Ägypten – 5 Sterne Ekelalarm im Steigenberger El Gouna….

Ägypten – 5 Sterne Ekelalarm im Steigenberger El Gouna….

Ich finde eine heile Welt echt ok und doofe Dinge brauch ich einfach wirklich nicht. Unsere Zeit ist zu kostbar um sie mit den blöden Dingen dieser Welt zu verbringen, nur lässt sich das eben nicht immer verhindern und so sitze ich hier und lasse die Gedanken kreisen um einen Blogbeitrag, der mir ein wenig Bauchschmerzen bereitet.

Warum?

Nun ja, ich bin hin und wieder als Reisebloggerin unterwegs und welcher Auftraggeber liest schon gern Artikel mit solchen Überschriften? Da kommt schon manchmal ein wenig Angst auf, dass ich das Thema in Zukunft für mich streichen kann. Trotzdem gibt es eben Dinge, die ich nicht mal mit zusammengekniffenen Augen noch in irgendeiner Weise beschönigen kann.

Der Trip geht weiter:

3 Hotels haben wir bei unserem 1-wöchigen Ägpyten-Trip mit sonnenklar TV getestet. Der Reiseplan offenbahrte uns eine stetige Steigerung der Hotelqualität. Angefangen mit dem El Paradisio, ging es weiter mit dem Fanadir um das Ende mit dem 5 Sterne Steigenberger Golf Resort in El Gouna zu krönen.

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Nachdem das Fanadir Hotel ein unerwarteter Höhepunkt war, waren wir mega gespannt auf das Golf Resort. Auch hier haben wir uns ganz bewußt nicht von irgendwelchen Testergebnissen leiten lassen, sondern sind auf der Überraschungswelle weitergeschwommen.

Das Steigenberger Resort:

Gemeinsam mit Ayman shutteln wir zum Steigenberger. Im Hotel werden wir vom deutschen Direktor begrüßt und uns wird ausführlich die Anlage erklärt….wo finden wir was, wie funktioniert das mit dem All Inclusive….eine wirklich sehr nette Begrüßung. Eine Juniorsuite wird uns zur Verfügung gestellt…..alle Sterne stehen auf SUPERDUPERMEGATOLLERURLAUB.

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Die Junior-Suite:

Ein riesiger Raum tut sich vor uns auf und ein schöner großer Balkon mit Blick auf die Lagune gehört für 3 Tage uns. Der Wohnraum macht einen ziemlich dunklen Eindruck, was uns auch dazu veranlasst unser Zimmer schnell wieder zu verlassen um die Sonne zu suchen.

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Sicher kennt Ihr das auch….auf den ersten Blick wirkt alles ganz in Ordnung, aber wehe man riskiert einen zweiten Blick. Ich muss dazu ehrlicher Weise sagen, dass wir erst am Abreisetag ganz genau hingeschaut haben….zum Glück! Vieles war von vornherein offensichtlich und vieles wollten wir eigentlich gar nicht näher wissen.

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Die Räume sind mehr als nur in die Jahre gekommen. Nun muss ein altes Zimmer nicht zwingend eklig oder unsauber sein, nur war das hier leider das komplette Gegenteil. Die Fotos sprechen hier sicher für sich. Das Sofa haben wir übrigens nicht angerührt……und wir haben aus den bereits offensichtlichen Gründen keine Matratzen oder ähnliches auseinandergenommen…aus Furcht was wir finden könnten.

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Schlafen war eine relativ schwierige Angelegenheit. Die Klimaanlage machte keinen wirklich vernünftigen Eindruck, so alt und vergammelt sah das Teil aus und Fenster auflassen war einfach unmöglich. Wir haben jede einzelne Nacht 03:00 Uhr morgens im Bett gesessen, weil wir vor lauter Mücken nicht mehr schlafen konnten. Die Geräuschkulisse links um’s Ohr und rechts um’s Ohr war unerträglich und manchmal hab ich 3 Mücken auf einmal erschlagen. Charlotte und ich sind jeder mit sicher 40-50 Stichen wieder in Deutschland gelandet. Wir hatten also die Wahl zwischen Mücken um die Ohren, einer dröhnenden und verdreckten Klimaanlage oder schwitz dich tot im Bett. Wir haben alles mal ausprobiert…..

