Wenn ich sage „es geht mir schlecht“ ziehe ich nicht automatisch einen Vergleich…

Warum wir Frauen so viel mehr Mut brauchen... Entscheidungen, Helikoptergeld und Konsumruhe!

Könnt ihr euch noch an die Situationen erinnern, als ihr Kinder wart? Wenn man sich gestritten hat und dann ging es um Entschuldigungen? Fast immer lief das so ab:


„Ich entschuldige mich, wenn du dich auch entschuldigst“


Leistung gegen Gegenleistung.

Wir sind bis heute so.

Wir geben was. Wir erwarten was.

Es fällt schwer diese Schleife zu durchbrechen und ohne Erwartungshaltung zu geben. Und selbst, wenn wir das gut können… erwischen uns diese Gedanken doch hin und wieder von hinten, weil wir uns vielleicht doch über ein „Danke“, etwas Aufmerksamkeit oder eine Entschuldigung gefreut hätten, selbst wenn das nicht unsere Erwartungshaltung war.

In unserer aktuellen Situation, die übrigens (wer es noch nicht mitbekommen hat), die ganze Welt betrifft, stellt sich das ganz ähnlich dar, nur in etwas anderer Form.

Du erzählst jemanden „Mir geht es gerade schlecht, ich habe Angst, ich fühle mich aufgrund meiner persönlichen Rahmenbedingungen alleine„.

In der Regel passiert in der Reaktion darauf dann folgendes „Ja, mir geht es auch schlecht und im Grunde geht es mir ja noch viel schlechter als dir, weil bei mir ist die Situation folgendermaßen„….

Wir stellen uns in den Vergleich.

Und stellen wir uns nicht in einen persönlichen Vergleich mit Person X oder Y, stellen wir uns in den Vergleich mit der ganzen Welt. Denn, wenn wir eins wissen… es gibt immer jemanden, dem es noch schlechter geht, als uns gerade selbst.

Ich habe allerdings beschlossen, dass ich es mir selber gestatte, mich hin und wieder meinen Ängsten hinzugeben. Das heißt im Klartext, ich gestatte mir Momente, in denen es mir schlecht geht, in denen ich wütend bin, Ängste austrage oder traurig bin. Denn meine ganz persönliche Welt hat sich auf einen Schlag verändert und deine wahrscheinlich auch.

Und mit Änderung meine ich die nackte Existenzangst. Jeder Freelancer, jeder Selbstständige, jeder Cafébesitzer oder Restaurantbesitzer oder Anbieter von Tourismusleistungen jeglicher Art ist betroffen. Kleine Firmen, mittlere Firmen, große Firmen.

Und vermutlich verschwendet niemand den Gedanken an irgendwelche Luxusprobleme, denn eigentlich möchte jeder nur gern weitermachen, weiterarbeiten, selber für die eigene Existenz sorgen oder auch für die Existenz von möglichen Mitarbeitern.

Für Selbstständige gibt es nicht mal Kurzarbeitergeld und ein Antrag auf Grundsicherung ist unfassbar kompliziert (ich habe mich erst gestern damit beschäftigt und ja ich weiß, dass dies gelockert werden soll… Stand heute ist das aber noch nicht der Fall).

Von heute auf morgen fallen Einnahmen weg, neue Aufträge sind nicht in Sicht, Kosten laufen weiter und Reserven sind in rasender Geschwindigkeit aufgebraucht. Heißt also, wenn das Konto leer ist, ist es leer und dann kann ich – mit großem Glück – demnächst vielleicht mit Klopapier bezahlen.

Es gibt zwar das angekündigte Milliardenpaket, aber kaum jemand weiß bisher, ob er wirklich Anspruch hat oder die Bedingungen für einen Zuschusskredit erfüllt. Im Moment gibt es nur Hoffen und Bangen und weitermachen und sich gegenseitig stärken, motivieren und mögliche Reserven beisammen halten.

Ich möchte mich nicht vergleichen. Mit niemanden. Meine Situation ist meine Situation und in diesem kleinen Kosmos bewege ich mich und in diesem kleinen Kosmos ist es erlaubt auch mal zu weinen und Angst zu haben.

