Die dunkle Seite…meine Wochengedanken aus KW11!

Die dunkle Seite…meine Wochengedanken aus KW11!

Vor ein paar Wochen erreichte mich die Mail einer Leserin.

Offen gesagt eine Mail, die mich kurzzeitig einigen Selbstzweifeln oder besser gesagt einer gewissen Ungläubigkeit überließ. Ich brauchte einen Moment, zog mich etwas zurück, flog nach New York und lief zu alter Form auf.

Ich will dem Inhalt dieser Mail, überhaupt dieser Frau, nicht allzu viel Platz auf meinem Blog geben. Sie ließ sich über 1,5 Seiten lang über mich als Mensch aus, warf mir vor das ich meine Trennung immer noch verarbeiten würde und am Ende empfahl sie mir psychologische Hilfe. Ich kenne diese Frau übrigens nicht und vermutlich bin ich ihr auch noch nie über den Weg gelaufen. All das…um mir eigentlich nur mitzuteilen, dass ich sie als Leserin verloren hätte.

Es ist immer wieder interessant, wie sich das anfühlt. Mich erreichen fast täglich Mails oder eben Feedback auf verschiedenen Kanälen. Nehmen wir mal an, es schreiben 100 Menschen….99 hinterlassen ein positives Feedback, freuen sich über Inspiration oder neue Energie, finden sich wieder und einer lässt sich negativ aus, meist auch leider unsachlich oder sehr persönlich…immer in der wirren Annahme mich anhand meines Internetauftritts wirklich zu kennen. Einen kurzen Moment lang jedenfalls….wiegt dieses negative Feedback endlos mehr, als das Feedback von 99 weiteren Personen.

Ihr kennt das sicher!

Ich überlegte z.B. kurz das Wort “Trennung” nie wieder zu verwenden in meinen Artikeln. Nur ist es eben meine Spielwiese, niemand wird gezwungen zu lesen. Keiner meiner Leser muss bezahlen für Artikel und all den Content, der hier zur Verfügung gestellt wird. Der Witz an der Sache ist doch tatsächlich…jeder kann kommen und gehen, wann er will.

Als ich die 5 Tage alleine in New York war, dachte ich….verdammte scheiße Andrea….scheiß doch drauf”  (das ist übrigens gleich 2 mal “Scheiße” in einem Satz…).

Du tust nicht das, was “JEMAND” von dir erwartet, sondern du tust das, was du von dir selbst erwartest.

Nehmen wir das Trennungsthema…es ist Bestandteil meines Lebens. Die Trennung hat zu großen Veränderungen geführt und war es Anfangs noch die Verarbeitung von Schmerz, Wut und Trauer ist es heute ein sachlicher Rückblick auf das Geschehene und was daraus geworden ist. Z.B., dass ich ganz für mich alleine in New York unterwegs sein konnte und es bis in die letzte Faser meines Körpers genossen habe.

Es ist für mich, wie eine Art Selbsttherapie darüber zu schreiben. Mich dabei auch immer wieder selbst zu reflektieren. Nach knapp 18 Jahren ist es nun mal kein Zuckerschlecken den Partner zu verlieren und immer wieder mit Herausforderungen konfrontiert zu werden. Und die Herausforderung besteht vor allem darin, trotz aller Verletzungen ein gutes Miteinander zu finden um unseren Sohn weiterhin gute Eltern sein zu können.

Liebe, Eifersucht und Hass waren schon immer Gründe für Kriege. Es ist also ein Thema mit dem man sich auseinandersetzen muss um den Boden unter den Füßen zu bewahren und sich nicht in Emotionen zu verlieren, die einen selbst zerstören und auch ganz viel drumherum mit in den Abgrund reißen.

Während es also für den einen so aussieht, als hätte ich die Trennung nicht verarbeitet, ist es für viele andere ein “Gottseidank geht es nicht nur mir so“. Sie finden sich wieder und schöpfen Kraft aus meinem Weg. Und es ist nun mal ein Weg. Ein richtig spannender sogar. Ich stelle ihn zur Verfügung mit allen Höhen und Tiefen und auch Gefühlen.

 

So ätzend dieser Schmerz auch war, er ist vorüber. Das ist ein Fakt.

