auf Augenhöhe…

auf Augenhöhe…

Es ist gar nicht so einfach wieder in einen Rhythmus hineinzufinden. Februar, März und auch ein Teil des Aprils waren geprägt von bedeutsamen Reisen und auch die Osterferien liegen bereits hinter uns. Seitdem versuche ich wieder mit meinen regelmäßigen Blogposts zum Samstag und Sonntag in die Gänge zu kommen.

Ich habe 2 Jahre lang voll Power durchgezogen, immer mit der Angst im Nacken ohne genügend Aufträge und somit auch ohne genügend Geld für meinen Sohn und mich dazustehen. Kindesunterhalt ist in unserem Fall eine….sagen wir mal…recht unsichere Komponente und in solchen Situationen setzt mein unerschütterlicher Überlebenstrieb ein und das ich nicht auf “irgendjemanden” angewiesen sein möchte.

Abgesehen von den Reisen, haben mich die vergangenen Wochen auch nochmal emotional ordentlich an die Grenzen meines gesunden Menschenverstandes gebracht. Aber ich habe mich dazu entschieden, darüber nicht zu schreiben…vorerst nicht. Ich würde es aus den falschen Gründen tun, ich würde das dreiraumhaus dazu benutzen Menschen Schmerz zuzufügen und so will ich einfach nicht sein. Vielleicht schreibe ich darüber, wenn ich emotional damit nicht mehr verknüpft bin und es nur noch ausschließlich sachlich reflektieren kann….aber nicht mal das kann ich wirklich sagen.

Insgesamt ist also eine Menge passiert und ich habe an vielen Stellen einfach mal nix gemacht. Jedenfalls nichts, was mit dem Blog was zu tun hatte. Offensichtlich war ich soweit, mal etwas Druck und Gas raus nehmen zu können und zu agieren, wie es mir passt und der Witz an der Sache? Die Welt hat sich weiter gedreht….ein richtig gutes Gefühl! Es gab Tage, da habe ich nicht mal in meine Statistik geschaut. Eigentlich ein Unding für mich. Das war schon fast ein Zwang.

Ich habe also wirklich Urlaub gemacht, mich auf mich konzentriert und Wochenenden genossen.

Aber so langsam kommen die Lebensgeister und meine Energie zurück. Ich hab großen Bock wieder voll Power durchzustarten. Vor mir steht ein Berg von Projekten. In den kommenden 2 Wochen geht das neue dreiraumhaus online. Ich fühle mich, als würde ich einen neuen Laden eröffnen. Ich bin aufgeregt. Außerdem beziehe ich morgen offiziell mein Büro.

Manchmal werde ich gefragt, wie der Blog erfolgreich geworden ist. Das kann ich nicht sagen. Es ist eine Verkettung von Umständen und es war eben nie ein Muss. Es war eine gesunde Entwicklung über viele Jahre und ich bin nur Schritte gegangen, wenn es sich richtig angefühlt hat. Wenn mein Bauchgefühl nicht stimmt, dann lasse ich es sein oder verändere die Rahmenbedingungen. Ich glaube nicht daran, dass man irgendwas erzwingen kann. Natürlich spielen Mut und Wille eine starke Rolle, aber Verbissenheit ist ganz sicher ein Weg zum Mißerfolg. Denn Verbissenheit macht die Ausstrahlung kaputt. Ihr kennt doch sicher diese Situationen, wenn man etwas zu sehr will…dann funktioniert es nämlich meistens nicht.

Mich zurücknehmen zu können, war ein langer (wirklich sehr langer) Prozess. Ich bin eigentlich immer nach vorne geprescht und hab laut geschrien “hier bin ich”. Ich nehme mittlerweile viel besser wahr, was mir mein Umfeld bietet und ich lerne und profitiere davon. Ich bin in der Lage anzunehmen und das konnte ich lange überhaupt nicht.

Offensichtlich inspiriere ich viele Frauen. Das ist manchmal beängstigend. Weil ich mich selber als nicht wichtig empfinde. Also das soll jetzt kein gelungenes Understatement werden….natürlich mag ich mich selbst und hoffe, dass ich für die Menschen in meinem Leben wichtig bin, aber ich nehme mich selbst nicht zu wichtig.

Ich dachte, wenn das Thema Trennung irgendwann mal durch ist und ich es verarbeitet habe, dann würde das Interesse abebben, aber das Gegenteil ist der Fall. Viele Frauen schöpfen Kraft und Mut aus der Situation, die ich nach außen getrage habe. Ich könnte aus den Gedanken der vergangenen 2 Jahre ein Buch zusammenfassen und es würde sich ein Weg abzeichnen.

Das war auch irgendwann mein Motivator weiter darüber zu schreiben. Irgendwann kehrten nämlich wieder Glück und Zufriedenheit in mein Leben zurück und dafür hat sich einfach jeder Schritt gelohnt. In meinem Fall sogar der Schritt der Trennung. Und für Menschen, die in einer ähnlichen Situation stecken oder die gerade Fragezeichen im Kopf haben, ist es sehr wichtig zu lesen, dass es einen Weg raus gibt. Man muss einfach nur anfangen. “Handeln” ist das Zauberwort! Ohne das geht es nicht. Nur reden und nachdenken führt auf keinen Fall zum Ziel…erklärt sich hoffentlich von selbst.

 

Ich bin kein Fan von Trennungen.

