Müssen wir uns jetzt wirklich alle schön finden?

Müssen wir uns jetzt wirklich alle schön finden?

 

Ich liebe das Internet. Fast immer. Ja wirklich.

Manchmal aber auch nicht. Manchmal geht es mir voll auf den Wecker.

Vergangene Woche z.B., als Meghan & Harry ihre wunderbare Hochzeit feierten, da gab es immer wieder diesen Schlag Menschen, der darauf aufmerksam machen muss, dass es doch neben all den pompösen Feierlichkeiten große Missstände auf unserer Welt gibt. Einfach mal nur freuen und was schön finden….haben wir offenbar verlernt.

 

Müssen wir uns jetzt wirklich alle schön finden? Selbstliebe mit Mode von Klingel und Laura Kent!

 

Hin und wieder frage ich mich, wenn ich im Supermarkt stehe, ob ich diesen Käse in der Plastikverpackung kaufen darf oder ob eventuell ein Shitstorm über mich hereinbricht, weil ein Glas Nutella auf meinem Tisch steht, ich Kaffee aus Kapseln trinke oder schon (aus Versehen) Wasser von Nestlé gekauft habe. Kommt Euch davon irgendwas bekannt vor?

Ich könnte ein ganzes Buch über diese ewige Heuchelei und den ständig erhobenen Zeigefinger schreiben.

Aber es geht auch andersrum.

Ja, ich weiß. Es ist ein Kampf und es ist richtig gegen “Bodyshaming” hin und wieder ein Zeichen zu setzen und ja, es ist auch wichtig sich selbst zu lieben.

Aber diese ewige Selbstliebe und dieses ständige “akzeptiere dich selbst” geht mir auch ordentlich auf den Wecker. 

 

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Selbstliebe und Akzeptanz des eigenen Körpers und auch des eigenen Ich’s ist doch ein fortwährender Prozess, der niemals aufhört. Mir kann 1000 mal jemand sagen, ich sei schön oder könne mich so wohlfühlen, wie ich bin. Wenn ICH mich aber mit mir nicht wohl fühle, dann haben wir wohl ein Problem. Mir dann immer wieder zu sagen, das doch alles ok ist….macht es doch irgendwie nicht besser….jedenfalls für mich nicht.

Natürlich gibt es Tage, da komme ich besonders gut klar mit mir selbst und versinke förmlich in Selbstliebe und dann gibt es Tage, da geht einfach mal gar nix. Da stelle ich mich in Frage, finde mich hässlich, zu dick, zu viele Falten und überhaupt….

 

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Bei all dem Hype um Selbstliebe, Körperakzeptanz und Achtsamkeit fehlen mir wichtige Komponenten! Jeder tickt doch einfach anders und wir verlieren bei all den Ratgebern um uns herum unsere eigene Intuition. Und auch die entwickelt sich nun mal erst mit dem älter werden und auch mit der Erfahrung des Lebens. Das ist eine nicht diskutierbare Tatsache (auch, wenn man das mit 10, 20 und 30 nicht hören will).

Meine Mama hat mich vor 14 Jahren, als Luca auf die Welt kam, schon für völlig verrückt erklärt…absoluter Lieblingsspruch:

 

Diese Mütter von heute…so nen Quatsch hätte es früher nicht gegeben…

 

Aber die Mütter von heute würden mir wahrscheinlich das Jugendamt auf den Hals hetzen, wenn sie wüssten, wie wenig mich der Hype um Windeln, Brei & Co. interessiert hat. Pekip, Krabbelgruppe, Baby-Yoga oder musikalische Früherziehung? Nein danke! In dieser Zeit bin ich lieber fröhlich mit dem Kinderwagen ins Freibad abgedüst. Als mein Sohn geboren wurde, habe ich immer noch Kartoffelbrei aus der Packung gekocht und hatte einen fröhlichen Vorrat diverser Maggi und Knorr Produkte im Vorratsschrank. Brei? Brei hab ich in Gläschen gekauft. Ich bin gar nicht dazu gekommen mich intensiver damit zu beschäftigen, weil unser Sohn recht schnell nach handfester Nahrung verlangt hat. Ganz nebenbei….er lebt noch!