 

Heute kann ich sehen, was es mit mir gemacht hat. Ich hatte die Möglichkeit mich sehr intensiv mit mir selber auseinanderzusetzen. Ich musste immer wieder an meine Grenzen gehen und das waren zum Teil sehr heftige, emotionale Erfahrungen. Ich habe sie analysiert, mich selbst in Frage gestellt und Menschen, denen ich vertraue, daran teilhaben lassen.

Nicht alles findet einen Weg auf diesen Blog, nicht alles teile ich mit meiner Community. All das hier sind Momentaufnahmen, aber die Woche hat 7 Tage und der Tag hat 24 Stunden…Auch, wenn es anders wirkt….das hier….ist nur ein Bruchteil meines täglichen Lebens.

In New York habe ich das Buch über Anstand von Axel Hacke weitergelesen. Es glich schon fast einer täglichen Routine. Ich ging runter zu Starbucks, bestellte einen Cappuccino und einen Bagel, hockte mich in einen der Sessel und las. Manchmal lief mir eine Träne übers Gesicht. Vor lauter Erleichterung.

Ganz oft dachte ich “Gottseidank Andrea…da draußen gibt es noch jemanden, der genauso denkt, wie du“. Dieses Buch ist quasi mit mir um die Welt geflogen, so sieht es mittlerweile auch aus und es ist wie eine kleine Bibel für mich….ähnlich, wie das “Café am Rande der Welt” ….nur eben mit völlig anderem Inhalt und völlig anderer Message.

Ich arbeite täglich daran Menschen nicht mehr zu bewerten. Auch das ist ein Prozess. Es gelingt mir immer besser und es bringt erstaunliche Veränderungen mit sich. Denn, wenn man nicht mehr bewertet, öffnet sich der Blick und ganz oft passieren dadurch ganz wunderbare Überraschungen. Ich habe einfach das Gefühl mein Herz ist viel größer geworden und es ist so gefüllt mit ganz viel Liebe, Leidenschaft, Neugier und Lust aufs Leben.

 

Ist das nicht toll?

 

Als ich im Flieger nach New York saß, bekam ich ja ganz überraschend einen netteren Platz. Das Flugzeug stand noch auf dem Rollfeld und ich schrieb meiner Freundin Bine, dass ich neben mir auch noch einen attraktiven Singlemann erwartet hätte. Denn neben mir saß KEIN! attraktiver Mann, sondern einer, der mir so gar nicht gefiel. Ich checkte ihn innerhalb von Sekunden ab und bildete mir ein Urteil.

Ich hatte ihn bewertet.

Irgendwann teilte die Crew die Zollformulare aus. Ich füllte das Formular aus und er verwickelte mich in ein Gespräch. Sehr nett übrigens. Beim Ausstieg holte er all meine Sachen aus dem Gepäckfach und reichte sie mir. Es war nur ein kleiner Moment, eine kleine Begegnung und trotzdem schämte ich mich für meine ursprünglichen Gedanken. Das war einfach gemein und irgendwie pubertär.

Versteht mich nicht falsch. Mir geht es keineswegs darum die ganze Welt zu lieben oder das ich das umgekehrt erwarten würde. Es gibt ganz viele Menschen, die ich überhaupt nicht mag. Dafür habe ich eine ganz einfache Strategie entwickelt. Diese Menschen sind einfach nicht Teil meines Lebens. Sie finden keine Beachtung und werden ausgeschlossen. Das meine und lebe ich so, wie ich es hier schreibe.

Dieses Bussi Bussi Getue und wir sind doch alle eine Gemeinschaft war noch nie meins. Denn in der Regel wird sich umgedreht und unfair gespielt. Ich könnte mich damit beschäftigen, mich darauf einlassen, zu Kreuze kriechen. Ich könnte…ich will aber nicht. Ist aber auch gar nicht notwendig, weil so viele, großartige Menschen mein Leben bereichern, dass ich gar nicht in die Situation komme mich damit beschäftigen zu müssen. Wenn ich einen Blick auf die Menschen in meinem Leben werfe, dann darf ich mich als Glückspilz bezeichnen.

 

Die dunkle Seite Selbstzweifel, Jogginghosen und unpraktischen Negligés...Anti Aging Hautpflege mit Dermasence Chrono retare

 

Die dunkle Seite….

 

In dieser Woche war “die dunkle Seite” DAS! Thema bei 1LIVE…meine Radioverbindung in meine alte Heimat. Es ging um das Thema Depression.

