Sauf doch ab…aber bitte bring vorher das Boot zurück…

Sauf doch ab…aber bitte bring vorher das Boot zurück…

 

Als ich 12 war eröffneten meine Eltern mir, dass wir in den Westen auswandern würden. Sie hatten schon vor einer halben Ewigkeit einen dieser Ausreiseanträge gestellt, von denen ich immer mal wieder gehört hatte.

Die Formalitäten erledigten sich, als die Grenzen geöffnet wurden und wir ein paar Wochen später mit unserem orangefarbenen Trabi den Grenzübergang in Herleshausen passierten mit dem Blick in eine ungewisse Zukunft. Damals gab es auch noch kein Internet, wo sich meine Eltern hätten informieren können. Wir steuerten also das Flüchtlingslager in Schöppingen an…ohne zu wissen, was uns dort erwartet.

Wir lebten über Monate in einer Schule. Ein Raum stand uns zur Verfügung. Vielleicht 12 qm groß mit 2 Doppelstockbetten. Es gab eine Gemeinschaftsküche mit dem Rest der Flüchtlinge, die dort lebten und es gab Gemeinschaftsduschen im Keller mit Duschvorhängen. Nirgends Privatsphäre. Ich war 13, also ein Teenager und wurde ständig sexuell belästigt. Mein Papa arbeitete als Fernfahrer und konnte nicht ständig für seine 3 Mädels da sein. Manchmal frage ich mich, wie meine Mama diese Zeit eigentlich überstanden hat und manchmal frage ich mich auch, ob das Leben wirklich so viel besser war, als das was wir hatten. Aber darum ging es meinen Eltern nicht…sie wollten für uns eine bessere Zukunft.

Uns ging es gut in Leipzig. Ich kann nicht mal sagen, dass es uns an irgendwas fehlte. Den schönsten Teil meiner Kindheit habe ich im Osten verbracht und es hat mich bis heute geprägt. Ich habe Ossiwitze gehasst, weil sie vor allem von Menschen kamen, die keine Ahnung hatten. Immer wieder gern genommen…die Sache mit den Bananen oder dem Westfernsehen. 

Die erste Zeit in der Schule – im Westen – war nicht wirklich einfach. Meine Eltern haben mich sehr offen und ohne Druck erzogen. Wir gehörten zu denen, die an den FKK gingen und auch sonst war alles wenig konservativ. Sie engagierten sich nicht politisch, gehörten keiner Religion an. Stattdessen Sommer am See oder lange Sommerferien mit Freunden an der Ostsee. Es gab zwar diese Mauern um die DDR…trotzdem empfand ich unser Leben dort manchmal freier. Vielleicht haben die Menschen aber auch einfach nur das beste aus der Situation gemacht und eben einfach gelebt….ich war ein Kind….ich kann es also nicht wirklich beurteilen. Aber ich glaube nicht, dass wir unglücklich waren. Wir hatten ein Zuhause, genug zu essen….wir waren nicht arm und wurden auch nicht politisch verfolgt.

In der Schule wurde ich oft gehänselt wegen meines sächsischen Dialekts. Selbst Lehrer machten sich vor der ganzen Klasse darüber lustig und ermahnten mich zu “korrekter deutscher Aussprache”. Meine Mama hat alle rund gemacht und ist dagegen vorgegangen. Für mich war das jedenfalls so einprägend, dass ich den Dialekt gänzlich ablegte und bis heute als “Ossi Inkognito” unterwegs bin. Das war sehr lustig, wenn es im Freundeskreis mal wieder Ossiwitze hagelte und ich mich irgendwann outete. 

Die Zeit war für uns alle nicht einfach und sie hat uns und unser Leben sicher sehr geprägt. Ich habe meine Eltern nie gefragt, ob sie es jemals bereut haben oder was eigentlich am schwersten war. Es wird allerhöchste Zeit dafür. Rückblickend hat es mir diese Erfahrung sicher leichter gemacht neu anzufangen, als ich mich von meinem Mann trennte. Das Leben hat mich wieder zurück nach Leipzig geführt. Ich glaube das sollte so sein.

 

Absaufen, absaufen….

 

Seit gestern weiß ich warum man am Esstisch das Smartphone weglegen sollte. Ich habe beim Frühstück – mal wieder belanglos – durch die Facebook Chronik gescrollt und bin an einem Kommentar von Anja Reschke hängengeblieben. Anja Reschke ist Moderation von Panorama…eines der erfolgreichsten Politmagazine im deutschen Fernsehen.

