wenn die Erde sich zu langsam dreht…dann…

New York #1 - Warum ich überwältigt und zerrissen bin von dieser Stadt! Meine ersten Eindrücke...

 

laufen wir so schnell es geht
Dahin, wo die Straßen endlos sind
Und keiner unsre Namen kennt
Lassen nur ein Stück Papier zurück
Auf dem geschrieben steht: Wir sind jetzt weg
Suchen den Moment, wo alles stimmt
Wir für einen Augenblick Legenden sind

 

Nein, diese wunderbare Textzeile stammt nicht von mir. Sie stammt aus dem aktuellen Song „Legenden“ von Max Giesinger und hat in dieser Woche meiner eher missmutigen Stimmung die Hörner aufgesetzt.

Lasst uns kurz über gestern sprechen. Das WM Spiel unserer Jungs gegen Schweden.

Dieses Spiel hatte einfach alles, was zum Mensch sein dazu gehört. Es war faktisch ein Paradebeispiel. Ich z.B. bin Realist und – in der Regel – lösungsorientiert…Ich bin keineswegs ein Schwarzseher. Wenn sich mir ein Problem in den Weg stellt, dann gibt es folgende Möglichkeiten:

 

  • Ich schaffe es aus der Welt.
  • Ich laufe dran vorbei.
  • Ich geh ein Stück zurück.

 

Außerdem bin ich auch noch – zu allem Überfluss – ergebnisorientiert. Meine Küche sieht nach dem Kochen immer aus, als hätte eine Horde Schimpansen am Herd gestanden und so richtig Spaß gehabt, aber am Ende zählt doch, dass es schmeckt. Da fragt keiner mehr nach dieser Unordnung. Sie wird weggeräumt…fertig…und alle sind glücklich.

Fußballanalysen nerven mich. Ein Hoch auf Jogi Löw. Der Typ hat meine vollste Bewunderung. Ich hätte schon zigfach auf die Stirn des jeweiligen Journalisten geklopft und ihn gern mal gefragt, ob er noch alle Tassen im Schrank hat. Jogi Löw bringt mich zum Lachen, weil er sich nicht aus der Ruhe bringen lässt.

Und wisst Ihr, was ich noch so richtig gut finde? Der macht einfach sein Ding. Ganz Deutschland weiß es natürlich besser. Is klar! Wir sitzen ja auch täglich bei den Trainings, kennen die Spieler in und auswendig…warum auch sollte der Nationaltrainer besser Bescheid wissen, als der Rest der Welt?

Ich hoffe, dass er gestern im tiefsten Inneren den Mittelfinger herausgeholt hat. Was habe ich mitgelitten vorm Fernseher…

Der Punkt ist doch…und das vergessen offensichtlich viele….es ist ein Spiel. Ein Spiel, ein Spiel, ein Spiel! Da kann man sich unzählige Taktiken ausdenken, am Ende bleibt es ein Spiel und zu einem Spiel gehört wirklich immer eine große Portion Glück. Im letzten Moment würfelt man eine 6 und haut die Schwester doch noch vom Mensch ärgere dich nicht Feld.

Jedenfalls bin ich sehr froh, dass unsere Jungs gestern gewonnen haben. Nicht, weil es für mich Priorität hatte…ich habe mit Schrecken an die mögliche Berichterstattung gedacht. Das hätte zu einer Trainerdiskussion geführt und das alle viel zu viel Geld verdienen und und und…die alte Leier. 

 

Scheitern? Nicht erlaubt!

 

Das Geschrei nach mehr Realität auf Instagram & Co. wird immer größer und ja auch DAS! ist Realität. Wir scheitern. Völlig egal, wie cool wir sind oder ob das Konto kurz vorm platzen ist. Das schützt uns einfach mal vor gar nix. Ganz im Gegenteil! Der Druck wird damit sogar deutlich größer.

Die letzte Woche hatte viel Unruhe im Gepäck. Haben wir doch alle gerade erst diese DSGVO verdaut, kommt nun die sinnloseste Werbekennzeichung überhaupt und demnächst auch noch ein Uploadfilter. Auf dem Weg in den Clara Zetkin Park habe ich so vor mich hingedacht und hatte den kurzen Impuls einfach aufzugeben. Und eins kann ich Euch verraten, aktuell geben wirkliche viele meiner Kollegen auf.

 

Was ist eigentlich passiert?

 

Da haben doch tatsächlich ein paar junge Dinger und Hausfrauen vor ein paar Jahren ganz naiv und ohne Businessplan einen komplett neuen Wirtschaftszweig erschaffen. Sie schrieben im Internet über ihre Hobbys, veröffentlichten Rezepte, Reiseberichte und den eigenen Modegeschmack. Es dauerte nicht lange und da erkannte die Industrie ein Marketingpotential, was noch nicht mal diesen Frauen bewusst war. Also verschickten sie Cremes und Deos und Kochzubehör und hier und da gab es mal eine Hotelübernachtung. Es war kaum hilfreiche und vor allem verständliche Lektüre zu finden. Alles, wirklich alles, wurde sich mühselig selbst erarbeitet.

