Diese ruhige Unruhe in mir….

Diese ruhige Unruhe in mir….

Es ist bereits 08:00 Uhr. Eine eher ungewöhnliche Zeit für mich. Aber es fühlt sich gut an. Ich habe ausgeschlafen. Ich sitze auf meinem Sofa, eingewickelt in die dicke Strickdecke von H&M (es ist die ganz große Liebe) und die Tür zum Balkon steht offen, im Hintergrund läuft 1Live. 

Noch kann man die Tür zum Balkon offen lassen….ich genieße das und ich genieße die Tatsache…überhaupt einen Balkon zu haben…..so sehr. Ein kleines Tor zur Welt da draußen ist das. Man kann ein Stück rein lassen ohne wirklich alles rein lassen zu müssen. Man kann für sich sein und irgendwie fühlt es sich kein Stück einsam an. 

Gestern Abend lag ich auch auf meinem Sofa und schaute die 2. Staffel Ozark auf Netflix (sehr empfehlenswert). Ich fühlte mich nicht richtig gut, fing an zu frieren und Halsschmerzen machten sich breit. Ich bin also ein wenig angeschlagen, aber es ist in Ordnung. Es ist Sonntag und es liegt an mir die Zeit zu nutzen um auszuspannen.

Erst wollte ich gar nichts schreiben, aber auf die Woche zurückzublicken hat etwas sehr therapeutisches und ich kann reflektieren. Ich erinnere mich an Kleinigkeiten zurück, die vielleicht für Ärger, Freude oder auch ein Umdenken gesorgt haben. Momente, in denen ich Menschen näher gekommen bin oder Momente, in denen ich mich vielleicht von Menschen entfernt habe.

Eines ist klar….das Leben besteht aus einem großen Teil Akzeptanz, Toleranz und auch Vergebung. Eine Kombination, die ein hartes Stück Arbeit an sich selbst erfordert. Ich führe die Auseinandersetzung faktisch täglich mit mir. Mal mehr, mal weniger. Manchmal merke ich es gar nicht.

Es war eine Frauenwoche.

Ich war fast täglich verabredet. Meine Verabredung für Donnerstag verschob ich auf kommende Woche, weil ich eine kurze Atempause brauchte. Ich traf also 4 Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und mit jeder Frau verbindet mich etwas anderes. Es sind nie die gleichen Gespräche, nie die gleiche Energie….anders formuliert….es ist nie langweilig. 

Am Mittwoch traf ich mich mit Madlen.

Ich war schon in der Stadt und hatte noch etwas Zeit. Ich ging durch die Straßen und war gelangweilt. Nicht von Leipzig…sondern von diesem Überfluss an Angebot. Das passiert mir immer öfter. Es frustriert mich dann regelrecht. Es kommt mir vor, wie ein merkwürdiger Teufelskreis…man steht morgens auf um zu arbeiten und Geld zu verdienen und am Abend gibt man es dann in den Geschäften der Stadt wieder aus und die Schränke werden immer voller oder man tauscht aus um Innovation einziehen zu lassen. Ich kenne mich aus….denn allzu oft bin ja auch ich ein Teil dieses Kreislaufs.

 

Ich setzte mich auf eine Bank und lies die Menschen an mir vorbeiziehen und hing meinen Gedanken nach.

 

Ich bin jetzt 41. Ich lebe seit fast 3 Jahren getrennt von meinem Mann und ich bin Single. Mein Sohn wird 14 und geht immer mehr seiner eigenen Wege. Manchmal fühle ich mich, wie vor einem großen Knall. Es fühlt sich an, als möchte ich mehr von meinem Leben, als nur diese innere Zufriedenheit und eine hübsche Altbauwohnung. Ja, es fühlt sich an…als wäre ich auf der Durchreise. Da kommt noch was und ich kann noch nicht genau greifen, was es ist. Aber eins ist klar…es ist die Welt, die mich interessiert und ich werde mein Leben immer mehr darauf einrichten sie zu sehen…diese Welt.