Ich habe schon oft ihre Sendung gesehen oder zumindest die Videos auf Facebook verfolgt, aber beim gestrigen Kommentar blieb mir das Brötchen im Hals stecken und mir wurde schlecht. Und das nicht mal im übertragenen Sinne. Ich habe das Video 3 mal hintereinander angesehen und war fassungslos, bestürzt, traurig, wütend. Mir sind die Tränen gelaufen.

 

 

Auf dem Flug nach New York habe ich endlich das Buch von Axel Hacke über Anstand zu Ende gelesen. Irgendwie ist das mein New York Buch. Irgendwann im Buch geht es ebenfalls um Dresden und eben genau diese “Wutbürger”. Axel Hacke schreibt darüber ganz sachlich und ohne Urteil….schon mit einer Meinung, nur eben ohne Urteil. Mit einem Freund unterhält er sich über den Zustand und warum das so passiert. Es ist so, als säße man mit an dem Tisch…ich hätte sehr gern mit diskutiert.

Er spricht auch das Thema Angst an und das wir uns im Zuge der Flüchtlingsthematik kaum trauen auszusprechen, dass es Dinge gibt, die uns Angst machen und das dies nicht gleichzusetzen ist mit einer rechtspolitischen Gesinnung. Ich habe noch nie so oft bei einem Buch zustimmend genickt. 

Ich habe manchmal Angst.

Als Frau.

Wenn ich z.B: spät abends mit der Straßenbahn nach Hause fahre. 2 Haltestellen weiter ist eine Hochburg für Flüchtlinge. Es sind alte, günstige Plattenbauten, wo sie untergebracht werden, was natürlich nach sich zieht, dass hier Problemviertel entstehen. Problemviertel, die nichts mit der Herkunft der Menschen zu tun haben, sondern fehlender Integration und Perspektiven. 

Jedenfalls ist die Straßenbahn oft voll mit Männern, die mir einfach nicht geheuer sind. Sie sitzen breitbeinig da und starren mich unverhohlen von oben bis unten an und unterhalten sich in einer fremden Sprache. Ich weiß also nicht, ob es um mich geht oder ob sie einfach nur nie gelernt haben sich ordentlich hinzusetzen. Fakt ist, dass die Rolle der Frau in vielen Flüchtlingsländern eine sehr untergeordnete Rolle spielt. Sie haben es oftmals nicht anders gelernt und wer bringt ihnen denn bei, dass es hier bei uns anders läuft? Vermutlich niemand und da fangen die Probleme der Integration ja schon an. Wer soll das leisten? Ist das überhaupt möglich? Realistisch gesehen wohl kaum.

Ich jogge nur noch, wenn es hell ist und dann an einer stark befahrenen Straße. Wenn es mal zu spät wird, nehme ich ein Taxi, obwohl die Bahnen wirklich lange fahren. Es wäre nicht wirklich notwendig. Ja, ich habe manchmal Angst vor diesen Männern. Ob das berechtigt ist oder nicht, vermag ich nicht zu sagen….es ist manchmal nur ein Gefühl.

Nur macht nicht alles Angst, was irgendwie unbekannt ist? Was hatte ich einen Respekt davor nach New York zu reisen und dann diese Horrorgeschichten über schlecht gelaunte Officer an der Immigration und heute? Heute würde ich von jetzt auf gleich ins Flugzeug hüpfen und rüber flattern, als wäre das Teil meines Alltags.

Trotzdem glaube ich, dass es wichtig ist, dass wir aussprechen dürfen manchmal Angst zu haben, ohne Angst davor haben zu müssen als rassistisch abgestempelt zu werden. Ich erlebe das aber nur leise und hinter vorgehaltener Hand innerhalb des Freundeskreises oder eben lautstark, wie in Dresden. Es gibt nur laut und leise und offensichtlich keinen gesunden Mittelweg, der sich nach außen durchsetzt.

Politiker, wie Horst Seehofer, streuen ihre Saat parallel dazu noch an der falschen Stelle und beflügeln diese Wutbürger, wie in Dresden, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich bin ein Fan von Angela Merkel, war aber fassungslos, als sie letztendlich doch klein beigab. Mein Vertrauen in die Politik ist so ziemlich am Boden….erst dieses Wahlchaos und dann das fehlende Rückgrat, was aber so dringend notwendig wäre.

 

Manchmal glaube ich, House of Cards ist keine Serie, sondern Realität.

 

Zwischen laut und leise sitzen ganz viele Menschen und schauen fassungslos zu…da bin ich mir ganz sicher. Menschen, wie ich, die manchmal Angst haben, manche Dinge auch nicht richtig finden und die trotzdem niemanden ertrinken lassen würden.