Und jetzt…kaum das dieser „Wirtschaftszweig“ auch offensichtlich existiert und die Menschen mit den Begriffen Blogger & Influencer etwas anfangen können, gibt es eine Sanktion nach der anderen. Und wie immer trifft es fast ausschließlich die am unteren Ende der Nahrungskette. 

Das Wort Freiheit bekommt in diesen Tagen eine sehr merkwürdige Definition. 

Und trotzdem…aufgeben ist keine Option. Nicht für mich jedenfalls. 

Und da wären wir auch schon wieder beim Scheitern. Was bin ich schon in meinem Leben gescheitert! Am allermeisten vor mir selbst. Und wahre Größe bedeutet doch, dass es Menschen gibt, die einem genau dann den Rücken stärken, anstatt das Messer noch tiefer in die Wunde zu bohren.  Wenn mein Sohn mit einer schlechten Note nach Hause kommt, dann geht es ihm schon beschissen genug…da braucht er nicht noch irgendeine Klugscheißer Rede. Er braucht dann ein Eis und ne Mama, die sich mit ihm über The Big Bang Theory amüsiert und DANN können wir mal drüber sprechen, was wir vielleicht ändern können.

 

Ist mein Wunsch nach mehr Menschlichkeit, Verständnis und einfacher Freude echt so naiv?

 

Das Bedürfnis danach wird jeden Tag stärker bei mir. Es gibt da dieses kleine Mädchen in mir, was einfach nur glücklich sein und sich am Leben erfreuen will. Dieses ständige Gemeckere und die permanente Unzufriedenheit und Angst, macht mich manchmal ganz krank.

Kennt Ihr diese Menschen, die ständig was zu meckern haben? Die benutzen ganz oft folgende Satzstellungen:

 

Eigentlich ist es ja ganz schön hier, aber…

 

Wer schon mal Fortbildungen in Kommunikation und Rhetorik besucht hat, der weiß…in dieser Satzstellung sind schon 2 Worte, die den Satz sterben lassen…“eigentlich“ und „aber“. Der Zuhörer ist bereits auf eine negative Aussage eingestellt. Ich versuche diese Worte in meinem Wortschatz – weitestgehend – zu vermeiden. Gelingt mir natürlich nicht immer! Nur, wenn man wirklich über den Satzbau nachdenkt, dann bekommt die Aussage eine völlig andere Wirkungskraft. Kommunikation ist nun mal ein Instrument. Ein wichtiges Instrument.

Eins hat mir diese Woche ganz klar gezeigt…meine Erde dreht sich nicht langsam. Ich liebe und brauche meine Arbeit und ich bin eng und leidenschaftlich mit ihr verwachsen und ich arbeite gern mit mir alleine. Um kreativ sein zu können, brauche ich Raum…..oder Menschen, die mindestens genauso ticken. Mir muss niemand mehr sagen, dass ich mal kürzer treten muss. Ich weiß selber sehr genau, wo meine Grenzen liegen und ich schaffe mir immer wieder kleine Inseln, die meine Energie und Arbeitswut kurz im Zaum halten um dann wieder voll durchstarten zu können. 

Selbstverständlich schreibe ich meine Sonntagskolumne wieder im Bett und ich schwöre Euch, ich grinse gerade wie ein Honigkuchenpferd. Der Juli steht vor der Tür und somit die Sommerferien und das wird unser Sommer-Reisemonat. Wir sind fast den kompletten Juli unterwegs mit nur minimalen Unterbrechungen in Leipzig. Meine Vorfreude steigert sich gerade ins Unermessliche. Ich kann es nicht abwarten ins Flugzeug zu steigen und nicht mehr nur den Flugzeugen am Himmel voller Sehnsucht nachzuschauen.

 

Mein Highlight der Woche!

 

Mein Highlight der Woche ist Carpool Karaoke mit James Corden und Paul McCartney. Mir ist die ein oder andere Träne gelaufen UND ich habe sehr gelacht. Die Beatles haben meine Kindheit begleitet…liegt natürlich an meinen Eltern und ich liebe die Musik. Ich habe das weiße Album hoch und runter gehört und kannte jeden Song auswendig. 

Nur mal vollkommen davon ab, dass die Beatles großartig sind….James Corden bei seiner Arbeit zuzusehen ist ein großer Spaß. Ist mir scheißegal, ob der Typ damit Geld verdient…der strahlt einfach so viel positive Vibes aus und macht mir so viel Freude und hat somit jeden Cent verdient. Ich finde, man guckt ihn an und schon hat man gute Laune. Toller Typ.

