. Wir verlieren oftmals den Blick fürs Wesentliche mitten im Sumpf von zu viel persönlichen Eitelkeiten. 

Ich mag Träumer….ich mag Idealisten. Ich mag Menschen denen Statistiken egal sind. Menschen, die sich auf Gefühl, Intuition und Bauch verlassen können. Die auch ohne Zahlen einen Weg für das Miteinander finden.

Ja….all das hat sicher seine Daseinsberechtigung…ist aber nichts wert, wenn wir vergessen was Empathie wirklich bedeutet, also so richtig wirklich bedeutet.

Vor ein paar Wochen erreichte mich die Nachricht einer Freundin. Sie weinte. Sie war eingeladen auf einer Feier und war zwischen all den “fröhlichen Familien” die einzige alleinerziehende Singlemama und fühlte sich fehl am Platz. Sie ist eine gestandene Frau, die super zurechtkommt in ihrem Leben. Diese Reaktion darauf hat sie selbst überrascht, weil eigentlich alles ok ist und wir alle wissen das hinter all diesen vielen “fröhlichen Familien” auch oft nur Fassade steckt, aber es war eben eine emotionale Situation. 

Bisher bin ich von diesem Gefühl verschont geblieben. Aber vielleicht bin ich auch unbewusst solchen Feierlichkeiten bisher aus dem Weg gegangen. Auf der Geburtstagsfeier einer Freundin gestern konnte ich dieses Gefühl allerdings gut nachvollziehen. Von knapp 60 Gästen war ich die einzige Singlefrau und gleichzeitig alleinerziehende Mama. Wenn sich ein Großteil der Leute untereinander nicht kennt…hält sich erstmal jeder an seinem Partner fest. Die Möglichkeit hatte ich nicht und kurzfristig überkam mich der Impuls zu gehen.

Und dann gab es da diesen einen Moment….der Gastgeber des Abends stand hinter mir, brachte mir ein Glas Wein, wir gingen auf die Terrasse, unterhielten uns und ich konnte das Ruder für mich umreißen. Das merkwürdige Gefühl verging und ich konnte den Abend mit Spaß genießen.

Ich weiß nicht, ob er meine Not wahrgenommen hat oder ob er vielleicht grundsätzlich ein aufmerksamer Gastgeber ist, aber das ist es, was Empathie für mich persönlich bedeutet. Mehr wahrzunehmen, als wirklich offensichtlich ist. Ich fühle mich sehr aufgehoben in meinem Freundeskreis und das ist ein bunter Mix aus Singlefrauen, Familien, Paare ohne Kinder….diesen Zustand empfinde ich als großes Geschenk. Wir haben uns alle nicht gesucht und trotzdem irgendwie gefunden….

Im Übrigen habe ich mittlerweile herausgefunden, wie ich meinen Einrichtungsstil in meiner Altbauwohnung beschreiben würde…ich würde den Stil tatsächlich ein Stück weit als “amerikanisch” beschreiben. Immer, wenn ich amerikanische Serien gucke, sehe ich extrem viele Parallelen…das fängt bei Farben an und hört bei einer leicht, opulent und gemütlichen Einrichtung wieder auf. Bei Designated Survivor ist mir das ganz extrem aufgefallen……und irgendwie finde ich das richtig gut. Es entspricht mir einfach total…warum auch immer das so ist…

Es ist schön und merkwürdig zugleich…immer noch…..als hätte es die letzten 3 Jahre nicht gegeben. Die Höhen und Tiefen der Trennung. Es ist kein Thema mehr, was es zu bewältigen gilt. Denn es ist bewältigt. Es wäre nur noch ein Thema in meinen Wochengedanken um Mut zu machen….Mut um Schritte zu gehen…egal in welche Richtung…Hauptsache man geht überhaupt in eine.

Diese Woche ist mir erstmal überhaupt bewusst geworden, wie unterschiedlich der Umgang mit solchen Situationen ist. Ich kenne 3 Frauen aus meinem näheren Umfeld, alle sind über 40 und alle sind vollkommen unterschiedlich mit ihren jeweiligen Trennungssituationen umgegangen. Bei allen hat es aber exakt die Zeit gedauert, die sich meiner ähnelt und alle haben eine Art Transformation durchgemacht. 