Ich habe ganz oft innegehalten und zugehört. Ich spürte eine große Erleichterung. So viele Menschen sprachen über ihre Erfahrungen und auch Jahre nach meiner Erkrankung ist das pures Seelenheil. Als ob jemand über deinen Kopf streichelt und sagt “ja, du warst richtig krank…ich habe es jetzt verstanden”.

Kein Mensch kann sich vorstellen, wie es ist, wenn man sich nicht erklären kann, weil man es sich ja selbst nicht mal erklären kann. Wie es ist den Lebenswillen zu verlieren, stundenlang im Bett zu sitzen und keine Luft zu kriegen oder die Bettwäsche nass zu schwitzen. Das es nicht hilft positiv zu denken oder sich hübsche Gedanken zu machen, wenn die Sonne scheint.

Ich habe meinem Mann damals aus der Reha lange Mails geschrieben, habe Literatur rausgesucht, Texte angemarkert, weil ich wollte das er versteht, was mit mir los ist. Es hat 2 Jahre gebraucht bis er sich überhaupt damit beschäftigte. Das ist an keiner Stelle ein Vorwurf, es ist ein Beispiel für die Realität und wie schwierig der Umgang damit ist. In der Regel für beide Seiten.

Es ist eben nicht, wie eine Grippe oder ein gebrochener Arm. Es ist nicht offensichtlich und für Betroffene ist es furchtbar schwer sich zu erklären oder schlimmer noch…erklären zu müssen. Denn im Grunde fehlt in einer Depression genau dafür die Kraft.

 

Es fehlt für einfach alles die Kraft.

 

Ich selbst, empfinde mich als geheilt, auch wenn diese Krankheit immer wieder zurückkehren kann. Ich habe meinen Weg gefunden und auch meinen Umgang mit der dunklen Seite…diesem dunklen Loch, was immer mal wieder auf mich zurollt. Ich gönne mir Ruhephasen, achte auf mich selbst, spreche viel mit meiner Schwester und engen Freunden und ich gehe vor die Tür. Wenn ich anfange Termine schleifen zu lassen, kämpfe ich mit voller Wucht dagegen an. Niemand, der mich heute erlebt, würde vermuten, dass mich diese Krankheit vor 5 Jahren mit all ihren Facetten über einen langen Zeitraum begleitet hat.

Begeistert haben mich diese Woche sämtliche Moderatoren bei 1LIVE. Die Thematik wurde sehr gut angefasst, nicht zu seicht, aber auch nicht zu hart. Es gab genau den richtigen Ton, sehr viel Interesse, Ernsthaftigkeit und Tiefgründigkeit. Bei mir entstand nicht einmal das Gefühl der Oberflächlichkeit.

Sehr interessant fand ich übrigens das Interview mit Teresa Enke, der Frau von Robert Enke.

Ich kann Euch wirklich nur mal empfehlen auf der Homepage von 1LIVE vorbeizuschauen. Dort findet Ihr sehr interessante Interviews und Hintergrundinformationen zum Thema Depression.

 

Sylt

 

Die helle Seite…

 

Mich hat diese Woche ein grippaler Infekt erwischt und Luca gleich mal mit. Ich habe 2 Tage gelegen und viel geschlafen. Langsam kommen die Lebensgeister wieder.

Große Energie hat mich am Freitag gepackt. Denn ich habe mich für einen Coworking Space in Leipzig entschieden. Ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein riesengroßer Schritt für Andrea.

Eigentlich wusste ich schon, dass ich diese Entscheidung treffen würde, als ich die Anzeige fand. Das Gespräch und die Besichtigung des Büros war nur noch Formalität. Es war eine reine Bauchentscheidung.

Ich bin so glücklich darüber. Alles fügt sich irgendwie zu einem Bild zusammen. Es sind wie kleine Puzzleteilchen, die am Ende immer irgendwie zusammenpassen. Jedenfalls fühlt es sich großartig an einen Büroplatz in einer kleinen, kreativen Gemeinschaft zu haben. Wichtig war für mich der Wohlfühlfaktor und der war für mich so “wow“.

Das Büro ist in einer alten Fabrik, mit hohen Decken, Industrielook, trotzdem gemütlich und toll eingerichtet. Ich bin in 10 Minuten mit dem Rad da und es ist so was von bezahlbar.