Wir haben damals unser Leben nicht und um unseren Sohn gedreht. Wir haben ihn einfach in unser bestehendes Leben eingebunden und nur ganz wenig verändert.

 

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Ich finde es völlig ok, wenn wir mit Unsicherheiten zu kämpfen haben oder uns selbst (manchmal) nicht mögen. Wer will, kann das ja verändern. Alles kann, nichts muss. Ich muss mich nicht schön finden, nur weil sich jetzt der große Hype um Selbstliebe dreht.

Ich habe schon Rhetorik und auch Kommunikations-Fortbildungen besucht. Manchmal sind diese Kurse mit so esoterischem Quatsch angehaucht. Hin und wieder war ich dann die Einzige in der Gruppe, die sich verweigert hat. Viel schlimmer…ich musste echt aufpassen, dass ich keinen Lachkrampf bekomme. Wir mussten uns in einem der Kurse mal alle an die Hände nehmen und uns irgendwas vorstellen und komische Geräusche von uns geben. Das fand ich schon mal voll doof und hab die Augen aufgemacht und war total belustigt davon, wie alle voll dabei waren (nur ich eben nicht). Offensichtlich läuft bei mir gehörig was schief….ich kann diesen Dingen einfach nichts abgewinnen.

 

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Versteht mich nicht falsch. Ich lasse mich gern inspirieren. Sehr gern sogar. Nur eben nicht so.

Ich finde es auch nicht verwerflich es auf diesem Weg zu tun, der mir persönlich nicht so in den Kram passt. Auch da wären wir wieder beim Thema menschliche Individualität. Mir persönlich ist es nur einfach manchmal zu viel “rosarot”…und anstatt auf uns selbst zu vertrauen, auf Freunde und Wegbegleiter zu vertrauen, lassen wir uns von dem ablenken, was der Trend uns gerade aufs Auge drückt und irgendwie heißt der Trend gerade Achtsamkeit und Selbstliebe.

Aktuell gehe ich ja wieder ins Fitness-Studio. Das letzte Mal habe ich vor 17 Jahren eins von innen gesehen. Da hat sich ne ganze Menge verändert. Was es nicht alles für Trendsportarten gibt….meine Güte. Aber am allerliebsten mache ich immer noch das, was ich am besten kann…ich ziehe mir die Laufschuhe an, mache die Musik in den Ohren laut und renne los. Ich muss das nicht verändern, nur weil 50 verschiedene Kursarten auf dem Plan stehen, die mir was anderes vermitteln sollen und wollen.

 

Müssen wir uns jetzt wirklich alle schön finden? Selbstliebe mit Mode von Klingel und Laura Kent!

 

Ich ziehe meine Inspiration aus den Menschen, mit denen ich mich umgebe. Oder auch von Menschen, die ich einfach nur beobachte. Auch kurze Begegnungen können sehr wegweisend sein. Meine Inspiration ist auch das Reisen und einfach das Leben an sich…mit all seinen täglichen Stolperfallen.

Die Gefühle, die uns täglich begleiten, sind etwas ganz natürliches. Und dazu zählen eben auch Dinge, wie sich nicht schön zu finden oder etwas an sich nicht wirklich akzeptieren zu können. Wie langweilig wäre denn unser Alltag, wenn wir uns nicht hin und wieder mit uns selbst auseinandersetzen würden.

 

Müssen wir uns jetzt wirklich alle schön finden? Selbstliebe mit Mode von Klingel und Laura Kent!

 

Selbstliebe mit Klingel und Laura Kent!

 

Auch, wenn es eine absolute Seltenheit an einem Sonntag im dreiraumhaus ist, aber dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Klingel entstanden.

