KOFFERGESCHICHTEN #15 – BERLIN MITTE GEHÖRT AB SOFORT MEIN HERZ!

KOFFERGESCHICHTEN #15 - BERLIN MITTE GEHÖRT AB SOFORT MEIN HERZ!


New York war mein großer Traum. Mit 40 erfüllte ich ihn mir. Und ich war froh, als ich nach 5 Tagen wieder ins Flugzeug steigen und im „beschaulichen“ Leipzig landen konnte.

So ähnlich geht es mir immer wieder mal mit Berlin.

Vorab sei zu sagen, dass ich Leipzig als Ausgangspunkt für Reisen perfekt finde. Berlin ist nur einen Katzensprung entfernt und auch Städte, wie München und Hamburg erreiche ich mit einer ICE Direktverbindung innerhalb von 3 Stunden.


KOFFERGESCHICHTEN #15 - BERLIN MITTE GEHÖRT AB SOFORT MEIN HERZ!


Jedenfalls sind wir häufig in Berlin. Wir leben zwar in einer Großstadt, aber Berlin ist eben nochmal anders und nochmal größer und zwar deutlich größer. Im seltensten Fall übernachten wir in der Hauptstadt, weil der Anfahrtsweg eben so überschaubar ist.

Aktuell wieder reisen zu können, erfüllt mich mit großer Demut. Ich könnte schon losheulen, wenn ich in einem Café sitze oder in einem Restaurant eine Pizza in mich hineinschaufeln darf. Kaffee aus Porzellantassen und Aperol aus Gläsern. Was für ein Highlight.

Ich glaube, ich wertschätze die Möglichkeiten gerade völlig anders. Ich bin erfüllt mit großer Dankbarkeit und inhaliere einfach alles und das wird auch noch lange Zeit so bleiben. Oder anders formuliert… ich hoffe, es bleibt für immer so.


KOFFERGESCHICHTEN #15 - BERLIN MITTE GEHÖRT AB SOFORT MEIN HERZ!
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Warum ich mein Herz an Berlin Mitte verloren habe?


Uns erreichte, vor ein paar Wochen, eine Einladung nach Berlin. Aus beruflichen Gründen. Wir durften sogar die Kinder mitnehmen.

Normalerweise übernehme ich gern und voller Freude das „Buchungszepter“. Ich möchte wissen, wo ich lande und in welchem Hotel ich schlafe. Ich liebe es zu recherchieren und auszuwählen.

Aber hier wurde das Hotel für uns gebucht und wenn man eingeladen ist, hinterfragt man ja die Auswahl nicht wirklich.

Berlin Mitte sollte der Ort des Geschehens sein. Ich habe schon unzählige Male in Berlin übernachtet, aber noch nie in Mitte. Aus unerklärlichen Gründen habe ich immer gedacht, Berlin Mitte wäre… ach eigentlich weiß ich gar nicht so richtig, was ich wirklich gedacht habe. Jedenfalls hab ich diesen Teil der Stadt immer ausgelassen.

Wir fuhren mit dem Auto nach Berlin (wer in Berlin Auto fahren meistert, ist für den Verkehr der Welt gewappnet) und das Navi hatte sich offensichtlich für die touristische Panoramaroute Richtung Hotel entschieden.

Eine kleine Unachtsamkeit an einem der „10spurigen“ Kreisverkehre, führte uns letztendlich an sämtlichen, touristischen Highlights vorbei. Alles passiert eben aus einem Grund.


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Ca. 300 Meter vor unserem Hotel fuhren wir durch ein kleine Seitenstraße und die war gesäumt mit kleinen Cafés, Restaurants und Geschäften und mein Herz schlug höher. Vermutlich habe ich ungefähr 100 mal „guck mal, wie schön“ gesagt.