Vier Frauen – 4 unterschiedliche Herangehensweisen….aber das Ergebnis ist bei allen gleich. Es gibt also keinen richtigen und keinen falschen Weg. Es gibt einfach nur einen Weg und den muss man nur gehen….man darf ihn gehen!

Da ist im Moment eine ganz große Ruhe in mir. Es fühlt sich nicht an, wie die Ruhe vorm Sturm…sondern als wäre ich völlig bei mir. 

Die großen Dramen sind also endlich vorbei. Alles fühlt sich ziemlich normal an und normal ist ein richtig gutes Ding.  Wer hätte das gedacht….

Für eine Partnerschaft fühle ich mich dennoch nicht bereit. Ich habe mich auch gefragt warum das so ist. Die Wunden sind verheilt. Ich trage meinem Mann nichts nach. Die Emotionen sind einfach raus und eigentlich könnte ich mich auf neue Abenteuer konzentrieren. Aber mein Blick auf Partnerschaften hat sich komplett verändert und damit einher geht völlige Kompromisslosigkeit. Ich sehe viele Paare, die aus den falschen Gründen aneinander festhalten und ihre Energie auf etwas verwenden, was sich in den seltensten Fällen ändern lässt. Es braucht sehr viel Selbsterkenntnis um eine Partnerschaft auf Augenhöhe führen zu können….das gilt sowohl für die Frau, als auch für den Mann.

 

Hingabe,

Leidenschaft,

Wahrnehmung,

Wertschätzung,

Liebe….

das sind für mich die Grundpfeiler einer Beziehung.

 

Nicht wegen der Kinder….nicht wegen des Geldes….nicht um des lieben Friedens Willen. Ich kenne nur (sehr) wenige Paare, die zusammen eine Synergie abgeben und sich gegenseitig besser machen. Ich kenne aber viele Paare, die sich gegenseitig ausbremsen….die sich gar nicht mehr sehen….nicht mehr wahrnehmen oder hören. Ich glaube nur die Wenigsten schaffen es miteinander – erfolgreich – daran zu arbeiten…man steckt zu sehr mittendrin, ist zu nah dran….zu viel Alltag ist im Weg.

Ich kann übrigens nachvollziehen, dass sich viele erfolgreiche Frauen den Service eines Callboys gönnen….auch wenn ich an dieser Stelle keine Gerüchte um meine Person aufkommen lassen will. Ich habe lediglich vor kurzem einen interessanten Bericht dazu gelesen. Die Emanzipation ist in den Köpfen der Frauen angekommen….in denen vieler Männer hingegen immer noch nicht. Aber auch hier müssen wir uns fröhlich selber an die Nase packen. Wir haben uns selbst an vielen Stellen zu einer “One Woman Show” gemacht. Ob das gut oder schlecht ist….darf gern kontrovers diskutiert werden.

Emanzipation bedeutet für mich persönlich aber nicht, dass ich keine Reibung möchte. Ein Partner, der mir jeden Wunsch von den Augen ablesen würde, würde bei mir sang und klanglos untergehen. Ich würde mich zu Tode langweilen. Bisher konnte ich aber immer nur die krassen Gegensätze finden….entweder die Langweiler oder die, die unter Reibung verstehen, einfach gegen alles zu sein, was mich in meiner Persönlichkeit ausmacht. Ich hingegen mag kluge Diskussionen, kluge Ansichten, Humor vollgepackt mit Ironie….ich bin bereit einzulenken, umzudenken…..jedoch muss es für mich Sinn machen, ansonsten bleibe ich ein harter Gegner.

Heute bin ich im Clara Zetkin Park zum ersten Mal am Glücksbaum stehengeblieben. Dort kann man sich etwas wünschen und in Form eines Zettels an den Baum hängen. Dieser Baum hängt wirklich voller Zettel. Ein paar davon habe ich gelesen und auf fast allen, stehen Dinge, wie diese hier:

 

  • viel Lachen
  • Glückstränen
  • bleibende Erinnerungen
  • magische Momente
  • Liebe

 

Mein erster Gedanke dazu….unsere Welt ist doch nicht verloren. Wie schön ist das bitte? 