Im Übrigen bietet Leipzig ganz viele und sehr besondere Möglichkeiten für Menschen, die ein Büro oder einen kreativen Arbeitsplatz suchen. Ich war ganz begeistert von dem, was mir da so entgegenkam.

 

  • Hier findet Ihr z.B. Informationen zu Social Impact.
  • Hier findet Ihr Informationen zur Raumstation.
  • Hier findet Ihr Informationen zum Chaos Coworking.
  • Hier findet Ihr Informationen zum Basislager.
  • Hier findet Ihr Informationen zu Simplioffice.

 

Ich war eigentlich erst auf der Suche nach einem eigenen Büro oder einem kleinen Gemeinschaftsbüro, aber die monatlichen Belastungen haben mir einfach Angst gemacht. Die meisten Coworking Geschichten waren mir persönlich ein Stück zu groß. Und wie es der Zufall so wollte, habe ich nun eine Mischung aus irgendwie allem gefunden. Mitte April geht’s los.

Die kommenden 1,5 Wochen wird nochmal ordentlich in die Pedale getreten und dann stehen auch schon wieder die Osterferien vor der Tür und in diesem Jahr erweitert sich unser jährlicher Osterurlaub auf Sylt um viele Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind. Ich freu mich wahnsinnig drauf. Das wird echt ne große Runde…so was hab ich mir immer schon gewünscht.

Ich wünsche Euch einen fabelhaften Sonntag.

 

Eure Andrea

 

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerkenMerkenMerkenMerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

20 Kommentare

  1. Natalie
    18. März 2018 / 8:25

    Die Trennung von deinem Mann gehört nun mal zu deinem Leben dazu, sie hat dich zu dem Menschen gemacht, der du heute bist. Jemand, der mitten im Leben und im Alltag steht, sehr positiv an viele Sachen rangeht und wahnsinnig sympatisch und echt rüberkommt. Ich denke, ganz viele können sich mit dir stückchenweise identifizieren, vieles hat man selbst mal erlebt. Am wichtigsten sind ja sowieso die Menschen, die dich persönlich kennen und dir nahe stehen. Ein Leser weniger? Pfeif drauf, auf so Menschen kann man getrost verzichten. Einen schönen Sonntag!

  2. 18. März 2018 / 8:46

    Guten Morgen, liebe Andrea,
    ich kann mich meiner Vorschreiberin nur anhängen. Ihr ward eine sehr lange Zeit zusammen und daraus ist euer Sohn entstanden, das kann man natürlich nicht einfach so wegschalten und die Trennung hat halt mal viele Veränderungen und neue Dinge mit sich gebracht und da ist es meiner Meinung nach ganz klar und verständlich, dass die Trennung bei manchen Dingen mal wieder erwähnt wird. Das ist nun mal ein Teil von deinem Leben, das hast du erlebt, das gehört zu dir dazu. Und, wenn du noch tausende Male davon schreibst, wie du selbst sagst, man muss es ja nicht lesen. Völlig wurscht!
    Auch, wenn man so viele positive Nachrichten erhält und aber dann mal eine Nachricht dabei ist, die man eigentlich “wuchten” kann (Wiener Umgangssprache 😀 = etwas vergessen können, drauf sch…], lässt man sich viel zu oft verunsichern, auch, wenn es vielleicht nur ein kurzer Moment ist aber man “überdenkt” irgendwie sein Tun und Handeln. Ist ja grundsätzlich auch etwas Gutes, wenn man über das nachdenkt, was man tut aber in der Relation hat so eine Nachricht genau NULL Wert.
    Ich wünsche dir einen wunderbaren, gemütlichen Sonntag! Alles Liebe!
    Jennifer

  3. ivana
    18. März 2018 / 9:09

    Hallo, ich schon wieder….gibt es längere Reportage für NYC ? ich kann die nicht finden…danke