Sehr interessant zu diesem Thema ist übrigens auch das folgende Aufklärungsvideo von den Ärzten ohne Grenzen zum Ablauf der Seenotrettung von Flüchtlingen.

 

 

Es ist nicht alles rosarot und manche Sachen werden von der Politik wirklich merkwürdig geregelt. In meinem unmittelbaren Kreis von Menschen gibt es z.B. jemanden, der schon seit 6 oder 7 Jahren in Deutschland lebt (nicht aus einem akuten Flüchtlingsland), bis heute kein deutsch spricht, Hartz 4 erhält und von einer Maßnahme in die nächste gesteckt wird, weil eben aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse die Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt schwierig ist. Das stößt auch bei mir auf Unverständnis….denn da läuft ja im System ganz offensichtlich was falsch. Wer würde da nicht zugreifen, wenn es einem anderswo deutlich schlechter geht. Aber nochmal….das ist keine Rechtfertigung für Unmenschlichkeit oder den Verlust unserer Werte.

Wenn ich nach Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit leben würde, könnte ich mir den nächsten Strick nehmen. Ich würde den ganzen Tag nichts anderes machen, als mich mit meinen Kollegen zu vergleichen. Was ja recht einfach ist…ich muss nur die gleichen Aufträge auf anderen Blogs nachlesen und kann mich ärgern, dass ich viel zu viel Arbeit in die Umsetzung meiner Aufträge stecke und scheinbar reicht schon so viel weniger um das gleiche Geld zu verdienen. Aber das ist nicht der Anspruch, den ich an mich selbst habe…mit dem ich selbst leben könnte.

Diese Flüchtlinge auf diesem Boot machen unser Leben nicht schlechter. Das ist eine dreiste Behauptung, die ich hier einfach mal aufstelle.

Ich würde gern mal jeden einzelnen Bürger aus dem Video über Dresden diese Frage stellen:

 

Was genau passiert jetzt mit Deinem Leben, wenn die Flüchtlinge z.B. im Hamburger Hafen von Bord gelassen werden würden?

 

Nichts!

Es passiert einfach nichts!

Du würdest es nicht mal merken (außer Du siehst es im Fernsehen)!

Keines unserer ganz individuellen Leben ist direkt davon betroffen!

 

Das muss man sich mal ganz klar bewusst machen….

 

Ich habe deswegen nicht weniger Geld oder verliere meine Wohnung. Ich kann doch nur selber dafür sorgen, dass es mir gut geht. Es war jedoch schon immer einfach andere für das eigene Versagen verantwortlich zu machen. Das hatte ich schon selbst ganz gut drauf.

Vor gut einer Woche habe ich einen interessanten Text über den Flüchtling gelesen, der sich umgebracht hat. Einer der 69 Flüchtlinge aus Horst Seehofers großartiger Geburtstagsrede. Dieser junge Mann kam nach Deutschland und hat intensiv versucht sich zu integrieren. Ein junger Mann mit den besten Absichten, der im Strudel der Formalitäten und Gesetze untergegangen ist. Der Weg endete auf der schiefen Bahn. Es war sehr interessant und informativ über Flüchtlinge zu lesen, die in Deutschland nur geduldet sind.

Im Übrigen ist das so wichtig…informiert Euch, hinterfragt einfach alles, glaubt nicht alles ungesehen, vertraut auf Eure Gefühle, geht in die Diskussion…auch, wenn es manchmal weh tut. Alles ist besser, als zu schweigen. 

Für jeden von uns kommt der Tag, wo wir um Hilfe bitten müssen. Vielleicht brauchen wir Betreuung für unser Kind, man liegt im Krankenhaus oder vielleicht hat man sich finanziell übernommen. Wie dankbar sind wir, wenn sich uns dann eine helfende Hand entgegenstreckt.

Ich frage mich immer was passiert, wenn wir als Land mal Hilfe brauchen….Was würde passieren, wenn wir als letzte Möglichkeit zur Rettung ein altes Boot sehen…mit dem Wissen, dass wir sterben könnten. Es ist die Hoffnung, die diese Menschen antreibt….Es sind Menschen! Die genauso um das Leben ihrer Kinder bangen.

Ich habe ganz sicher keine Lösung parat. Ich finde nur, dass sich die Menschen zwischen laut und leise vielmehr erheben müssen. Wir dürfen nicht mehr nur zusehen und uns in dezenter Zurückhaltung üben, denn wir sind die breite Masse und ich glaube an unsere Menschlichkeit.

