#GLÜCKLICHMACHER #23…die leere Spülmaschine

Dekosamstag: Meine September Lieblinge für einen gemütlichen Herbst Zuhause!

Geht es euch auch so?

Die letzten Monate waren mental ein Kampf. Und langsam setzt, trotz der anhaltenden Situation, eine Art Entspannungsmodus ein. Vielleicht ist es auch einfach die Akzeptanz der Veränderung, die die Pandemie mit sich bringt.

Ich halte diesen Struggle mit sich selbst für völlig normal. Wir leben, auch mit dem Umstand der Pandemie, ein privilegiertes Leben…, wenn man sich mal mit offenen Augen nach links und rechts umschaut.

Trotz allem, egal ob privilegiert oder nicht… Veränderung braucht Zeit. Im Kopf. Im Bauch. Im Herz. Nicht alles funktioniert immer im Einklang.

Wenn es dann aber soweit ist und Kopf, Bauch, Herz schlagen in einem Takt, kann man loslassen von alten Strukturen. Das ist sehr befreiend und schafft Raum für die so notwendigen Veränderungen.

Unsere aktuelle Situation erfordert sehr viel Akzeptanz. Es sind die 1000 Schritte mehr, über die Tim Bendzko singt.

Bis März 2020 waren wir gewöhnt an… fast grenzenlose Freiheit. Wir haben mit der vollen Hand daraus geschöpft. Ich bin übrigens davon überzeugt, dass die Pandemie eine Konsequenz ist… eine Konsequenz von Übermaß und auch eine Konsequenz der Überheblichkeit von uns Menschen.

Ich vermisse ganz viel… das steht völlig außer Frage, aber der Stillstand erweitert eben auch den Blick. Und lässt man sich darauf ein, schaut genau hin, ist man bereit für Veränderung… was folgt sind Schritte, die gegangen werden müssen.

Ja, mir macht das alles ein wenig Angst. Der Zustand unseres Planeten ist, aus allen Perspektiven, besorgniserregend. Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll. Ich stelle mir fast täglich die Frage, welche Rolle ich dazu einnehmen will. Möchte ich nur „Glücklichmacher“ sein oder auch Fragen stellen und Haltung zeigen?

Meine Antwort dazu?

Ich bin beides und ich glaube, wir sind alle beides. Nur Glücklichmacher oder nur kritisch kann nicht ausgewogen sein. Beides darf und muss miteinander Hand in Hand gehen und den Pakt der Balance erfüllen. Ohne positive Energie ist Kritik niemals konstruktiv.

Nachdem ich mich vergangene Woche kritisch mit dem Thema Schule in der Pandemie auseinandergesetzt habe, folgt heute also ein Glücklichmacher…

Es ist Sonntag und ich bin um 05:30 Uhr aufgewacht. Das ist tatsächlich normal für mich. Diesen Rhythmus habe ich schlichtweg angenommen und liebe diese unberührte Zeit am Morgen, die nur mir allein gehört.

Mein erster Weg führt in die Küche zur Kaffeemaschine. Ist das nicht Luxus? Wir drücken auf einen Knopf, watscheln zurück ins Bett, kuscheln uns ein und warten mit einer Tasse Kaffee in der Hand auf den Tag.

Ich hatte gestern Abend noch die Spülmaschine angestellt und bevor ich ins Bett ging, hatte ich sie aufgemacht um das Geschirr trocknen zu lassen. Das mach ich immer so, bevor ich sie ausräume.

Ein paar Teile meiner Kaffeemaschine waren auch in der Spülmaschine. Also griff ich zuerst in die Maschine um die Teile herauszuholen (es war übrigens komplett dunkel, weil ich um die Zeit kein Licht anmache).

Jedenfalls griff ich ins Leere und musste mich gedanklich erstmal sortieren. Hatte ich die Spülmaschine doch noch ausgeräumt? Ich konnte mich, beim besten Willen, nicht daran erinnern.

Die Küche war picobello aufgeräumt. Alle Teile der Kaffeemaschine waren an ihrem Platz und auf dem Abtropfsieb stand meine Lieblingstasse. Die Heinzelmännchen waren da.

Mein Leben, als alleinerziehende Mom, besteht daraus, alles alleine zu machen. Das ist einfach so. Vom Müll, bis über die Pfandflaschen, aufräumen, putzen… es gibt keine Arbeitsteilung. Ich stelle das nicht in Frage, hadere auch nicht damit, es ist einfach eine Begleiterscheinung einer gewählten Lebensform.

Wenn ich also morgens aufstehe, die Küche glänzt, die Spülmaschine ist ausgeräumt und meine Lieblingstasse wartet auf ihren Kaffee… dann fühlt sich das an, wie Geburtstag und Weihnachten zusammen. Der Tag hat noch nicht mal richtig angefangen und ist schon perfekt.

Wie konnte das passieren?

Um ehrlich zu sein… ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass seit ein paar Monaten eine junge Frau unseren Haushalt vervollständigt. Und offensichtlich haben die beiden gestern noch in der Küche gezaubert, während ich bereits im Tiefschlaf lag.

Als mein Sohn noch klein war, hatte ich immer Angst davor, dass er groß wird. Ich hatte auch keine Ahnung, wie es sich anfühlen wird, wenn eine Freundin in sein Leben tritt. Dabei hatte ich nicht bedacht, dass wir Eltern mit diesem Prozess mitwachsen können, wenn wir es zulassen.

Für mich, als alleinerziehende Mama, war es manchmal eine Herausforderung die richtige Balance zu finden, zwischen zu viel Nähe und möglicher Distanz in einer sehr besonderen Situation. Der Takt zwischen Müttern und Kindern ist einfach anders, wenn ein Elternteil fehlt. Er ist keineswegs besser oder schlechter, er ist anders. Die Grenzen zwischen Eltern sein und Kind verschwimmen mehr, weil die Kinder anders gefordert sind.

Schaue ich mich, in meinem Freundeskreis alleinerziehender Mütter um, dann kann ich nur sagen… ihr macht das großartig.

Und wenn man dann morgens aufsteht und die junge Liebe hat die Küche auf Hochglanz gebracht… dann darf man sich… völlig zu recht… auf die Schulter klopfen.

Habt einen schönen Sonntag.


Eure Andrea

4 Kommentare

  1. Petra
    10. Januar 2021 / 8:15

    Das ist ein wunderschöner Artikel…

  2. 10. Januar 2021 / 9:59

    Wunderbar geschrieben, und so zutreffend….

  3. 13. Januar 2021 / 17:20

    Ich weiß dieses Gefühl nur zu gut und ich freue mich so sehr für Euch! Manchmal vergesse ich selbst wie groß meine Tochter schon ist. Für mich wird sie aber immer die Kleine bleiben

  4. Heidemarie Walter
    13. Januar 2021 / 19:08

    Wunderbar.

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