  4. Gundula Goldammer
    18. März 2018 / 9:10

    Liebe Andrea, du bist völlig richtig mit dieser Mail umgegangen und hast dich selbst „aus dem emotionalen Loch“ gezogen. Menschen, die solche Zeilen schreiben, haben meist selbst genug Probleme, die sich nicht in den Griff bekommen und ihr Neid auf andere, die ihr Leben in die Hand nehmen und Erfoge verzeichnen, führt dazu, dass sie an diesen herumkritisieren. Damit verschaffen diese Menschen sich eine „böse“ Genugtuung und wälzen ihren Frust auf andere ab, um sich besser zu fühlen. Sehr unangenehme Geschöpfe und sie schaffen es immer wieder, all die tapferen Frauen in ein emotionales Tief zu stürzen ???? Lass dich bloß nicht unterkriegen. Du machst das phantastisch ????????und nur, wer diesen Weg gegangen ist, ist in der Lage, etwas zu beurteilen. Bleib so froh und munter, damit ärgerst du die „Bösen“ am meisten ???????????? LG von Gundi

    • 20. März 2018 / 7:48

      Liebe Gundi, vielen lieben Dank für Deinen Kommentar. Weißt Du, im Grund möchte ich das wirklich nicht bewerten und auch nicht ergründen. Ich möchte nur sagen “bis hierhin und nicht weiter”. Ich mag Deinen Satz über “tapfere Frauen und ein emotionales Tief” sehr. Aber vermutlich braucht es genau das….immer wieder hinfallen, damit man ein kleines Stück stärker aufstehen kann.

      Viele liebe Grüße, Andrea

  5. 18. März 2018 / 9:41

    liebes, es ist immer eine art der perspektive und des umgangs miteinander. es ist die fähigkeit, seine schubladen zu leeren (größte und lebenslange übung). dies ist unabdingbare voraussetzung menschen nicht zu beurteilen. es ist viel leichter zu beurteilen, als den menschen genau so, wie er ist, willkommen zu heissen.
    so, wie ich dich kennenlernen durfte und dafür bin ich sehr dankbar!, bist du ein mensch, der sich reflektieren kann. das kann auch ein sehr schmerzhafter prozeß in manchen situationen sein. nach meiner erfahrung, oh gott klingt das alt!, ist die reflektion die basis für die fähigkeit seine vorgefertigten schubladen zu leeren und den menschen immer wieder eine chance zu geben, sie nicht zu beurteilen. das ist dir bewusst und du übst dich jeden tag darin. für mich ist letztlich auch der umgang mit lucas vater ein beweis dafür, dass du bei dir bist.

    du bist alleine, nur mit dir, einfach in die welt gezogen. das ist ein grosser schritt.
    ich mache das jeden monat, machmal mit grosser vorfreude, dem leben und dem alltag entfliehen zu können, aber ich weiss, dass es immer auch überwindung kostet. man ist nicht nur allein (nicht einsam!), sondern auch fremd. man muss wissen, wohin mit sich, wenn man alleine in einem café am anderen ende der welt sitzt, um genau das geniessen zu können.
    es hat mich tief berührt, zu lesen, wie du dich dennoch auf deinen sitznachbarn einlassen konntest. das ist, worum es geht. wir urteilen alle, das hat uns irgendwann einmal überleben lassen, aber wir nehmen uns heute die zeit noch einmal hinzuschauen.
    du hast genau verstanden, worum es geht im miteinander. weil du in dir und mit dir angekommen bist. und das ist dein geschenk, von wem auch immer.
    wenn dann eine solche mail kommt, dann schmerzt das immer erst einmal. dafür sind wir zu sehr mensch. aber nach dem nachdenken darüber, wissen wir, dass es absolut ok ist, wenn man so gesehen wird. jeder von uns hat rollen, die er zu erfüllen hat. ein mensch sieht dich in einer rolle und dann kommt eine veränderung. und aus welchem grund auch immer, der andere, der dich auf seine weise sah, war noch nicht bereit für diese veränderung. und dann kommt es zu solchen mails. die haben aber meist mehr mit dem autor zu tun als mit einem selbst. wenn man in große konzerne schaut, die sich in veränderungsprozessen befinden, passiert genau das, was du erlebt hast. deine art damit umzugehen war aus meiner sicht sehr professionell. weil du hiervon lebst, diesem dreiraumhaus, und weil du dafür brennst, dass hier kein stillstand eintritt. vielmehr willst du dich entwickeln und dein dreiraumhaus wachsen lassen. dazu gratuliere ich dir von herzen!
    und ich freue mich auf unsere nächste nacht, irgendwo, irgendwann, wenn wir reden, reden, reden…

    • 20. März 2018 / 7:42

      Mir sind echt die Tränen gelaufen, als ich Deinen Kommentar gelesen habe. Ich bin sehr glücklich Dich gefunden zu haben. Ich mag den Einklang und unsere, ehrlichen, offenen und konstruktiven Sichtweisen. Ich drück Dich!