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Weitere Mankos waren der wirklich schlechte Empfang von Fernsehsendern. Warum eine Juniorsuite insgesamt 2 Fernseher hat, wenn das Bild permanent kriselt und man auch kaum auf europäische Sender zugreifen kann, erschließt sich mir leider nicht. Auf der einen Seite wird man in den öffentlichen Bereichen permanent mit klassischer Musik zugedröhnt und auf der anderen Seite ist das Thema TV keineswegs akzeptabel. Man muss dazu auch einfach wissen, dass es im Dezember in Ägypten bereits ab 17:00 Uhr dunkel ist und da ist es zwischendurch mal ganz nett sich auf’s Bett hauen zu können und sich mal vom Bildschirm berieseln zu lassen.

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Auch das Thema WLAN ist in der heutigen Zeit nicht mehr wirklich up to date. Sich über das Mobilnetz einzuwählen ist in Ägypten einfach zu teuer und um ins WLAN zu kommen musste man erstmal zum Haupthaus. Je nach Lage des eigenen Zimmers ist das wirklich mühselig. Wenn man bedenkt, dass der „Besitzer“ von El Gouna auch der Besitzer eines der größten Mobilfunktunternehmen ist, fragt man sich warum das in den 5 Sterne Hotels vor Ort noch nicht angekommen ist.

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Unser Eindruck der Anlage:

Auch hier auf den ersten Blick ganz schick….der zweite Blick: Die Wege abends schlecht ausgeleucht mit echten Stolperfallen und die komischen Gummimatratzen waren auch nicht zwingend unser Highlight. Ein Großteil der Polster auf den Stühlen war mindestens genauso ekelhaft fleckig, wie das Sofa in unserer Suite.

In der Anlage gibt es kleine Souvenirläden, die von Ägyptern geführt werden. Hier sollte man keinesfalls einkaufen. Man wird komplett über den Tisch gezogen! Da wir selber sehr verunsichert waren, haben wir immer Rat bei unserem Reiseführer gesucht, der uns eindringlich vor diesen Käufen gewarnt hat. Wir haben unsere Souvenirs in einem großen Laden in Hurghada gekauft und das ohne „Touristenaufschlag“ um 100 Prozent.

Die Poolanlage ist ganz nett und liegt im Zentrum des Resorts. Für Handtücher gibt es sogenannte Handtuchkarten. Wer also Frottee auf den Gummimatratzen haben will, tauscht Karte gegen Tuch. Da diese Strandtücher wirklich richtig Mini waren, liehen wir uns pro Person 2 aus. Einen Tag hatten wir die Karten ziemlich gut „versteckt“ und irgendwie waren sie erstmal nicht auffindbar. Wir haben dann Hilfe an der Rezeption gesucht, die uns dafür dann 80 Euro berechnen wollte. Der Hinweis, dass wir das Hotel testen und sicher kein Interesse an den Handtüchern haben, verpuffte völlig. Zum Glück tauchten die Karten wieder auf…..Passt also auf die Teile auf! Bei Verlust muss auf jeden Fall gezahlt werden.

Da wir Nichtraucher sind, ist uns ziemlich unangenehm aufgefallen, dass Aschenbecher nicht geleert wurden und auch morgens immer noch alles vom Abend genauso auf den Tischen im Poolbereich rumstand.

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Die Musik….ojeee das war ein echtes Thema für uns. In Ägypten erwarte ich irgendwas orientalisches was mich beim Essen begleitet oder leise vor sich hinklingt im Poolbereich. Das wir aber von morgens bis abends mit heftigster, klassicher Musik von Mozart & Co. bedudelt wurden, war irgendwann echt unerträglich. Wir haben zwischenzeitlich die Bereiche verlassen müssen, weil es richtig genervt hat. Geschmack ist bekanntlich unterschiedlich, aber ich kann einfach nicht verstehen warum man in einem ägyptischen Urlaub damit konfrontiert wird. Die Antwort liegt hier sicher in der Thematik „Golf-Hotel“ und „Steigenberger“. Wahrscheinlich verlangt das Steigenberger-Hotelpublikum danach und wir sind schlicht und ergreifend Kulturbanausen……(ich bin übrigens gern ein Kulturbanause).