Es gab viele solcher Momente in dieser Woche. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wieviele Nachrichten mich zu meinem Abendessen erreichten….Nudeln mit Ketchup und Reibekäse. Es sind die kleinen Dinge, die wirklich glücklich machen. Uns verbindet viel mehr, als wir es manchmal für möglich halten und hin und wieder reichen dafür ein paar simple Nudeln mit Ketchup.

Oder dann die Sache mit dem Kuhbild. Ich hätte nie, nie, nie mit so viel Feedback dazu gerechnet. Mittlerweile wurden die Bilder schon über 400 mal downgeloadet. Das finde ich den absoluten Wahnsinn….ich konnte Euch offensichtlich wirklich eine Freude damit machen und das macht mich unfassbar glücklich. Eine Followerin schrieb mir, wie sehr sich darüber freut…..ihr Sohn sei schwerbehindert und würde Kühe über alles lieben. Das war ein Moment, in dem die Tränen bei mir kullerten….mich hat das tief berührt.

Im Übrigen habe ich gestern Abend….seit Ewigkeiten….mal wieder getanzt. Ich liebe Musik. Ich liebe es zu tanzen. Und man mag es kaum glauben, aber der DJ hat einige meiner Wünsche erhört und deswegen habe ich diesmal sogar meinen Song der Woche für Euch….

 

Promises von Sam Smith und Calvin Harris…..

 

Damit lässt es sich so richtig gut gelaunt in die neue Woche starten.

Ich hätte übrigens nie damit gerechnet heute noch meine Wochengedanken hier niederzuschreiben. Ich hab ganz schön in den Seilen gehangen nach letzter Nacht. Aber nach 3 Kopfschmerztabletten und einem richtig guten Essen vom Inder per Lieferheld…..sind meine Lebensgeister zurückgekehrt.

 

Sie sind ein Träumer….Mr. President….

 

Ich lächelte, blickte Thomas Kirkman an und dachte so…..und ja….wir bräuchten viel mehr davon.

 

Eure Andrea

 

 

 

 

 

3 Kommentare

  1. Andrea Heidrich
    27. August 2018 / 12:33

    Liebe Andrea,
    ich war auch allein erziehend, meine Töchter sind mittlerweile aus dem Haus. Unser erster Urlaub nach der Trennung war für mich ein Spießrutenlauf. Wir haben keinen Kontakt gefunden zu Familien. Ich hatte das Gefühl, die Frauen hatten alle Angst um ihre Männer. Es hat mich damals extrem traurig gemacht und meine Verunsicherung noch bestärkt. Deshalb ist Dein Bericht darüber, dass Du Dich auf dem Fest zuerst deplatziert gefühlt hast für mich sehr beruhigend, dass mit mir damals nichts falsch war.
    Ich lese sehr gerne bei Dir.
    Herzliche Grüße
    Andrea

    • 27. August 2018 / 15:51

      Liebe Andrea, ja ich glaube das nichts dagegen spricht offen damit umzugehen. Trennungen und alleinerziehend gehört zwar mittlerweile zum Alltag, aber es ist trotzdem nicht überall der Regelfall. Manchmal kann es sich anfühlen, als hätte irgendwer was amputiert….als wäre es nicht möglich ohne Partner zu existieren. So schlimm war und ist es für mich aber gar nicht. Ich fühlte mich lediglich an die Situation meiner Freundin erinnert und kann die Emotion dazu sehr nachvollziehen. Liebe Grüße, Andrea

  2. jungensmom66
    28. August 2018 / 2:39

    ich folge dir seit einiger Zeit auf Insta und lese auch ab und an deine tollen Blogartikel ich bin dann jedesmal fasziniert wie du es auf den Punkt bringst. Die Grundpfeiler einer guten Beziehung…. Wenn ich das lese krampft sich in mir etwas zusammen, weil ich merke, wie recht du hast, aber dass dies leider hier z.Zt. nicht zutrifft. Ich arbeite dran, nur leider gehoeren da zwei dazu die es so sehen und aendern moechten. Danke fuer deinen tollen Text. Ausserdem hast du nen tollen Musikgeschmack……der neue Song von Sam Smith….hach….

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