#Glücklichmacher #25 – der Schein trügt!

Zwischen den Stühlen der Emotionen...


Es war kein guter Donnerstag. Irgendwas lag in der Luft. Ich wachte auch und eine dicke, schwarze Wolke hing über mir. Eine Depression rollte heran. Ich wollte am liebsten weinen und mich im Bett vergraben. Ich fühlte mich müde, überflüssig und eben einfach nicht gut… ohne es konkret begründen zu können.

Ich stand, wie immer, trotzdem auf.

Die Hunde bekamen ihr Futter. Ich ging ins Bad, schüttelte das Bett auf und freute mich auf den kurzen Spaziergang mit den Fellnasen.

Kurz vor der Haustür fing Hugo an zu quietschen und konnte sich gar nicht mehr beruhigen. Er hielt den Kopf schief und klammerte sich an mir fest. Luca brachte mir den Autoschlüssel und mit Hund auf dem Arm, zutiefst besorgt, machte ich mich auf dem Weg zum Parkplatz.

Hinter mir lief eine Nachbarin und sprach mich an.

„Diese Leute“ wohnen noch nicht allzu lange bei uns im Haus. Sie sind sehr still und mit dem Gesicht meist dem Boden zugewandt. Auf jeden freundlichen Gruß erhält man nur ein Murmeln zurück, ohne eine Spur von Lächeln im Gesicht. Kurzum… sie waren uns äußerst unsympathisch.

Jedenfalls sprach mich genau diese Nachbarin an und fragte kurz was los sei mit „dem Hund“. Ich erzählte es kurz und sie erzählte daraufhin, dass sie ihren Hund vor ein paar Minuten abgegeben hätte. Ich fragte sie natürlich nach dem Grund für ihre Entscheidung und bekam folgende Antwort:


Ja, wissen sie… ich schaffe das einfach nicht mehr. Ich arbeite in Schichten und auch meine beiden Kinder arbeiten in Schichten… und… mein Mann liegt doch im Sterben.


Ich stand da und war fassungslos.

Über mich.

Ich habe so viel gelesen und so viel an mir gearbeitet und anstatt mir Gedanken darüber zu machen, dass hinter dieser Tür, mit den nicht lächelnden Gesichtern, vielleicht eine Geschichte liegt. Ich hasse es, wenn mir das passiert… dabei weiß ich es doch eigentlich besser.

Und trotzdem ist es ein Glücklichmacher und gleichzeitig ein Weckruf Herz, Ohren und Augen immer offenzuhalten. Weiter freundlich zu grüßen, auch wenn nichts zurückkommt. Ich fand die Familie zwar (bisher) unsympathisch, behielt aber meine offene, zugewandte Art bei und das führte dann offensichtlich zu diesem überraschenden Gespräch auf dem Parkplatz.

Im Übrigen geht es Hugo wieder gut. Er hatte eine Granne im Ohr, die unter Vollnarkose entfernt wurde. Jetzt bin ich schon 20 Jahre Hundehalterin, aber man lernt immer wieder dazu.

Ich wünsche Euch den schönsten Montag und bleibt Euren Mitmenschen gegenüber zugewandt… wir alle tragen diese „Geschichten“ mit uns herum.


Eure Andrea


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