Berlin

nhow Berlin – „Music und Lifestyle“…..oder warum Style eben nicht alles ist…..

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Hallo Ihr Lieben,

wie schon berichtet waren wir ja mit Luca unserem 9-jährigen Sohn über Ostern in Berlin. Dieser Trip war vor allem auf Luca ausgerichtet. Mein Mann und ich kannten Berlin schon ganz gut und so waren diesmal eben ein paar andere Dinge im Focus.

Ursprünglich wollten wir mit Luca in Berlin im Radisson übernachten. Das Sealife Berlin ist diesem Hotel direkt angeschlossen und mitten in der Empfangshalle ist ein R I E S E N – Aquarium und man kann dort mit dem Fahrstuhl durchfahren, außerdem sind viele Zimmer zur Empfangshalle mit Blick auf dieses Aquarium ausgerichtet….für Kinder (und auch Erwachsene) sicher ein tolles Erlebnis. Wir haben dann etwas zu lange überlegt und das Radisson schoss kurz vor Ostern preislich so sehr in die Höhe das es dann für uns als Übernachtungsmöglichkeit nicht mehr in Frage kam.

Die Alternative war für uns das relativ neue nhow Hotel in Berlin. Ein durchgestylter Kasten direkt an der Spree mit viel pink und dem Thema Musik. Luca ist ein großer Musikfan und da passte dieses Hotel einfach wie die Faust auf’s Auge und preislich bewegte es sich in unserem gesetzten Budgetrahmen.

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Die Buchung:

Gebucht haben wir das Hotel über trivago und dort dann über den Anbieter „Neckermann Reisen“. Das hat alles prima geklappt, der Voucher wurde uns per Mail zur Verfügung gestellt, bezahlt wurde im voraus per Kreditkarte und das war’s im Grunde auch schon.

Der Preis:

Heutzutage ist es ja ganz oft so das man Hotels im voraus bezahlt und dadurch ordentlich Geld spart. Wir haben so für das Doppelzimmer 90 Euro die Nacht bezahlt. Dieser Preis ist OHNE Frühstück. Das Frühstücksbuffet kostet 24 Euro pro Person und für Kinder bis zu 12 Jahre die Hälfte.

Parken:

Das Hotel hat eine Tiefgarage für 16 Euro die Nacht, wer Glück hat kann aber auch direkt vor dem Hotel kostenlos parken.

Tiere:

Wer seinen Hund mitbringen will zahlt dafür 20 Euro pro Nacht.

Die Lage:

Wir fanden die Lage toll! Direkt an der Spree in Berlin-Kreuzberg und unmittelbar an der East Side-Gallery, etwas ruhiger und mit der S-Bahn waren es bis zum Alexanderplatz nur 10 Minuten und bis zur Haltestelle waren es ca. 5 Minuten Fußweg. Wer keine Lust auf Bahn fahren hat zahlt bis zum Alexanderplatz ca. 10 Euro mit dem Taxi und von dort ist man ja sowieso mehr als flexibel.

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Positiv:

Also Geschmack ist ja bekanntlich subjektiv. Man wird von „Style und Farbe“ förmlich erschlagen….das muss man mögen oder auch nicht. Wir fanden’s ganz gut, wenn auch nicht überragend. Die Fahrstühle sind z.B. in unterschiedlichen, grellen Farben und in jedem wird andere Musik gespielt….eine witzige Idee und man darf gespannt sein in welchem Fahrstuhl man sich gerade befindet.

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Positiv hervorzuheben ist das Bar-Personal am Abend. Man muss darauf gefasst sein, dass es sehr unkonventionell und laut zugeht, dafür aber sehr persönlich und wirklich VOLL NETT! Eigentlich sind wir jeden Abend von unserer Berlintour todmüde ins Hotel gekommen, aber letzten Endes dann doch an der Bar versackt….eben weil es so nett war. Das Publikum ist insgesamt etwas jünger und auch lockerer und genau deswegen lernt man auch schnell Leute kennen und hat einfach bei dem ein oder anderen Glas Bier eine schöne Zeit. Die Preise für Getränke an der Bar befinden sich auf gehobenerem Hotelniveau, insgesamt in Ordnung.

