Mein Fototipp: Focus Stacking und Focus Bracketing für perfekte, scharfe Bilder

Drohnenfotografie für Einsteiger - welche Drohne macht Sinn? #drohneneinsteiger #1

Wie ihr ja wisst, habe ich eine besondere Leidenschaft für Drohnenfotografie und vor kurzem meine Lizenz dafür erworben. Doch nicht nur Bilder aus der Ferne und Vogelperspektive faszinieren mich, sondern auch Nahaufnahmen bzw. Makroaufnahmen. Auch das kann man anhand meiner letzten Studio-Aufnahmen mit verfolgen. Für Nah- bis Makroaufnahmen gibt es hier ein paar Tipps für alle, die schon gern etwas professioneller ans Fotografieren mit einer Kamera rangehen möchten.

Besonders bei Nah- und Makroaufnahmen in der Natur oder bei der noch anspruchsvolleren Food-Fotografie ist der Wunsch nach detailreichen Aufnahmen und das gestochen scharf Bild besonders groß. Das mal locker aus der Hand zu machen, ist ab einer bestimmten Nähe kaum noch möglich. Oder man hat jede Menge Ausschuss, den man mühselig aussortieren muss. Um das weitestgehend zu vermeiden, empfehle ich euch das sogenannte Focus Stacking. 

Vereinfacht gesagt steht dahinter eine Fototechnik, die es auch im Nachhinein erlaubt, alle wichtigen Details in einem Foto scharf darzustellen. Vor allem in der Makrofotografie, also Nahaufnahmen bei denen die Motive groß und detailreich mit einem Abbildungsmaßstab 1:1 abgebildet werden, kommt diese Technik zum Einsatz. Dort ist es nämlich nicht immer einfach, alle wichtigen Details gleichzeitig gestochen scharf zu bekommen. Die Lösung hierfür nennt sich „Focus Stacking“ und „Focus Bracketing“. An dieser Stelle zeige ich euch, wie ihr eure Motive, beispielsweise Pflanzen zu Hause oder im Garten, mit dieser Technik besonders gut in Szene setzt.


Mein Fototipp: Focus Stacking und Focus Bracketing für perfekte, scharfe Bilder


Focus Stacking im Detail


Focus Stacking löst ein generelles Problem, das vor allem in der Makrofotografie auftritt. Wenn ihr kleine Dinge fotografieren wollt, z. B. eine Biene auf einer Blume, sind gewisse Bereiche immer unscharf. Der Grund hierfür ist die geringe Schärfentiefe. Bis zu einem gewissen Grad lassen sich die Probleme noch über die Blendengröße lösen. Denn bis zu einer bestimmten Größe könnt ihr die Schärfentiefe dadurch vergrößern, allerdings nimmt dadurch immer mehr die allgemeine Schärfe ab. Die sogenannte Beugungsunschärfe entsteht.

Längere Verschlusszeiten sind ebenfalls keine Option, da hierdurch eine Bewegungsunschärfe entstehen könnte. Die Lösung sind Focus Stacking und Focus Bracketing. Dabei fotografiert ihr für das Focus Bracketing ein Motiv einfach mehrmals hintereinander, jeweils mit einem anderen Fokuspunkt. Danach werden die Bilder beim Focus Stacking mit Hilfe einer speziellen Software gestapelt. Am Ende entsteht dadurch ein Foto, bei dem alle wichtigen Bereiche scharf sind. Das klingt sehr kompliziert? Wäre es, wenn es dazu keine technische Hilfe gäbe.

Manche Kameras, wie beispielsweise verschiedene Modelle von FUJIFILM, bieten eine integrierte Focus Bracketing-Funktion an, die euch den Vorgang erleichtern. Sie fotografieren in mehreren Intervallen und passen dabei die Fokuspunkte und Einstellungen selbstständig an. 