Wer die Möglichkeit hat auf der Welt unterwegs sein zu dürfen, dem wird sehr schnell klar, wie gut wir es in Deutschland haben. Hass und Wut sind niemals die Lösung eines Problems.

Eigentlich wollte ich Euch fröhlich von meiner Woche erzählen, nur dieses Thema war einfach wichtiger und lag mir sehr auf dem Herzen.

Ich wünsche Euch einen fabelhaften Sonntag mit ganz viel Menschlichkeit und vielleicht einer helfenden Hand beim Frühstückstisch (das ist mit Teenagern nämlich eine absolute Seltenheit).

 

Eure Andrea

 

 

 

 

 

 

 

10 Kommentare

  1. Agnes Fricke
    22. Juli 2018 / 7:19

    Liebe Andrea,
    Ich finde es großartig, dass du hier auf deinem Blog ein so kontrovers Thema aufgreifst und mit Sicherheit nicht nur Zustimmung bekommen wirst. Ich stimme dir zu und bin überzeugt und gleichzeitig erschüttert, wie sich die Moral und der Anstand in Deutschland verändert hat. Die Veränderung ist offensichtlich und wird als selbstverständlich und normal propagiert. Dies findet nicht nur in Bezug auf die Flüchtlingspolitik statt, sondern auch im Beruf und dem täglichen Umgang miteinander statt. Anstand und Moral scheinen in der heutigen Zeit keine Werte mehr zu sein, die erstrebenswert sind. Mitgefühl wird häufig als Schwäche gesehen. Viele leben nach dem Motto „wenn jeder an sich selbst denkt, ist an jeden gedacht.“ so ist es aber nicht.
    Beste Grüße aus Hamburg,
    Agnes

  2. Charlotte
    22. Juli 2018 / 7:31

    Klasse Beitrag.

  3. 22. Juli 2018 / 9:27

    Danke, liebe Andrea, dass du dich (auch) traust, dieses schwierige Thema anzupacken. Ich habe ja auch erst kürzlich darüber geschrieben und auch ein bisschen Angst, was dann passieren könnte bzw. welche Reaktionen ich bekommen würde:

    https://www.texterella.de/mode-text.php/lifestyle/comments/ich-wuensche-mir-eine-welle-der-menschlichkeit

    Aber nichts sagen, nichts schreiben ist ja auch keine Lösung! Zumindest keine, die ich vor mir selbst vertreten kann. Und du offenbar auch nicht. <3

    • 25. Juli 2018 / 11:21

      Liebe Susi, erstaunlicherweise hatte ich keine Angst. Ich habe mir keine Gedanken darüber gemacht, was andere denken könnten über meinen Standpunkt zu diesem Thema. Denn genau darum geht es doch…das wir in der Lage sind verschiedene Standpunkte kontrovers und lösungsorientiert zu diskutieren.

      Ich habe Deinen Beitrag gelesen und finde ihn, wie so oft, auf den Punkt….Ganz lieben Dank für Deinen Kommentar. LG Andrea

      • 27. Juli 2018 / 9:58

        Angst nicht davor, was andere denken – sondern vor den teilweise sehr heftigen Hate-Reaktionen (die Gott sei dank ausblieben!). Ich war einfach schon zu oft mit Hate-Speech konfrontiert, eine politisch aktive Freundin erhielt auch schon mal “Besuch” – und das sind einfach Sachen, die stecke ich dann doch nicht so einfach weg. (In solchen Momenten bedaure ich es ein Impressum haben zu müssen! ;-))

        Liebe Grüße und ein feines Wochenende!

  4. 22. Juli 2018 / 10:03

    wir haben schon oft sehr intensiv über dieses thema diskutiert. vor allem letzten sommer als ich abends mit der bahn fahren wollte und du mich ins taxi geschleppt hast. ich bin mächtig stolz auf dich, dass du hier darüber schreibst. auch wenn wir nicht in allen punkten einer meinung sind, was eher daran liegt, dass ich mir keine angst machen lassen will und ich mich nicht einschränken lassen mag in meinem täglichen tun. aber darauf kommt es am ende auch nicht an. wichtig ist vielmehr, dass jede von uns stellung bezieht und man nicht schweigt. auf der einen wie der anderen seite. das schweigen vieler macht mir vielmehr angst als die wutbürger, wo auch immer. und was noch viel erschreckender ist, ist das Verhalten und politische agieren der berufspolitiker. hier geht es gerade nur um macht, damit man/frau seinen status erhalten kann. dennoch finde ich, dass angela merkel einen beeindruckenden job macht. und ich mag ihr fehler, wie jedem anderen Menschen auch, zugestehen. sie hat sicher fehler gemacht, jedoch darf man nicht die vielen guten und mutigen entscheidungen vergessen.
    was mir beim lesen bewusst wurde mut und wut, trennen nur verschiedene anfangsbuchstaben.
    danke für deine wut und den darausgewachsenen mut!