 

Es macht mich vielmehr traurig zu sehen, wieviele Paare sich im Alltag verheddern und sich nicht mehr wahrnehmen. Manchmal möchte ich schreien und alle mal kurz durchschütteln und ihnen sagen, welches Geschenk sie da eigentlich wegwerfen. Was ist so schwer daran aufeinander Acht zu geben, aufmerksam zu sein, wirklich zuzuhören? Liebevoll zu sein?

Ich habe mir mal die Mühe gemacht und die Scheidungsstatistik herausgesucht:

 

Im Jahr 2016 waren Männer zum Zeitpunkt ihrer Scheidung durchschnittlich 46,6 Jahre alt, Frauen waren im Schnitt 43,6 Jahre alt.

 

Ich bin selber 41 und könnte heute ein Buch darüber schreiben, warum es genau dieses Alter trifft. Ich bin ja faktisch selber davon betroffen. In der ersten Hälfte des Lebens arbeitet man einen Lebensplan ab.

 

  • Schule
  • Abitur
  • Ausbildung
  • Studium
  • Beruf
  • Familienplanung

 

Und dann ist man 40. Die Kinder sind aus dem Gröbsten raus und man stellt fest, dass man sich selbst vergessen und im schlimmsten Fall die Partnerschaft nicht gepflegt hat.

Kinder verändern in einer Partnerschaft übrigens ganz viel. Und das kann man erst wissen, wenn man wirklich welche hat. Man teilt Aufmerksamkeit und Erziehungsthemen bieten viel Potential für Streit.

Ich kenne nur ein Ausnahmepaar in meinem Freundeskreis und das ist ein Ausnahmepaar, weil sie es offensichtlich geschafft haben miteinander zu reden. Sie begegnen sich, trotz unterschiedlicher Sichtweisen auf das Leben, auf Augenhöhe.

Das war ein Haufen Arbeit, an dem ich immer wieder teilhaben durfte, aber sie haben es auf ganz beeindruckende Weise geschafft ihrer Ehe ein Fundament zu geben. Vielleicht schreibe ich irgendwann mal darüber oder es gibt eine interessante Podcast-Reihe dazu. Auch das verstehe ich als Inspiration und hoffentlich lesen das dann auch Männer oder hören einfach mal zu. Den Menschen einfach nur auszutauschen, der einen jahrelang begleitet hat, wird nämlich immer wieder zu den gleichen Problemen führen. Mein Noch-Ehemann kann dazu sicher eine ganze Menge erzählen…das wäre sicher ein Knaller-Podcast. Ich werde mal eine offizielle Interviewanfrage stellen.

Hach, es tut gut den Gedanken hier mal wieder freien Lauf zu lassen. Luca und ich haben, trotz des Wetters, einen Wohnungsmarathon beschlossen. Wir werden uns also zwischen Couch, Küche und Balkon bewegen. Wir haben gestern Grillfleisch besorgt und chillen so richtig rum. Dafür waren wir gestern ordentlich mit dem Fahrrad unterwegs.

Und ich freu mich unfassbar auf die kommende Woche. Morgen geht’s ins Büro. Sabine kommt, wir gehen zu einem Supperclub und nehmen den Podcast in Angriff. Der Relaunch geht in die letzte Runde und der Frühling bleibt mit um die 25 Grad. Und dann wäre da noch die Kooperation mit Fitness First, die mich faktisch zum Sport zwingt…!

Meine Laune könnte gerade nicht besser sein.

Ich wünsche Euch einen fabelhaften Sonntag.

 

Eure Andrea

4 Kommentare

  1. Susanne
    15. April 2018 / 11:14

    Liebe Andrea,

    ich habe es zu viel, grade in den ersten Jahren nach der Geburt, in meiner damaligen Partnerschaft – angefasst zu werden. Ich hatte das Gefühl, 24h steht nein Körper für meine Männer zur Verfügung 😳. Unser Sohn, angefangen mit dem stillen und nach Feierabend mein Partner… uuuaahhhh!!! Wie oft hörte ich damals – mit einem Kind wird alles besser… ja. Wie du schriebst, man weiß es erst, wenn man sie hat – wie sehr sie eine Beziehung verändern. Mein Sohn ist nun 20. wenn meine Kolleginnen stolz ihren Nachwuchs zeigen und ich frage: und auch noch glücklich in der Partnerschaft? Betretenstes schweigen. Na. Wenn sie wüssten 🦋.
    Mein Wort/ Wörter zum Sonntag 🙈.
    ❤️-lichst
    Susanne

  2. 15. April 2018 / 16:25

    Ich freue mich unbeschreiblich auf Dich! Mr.Right packt gerade das Auto und sucht MEINEN #lieblingleipzigschlüssel. Nach einem 12h Flug bin gut gerade nicht mehr in der Lage. Wahrscheinlich ist er irgendwo in einer meiner Taschen. Wenn wir mit meinem Auto fahren grenzt es an einer Meisterleistung alles für 3 Wochen zu ordnen…
    Ein Podcast mit Herrn S. würde mich auch reizen. 😉
    Ich freue mich unbändig auf Dich, mich und uns! Let‘s get the shit done!

  3. 16. April 2018 / 20:24

    Liebe Andrea,

    wenn ich Deine Beiträge lese kommen mir oft die Tränen. Fragezeichen im Kopf…die habe ich auch gerade. Es ist blöd mit sich selbst nicht im Reinen zu sein. Toll, wie Du das alles geschafft hast!
    Herzliche Grüsse
    Christa

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