Ich mag Mode. Mein Schrank ist voll. Aber Kooperationsanfragen, die mit Mode zu tun haben, sind immer noch ein großes Problem für mich. Ich schiebe das dann gern vor mir her und habe echt Panik vor der Umsetzung. Ich sehe dann immer die wirklich großartigen, anderen Kolleginnen mit ihren tollen Bildern und Ideen und versinke in Selbstzweifeln.

Sich selbst abzubilden, beinhaltet eben auch immer die Gefahr, dass dir jemand sagt:

 

Man, Du siehst ja völlig Banane aus….

 

Und das will einfach niemand hören. Und wenn man es hört, ist es….IMMER! verletzend (selbst, wenn es stimmt!).

 

Müssen wir uns jetzt wirklich alle schön finden? Selbstliebe mit Mode von Klingel und Laura Kent!

 

Ich habe es trotzdem gewagt. Eigentlich wollte ich die Outfits auf Sylt fotografieren und Euch mit meinen ersten Drohnen Aufnahmen überraschen…aber manchmal kommt das Leben eben anders. Und mein Zuhause ist ja auch eine ganz wunderbare Kulisse.

 

  • Die Jeansjacke von Laura Kent findet Ihr hier.
  • Die rosa Strickjacke von Laura Kent findet Ihr hier.
  • Die weiße Jeans von Laura Kent findet Ihr hier.
  • Das gestreifte Sweatshirt von Laura Kent findet Ihr hier.

 

Und jetzt? Wünsche ich Euch einen fabelhaften Sonntag. Ich bin jetzt…für mehr Selbstliebe…auf dem Weg zum Bootcamp in Leipzig.

 

Eure Andrea

 

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12 Kommentare

  1. mathilde
    27. Mai 2018 / 7:47

    super geschrieben genau auch meine Einstellung
    TOOOLLLLLL

  2. Marion
    27. Mai 2018 / 7:58

    Guten morgen Andrea ,
    Das Outfit sieht schon mal Klasse aus. 👍👏🌹

    Desweiteren finde ich diesen Hype um Selbstliebe genauso übertrieben.

    Ich bin schon der Meinung , zuallererst muss man sich selbst mögen , akzeptieren , gut finden. Denn mit dem nôtigen Selbstbewusstsein durchs Leben gehen.
    Ich müsste auch Sport machen – kann mich echt nicht aufraffen. Hab auch einen Stepper zu Hause. Bewege mich schon sehr viel – dennoch – da kommt dann mal das Eis oder ein Stück Kuchen und ich Geniesse es 😉 ;). Auch bei mir gibt es Tage – da denk ich – jetzt muss du was machen – Sport – noch mehr Salat – Süsses weg lassen!!
    Aber dann kommen die Zeiten – in denen bin ich sehr zu frieden mit mir .
    Also – kann der Sport warten.
    (. Ich werde 55. bin 158 gross und wiege 70 – 74 kilo – das schwangt schon mal ). Ich möchte schon unter 70 kommen und bleiben 😉 ;). Schaun wir mal.
    Hab noch einen schönen Sonntag ! 😄😎☀️🌹 Freu mich auf deine nächste Story. 😉 😉

    • 28. Mai 2018 / 6:56

      Liebe Marion, danke für Deinen ausführlichen Kommentar. Ich habe mich auch ewig nicht zum Sport aufraffen können und es bleibt auch ein ewiger Kampf für mich. Ich liebe Sport, aber es ist auch keine Selbstverständlichkeit für mich….das Sofa ruft oft sehr viel lauter. Liebe Grüße, Andrea

  3. Ella
    27. Mai 2018 / 15:36

    Hallo liebe Andrea,
    toller blog & schöner Style. Wo ist die coole Tasche mit den Seilhenkeln zu bekommen?
    Schönen Sonntag

    • 28. Mai 2018 / 6:55

      Liebe Ella, dankeschön! Die Tasche habe ich bei Breuninger gefunden. Das ist ein Modell von Michael Kors. LG