Mein Fototipp: Focus Stacking und Focus Bracketing für perfekte, scharfe Bilder


Das Focus Stacking, also das Stapeln der aufgenommenen Bilder, findet anschließend in der Regel am PC statt. Dazu werden die einzelnen Aufnahmen in eine Bildbearbeitungssoftware geladen und zu einer Gesamtaufnahme zusammengefügt. 


Diese Ausrüstung und Hilfsmittel braucht ihr für das Focus Stacking


Der wichtigste Ausrüstungsgegenstand, den ihr für das Focus Stacking benötigt, ist ein Stativ. In der Makrofotografie ist es unerlässlich. Denn hier ist die Gefahr groß, dass euer Foto einfach verwackelt, wenn ihr die Kamera frei in den Händen haltet. Vor allem bei Pflanzen, wenn ihr ihre Blüten ablichtet, ist eine ruhige Hand gefragt, weshalb ihr zusätzlich zum Stativ noch einen Fernauslöser verwenden solltet. Denn durch das Drücken des Auslösers an der Kamera kann das Foto bei einem sehr geringen Abbildungsmaßstab ebenfalls verwackeln und unscharf werden. Alternativ könnt ihr mit dem Selbstauslöser arbeiten. Es reicht bereits, wenn ihr ihn auf etwa 2 Sekunden stellt, so löst die Kamera erst dann aus, wenn ihr sie losgelassen habt und es kann nichts verwackeln.


Manuelles Focus Stacking: Die beiden Möglichkeiten


Sofern eure Kamera keine eingebaute Funktion zum Focus Bracketing  hat, habt ihr zwei Möglichkeiten, manuell eure Fotos zu stapeln. 


  • Veränderungen am Fokusring: Wenn ihr beispielsweise eine Blüte als Motiv gewählt habt, fokussiert ihr zunächst auf das Innere der Blüte. Das Äußere bleibt unscharf. Nun dreht ihr den Ring langsam und macht in kleinen, regelmäßigen Abständen Fotos, bis ihr von jedem Bereich ein scharfes Foto habt. Am Ende werden die Fotos dann mit einer Software zum Bearbeiten von Fotos zusammengefügt.
  • Bewegen der Kamera: Dabei behaltet ihr die Einstellung des Fokusrings bei und verändert die Position der Kamera vor oder zurück, um die verschiedenen Sektionen der Blüte scharf abzulichten. Damit diese Fotos nicht verwackeln, könnt ihr statt eines Stativs dabei einen Makroschlitten benutzen


Schwierigkeiten


Wenn ihr ohne Stativ oder Makroschlitten arbeitet, kann es beim Zusammenfügen der Bilder am PC zu Komplikationen kommen. Wenn ihr freihändig so kleine Motive ablichtet, kommt es ohne spezielle Ausrüstung gezwungenermaßen zu Verwacklungen. Die machen sich später in der Software als unscharfe Schleier oder Umrandungen bemerkbar. Ihr könnt das aber zumindest etwas umgehen, indem ihr einzelne Schärfestufen überlappen lasst.


Fotografie von heimischen Pflanzen


Besonders für die Fotografie im eigenen Garten ist das Focus Stacking gut geeignet. Hier könnt ihr euch die Zeit nehmen und sie in aller Ruhe ablichten. Besonders gut eignen sich Blumen mit kleinen bis mittleren Blüten oder Morgentau in einem Spinnennetz, wenn ihr die Technik ausprobieren wollt. Je größer das Motiv, desto weniger wird das Focus Stacking notwendig. 


Beachten bei der Außenfotografie


Wenn wir draußen fotografieren wollen, haben wir einen Freund und Gegner zugleich: Wind und Wetter. Es kann sein, dass Wolken und der Wind uns einen Strich durch die Rechnung machen wollen. Deshalb immer einen Blick zum Himmel und auf möglichst gleichbleibende Lichtverhältnisse achten, während ihr die Aufnahmen für das Focus Stacking anfertigt.

So, viel Spaß beim Ausprobieren. Viele Tipps und Tricks tauschen wir immer auf meinen Fotoworkshops aus. Mehr Infos dazu findet ihr hier.


Eure Andrea

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