Im November fliege ich zur Orangenernte nach Spanien. Ich weiß jetzt schon…diese Tage werden wieder etwas mit mir machen. Das ich jede Menge Impulse mit nach Hause nehmen werde und das jeder dieser Schritte sich am Ende zu einem Weg entwickeln wird. Und ich kann noch nicht sagen, wo er hinführt….aber ich habe ich schon eine ungefähre Idee davon.

Was ich zur Zeit gar nicht suche…ist einen Partner. Vor fast genau 3 Jahren fand ich die Affäre meines Mannes heraus und ich hatte damals keine Idee davon, wie es sich anfühlen könnte alleine zu leben. Es fühlte sich erstmal an, als würde jemand einen Teil des eigenen Lebens amputieren.

Ich konnte nicht mehr atmen…so sehr versetzte mich der Gedanke daran in Angst. Der Gedanke an das allein sein. Ich glaube das war meine größte Angst. Vermutlich ist es einer unserer größten Urängste.

Und heute?

Möchte ich mich nicht teilen.

Ja…so könnte man es beschreiben. Ich möchte mich im Moment nicht teilen. Man könnte sagen, ich bin sehr egoistisch auf mich fixiert. Ich bin gern alleine, aber ich nicht einsam. Das ist ein Unterschied. Ich entscheide, wann ich was will. Und immerhin habe ich ja beides ausprobiert. Das klassische Familienleben und jetzt…als Frau im besten Alter…bin ich Single, stolze Mama und kann auch diese Seite für mich entdecken. Ein unerwartetes Geschenk des Lebens und ich habe es in all seinen Facetten angenommen. Ich hab irgendwann dem Schicksal ins dreckige Gesicht gelacht und anstatt damit zu hadern…habe ich es zu meinem Ding gemacht. Ohne Plan, ohne Wegweiser…ich bin einem Gefühl gefolgt. Meinem Bauchgefühl. 

 

Diese ruhige Unruhe in mir….

 

Ruhige Unruhe….eigentlich 2 Worte, die sich gegenseitig ausschließen. Aber es beschreibt einen Lernprozess. Ein großer Teil meiner Ungeduld hat sich beruhigt. Ich kann warten. Es fällt nicht immer leicht. Ich bin immer noch ein Freund schneller Entscheidungen, aber ich bin kein Freund überstürzter Entscheidungen. Nicht mehr jedenfalls. Das war mal anders.

Hinter jeder Entscheidung, die ich bisher in diesem Jahr getroffen habe, kann ich uneingeschränkt stehen. Sie waren richtig. Jedenfalls für mich und das ist es, was am Ende des Tages zählt. Und das ist es auch, was sich jeder bewusst machen muss. Wir treffen keine Entscheidung für das Leben von anderen. Vermutlich nicht mal für das Leben unserer Kinder. Ja, wir können – bedingt – Einfluss darauf nehmen, mehr aber auch nicht.

 

Was war denn so los im dreiraumhaus in KW37?

 

Nun ja, es ergibt sich ja schon aus dem, was ich weiter oben geschrieben habe. Ich war fast täglich verabredet und habe das sehr genossen. Manchmal war es beruflicher Natur und manchmal einfach nur ein privater Austausch.

Am allermeisten freue ich mich über mich selbst. Im Augenblick schaffe ich es sehr konsequent an meinen Vorhaben und Projekten zu arbeiten. Jeden noch so kleinen Schritt, verbuche ich als Erfolg. Das macht mich glatt ein wenig stolz. Auch das ist ein Teil des Weges, den ich anstrebe. Rumsitzen und Zeit vertrödeln wird mich sicher nicht an meine Ziele bringen.