Ich darf das auch während ich hier bei einem Kaffee auf meiner gemütlichen Recamiere in einer warmen, schönen Altbauwohnung sitze und diesen Text schreibe. Nur, weil ich es schön habe, schützt mich das nicht vor meinen Ängsten…

Und du darfst auch… vielleicht hast du einen Garten mit blühenden Kirschbäumen und bist trotzdem hin und wieder traurig. Manchmal reichen nicht mal blühende Kirschbäume um das zu verhindern.

Es ist interessant, wieviele Menschen sich alleine dadurch angegriffen fühlen, dass man sich auch einfach mal nur mit sich selbst beschäftigt und dann auch noch öffentlich darüber spricht. Weil es einem bisher gut ging, darf es einem nun auch gewissermaßen nicht schlecht gehen (wie lang der Weg bis dorthin war und seit wann es einem gut geht spielt dabei übrigens keine Rolle). Wahrnehmung ist schon manchmal ziemlich tricky.


Du warst 6 Wochen in Südafrika… schäm dich das du jammerst.


Nein, ich schäme mich nicht, wenn ich meine eigenen Gedanken, meine Ängste, Wut, Traurigkeit, was auch immer… zu Sätzen zusammenfasse und euch daran teilhaben lasse.

Viele von euch finden sich darin selbst wieder und haben nicht die Möglichkeit sich an ein „Publikum“ zu wenden. Sie sind darauf angewiesen, dass jemand ausspricht, was ganz viele bewegt. Bei persönlichen Angriffen geht es fast immer nur darum auf den eigenen Notstand hinzuweisen. Heißt also, wir wären wieder an dem Punkt des Vergleichs.

Wo landen wir denn, wenn wir anfangen jeden nach den aktuell, persönlichen Rahmenbedingungen zu bewerten? Ist es nicht das, was wir eigentlich besser machen wollen und müssen? Wäre es nicht schöner, wenn wir einfach zuhören und Ängste nicht kleinreden oder sie im Keim ersticken, weil sich die Situation bei einem selbst viel dramatischer darstellt und das vielleicht sogar der Realität entspricht?

Im Augenblick ist es noch wichtiger, noch viel wichtiger, als vorher, sich davon freizumachen.

Es sitzt zwar jeder in seinem eigenen kleinen Boot, aber wir nutzen alle diese eine Welt, die uns zur Verfügung gestellt wurde. Unsere Wirtschaft ist darauf ausgerichtet, dass ein Rad ins nächste greift und das ist – im Augenblick – nicht mehr sichergestellt. Selbst, wenn Deutschland sich in der Krise gut hält, wissen wir aktuell nicht, was um uns drumherum passiert, aber auch das drumherum ist wichtig für das große Ganze.

Ich habe mich vergangene Woche dabei erwischt, wie ich anfing schlecht über meine eigene Branche zu denken. Ich fing im tiefsten Inneren an zu verurteilen, wenn jemand Mode oder Beautythemen zeigte. Ich fing damit an, weil es mir gerade selber null wichtig ist, aber das betrifft nur mich. Bei wieder anderen sehe ich das es hilft… also das es hilft sich an schönen Dingen zu erfreuen. Ich habe meinen Frieden damit gemacht und kann akzeptieren, dass nun mal jeder ein anderes Ventil nutzt um klarzukommen.

In mir selbst gibt es einen allgemeinen Zustand der Verunsicherung. Welches Verhalten ist noch richtig und welches falsch, aber lässt sich das in so einer Situation wirklich haargenau definieren? Ich denke nicht. Manchmal hilft einfach nur weitermachen.

Heute vor 14 Tagen beschlich mich schon ein ungutes Gefühl. Aber ich habe es ignorant beiseite gewischt. Weil ich Angst hatte vor dem Berg, der mich danach erwarten würde. Und die Angst war auch nicht ganz unberechtigt.

Heute vor 14 Tagen hätte ich allerdings niemals diese Ausmaße erwartet. Aus irgendwelchen Gründen hat man doch immer irgendwie das Gefühl „es geht an uns vorbei… wir sind doch hier in Deutschland“. Aber Corona hat uns ganz gewaltig den Mittelfinger gezeigt. Corona kostet unzählig viele Existenzen und macht „allzeit belächelte Berufe“ auf einmal systemrelevant. Im Übrigen etwas, was dringend notwendig war. Nicht zu vergessen, dass wir hier von einer Erkrankung sprechen, die Leben kosten kann und Corona uns das in Nachbarstaaten plakativ vor die Nase hält.