Negativ:

Zustellbett für Kinder:

Ich hatte vergessen bei der Buchung mit anzugeben, dass wir ein Zustellbett für Luca brauchen. Ein Anruf am Vorabend brachte uns die Information das es keine Zustellbetten mehr gäbe, das Hotel wäre ausgebucht, aber man könne uns ein Zimmer mit einem Bett mit durchgehender Matratze zuteilen und ich sollte mich beim einchecken noch mal informieren ob nicht doch noch ein Zustellbett frei wäre.

Das Doppelbett hatte maximal 160 cm Breite. Wir haben also die 2 Nächte zu dritt auf 160 cm verbracht….das war insgesamt nicht sehr angenehm und wenig erholsam. Auf unsere Nachfrage an der Rezeption ob man nicht doch etwas machen könne wurden wir sehr unfreundlich und kurz gehalten „abgebügelt“.

Tatsächlich stellt sich die Frage wie viele Zustellbetten dieses Hotel überhaupt hatte. Wir hatten uns über die Information „viele Kinder“ gefreut, aber wir haben kaum welche gesehen. Normalerweise findet Luca in jedem Hotel schnell „Kinderanschluss“, aber das war hier überhaupt nicht der Fall.

Mal ganz davon abgesehen das ich bei der Buchung das Zustellbett vergessen hatte, war hier einfach keinerlei Serviceorientierung zu spüren. Es war dem Personal komplett egal wie wir schlafen. Wären wir einer der Promis von der Hotelwand gewesen hätte man sicher einige Möglichkeiten hervorgezaubert.

Der Empfang im Hotel:

Das Zimmer war bereits im voraus bezahlt, trotzdem ist eine Kreditkarte obligatorisch. Es wird nicht mal der Standardsatz „wie war Ihre Anreise“ runtergerasselt….sondern es geht sofort ans Eingemachte. Das nhow gehört zur NH Kette und wir haben mehrfach in NH Hotels deutschlandweit übernachtet. Die Dame an der Rezeption fragte uns auch danach, legte uns aber trotzdem einen Bogen vor den wir wieder komplett ausfüllen mussten. Insgesamt ist uns das einfach unerklärlich. Wir hatten unsere kompletten Daten bereits bei Buchung angegeben, im NH System sind wir ebenfalls hinterlegt und man füllt immer wieder aufs neue so einen Wisch aus.

Der Empfang war für uns langwierig, unfreundlich und bezogen auf das Hotel wenig informativ. Es gab keine Hinweise zum Thema parken, Frühstück, Wellness……wir haben uns diese Informationen alle aus dem Internet „herausgelesen“ und konnten so gezielt Fragen stellen, ansonsten hätten wir im dunklen getappt.

Das Zimmer:

Die Zimmer sind durchgestylt und in schrillen Farben und bis auf’s Bett einfach ungemütlich und kühl, aber das ist eben der Stil und das ist definitiv Geschmackssache. Der Fußboden dürfte aus PVC sein (wir wissen es nicht genau, fühlt sich aber so an). Das Bad ist nur durch Glas getrennt und das ganze Zimmer hört mit wenn auf Toilette mal jemand pupst. Je nachdem mit wem man verreist könnte das auch mal peinlich werden. Im Badezimmer gibt es kaum Ablagefläche und bei 3 Personen kommt man da ganz schön in Bedrängnis. Der Fernseher ist stylisch hinter einer Art „Spiegelwand“ untergebracht, aber insgesamt eine super schlechte Qualität…sehr klein, man sieht kaum was und so was wie „vernünftigen Sound“ gibt es überhaupt nicht.

Die Minibar ist gut gefüllt, man kann sogar Nagellack kaufen und Facial-Spray von Evian. Wir haben weder das noch den Roomservice genutzt.

Toilettenartikel gab es nur in einmaliger Ausführung, da wir ja zu dritt waren mussten wir uns am Empfang Nachschub holen sowie auch nach einem Kissen und einer Decke für Luca fragen. Von alleine passiert hier eben irgendwie nix. Auch die üblichen Badeschlappen lagen nur einmal im Schrank und das war auf allen Standardzimmern so – auch hier gibt es nur auf Nachfrage Nachschub.

