Menschen, die anders sind…#VonAnfangAn mit der Aktion Mensch!

Menschen, die anders sind…#VonAnfangAn mit der Aktion Mensch!

 

2001 hatte ich eine Fehlgeburt. 2004 wurde ich endlich wieder schwanger. Ganz unverhofft.

2004 war ein 3D Ultraschall noch eine absolute Besonderheit. Mein Mann wollte unbedingt diese Erinnerung für uns und so machten wir einen Termin bei einem Professor in Bonn. Damals haben wir ungefähr 200 Euro dafür bezahlen müssen und ich erfreue mich heute noch an den Bildern.

Aber dieser Termin hat mir große Angst gemacht.

Der 3D Ultraschall beinhaltete eine große, sehr intensive Untersuchung. Eine Untersuchung, die auch auf eventuelle Fehlbildungen hätte hinweisen können. Ich war damals im 6. Monat und hätte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr wissen wollen, ob etwas nicht stimmt mit meinem Baby. Die Angst vor der Frage, was wir dann tun sollen…war einfach zu groß und manchmal muss man das Leben einfach seinen Weg gehen lassen. Zumindest ist das meine Einstellung dazu.

Ich lag also schweißgebadet auf der Liege und ließ die Untersuchung über mich ergehen. Es stellten sich tatsächlich ein paar Ungereimtheiten heraus und Luca wurde ein Frühchen, was letztendlich per Kaiserschnitt zur Welt kam. 

 

Menschen, die anders sind...#VonAnfangAn mit der Aktion Mensch!

 

Er ist gesund.

Er ist größer als ich.

Er trägt Schuhgröße 44.

Er futtert mir die Haare vom Kopf.

Er hat mein Leben komplett gemacht.

 

Er ist ein Geschenk…das wertvollste Geschenk meines Lebens!

 

Meine Mama ist 61. Sie arbeitet seit ihrem 14. Lebensjahr. Sie ist gelernte Näherin. Aber als wir 1991 in den Westen gingen, hat sie erst geputzt und seit nunmehr über 20 Jahren begleitet sie behinderte Kinder auf ihrem Schulweg in einem Bus. Jeden Tag. Meine Schwester und ich haben sie in Urlaubszeiten manchmal vertreten.

Die Grundschule, in die Luca ging, war eine sogenannte Inklusionsklasse. Er hatte also von klein auf Kinder in seiner Klasse, die eine Behinderung hatten. Er ist heute sehr sensibilisiert für diese Themen. Wir sprechen oft darüber und diskutieren und auch, wenn es uns im Augenblick wirklich gut geht, möchte ich ihn mit einer großen Portion Demut und Dankbarkeit erziehen und das er hinschaut, genau hinschaut und nicht bewertet und urteilt.

 

 

Menschen, die anders sind….#VonAnfangAn mit der Aktion Mensch!

 

Der Punkt ist, dass ich eigentlich gar nicht darauf rumreiten möchte. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, Kinder mit Behinderungen in unseren Alltag zu integrieren. Einfach so….ohne sich Gedanken darüber zu machen, dass sie anders sind. Umso weniger Berührungsängste da sind, umso natürlicher wird der Umgang mit ihnen.

Meine Mama erzählt manchmal von den Kindern, die sie betreut. Aber sie erzählt es mit einer riesengroßen Selbstverständlichkeit. Diese Kids gehören zu ihrem Alltag und sie haben sich in ihr Herz geschlichen. Sie geht mit ihnen nicht anders um. Meine Mama ist perfekt für diesen Job, weil sie – ohne darüber nachzudenken – einfach macht.

Nach über 20 Jahren, kurz vor der Rente, steht ihr Job übrigens auf der Kippe. Es geht, wie immer um Geld. Es müssen Busse gefunden werden, die günstiger und effektiver transportieren….das macht mich unfassbar traurig und zeigt einfach, dass Kampagnen, wie die von Aktion Mensch nach außen getragen werden müssen!

 

Zukunft ist das, was wir daraus machen! Gemeinsam für eine Zukunft, in der Unterschiede ganz normal sind. #VonAnfangAn

 

Bitte schaut Euch das Video an und tragt es weiter. Dankeschön!

 

Eure Andrea

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1 Kommentar

  1. Nadja Fischer
    15. Juni 2018 / 10:57

    Liebe Andrea,
    vielen Danl für diesen tollen Blogpost! Das ist ein so wichtiges Thema! Wir haben unseren Sohn (mittlerweile fast 17) ganz bewusst in der Grundschule für die Integrationsklasse angemeldet! Und es geht uns genau wie dir mit Luca! Und wir sind im Nachhinein so dankbar und glücklich, diese Entscheidung getroffen zu haben, da ein paar Jahre später unser Neffe mit einem Gendefekt (Duchenne Muskeldystrophie) geboren wurde!
    Liebe Grüße auch an deine Mama! Sie macht einen so so wichtigen Job!
    Viele liebe Grüße,
    Nadja

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