    • 25. Juli 2018 / 11:19

      Liebe Bine, ich bin nicht wütend. Es ist eher eine Ratlosigkeit und ich schrieb es ja schon…ich bin ein Fan von Angela Merkel und ja Fehler sind definitiv verzeihbar. Nur hier wäre es ein echtes Statement gewesen…immerhin ging das ja auch als es um Böhmermann ging, nur wäre es hier deutlich wichtiger gewesen.

      Und nein, ich will mir auch keine Angst machen lassen. Ich bin nur manchmal vorsichtiger geworden. Ich bin nicht ängstlich, habe aber ein Stück weit meine Naivität verloren. Denn manchmal entzieht es sich einfach meiner Vorstellungskraft das es wirklich all diese schrecklichen Dinge auf unserer Welt gibt….

      LG Andrea

  5. Tina
    22. Juli 2018 / 10:17

    Liebe Andrea,

    Danke für deinen Beitrag zu einem Thema was mir sehr am Herzen liegt! Ich habe das Gefühl gerade hier bei uns in Bayern das unsere Gesellschaft immer mehr gespalten wird. Sich einst Menschen die zusammen gelacht und gefeiert haben entzweien und zu Rivalen werden aufgrund unterschiedlicher Wertevorstellungen. Und NEIN ich will sicherlich in keiner Welt leben und mein Kind großziehen in der Unterschiede gemacht werden und Menschen aufgrund ihrer Nationalität und Herrkunft wie Menschen zweiter Klasse behandelt werden!
    Und sind wir mal ganz ehrlich ( ich bin vom Fach und sehe Tag täglich wer was bekommt und wo die meisten Probleme herrschen) auch diese Hohlköpfe da in Dresden die „absaufen“ rufen leben doch sehr oft auf kosten vom Vater Staat. Es sind nicht nur die Flüchtlinge. Warum regt sich denn da bitte keiner drüber auf wenn ein gesunder deutscher mittags mit seinen Kumpels Bier saufend im Park hockt Deutschland parolen gröhlt??? Hallo?…. das macht mir zum Beispiel Angst? Diese Wut dieser Hass der in unserem Land geschürt wird und dieser fürchterliche Neid!… Wir leben in einem Sozialstaat und uns wird allen geholfen wenn wir in Not sind. Kein deutscher bekommt weniger…ganz im Gegenteil! Dumme Lügen die verbreitet werden um Hass zu schüren und die „Dummheit“ plappert nach….armes trauriges Deutschland! Aus dem Grund müssen wir aufstehen und uns dagegen stellen damit sowas in unserem Land keine Chance hat! Deutschland soll bunt und sozial bleiben!!!!

  6. Jana
    22. Juli 2018 / 13:01

    Dicker Drücker!

  7. Bea
    23. Juli 2018 / 16:00

    Danke für diesen Text. Auch ich verfolge diese Entwicklung mit großer Sorge. Die Menschlichkeit wird belächelt und man als Gutmensch beschimpft. Ich kommentierte auf facebook und Youtube Beiträge, die gegen Minderheiten hetzen oder Lügen verbreiten. Das ist nur ein kleiner Beitrag, aber ich bin dessen noch nicht müde.
    Ich habe große Angst um die Zukunft meiner Kinder. Mein Ehemann kommt ursprünglich aus Afrika. Er ist nicht als Flüchtling nach Deutschland gekommen. Arbeitet als Ingenieur, spricht perfekt Deutsch, engagiert sich als Jugendtrainer im Verein… Er ist also integriert. Wie sieht die Zukunft meiner Kinder aus? Ich habe große Angst vor den Wutbürgern und davor in welche Richtung die Stimmung in Deutschland führt. Ich kenne viele Menschen mit Migrationshintergrund, viele von ihnen sind als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Viele sind Muslime. Aber 99 Prozent von ihnen sind fleißig, nehmen jede noch so schlecht bezahlte Putzstelle an, arbeiten in Restaurantküchen… Sie führen ein hartes Leben hier und sind sehr dankbar. Ich denke die wenigsten von uns würden gerne mit ihnen tauschen.
    Es geht uns so gut wie nie zuvor, es ist so sicher hier Leben. Wovor kann man so große Angst haben, dass man Menschen lieber sterben lässt, als sie im Land aufzunehmen und ihnen zu helfen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*