Gemeinsam mit Madlen war ich im Pilot in Leipzig in der Gottschedstraße essen. Da war ich tatsächlich noch nie und es war super lecker und die Bedienungen waren extrem sympathisch. Wir sind fast bis Mitternacht dort versackt.

 

Lieblingslesestoff im dreiraumhaus in KW37?

 

Mein Lieblingsartikel kommt auch gleichzeitig von einer großartigen Kollegin. Sie traf an dem Tag genau meinen Nerv, denn am Dienstag ging ich ein wenig verzweifelt über den Markt in Leipzig und stellte fest, dass ein Großteil der dort angebotenen Waren auch nur vom Großmarkt stammt. Aus lauter Frust, ging ich dann zu Rewe und kaufte dort regionalen Kürbis aus Thüringen.

Susanne beschäftigt sich mit der Frage “Wie man heute eigentlich noch ökologisch richtig handeln kann” und trifft damit für mich den Zahn der Zeit. Auch ich habe täglich mit diesen Zweifeln zu kämpfen und auch ich weiß nicht mehr, was richtig oder falsch ist. Also unbedingt mal lesen! Lohnt sich sehr.

Ich lese immer noch an der Biographie von Steve Jobs, die mich übrigens absolut begeistert. Sehr inspirierend! Aber 700 Seiten müssen auch irgendwie im Alltag untergebracht werden. Ich werde wohl noch eine Weile daran lesen, was mich echt ärgert. Ich hätte gern mehr Zeit für Bücher.

Auch im dreiraumhaus war wieder einiges los und hier die Top 3 meiner eigenen Artikel in dieser Woche…..

Bei mir Zuhause läuft’s, weil Musik, Kaffee und Fellnasen meine Morgenroutine begleiten….macht mich einfach stolz, weil es eine tolle Zusammenarbeit war. Eine, an der ich persönlich fast gescheitert wäre.

Außerdem habe ich endlich mit Sabine wieder einen gemeinsamen Podcast aufgenommen zum Thema “Warum Frauen sich klein machen“.

Am Mittwoch habe ich sehr ausführlich über meine TOP 3 Reiseziele mit Kindern in Deutschland, Österreich und Südtirol geschrieben. Es war für mich persönlich nochmal ein toller Rückblick auf 10 Jahre Aktivurlaub und ich freue mich nun noch mehr auf die kommenden Herbstferien.

Playlist dreiraumhaus KW37

Playlist im dreiraumhaus in KW37?

 

Ein neuer Programmpunkt in den Wochengedanken.

Aber Ihr klickt tatsächlich sehr oft auf meine Musikempfehlungen, also gibt es ab sofort meine Top 10 Playlist der jeweiligen Woche für Euch. Einfach auf das Bild klicken, dann landet Ihr auf der Playlist. Viel Spaß damit.

Playlist KW37 dreiraumhaus

 

Nächste Woche im dreiraumhaus!

 

Ich würde ja jetzt gern ganz spannende Dinge erzählen, aber es bleibt einfach nur arbeitsreich. Wie bei Euch allen vermutlich.

Ich treibe ein paar neue Projekte voran, einige Termin stehen an. Den Samstag verbringe ich mit Luca in Berlin und ich bin auf der Suche nach einem Outfit für die Goldene Henne. Der rote Teppich steht nämlich an in 2 Wochen und so was macht mich immer tierisch nervös. Aber ich habe schon eine ungefähre Idee, was ich tragen möchte. Vielleicht mache ich daraus auch einen Outfit-Post um Frauen die Angst vor solchen offiziellen Anlässen zu nehmen. Das kenne ich nämlich selbst nur zu gut und bin da sehr unsicher…möchte aber nicht unsicher sein.

Schön, dass Ihr wieder meine Wochengedanken mit mir geteilt habt.

Ich wünsche Euch einen fabelhaften Restsonntag.