In einem rasanten Tempo hat sich unser aller Leben auf den Kopf gestellt und wir dürfen uns auch ein wenig Zeit nehmen um das sacken zu lassen und Umgang damit zu finden.

Noch ist nichts normal. Täglich prasseln neue Infos auf uns ein und Entwarnung ist lange nicht in Sicht. Was es so verdammt schwer macht, ist die Unberechenbarkeit unserer Zukunft.

Wir wissen nicht, wie lang es dauert und wann wir uns wieder normal bewegen dürfen. Wir wissen nicht, ob irgendwelche Pläne Sinn machen. Und das ist irgendwie ziemlich verrückt und man fühlt sich in diesem Wahnsinn hin und wieder ein bisschen hilflos. Ich steuere eigentlich mein Leben sehr gern selbst, aber im Moment ist Corona der Kapitän und gibt das Tempo vor. Ein Chef, den ich nie haben wollte…

Letztens schrieb eine Kollegin von mir auf Instagram, dass sie sich kaum traut zu erzählen, wie traurig sie über die mögliche Absage ihrer lang geplanten Hochzeit ist. Es fühlt sich so banal an, denkt man an Menschen mit „echten Problemen“… ihr wisst, was ich meine.

Aber das ist genau der Punkt, den ich versuche zu transportieren. Vor 14 Tagen hatten wir alle noch irgendwelche Pläne… kurzfristig, langfristig. Wir konnten ungefähr einschätzen, wie wir uns finanziell über Wasser halten, was wir uns leisten können und was nicht. Und natürlich darf man traurig sein über die Absage der eigenen Hochzeit. Wir alle wissen doch, was in Zeiten, wie jetzt wichtig ist und trotzdem schließt das eine das andere nicht aus.


Empathie bedeutet die Bereitschaft und Fähigkeit sich in die Einstellungen anderer Menschen einzufühlen.


Empathie ist ein wichtiges Wort in der Corona Krise. Denn das ist es, was wir unbedingt brauchen. Verständnis füreinander. Den Blick nach rechts und links wagen und trotzdem die eigene, kleine Welt auf die Spur bringen. Wir können verdammt nochmal beides.

Sabine betreibt in Leipzig auf der Könneritzstraße einen zauberhaften Laden für nachhaltige Mode und sie hat heute folgenden Satz auf Instagram geschrieben:


Existenz definiere ich anders, Existenz ist für mich Leben – kein Arbeitsplatz, oder Einkommen!


Besser hätte ich selbst nicht formulieren können. Denn exakt so geht es mir auch.

In den vergangenen Monaten haben wir viel im Freundeskreis über solche Dinge gesprochen und wie zufrieden wir mit dem IST-Zustand sind und das keiner von uns mehr braucht. Innere Zufriedenheit war bisher mein größter Motor und der definiert sich nicht über Profit… ich möchte lediglich meine monatliche Existenz abgesichert wissen und dazu zählt – vor allem – Wohnraum und Essen im Kühlschrank.

Vermutlich, aber nur vermutlich, hätte ich mich aus dieser Situation heraus um ein Volontariat in Südafrika bemüht. Aber nicht mal das ist möglich, weil eben – mittlerweile – die ganze Welt betroffen ist und das ist schon ziemlich verrückt und mental kaum greifbar. Wir können also tatsächlich erahnen, wie es den Menschen am anderen Ende der Welt geht… nämlich ganz ähnlich, wie uns, setzt man ähnliche Ausgangspositionen voraus.

Wenn ich mir, für mich selbst etwas wünschen dürfte dann… das ich mir auch weiter meine Wohnung leisten kann (und nein, nur weil ich es mir schön gemacht habe, wohne ich noch lange nicht luxuriös oder zu teuer, sondern absolut angemessen). Und wenn es irgendwie geht, würde ich gern weiter Auto fahren können, weil es ein kleines Stück Freiheit vermittelt und mich vielleicht in Zukunft zu diversen Jobs bringt.

