Vom Alltag mit der Pubertät, diese Fortnite Sache und warum es sich lohnt mal in die eigene Historie zu blicken…

Vom Alltag mit der Pubertät, diese Fortnite Sache und warum es sich lohnt mal in die eigene Historie zu blicken…

 

Ich war ein Teenager, wie er im Buche steht. Rückblickend ist es mir hin und wieder ein Rätsel, warum meine Mama zwischendurch nicht mit Depressionen eingeliefert wurde. Als Teenager haut man ja manchmal Sachen raus…die sind jenseits von gut und böse.

Vermutlich hätte ich mir nie intensiv Gedanken darüber gemacht, wäre ich heute nicht ebenfalls Mama eines 13-jährigen Teenagers. Nur mit dem Unterschied das es eben ein Junge ist.

Nun ist es ja hinlänglich bekannt das ich alleinerziehend bin. Ich fühle mich auch so richtig alleinerziehend, weil sich der Kontakt zum Vater immer mehr entfernt. Die Zeitabstände werden immer länger und dann wäre ja auch noch die Entfernung. Die geschlossene Front in Sachen Erziehung bin also ich ganz alleine. Das ist einfach eine Tatsache. 

Es ist schon schwierig genug zu erziehen, wenn man als Elternpaar auftritt, nur wenn man diesen Weg mit sich alleine ausmacht kämpft man – oft sehr einsam –  an ziemlich vielen Fronten und kann nur hoffen das man sich auf den richtigen Pfaden bewegt.

Gerade in der Anfangszeit war das eine echte Herausforderung. Rückblickend war das eine Meisterleistung. Die Trennung, der Umzug ins 500 km entfernte Leipzig….auf einmal stand ich da, hab meine Sorgen und Ängste ins Kissen und diesen Blog geheult und hab es doch irgendwie geschafft Mama zu sein….mal gut, mal weniger gut. 

Und ich habe es schon mal erzählt….wir kamen in Leipzig an und mit unserer Ankunft hier, nahm das Unheil seinen Lauf….die Pubertät brach durch. Es kam völlig unerwartet. Eine Zeit lang erzählte ich Familien und Freunden das mein Sohn heißer wäre, bis ich begriff das er sich im Stimmumbruch befand. Er war 11 als es anfing….darauf war ich einfach nicht vorbereitet.

 

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Es hat einen Moment gedauert bis ich mich zurechtfand. Eine Zeit lang hatte ich das Gefühl wir würden uns komplett voneinander entfernen und ich bekäme nie wieder Zugang zu meinem Sohn. Wenn man jahrelang ein sehr inniges Verhältnis hat, dann ist das erstmal hart….aber da wächst man rein….wie in alles eben.

Die Pubertät fordert seinen Tribut. Aber offen gesagt…ich habe mir das schlimmer vorgestellt. Wenn es mal Ärger gibt, dann dreht es sich meist um die immer gleichen Dinge….

 

  • Keine Luft im Zimmer!
  • Die Klamotten liegen in allen Ecken rum und finden den Weg und die Wäsche nicht!
  • Essensreste im Zimmer!
  • Hygiene!

 

Kommt Euch sicher bekannt vor?!

 

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Der Witz an der Sache ist, dass es offensichtlich in diesen Punkten keine Leitung zu unserem pubertären Nachwuchs gibt. Ich kann das mit großer Sicherheit behaupten, denn ich hab schon alles versucht:

 

  • Reden!
  • Hinweisen!
  • Meckern!
  • Schreien!
  • Ein zerdeppertes Glas auf dem Laminatboden (den Schaden musste ich bezahlen)!
  • Ignorieren!
  • Den Saustall einfach so lassen!

 

Nichts, aber auch wirklich gar nichts hat geholfen oder zur Besserung beigetragen. Das benutzte Handtuch am Morgen liegt trotzdem JEDEN TAG zerknüllt neben dem Waschbecken und hängt nicht am Haken….J E D E N  T A G!

 

Vom Alltag mit der Pubertät, diese Fortnite Sache und warum es sich lohnt mal in die eigene Historie zu blicken...

 

Ich habe Euch vor einiger Zeit schon mal erzählt, warum ich das Zimmer meines Sohnes immer noch aufräume und das hat sich bis heute nicht geändert. Ich würde in diesem Zimmer ja ersticken, aber mein Sohn kann dort bis in die Mittagsstunden schlafen. Essensreste würden mich verrückt machen…er sieht das gar nicht. Und da es allen Eltern so geht….muss das doch von der Natur irgendwie so eingerichtet worden sein. Warum regen wir uns also darüber auf? 

 

Es kommt der Tag….da ändert sich das…ganz sicher!

 

Ich war kein Stück besser und meine ersten eigenen Wohnungen waren auch Sauställe (man mag es kaum glauben….aber fragt mal meine Eltern). Ich hatte einfach wichtigere Dinge zu tun….zum Beispiel das ganze Wochenende Party machen…..

Natürlich ärgere ich mich zwischendurch und manchmal platze ich damit auch heraus…doch dann lehne ich mich zurück und sehe es einfach locker. Es ist eine Phase….es waren alles immer nur Phasen und die gehen vorüber. Die Zeit ist zu kostbar um sie mit Ärger und Streit zu vergeuden und schon gar nicht wegen solcher Nichtigkeiten. Ich scheue mich nicht vor Erziehung…ganz im Gegenteil. Ich wäge ab und versuche genau hinzuschauen und herauszufinden, worin vielleicht Absicht liegt und worin nicht. Aber manche Dinge sind einfach naturgegeben und lösen sich – in der Regel – auf, wenn man älter wird. Mein Sohn wächst in einem ordentlichen und saubern Haushalt auf….das ist es, was er für später mal mitnimmt. Am allerwichtigsten ist…was wir vorleben.