 

Eure Andrea

 

 

4 Kommentare

  1. 16. September 2018 / 10:28

    ach, ja das war der beste montag abend quasi des ganzen jahres! und sade spielt schon im hintergrund, während ich hier schreibe.
    ich freue mich unbeschreiblich auf november und die zeit, die wir haben werden, die sonne, die uns noch einmal vor dem winter wärmen wird. aber vor allem freue ich mich auf unser #syltglück zur organenernte!

    danke für die playlist, sie wird mich auf meiner autofahrt heute begleiten.

    drück dich! und gute besserung!

  2. 17. September 2018 / 9:05

    Hallo liebe Andrea, ach, das ist ja lieb von dir!! Danke für die Verlinkung! Freut mich sehr, dass dir mein Herzensbeitrag gefallen hat, und ja, ich glaube, mit dem Zwiespalt schlagen sich ganz viel herum. Ist ja auch wirklich eines DER Probleme unserer Zeit, finde ich!

    Alles Liebe!

    Susi.

  3. Andrea Heidrich
    17. September 2018 / 9:39

    Liebe Andrea,

    “Ich konnte nicht mehr atmen…so sehr versetzte mich der Gedanke daran in Angst”
    so ging es mir damals auch als mein Mann mich und unsere beiden Töchter verlassen hat. Ich dachte so fühlt sich sterben an! Ich/wir sind nicht gestorben, nur war ich nicht so reflektiert wie du. Ich habe auch keinen Mann gesucht habe aber eine Affäre mit einem verheirateten Mann gehabt, vier Jahre ohne jegliches schlechtes Gewissen. Für mich war er damals der richtige, er wollte nicht bei mir einziehen und mich nicht heiraten. Insgesamt war ic 14 Jahre Single und habe gestern vor sechs Jahren die Liebe meines Lebens gefunden, wir sind uns sicher.
    Dein Blog und Deine Ausseinandersetzung mit Deinem Leben tun mir gut, Danke dafür, zeigt mir, dass ich auch eine starke Frau bin/war, für meine Töchter gut gesorgt habe, zwei wunderbare, selbständige junge Frauen, wir haben ein gutes Verhältnis, nicht wie Freundinnen sondern wie Mutter und Kinder.

    Liebe Grüße
    auch eine Andrea

  4. Heike Nickel
    17. September 2018 / 19:29

    Hallo Andrea,
    ich weiß gar nicht, über welche Pfade ich auf Deinen Blog gestossen bin.
    Aber es macht mir Freude von dir zu lesen und dieser Artikel spricht mich besonders an.
    Auch ich fühle mich irgendwie zwischen den Stühlen. Ich bin 15 Jahre älter als Du, war mit einem Laden schon 15 Jahre selbstständig und bin nun sei8d 5 Jahren “nur” (haha) Hausfrau. Habe Arbeit im Haus genug da ich meinem erfolgreichen Mann den Rücken freihalte!! Trotzdem habe ich das Gefühl nochmal etwas NEUES zu wagen. Meine beiden Mädels sind erwachsen und vor 4 Wochen ist die “Kleine” ausgezogen. nun bin ich mit meinen zwei Hunden tagsüber alleine, habe viel Hausarbeit aber irgendwie keine Befriedigung!!! Gerne würde ich etwas kreatives in Richtung EINRICHTEN, HOME STAGING oder ähnliches machen. Für mich stellt sich nun die Frage, lohnt sich der Stress und der finanzielle Einsatz noch für mich….denke ich zu rational…….so richtig finde ich keinen Weg!! Mein Mann lässt mir alle Freiheiten in dieser Richtung.
    Wenn ich von Dir lese, fühle ich mich ermutigt, aber dann am nächsten Tag stehe ich vor dem WIE !
    Ich finde es toll, was Du alles auf den Weg gebracht hast!!!
    Vielleicht hast Du kleine Startertips für mich.

    Ach, habe übrigens auch die Serie OZARK begonnen, echt e4in ZEITFRESSER!!!!!

    Liebe Grüsse, Heike

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