Ich träume davon im Sommer nach Südtirol fahren zu können. Die Hunde mitzunehmen und einfach nur in der Natur wandern zu gehen. Geht es nach Luca, würde er sich am liebsten in eine Stadt mit sehr vielen Menschen stürzen, weil auch ihm diese Einsamkeit sehr zu schaffen macht. Aber das sind Träume. Nicht mehr und nicht weniger.

Für uns alle wünsche ich mir, dass wir auch über einen langen Zeitraum die so wichtige Empathie und unser Miteinander nicht vergessen. Ich wage es nicht irgendwelche Zukunftsprognosen in Richtung irgendwelcher menschlichen Veränderungen abzugeben. Das sehe ich einfach noch nicht. Stand heute stehen wir erst am Anfang und können noch nicht abschätzen, wohin uns diese Corona-Reise wirklich führt und ob wir in der Lage sind umzudenken. Es ist schlicht zu früh dafür.

Mein persönlich tiefsten Ängste definieren sich über diese stattfindende Ungewissheit. Nicht so richtig zu wissen, wann und ob es wirklich weitergeht.

Und ich ertappe mich dabei, dass die Workshop Verantwortung unendlich viel Druck aufbaut und Ängste freisetzt, die vorher nie da waren. Durch die Pandemie greifen keinerlei Versicherungen. Man bleibt also im schlimmsten Fall auf eigenen Kosten sitzen und verdient hat man auch nichts.

Das heißt also man geht in Kommunikation mit knapp 40 Teilnehmerinnen verschiedener Workshops und trifft – nachvollziehbar und absolut verständlich – auf ganz unterschiedlichen Umgang damit. Nur spreche ich eben nicht nur mit einer Frau, sondern gehe auf die Bedürfnisse von 40 Frauen ein und dieser Berg kostet gerade enorm viel Kraft. Corona ist ein Risiko, was nicht abgesichert werden kann und ich weiß nicht, ob ich nochmal den Mut finde solche Themen – langfristig und in Neuauflage – anzugehen. Aber das ist auch keine Entscheidung, die jetzt getroffen werden muss.

An dieser Stelle muss aber auch einfach erwähnt werden, dass wir durch viele unserer Teilnehmerinnen auch enormen Rückhalt erfahren. Der Workshop auf Sylt im November wird in jedem Fall sehr besonders und vermutlich auch emotional. Ich freue mich unendlich darauf diese Frauen, die mir momentan so viel Mut machen in den Arm zu nehmen und mich persönlich zu bedanken.

Mit vielen meiner Instagram Followerinnen habe ich auf Instagram übrigens eine Playlist zusammengetragen mit Motivationssongs, die durch „beschissene Tage“ helfen.

Bei Spotify findet ihr sie hier:




Apple Music reiche ich in Kürze noch nach.

Fühlt Euch umarmt und bleibt gesund.

Eure Andrea

4 Kommentare

  1. 25. März 2020 / 14:02

    Ich bin überwältigt. ..die Angst merkt man und hört man. Ich habe erst letztens mit einer Freundin telefoniert, die ihre Hochzeit auch absagen musste. In dieser Zeit lernt man besonders viel Empathie. Ich habe mit Ihr geweint. Es ist einfach dieses Ungewisse..man weißt es einfach nicht…ich wünsche Dir viel Kraft! ..ich hoffe es kommt schnell der Moment wo alles endlich berghoch geht.

  2. Sonja
    25. März 2020 / 14:53

    Liebe Alle,
    ich denke, jeder hat mehr oder weniger ein mulmiges Gefühl oder Angst. Ich versuche, das nicht so nah an mich heranzulassen. Im Moment bin ich in der komfortablen Situation, dass ich eine schöne eigene Wohnung habe, einen Arbeitsplatz zu dem ich jeden Tag hingehe. Das gibt meinem Alltag einen Rahmen aus Routine. Ich kann Kollegen von der „Basis“ unterstützen, die sich im Homeoffice befinden. Meine Kinder sind nicht mehr klein, so dass sie mit der Situation gut klar kommen. Ich bemühe mich noch mehr als sonst, Menschen freundlich und nachsichtig zu gegegnen. Ich hatte auf meinem Heimweg vorgestern so viele nette Gespräche, wie schon lange nicht mehr (mit Sicherheitsabstand). An meinem Stammbuchladen habe ich zum Mutmachen geklopft und einen „Schmack“ durch die geschlossene Glastür geführt. Morgen bekomme ich 2 Bücher geliefert, auf die ich mich freue und die das Einkommen meines Buchhändlers sichern.