Ihr MÜSST also unbedingt das Video schauen und zwar unbedingt bis zum Schluss. Es ist wirklich witzig, emotional und einfach nur schön.

 

 

Ich genieße jetzt den Sonntag und werde noch einen Blogartikel über Leipzig vorbereiten, anlässlich einer großartigen Blogparade, die die liebe Anja von Schönes Leben ins Leben gerufen hat. Ich bin super gespannt auf all die Ergebnisse.

Außerdem liegt eine arbeitsintensive Woche vor mir mit richtig spannenden Kooperationen. Freu ich mich riesig drauf.

Und es ist Klassik Airleben in Leipzig. Mit einem wunderbaren Picknick zu zauberhafter Musik werden wir den Auftakt in die Ferien mit unseren Freunden feiern.

Nein…er ist nicht naiv…mein Wunsch nach mehr Menschlichkeit, Verständnis und einfacher Freude. Er ist einfach nur menschlich.

 

Da draußen ist so viel
Was wir noch nicht kennen
So viel, was wir sein können
Wir müssen nur beginnen….

(Max Giesinger Legenden)

 

Ich wünsche Euch einen fabelhaften Sonntag.

 

Eure Andrea

 

10 Kommentare

  1. Gabriele Steuernagel
    24. Juni 2018 / 9:05

    Wahre Worte , ich wünsche dir von Herzen einen fabelhaften Sonntag
    Kühle Grüße aus Hessen Gabi ❤️

  2. Micha
    24. Juni 2018 / 9:44

    Liebste Andrea! Ich kann dir mit ALLEM nur 100 %-ig beipflichten!! Auch ich kenne viele kleine Unternehmer, die alleine wegen der DSGVO „hinschmeißen“ wollten (ich auf der Arbeit übrigens am liebsten auch) und das finde ich sooo schlimm! Schlimm finde ich übrigens auch diverse Kommentare zu einem gewissen Getränke-Rezept… Mir ist sch..egal wie es heißt oder richtig bzw. falsch gemacht wird, Hauptsache es schmeckt! Mensch, die Leute sollen froh sein, dass sie keine anderen Probleme haben! Übrigens, der Nachbarsjunge hat gestern WIRKLICH FIFA 2018 gezockt!! 😯War das jetzt übrigens auch Webung? Keine Ahnung, bin ja privat hier! 😉 Ach ja, ich liebe James Corden! Vor allem auch die Sendungen mit Usher und Will Smith!! Und wie gut James singen und bei jedem mitsingen kann!! Schönen Sonntag an euch 4!! 😘😘😘

    • 25. Juni 2018 / 19:29

      Liebe Micha, vielen lieben Dank für Deinen Kommentar. Die Sendungen mit Usher und Will Smith muss ich noch schauen. Manchmal zieht das komplett an mir vorbei. Und ja der Cold Brew Gate…den kläre ich ja demnächst noch auf….am Ende gewinnt ja doch immer der Humor und das ist auch gut so. LG Andrea

  3. 24. Juni 2018 / 11:44

    ach andrea, ich glaube, es ist eindeutig mal wieder zeit für einen kaffee oder tee oder wein oder sonstwas … ich drück dich! liebe grüße, uta

    • 25. Juni 2018 / 17:41

      Liebe Uta, ja das wird es wirklich. Ich hoffe sehr, dass wir es nach den Sommerferien schaffen. Die Drohne muss doch noch über Sylt fliegen. Liebe Grüße, Andrea

  4. Barbara
    25. Juni 2018 / 20:00

    Liebe Andrea,
    jeder Satz ein Volltreffer- in mein Herz, meine Gedanken und Gefühle.
    Du bist wunderbar!
    Danke …..
    LG, Barbara

    • 25. Juni 2018 / 20:31

      Liebe Barbara, danke….und danke für das „wunderbar“….Liebe Grüße, Andrea

  5. 26. Juni 2018 / 22:23

    Hallo Andrea, vielen Dank für diesen wunderbaren Beitrag. Die Carpool-Caraoke hat mir mein „einsames“ Sonntagsfrühstück versüßt. So toll … kannte ich noch gar nicht.

    Liebe Grüße
    Katrin

  6. Birgit
    27. Juni 2018 / 10:56

    Mir ist das Carpool Karaoke in den letzten Tagen schon ein paar Mal im Netz begegnet, hatte aber nie Zeit, es anzusehen, weil das Video doch recht lang ist. Gerade hat’s aber gepasst und es ist wirklich wunderbar!
    Paul McCartney ist inzwischen 76 und ewig jung, finde ich 🙂

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