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Der Wellnessbereich:

Der Gedanke „Wellness“ vergeht einem schon auf den Weg dorthin. Wer hat sich denn bitte DAS ausgedacht? Ich muss mit Bademantel und Schlappen erstmal durch’s halbe Haus, irgendwelche langen, kalten Gänge im Keller und bin dann auch irgendwann „gefühlt“ im Keller. Dieses Hotel liegt wunderbar an der Spree….wie konnte denn der Architekt einen Wellnessbereich im Keller bauen, wenn man vielleicht die Möglichkeit hat sich nach dem Saunagang bei einem Cocktail auf eine Terrasse mit Blick auf die Spree zu legen?!

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Das Frühstück:

Da wir den Ostersonntag entspannt angehen wollten, haben wir uns das Frühstück im Hotel gegönnt. Auch hier steht das Thema Style im Vordergrund und das sieht auch erstmal ganz nett aus. Der Preis von 24 Euro ist maßlos übertrieben. Viele Servicekräfte rennen umher und trotzdem gab es keine sauberen Teller oder sauberes Besteck. Ich musste mehrfach laufen und gucken ob ich nun endlich losfrühstücken kann, weil einfach kein Geschirr mehr da war. Rührei, Bacon & Co. waren in normalen Schüsseln auf dem Buffet, es wurde also auch nichts warmgehalten.

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nächtliche Besucher:

Unsere direkten Zimmernachbarn hatten 03:00 Uhr morgens „Besuch“. Irgendjemand hatte sich in der Zimmertür geirrt und konnte mit seiner Zimmerkarte in das Zimmer unserer Nachbarn. Das ist insgesamt nicht wirklich vertrauenserweckend. Das Hotel hat diese Problematik auch nicht wirklich abgestritten sondern direkt mit „Freigetränken“ und der Möglichkeit eines Umzugs ins schönste Zimmer reagiert (war das Hotel nicht ausgebucht?…siehe Thema Zustellbett).

Unser Fazit:

Wir sind wirklich „Hotelerprobt“ und machen in der Regel ausschließlich positive Erfahrungen mit der Wahl unserer Hotels und wenn Service & Freundlichkeit stimmig sind, dann schaut man auch von ganz allein über die ein oder andere Kleinigkeit hinweg…..es kann einfach nicht wirklich alles perfekt sein. Da hier aber noch nicht mal Service & Freundlichkeit gestimmt haben fallen auch die negativen Kleinigkeiten wesentlich mehr ins Auge und man fängt an sich über alles zu ärgern.

Wir wurden auch bei Abreise nicht gefragt ob wir einen schönen Hotelaufenthalt hatten, ein Fragebogen lag auch nicht wirklich offensichtlich herum…..gab es überhaupt einen? Wir wissen es nicht…..

Im übrigen kommt es bei Familien mit Kindern immer sehr gut an, wenn man als Empfangsdame vielleicht so Dinge sagt  wie „Hey Luca….herzlich willkommen in unserem Hotel…..hier, nimm Dir doch ein paar Smarties aus dem Glas und im übrigen steht hier eine Wii von Nintendo…damit kannst Du gern spielen…..viel Spaß“!

Wir wissen eben auch das es anders geht und wir haben wirklich lange im Berliner „Hotelwirrwarr“ rumgesucht um ein für uns passendes Hotel zu finden und umso ärgerlicher ist diese Erfahrung. 

Unsere Zeit in Berlin war eh schon knapp bemessen und wir haben es gelassen uns irgendwelchen Auseinandersetzungen hinzugeben, die am Ende noch die Emotionen hochkochen lassen oder  die Laune komplett vermiesen. Wir haben all die anderen Dinge genossen und erst auf unserer 6-stündigen Rückfahrt unsere Eindrücke – unabhängig voneinander – Revue passieren lassen. Es ist selten genug…..nur in Bezug auf das nhow waren mein Mann und ich einer Meinung.

Style allein ist eben nicht alles…von uns leider keine Weiterempfehlung.

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