    Ich kann sehr gut verstehen, wenn Menschen Existenzangst haben. Z. B. wie Du als Selbstständige. Dort gibt es kein Netz und doppelten Boden, wie als Angestellte in einer großen Firma.

    Aber liebe Andrea, Du bist so ein starker, engagierter und kreativer Mensch. Ich bin mir ganz sicher, dass Du das alles super schaffen wirst. 🙂

    Ich kann total verstehen, wie traurig man ist, wenn man den schönsten Tag im Leben verschieben muss. Schlimm sind auch Fälle, in denen man seine Angehörigen im Pflegeheim nicht besuchen darf, um sie vor Ansteckung zu schützen.

    Ich glaube aber, dass aus dieser schwierigen Zeit trotz allem auch viel Positives entstehen wird. Die Menschen besinnen sich wieder auf wesentliche Dinge. Man freut sich über jeden Kollegen, den man sieht. Man kommuniziert wertschätzender miteinander.

    Meine Eltern, die ich leider aus den o. g. Gründen nicht besuchen kann, hatten bereits 3 Hilfsangebote aus der Nachbarschaft bzgl. einkaufen und anderen Hilfestellungen.

    Ich habe mir in den letzten Jahren angewöhnt, wenn ich Angst hatte, zu überlegen, was kann mir im schlimmsten Fall passieren. Interessanterweise fühlt es sich dann garnicht so schlimm an, weil man realisiert, dass man auch die Situation bewältigen wird.

    Noch ein positiver Aspekt: Es wird eine erstaunliche Kreativität bei vielen Menschen sichtbar. Wunderschön finde ich auch das gemeinsame Musizieren in Italien und ähnliche Aktionen.

    Wir werden aus dieser schwierigen Zeit gestärkt hervorgehen, egal wie viele Federn jeder einzelne lassen muss.

    In diesem Sinne vertraut auf Euch, Eure Stärke, auf uns als Gesellschaft, auf Eure Familien und die Fähigkeit, sich neu zu erfinden.

    Bleibt alle gesund uns geht achtsam und wertschätzend miteinander um.

    Liebe Grüße
    Sonja

  3. G
    25. März 2020 / 18:23

    Gerade haben wir in unserem gemütlichen Zuhause frisch gebackene Waffeln mit Erdbeeren gegessen. Es war schön und dann dachte ich „Oh Gott, du sitzt hier und futterst dich gemütlich voll, während andere vielleicht gerade schon seit 10 Stunden Leben retten. Und Sekunden später kam mir in den Sinn, dass ich vielleicht gerade zum letzten Mal Waffeln gegessen habe, weil ich zwei Wochen schon tot bin….“
    Es gibt kein richtig und kein falsch in dieser Ausnahmesituation. Wir müssen nur uns und die anderen akzeptieren, vielleicht auch ein bisschen lieb haben, Verständnis zeigen und irgendwie zusammenhalten.
    Und tatsächlich esse ich lieber die nächsten drei Monate nur Nudeln mit Tomatensoße und Toastbrot, Hauptsache gesund. Alles Liebe ?

  4. Susanne
    26. März 2020 / 8:39

    Sehr schöner Text, Andrea. Und ja, das Gefühl, keine Kontrolle, keine Planung zu haben, weil morgen schon alles ganz anders ist, ist ein tiefgreifend verstörendes Gefühl. Natürlich wussten wir alle auch vorher, dass sich Planungen ganz plötzlich durch unvorhergesehene Umstände nicht realisieren lassen, und manche haben das durch bittere Erlebnisse auch erlebt, aber jetzt ist diese Erfahrung greifbar für alle. Und echt bitter. Mein einziger Wunsch ist, dass es die, die ich liebe, in einem Jahr noch gibt. Und alles andere ist plötzlich unwichtig geworden, merkwürdige, aber auch schöne Erfahrung. Liebe Grüße, Susanne

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