Im Amano Hotel in der Auguststraße waren wir untergebracht. In einem Appartement mit 2 Schlafzimmern. Schon als ich den Flur betrat, wollte ich mindestens 2 Wochen bleiben, mich mit meiner Arbeit hier niederlassen. Fotografieren und Texte schreiben. Wir teilten uns zu Fünft diese Wohnung und es fühlte sich an, wie eine kleine Social Media WG.

Ihr wisst, die Koffergeschichten im dreiraumhaus sind keine Aufzählungen von touristischen Hotspots oder eine Ansammlung von Empfehlungen. Hier geht es vielmehr um den Kern des Reisens. Die Emotion, die man mit einem Ort verbindet.

Wir gehören zur Kategorie „treiben lassen“. Loslaufen und mal gucken, was passiert. Nur so lernt man Orte kennen, nimmt die besondere Energie wirklich auf und kehrt beseelt nach Hause zurück.

Am Abend haben wir also genau das gemacht. Wir sind losgelaufen. Waren mit den Teenagern in einem fancy Sneakerladen, haben in einem Vintagestore gestöbert und haben hier und da und dort was gegessen oder getrunken. Berlin Mitte ist voll mit einladenden Locations. Kehrt also einfach irgendwo ein.

Direkt am Hotel ist ein Späti. Berlin hat einfach die geilste Spätikultur. Wir sind ganz große Fans. Wir kauften also noch Bier und Chips, schauten vom Fenster aus in die Wohnungen auf der anderen Straßenseite und schliefen mit dem Sound Berlins in den Ohren glücklich ein.


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Die Teenager schliefen lange und ich öffnete in der Altbauküche die Fenster, machte Kaffee und arbeitete ein paar Mails und sonstige Dinge ab. Ich genoss es sehr, mir die Wohnung zu teilen und das trotzdem jeder von uns seinem eigenen Rhythmus nachgehen konnte.

Ich duschte, zog mich an, ging mit den Hunden eine Runde und machte mich dann auf, um den 2. Kaffee irgendwo auf der Straße zu trinken. Bei Five Elephant wurde ich fündig, packte noch ein Croissant ein, fand in einer Seitenstraße eine Bank und war der glücklichste Mensch auf der ganzen Welt.

Berlin Mitte wachte langsam und tatsächlich sehr gemütlich auf und ich war mittendrin. Zum Glück bin ich nicht geplatzt… vor lauter Glückseligkeit… aber es war kurz davor.


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Eigentlich war uns gar nicht mehr so richtig nach stundenlangem Meeting, wir wollten in Berlin eintauchen. Aber natürlich kamen wir auch den beruflichen „Verpflichtungen“ nach und das war verdammt gut so. Am Ende dauerte das Gespräch einige Stunden mehr, als geplant und anstatt Richtung Charlottenburg zu fahren, blieben wir am Abend einfach in Mitte und stöberten erneut durch die vielen Seitenstraßen.

Irgendwann landeten wir an einer Ecke, dort war ein kleines Restaurant und wir hatten Lust auf Aperol. Eigentlich wollten wir gar nichts essen, aber auf der Karte lachte uns Trüffelpasta entgegen. Wir teilten uns also Trüffelpasta und Burrata, tranken Aperol und sahen erst später, dass dieses Restaurant „Mädchenitaliener“ hieß. Wie passend.


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Die Kids waren übrigens den ganzen Tag alleine in Berlin unterwegs und waren mindestens genauso verknallt, wie wir.

Den Abend ließen wir gemütlich ausklingen. Es lief irgendein Deutschlandspiel bei der Europameisterschaft und am nächsten Morgen ging es wieder Richtung Heimat.

In meinen Augen gibt es nichts, was Herz und Augen so sehr öffnet, als sich auf neue Umgebungen einzulassen. Das eigene Zuhause, also die Komfortzone zu verlassen und sich in kleine Abenteuer an fremden oder auch bekannteren Orten zu stürzen.

Bei unseren letzten Berlin Besuchen, war ich immer wieder froh, wenn ich zurück nach Leipzig fahren konnte. Diesmal wäre ich gern geblieben. Für länger.


Eure Andrea

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