  4. Andrea
    27. Mai 2018 / 16:31

    Liebe Andrea,

    vielleicht liegt es am selben Namen, aber manchmal denke ich, ich wäre DU 😉. Du hast sooo Recht mit deiner Einstellung zu vielen Dingen ! Nur das mit dem Aufraffen zum Sport ist mir noch nicht gelungen. Vielleicht kommt es ja noch 😊. Bleib wie du bist, auch wenn du dir manchmal nicht gefällst. Ich finde dich klasse 😊.
    Liebe Grüße
    Andrea

    • 28. Mai 2018 / 6:54

      Liebe Andrea, ja vielleicht ist es ja tatsächlich der Name…:-) Ich glaube, wir verlieren uns manchmal so sehr in allem, was uns umgibt, dass wir immer wieder vergessen auf uns selbst zu hören. Manchmal muss man sich einfach nur daran erinnern und dazu aufraffen. Das ist quasi ähnlich, wie beim Sport.

      LG Andrea

  5. Kerstin
    27. Mai 2018 / 17:10

    Danke 👍😀….. manchmal kommt man sich in der heutigen Zeit wie ein Depp oder Versager vor…… nicht aber nach Deinem Artikel

    • 28. Mai 2018 / 6:51

      Wir sind keine Versager. Ich finde es wichtig nicht blind durchs Leben zu gehen, aber eben auch nicht verbissen. Liebe Grüße, Andrea

  6. Kerstin
    28. Mai 2018 / 12:27

    Liebe Andrea,
    ich folge dir schon länger auf Instagram und lese auch sehr gerne deinen Blog. Du bist so erfrischend ehrlich und dafür feier ich dich! Ich bin 38 Jahre alt, habe eine 14 jährige Tochter und hatte gerade beim Lesen einen Flashback! 🙂
    Ich war alleinerziehend und hatte auch keine Zeit mir groß Gedanken zu machen und die Breipackungen oder Hipp Gläschen rauf und runter zu lesen ob da nicht irgendetwas drinn ist was nicht drinn sein sollte… bei uns gabs zur Abwechslung auch gerne zermatschte Banane mit Biskotten oder ähnliches. Babyjoga?! Die Kleine ins Wagerl gepackt und losgelaufen so war´s! 😀 Selbstliebe alles Recht und schön aber wie du sagst, wenn ich mich selber nicht mag dann hilft mir das Selbstliebegerede auch nichts… mir halt nix. Ich glaube jede Frau hat Tage wo man sich mehr mag und mal weniger. Ich denke das ist ganz normal… Sport muss mir Spass machen ansonsten ist es eine Quälerei und hilft mir auch nicht wirklich. Ich hab das Mountainbiken für mich entdeckt und das macht richtig Freude!
    Liebe Dank für diesen Post und liebe Grüße aus Österreich!

    Kerstin

  7. Kathrin
    28. Mai 2018 / 13:35

    … das frage ich mich auch oft. 🙂
    Toll geschrieben! Ich bin happy, wenn ich “zufrieden” mit mir bin.
    Manchmal hilf mir ein kleiner check up: geht es den Kindern gut? Geht es den Eltern gut? Dem Mann und mir?
    Das relativiert mache selbstkritische Betrachtung.
    Inzwischen nehme ich mir auch die Freiheit, mich nicht zu verstellen. Mir ging das auf einer Schulung auch mal so.
    Ich wollte die Neuheiten sehen und sollte stattdessen so eine seltsame Übung absolvieren. Hab dann gesagt: “Dafür bin ich nicht hier!” Alle anderen haben brav mitgemacht und kamen dann aber in der Kaffeepause um mich zu bestärken – dazu fällt mir dann nichts mehr ein. Besonders, da ich den Zuspruch nicht brauchte 😉

    Einen schönen Tag!
    Ich aboniere jetzt gleich mal Deinen Blog, “gefunden” habe ich Dich auf instagram.

    Herzlichen Gruß
    Kathrin.

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