  6. Petra
    18. März 2018 / 10:19

    Hallo Andrea,
    einer meiner Lieblingsleitsätze ????
    Du spielst die Hauptrolle in deinem Leben und alle anderen sind Statisten.
    Es gibt auch nette Statisten ❤️ Und nur die verdienen es auch beachtet zu werden.
    Der zweite Leitsatz: Am Arsch vorbei geht auch ein Weg ????
    Lass dich durch negative Weltverbesserer nicht runterziehen. Mach dein Ding du bist so wie du bist wunderbar.
    Alles liebe
    Petra

    • 20. März 2018 / 7:40

      Ja, ich weiß auch nicht, warum mir das eingefallen ist….aber Eltern sagen das doch auch immer: “Du tust das für Dich!” und die größte Erwartungshaltung habe ich nun mal an mich selbst und das ist eine verdammt große Herausforderung.

      Viele liebe Grüße, Andrea

  7. Michaela
    18. März 2018 / 10:32

    Ich selber habe es nur bei meiner Mutter erlebt und das war für mich nicht greifbar, weil sie sonst immer lebensfroh und stark war. Die Nachricht von ihrer Erkrankung hat sie jedoch so weit runtergezogen, dass wir sie kaum erreicht haben. Damit ihre letzten Monate nicht davon überschattet waren, haben wir einen Weg gefunden. Er war drastisch – hart und für viele nicht nachvollziehbar, jedoch hat er meiner Mutter geholfen ihren Weg zu sich selbst zu finden und die letzten Monate noch zu Leben. Was viele nicht verstehen ist, dass sie am Leben nicht mehr teilnehmen, evtl. nur noch funktionieren und es gar nicht so greifbar ist, dass sie Depressionen haben. Es wird nur die Veränderung bemerkt, jedoch nicht das was dahinter steckt. Das hat unsere Gesellschaft erreicht, Menschen mit seelischen Erkrankungen verstecken sich und sind irgendwann still und leise nicht mehr da.
    Eine seelische Erkrankung ist wie ein gebrochener Arm 😉 nicht von heut auf morgen heilbar und man kann es ohne eine professionelle Betreuung nicht schaffen. Die Familie und gute Freunde können unterstützen, aber die Hilfe sollte ebenso fachgerecht sein wie bei anderen Erkrankungen

    • 20. März 2018 / 7:38

      Liebe Michaela, danke für Deine offenen Worte. Fachgerechte Betreuung ist wichtig, nur leider nicht immer leicht oder vor allem schnell zu finden.

      Ich hoffe, Ihr habt einen Weg gefunden und konntet Eurer Mutter eine gute Unterstützung sein. Freunde und Familie sind besonders wichtig.

      Liebe Grüße, Andrea

  8. 18. März 2018 / 11:27

    Bitte bleibe wie Du bist! Menschen die solch Dinge schreiben, deren Problem ist, dass sie ein Problem mit sich selbst haben…
    Ich wünsche Dir einen bezaubernden Sonntag
    Liebe Grüße Simone

  9. Miriam
    18. März 2018 / 13:11

    Hallo Andrea, sehr cool und mutig von dir! Danke für deine Gedanken!! Mach weiter, genau so!!! Ganz herzliche Grüße aus Stuttgart ❤️❤️❤️❤️

  10. 19. März 2018 / 13:37

    ganz schön heftig, Andrea. Was masst sich diese Person an? Es ist unglaublich!
    Und ja, ich kann dich sehr gut verstehen, dass genau diese Person es schafft, einen den ganzen Tag (und länger natürlich) zu versauen. Auch wenn die 99 anderen einem durchweg positives Feedback geben.

    Ja, ich habe 1LIVE auch durch die Woche begleitet. Tue ich eigentlich jede Woche.
    Ich bin nicht betroffen, habe auch keine Freunde oder Bekannten, die betroffen sind, aber ich fand es trotzdem sehr informativ und interessant. Als Nichtbetroffener guckst du nicht so hinter die Fassade, weil du eine ganz andere Denke hast. Du kommst gar nicht auf die Probleme, die ein depressiver Mensch hat und fühlt. Wie auch?
    Danke für dieses Thema Andrea!

