What a Feeling oder wie werde ich im Umgang mit anderen Frauen besser?!

What a Feeling oder wie werde ich im Umgang mit anderen Frauen besser?!

 

7 Jahre ist es jetzt her, als ich mit diesem “SocialMediaDingsBums” in Berührung kam.

Rückblickend war es eine Eigendynamik, die sich da auf einmal entwickelte. Ich tauschte mich mit anderen Frauen zu einem Testgerät in einem Forum aus und kurze Zeit später waren 4 Frauen davon ein Projekt. Ziemlich unvorbereitet und ohne vernünftige Absprachen stürzten wir uns ins Abenteuer. 

Die Probleme ließen nicht lange auf sich warten. Vor allem Gruppenintern.

 

Was war passiert?

 

Vor allem persönliche Ambitionen spielten eine Rolle. Es gab nicht wirklich eine Basis des Vertrauens, dazu kannten wir uns alle viel zu wenig. Wir hatten vergessen über die ganz eigenen Zielsetzungen zu sprechen. Aber das war auch verdammt schwierig, weil wir ein Ziel im Grunde gar nicht kannten… viel zu neu war das alles. Jede von uns hatte eine andere Vorstellung von dem, was wir da machen wollten. Noch schwieriger wird es, wenn es für einen Teil nur Freizeitvergnügen ist und für den anderen Teil sich daraus vielleicht eine Existenzgrundlage entwickelt. Das ist eine denkbar schlechte Ausgangsbasis um ein Projekt auf den Erfolgsweg führen zu können, weil ein Teil immer mit mehr Leidenschaft daran arbeiten wird.

Wir sind nicht wirklich im Guten auseinandergegangen. Heute empfinde ich das als eine sehr lehrreiche Zeit. Sie war kurz und intensiv und hat mir meinen ganz eigenen Weg geebnet. Egal, wie es letztendlich gelaufen ist… ohne diese Erfahrung wäre ich vielleicht heute gar nicht da, wo ich jetzt bin.

Trotzdem hat es lange in mir gearbeitet, obwohl nicht wirklich viel daran hing. Damals ging es noch nicht um Geld oder ähnliches, sondern eher um persönliche Befindlichkeiten und die Entwicklung daraus ängstigte mich und nagte an mir. Aus angehender Freundschaft wurde so was, wie Konkurrenz und endete mit unreflektierten Lästereien im Netz. All das passierte, als es mir selbst sehr schlecht ging. Ende 2013 ging ich wegen schweren Depressionen in Reha und das Thema Internet in Form von Blog und Social Media nahm kaum noch Raum ein.

Diese Erfahrung ließ mich vorsichtiger werden in der Zusammenarbeit mit Frauen.

Ich kann mich noch gut an eine Begegnung auf einem Event in Berlin erinnern. Ich war mit meinem Blog noch ein richtig kleines Licht und alles war so unfassbar neu und ich war voller Bewunderung für Kollegen. Wir unterhielten uns und ich erzählte, welche Blogs und welche Kolleginnen mich inspirieren und was mir gefällt. Kaum hatte ich es ausgesprochen, durfte ich mir die tollsten Geschichten anhören, warum der oder die gar nicht so toll wären. Alles basierte auf Hörensagen aus irgendwelchen Gerüchteküchen… vornehmlich Facebookgruppen. Im Übrigen einer der Gründe warum ich in keiner einzigen Facebookgruppe unterwegs bin.

Auch dieser offensichtliche Konkurrenzkampf machte mir Angst. Nach vorne sah alles so nett aus und dahinter brodelte es. Jeder wollte Boden machen. Jeder wollte was vom Stück Kuchen abhaben und dabei wurde schon mal komplett vergessen, wie Anstand geht und das Erfolg auch ohne Hetze funktioniert. 

 

Frauen untereinander können verdammte Biester sein. 

 

Vermutlich war das einer der Gründe, warum ich lange Zeit für mich alleine gearbeitet habe.