 

 

Diese Fortnite Sache…überhaupt diese Internetspiele & Co….

 

Ach Herrje….ein schwieriges Thema bei dem sich die Gemüter erhitzen und die Geister scheiden. Wir sind im Fortnite Alltag angekommen. Das ist der aktuelle Spielhype überhaupt. Meine wunderbare Kollegin Conny hat dazu auf ihrem Blog den wohl witzigsten Artikel der Welt geschrieben. Ich habe Tränen gelacht. Viel mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Luca hat ihn übrigens auch gelesen…er folgt Conny seit unserem Wochenende im Lösch für Freunde. Schade das wir so weit auseinander wohnen.

 

Mama, wir können nicht nach New York fliegen…ich hab die Wochenaufgaben bei Fortnite noch nicht erledigt….

 

Die Prioritäten sind wohl hiermit völlig klar. Unsere PS4 und die Telefonleitung glüht….denn zwischen den Kids finden ganze Telefonkonferenzen statt, während sie gegen andere Teams in den Kampf ziehen….

Aber auch das wird nur eine Phase bleiben. Was für mich in dem Alter New Kids on the Block war…ist für meinen Sohn heute Fortnite (und das spielen ja auch die Stars….wenn das mal kein Grund ist). Ich hatte mein Zimmer mit Postern tapeziert, quälte meine Familie mit dem Kassettenrecorder, knutschte jeden Abend Jordan Knight ab und heulte eine Woche lang bis mein Vater mir Konzerttickets kaufte.

Und gespielt? Gespielt hab ich auch. Ich hab Super Mario durch die Welten gejagt…auf dem Nintendo UND dem Gameboy und zwar so lange bis ich den doofen Drachen besiegt hatte und dann wieder von vorne….

 

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Ich bin so aufgewachsen…ich habe mit meiner Mama gegeneinander gespielt. Ich weiß übrigens bis heute nicht, ob sie jemals den Drachen besiegt hat. Heute spiele ich übrigens so gut, wie gar nicht mehr. Das liegt aber einfach an chronischem Zeitmangel. Meine Family hingegen ist immer noch im Spielfieber…sie spielen wirklich ortsunabhängig und verabreden sich gern auf Plattformen für Onlinespiele. Vom Bauernhof bis hin zum Onlinecasino ist wirklich alles dabei. Ich muss manchmal sehr darüber lachen. Eine Zeit lang ging es wirklich mal darum, wer online die besten Tomaten züchtet und meisten Kühe hat. Es ist ein Freizeitspaß, der niemandem weh tut und ich freu mich, wenn meine Mama an so was Freude hat. Jeder eben so, wie er mag.

Ich wollte nie ein Smartphone oder ein Tablet. Social Media fand ich mal richtig doof. Heute bin ich Smartphone UND Social Media Junkie….die Interessen verlagern sich einfach nur und wenn der Rest im Lot bleibt….hab ich auch nichts gegen diesen Fortnite Hype einzuwenden (auch wenn ich dieses Spiel kein Stück verstehe – das ging mir bei Minecraft allerdings auch so).

 

Chill mal die Base….manchmal haben unsere Kids gar nicht so unrecht damit.

 

Eure Andrea

 

 

3 Kommentare

  1. 20. August 2018 / 12:10

    Was für ein herrlicher Beitrag… und ich daaaaanke Dir von Herzen für Deine lieben Worte über meinen Blog bzw. mich und überhaupt. Ich freue mich mega, dass auch Luca den Beitrag gelesen hat. Hätte ich damals im Lösch gewusst, dass Du Deinen Sohn dabei hast, dann hätte ich meine Kids vielleicht auch eingepackt… Aber damals wusste ich vorher ja gar nicht, was mich erwartet… Ich glaube, das war meine erste richtige Bloggerreise… Ich finde es übrigens auch total schade, dass wir so weit auseinander wohnen. Der Austausch mit einer bloggenden Teenager-Mutter fehlt mir manchmal… 🙂 Danke für Deinen tollen Beitrag liebe Andrea – ich finde chill mal Deine Base auch die beste Methode.
    ich drück Dich und hoffe, wir laufen uns bald wieder über den Weg…
    Ganz lieber Gruß und ne schöne Woche, Conny
    PS: Tausend Dank für den Link…

  2. 20. August 2018 / 15:00

    Hahaha, herrlich! Und dann warte mal, wenn sie in das eigene Haus ziehen. Da wirst du schon an der Tür mit : Schuhe aus! angepfiffen… und der Vadder bekommt gleich die Einweisung doch bitte im Sitzen zu Pinkeln. Ach, es ist so herrlich. Überall das gleiche. Lg Kerstin

  3. Monika Golka
    20. August 2018 / 15:24

    Liebe Andrea!
    Ich habe herzlich gelacht beim lesen. Vielleicht hast Du ja mehr Glück, aber bei meinen (jetzt 21jährigen Zwillingsjungs) hat sich bis zum heutigen Tag nichts geändert. Und zwar ist es genauso wie Du es schilderst!
    Ich könnte mir keine charmanteren, liebenswürdigeren Jungs wünschen. Intelligent, warmherzig, hilfsbereit, sehr beliebt und unfaßbar schlampig!!!
    Chill mal Mama – ist bei uns die Devise!
    Liebe Grüße aus Hannover
    Monika

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