Zum Thema Service bleibt uns nicht viel zu sagen, da man sich durch die Thematik All Inclusive in der Regel alles selber holt. Ich fand es schade, dass man im Poolbereich nicht bedient wurde. Das ist in anderen Hotels immer ganz nett, wenn man da liegt und bekommt Kaffee oder Cocktails an die Liege geliefert. Ich gehe hier allerdings wirklich davon aus, dass dies nicht offeriert wird, weil die Getränke eh im Paket mit drin sind und es so nicht notwendig ist, seitens des Hotels, etwas zu verkaufen. Aus meiner Sicht, würde es trotzdem zum Service eines 5 Sterne Hotels dazu gehören.

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Das Essen:

Im Grunde war das wirklich ok, nicht herausragend, aber ok. Die Abende stehen jeweils unter einem bestimmten Motto und da darf natürlich auch Deutschland nicht fehlen. Wir gehören eigentlich zur Sorte Urlauber, die auch im Ausland gut ohne deutsche Küche leben können, wir wissen aber auch dass das für viele Urlauber dazu gehört und das es ein Hotel sicher nicht immer leicht hat jeden Geschmack zu treffen.

Am Meer hatte ich mich natürlich auf Fisch gefreut….den gab es auch….jeden Tag die selbe Sorte in einer jeweils anderen Sauce. Mein Eindruck bei All Inclusive ist, dass sich viele Dinge in diversen Varationen ständig wiederholen.

Unser Fazit:

Steigenberger ist mir aus Deutschland schon als „in die Jahre gekommene Kette“ bekannt. Sicher gibt es hier Unterschiede von Haus zu Haus, aber die, die mir bekannt sind, wären nicht wirklich meine erste Wahl.

Man darf hier einfach nicht vergessen, dass es sich beim Steigenberger El Gouna um ein 5 Sterne Golf Resort handelt. Hier kommen gleich 2 Dinge zusammen: 5 Sterne und Golf! Man erwartet also sowohl als Hotel, als auch als Gast, ein entsprechendes Klientel.

Nun könntet Ihr sagen….hey, aber ihr habt doch nix bezahlt! Ja richtig! Und genau aus diesem Grund hab ich mich immer gefragt, was wäre gewesen, wenn ich für dieses Hotel bezahlt HÄTTE. Ich hätte mich in Grund und Boden geärgert. Wenn ich mir ein 5 Sterne Haus gönne, dann möchte ich mich nicht ärgern müssen und schon gar nicht ekeln.

Auch hier ist es wieder so, wie bei all mein anderen Hotelbesuchen: Perfekt gibt es nicht! Und die Bewertung wäre eher positiv ausgefallen, wenn die sogenannte Juniorsuite nicht so gewesen wäre, wie sie war…….In Summe war es dann am Ende einfach zu viel was nicht gestimmt hat…..für ein 5 Sterne Golf Resort….wohlgemerkt.

Nein, wir haben nicht gemeckert, wir haben auch nicht auf einen Umzug aus unserem Zimmer bestanden, wir haben uns irgendwie nicht richtig getraut….um ehrlich zu sein. Wir waren mehr als dankbar für die Möglichkeit dieser Reise und trotzdem möchte ich als Bloggerin bei mir selber bleiben und das Steigenberger bekommt weder von Charlotte noch von mir eine Weiterempfehlung……dort gibt es viel zu tun und eine Weiterempfehlungsrate von 79 Prozent bei Holidaycheck spricht ebenfalls eine eigene Sprache.

Es ist wirklich so, dass oberflächlich gesehen, erstmal nichts zu beanstanden war, aber wehe man geht in die Tiefe. Auch aus privater Sicht hätte ich den Hotelaufenthalt nicht anders bewerten können…..wahrscheinlicher ist sogar, dass ich aufgrund der Internetbewertungen gar nicht erst gebucht hätte. Bevor ich mein sauerverdientes Geld in einen Urlaub stecke, der sich mir dann als solch ein Reinfall präsentiert, bleib ich lieber zu Hause.

Wirklich schade war, dass unser letzter Hoteltest das Reiseerlebnis dann insgesamt getrübt hat, da wir am Ende froh waren das Hotel wieder verlassen zu können.

In diesem Sinne, Eure Schnimpeline


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