Auch, wenn es anders wirkt, ich bin nicht der geborene Netzwerker. Lange Zeit fiel mir das sogar richtig schwer. Ich bin auch nicht wirklich ein Einzelgänger. Ich weiß nur sehr genau, was ich will und vor allem… was ich nicht will. Das hinterlässt oftmals den Eindruck, ich würde Menschen überrennen. Das möchte ich natürlich nicht. Ein Wesenszug, der mich viel gelehrt hat. Ich kann mittlerweile auch sehr gut einen Schritt zurückgehen und andere machen lassen. Für mich selbst brauche ich aber mein eigenes Tempo und meine ganz persönlichen Ziele. Zu lernen bedeutet nicht die eigene Individualität verlieren zu müssen.

Die Zusammenarbeit mit Frauen ist wie ein unsichtbares Minenfeld mit Stolperfallen, die man vielleicht nicht erwartet hat und nicht jede Stolperfalle lässt sich aus dem Weg räumen. Akzeptanz ist in diesem Fall eine große Herausforderung. Denn das bedeutet Dinge einfach anzunehmen, auch wenn sie sich erstmal negativ anfühlen.

 

Wichtig ist das Vertrauen in das eigene Ich.

 

Sich darüber bewusst zu sein, was man gut und was man weniger gut kann. Ich kenne meine Defizite sehr genau und ich finde sie zum Teil auch echt saublöd, aber ich kenne sie und versuche sie nicht zu den Problemen anderer werden zu lassen. Das setzt aber auch voraus, Entscheidungen treffen zu können und das sind manchmal Entscheidungen, die nicht jedem schmecken…nicht mal mir selbst. 

Jeden Tag, wenn ich Nachrichten lese, sehe oder höre, dann habe ich das Gefühl unsere Welt ist aktuell ein schlechter Hollywood-Blockbuster. Bewusst wurde mir das, als sich die politische Affäre zwischen Horst Seehofer und Angela Merkel hochschaukelte, gefolgt vom aktuellen Brexit Chaos und Menschen, deren Existenz bedroht ist, weil Donald Trump unbedingt eine Mauer zu Mexiko möchte. Ich sehe nicht mehr die Sache an sich, sondern nur noch persönliche Befindlichkeiten. Kleine Kinder, die unbedingt ihre Köpfe durchsetzen wollen.

Und mal ganz ehrlich…alleine das sollte doch schon genug Antrieb für uns sein um genau das zu vermeiden. Aber so einfach ist es nicht immer. Wir schütteln den Kopf darüber und verhalten uns gern selbst so unmöglich und merken es oftmals nicht einmal.

Noch schwieriger wird es, wenn sich Geschäftsbeziehungen entwickeln, dessen Grundlage Freundschaft ist. Ihr kennt doch sicher den Spruch:

 

Es ist deutlich einfacher “DU ARSCHLOCH” zu sagen, als “SIE ARSCHLOCH”.

 

Mit dem Weg in die Geschäftsbeziehung steht eine Freundschaft auf dem Prüfstand. Die Tragik dabei…geht was schief, hat man vermutlich auch gleichzeitig eine wichtige Freundschaft in den Sand gesetzt. 

Das muss aber defintiv nicht die Regel sein. Nur, weil wir Frauen sind, heißt das nicht, dass Geschäftsbeziehungen und Freundschaften automatisch den Bach runter gehen. Ich glaube, es ist deutlich häufiger der Fall, als bei Männern, aber mit ein paar kleinen Regeln können wir Frauen die Welt verändern. Wir stehen uns nur zu gern und zu oft selbst im Weg und achten viel zu sehr auf das, was im Garten der Nachbarin passiert, als einfach mal am eigenen Unkraut zu zupfen. Wir können nicht Everbodys Darling sein und gleichzeitig Bäume ausreißen. Irgendein Baum bleibt immer stehen und bewegt sich weder nach links, noch nach rechts. Also bleibt nur eins…

 

Ganz klar für sich selbst definieren, was man will und ganz klar die persönlichen Grenzen ausloten.

 

 

Meine persönliche Erfahrung aus den vergangenen Jahren?

Sich nicht beirren und lassen und unbedingt diesem Gefühl im Bauch folgen. Sich zurücknehmen zu können, und damit meine ich nicht die beleidigte Leberwurst zu spielen, ist manchmal der einzige richtige Weg. Manchmal wirft dieser Weg Zweifel und Fragen auf, aber ich habe bisher nur allerbeste Erfahrungen damit gemacht, auch wenn ich es nie erwartet hätte. Mit ein wenig Geduld und Bedachtsamkeit kehrt alles zurück, was irgendwie gut ist. Manchmal hilft nur Ruhe bewahren und das zu lernen, hat mir den Umgang mit Frauen erheblich erleichtert. Auch das Thema Vergebung ist in diesem Kontext unumgänglich, denn nur Vergebung lässt eigene Dämonen in der Versenkung verschwinden. Es ist super, super schwer immer wieder über eigene Schatten zu springen, aber ich kenne nichts, was mehr prägt, wenn es um die Überschreitung schwieriger, emotionaler Grenzen geht.

All das zu wissen und auch danach zu handeln, bedeutet nicht, dass ich ein Leben in rosaroten Wattewolken führe und alles nur schön ist. Man kann noch so klar sein und noch so viel gelernt haben, es wird immer wieder Situationen oder Momente geben, die alte Muster hervorrufen. Ich bin ein Mensch, keine Maschine. Manchmal bin ich am Boden zerstört, wütend oder sogar gehässig (wobei ich speziell an Letzterem extrem arbeite…denn Gehässigkeit ist etwas ganz furchtbares).

Ich kann nicht den gleichen Maßstab an andere setzen, den ich an mich selbst setze. Das bewahrt vor Enttäuschung und es ist schlicht nicht richtig. Erwartungshaltungen sind dazu da um sie zu kommunizieren und im besten Fall aufeinander abzustimmen. Dann können auch Freundschaften zu Geschäftsbeziehungen werden und das Ganze multipliziert sich zu etwas Großartigem. 

Die 3 Jahre ohne feste Partnerschaft an meiner Seite, haben meine Sinne für das Thema “Frau sein” geschärft. Nicht auf diese emanzipierte Art und Weise. Es ist vielmehr so, als hätte ich endlich Zeit mal genauer hinzusehen, weil ich nicht abgelenkt bin. Und das was ich sehe, ist absolut beeindruckend. Social Media und Blogs haben uns die Möglichkeit eines Sprachrohrs ohne Einschränkung eröffnet. Wir sind nicht auf eine Einladung oder einen Podiumsplatz angewiesen, wir haben uns diesen Podiumsplatz selber geschaffen. Und wenn wir klug damit umgehen, bleiben wir auch da oben stehen. Netzwerken und gegenseitiger Support sind dafür essentiell. 

Das ich selber auf dem richtigen Weg bin, zeigt sich bei all dem, was in meinem Leben passiert. Darüber bin ich zutiefst glücklich, denn das bedeutet, dass ich etwas verändern konnte. Das ich an mir gearbeitet habe und die Prioritäten richtig setze. Ich habe Frauen in meinem Leben, die mich mental unterstützen, die in Momenten zum Hörer greifen, in denen ich es am meisten brauche… als gäbe es da eine besondere Verbindung. 

 

Sich gegenseitig den Rücken stärken.

Potential sehen und größer denken.

Emphatisch sein.

Gemeinsam weinen.

Gemeinsam lachen.

Sich über schlechten Sex austauschen.

Sich gegenseitig schön finden, trotz Hüftgold, Schlabberbusen und Knitterfalten im Gesicht.

Ekstatisch 3 Flaschen Prosecco trinken und am nächsten Tag nur rumjammern.

 

 

All das können wir, weil wir Frauen sind.

 

What a Feeling…

 

Wer möchte, kann sich die Sonntagskolumne auch sehr gern als kostenlosen Podcast anhören. Zum Podcast geht es hier:


 

Eure Andrea

 

 

 

 

2 Kommentare

  1. 20. Januar 2019 / 9:29

    liebe andrea,
    ich weiß gar nicht, was ich sagen soll, so beeindruckt bin ich. und wahnsinnig stolz, dass ich dich begleiten darf und oben drauf‘ noch ein teil dessen sein darf.
    da rollen glückstränen…

  2. Jana
    20. Januar 2019 / 17:59

    Ganz, ganz dicken Drücker! Jana

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