  11. Rosalie
    19. März 2018 / 21:49

    Liebe Andrea,
    Du schreibst hier sehr offen über Dein Leben und exponierst Dich. Dass jemand das dann kommentiert, finde ich erwartbar und auch in Ordnung – wenn der Ton stimmt. Der Inhalt muß Dir nicht schmecken, aber was ich, die erst seit kurzem intensiver auf blogs unterwegs ist, doch verwunderlich finde, ist, dass es so eine “alles ist toll, wir sind alle ganz nett zueinander”-Stimmung und unausgesprochene Regel gibt. Das Leben ist auch mal unbequem, kantig und Ehrlichkeit ist nicht grundsätzlich etwas Schlechtes.
    Mein Gedanke ist: wenn Dich diese Zeilen so beschäftigt haben, dann ist auch etwas dran. Denn, vielleicht kennst Du diese “Regel”, den Leitsatz in der Therapie, dass das, was man am meisten abwehrt, am wenigsten hören will, wo man nicht hingucken will, immer auch etwas mit einem Selbst zu tun hat, eine Wahrheit inne hat. Sonst würde es ohne jeden Gedanken an Dir abgleiten.
    Leider sehen andere manches besser als man selber, das weiß ich selber auch, weil sie mehr Abstand haben.
    Lass es wirken und Du wirst hoffentlich sehen können wo der match ist. Und der kann dich einen Schritt weiter bringen.
    Und nicht, dass alle hier Dir sagen, wie toll Du bist, Dir beipflichten und dass Du Dich nicht drum kümmern sollst.
    Wie gesagt: nur, wenn der Kommentar nicht grundsätzlich abfällig, gemein und vernichtend war.
    Mit ehrlichem Gruß, Rosalie

    • 20. März 2018 / 7:33

      Hallo Rosalie, was ist verwerflich daran nett zueinander zu sein und einfach auch mal alles toll zu finden?

      Lange gab es eine unausgesprochene Regel, die besagte, dass man sich dazu nicht äußern soll – also “don’t feed the troll”. Ich gestatte Menschen Ehrlichkeit und Kritik in diesem Maße mir gegenüber, Menschen die meine Familie oder Freunde sind. Die sind im Übrigen weit genug weg und neutral um objektiv sein zu können…mir gegenüber. Jemand, der hier nur liest, mich nicht mal persönlich kennt, ist das in dieser Form nicht gestattet. Selbst ein Therapeut bildet sich erst ein Urteil nach einigen Sitzungen. Es ist wirklich unfassbar, was in Zeilen hineininterpretiert werden kann. Wenn Dir einer “vor den Latz” haut “hey, Du siehst scheiße aus”, dann macht das erstmal was mit Dir. Was aber nicht heißt, dass Du wirklich scheiße aussiehst. Ich bin so gar kein Freund von diesen Leitsätzen und permanent therapeutischen Ansätzen. Manchmal sind Dinge einfach doof oder schön, da muss man nicht immer sofort so ein “Psychologending” draus machen oder das alles irgendwie einen tieferen Sinn hat. Davon bin ich überhaupt kein Fan.

      Es hat mich kurz verunsichert und angegriffen um am Ende festzustellen, dass mit mir alles ok ist.

      Ich halte es für völlig normal, dass einen Dinge verunsichern und nicht gänzlich an mir abgleiten. Und Du hast insoweit recht, dass es irgendwo einen Match gibt, nur eben nicht in der Richtung, die Du beschreibst.

      Im Übrigen kann ich das sehr gut differenzieren und es geht hier nicht um Applaus, auch wenn positives Feedback eine wunderbare Sache ist. Ich erwarte nicht, dass mir jemand schreibt “ich sei toll” oder das mir alle beipflichten. Es ist mir sogar sehr oft unangenehm. Das ist nicht meine Intension des Schreibens.

      Und übrigens….jeder, der mich kennt….persönlich kennt, weiß das.

      Es ist für mich völlig in Ordnung sich konstruktiv zu dieser Sichtweise zu äußern, so wie Du das eben machst. Nur, wenn Du mich als Mensch bewerten möchtest oder mir gar psychologische Hilfe empfiehlst, dann sollten wir vorher zumindest mal einen gemeinsamen Kaffee getrunken haben.

      Viele Grüße, Andrea

      Viele

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

%d Bloggern gefällt das:

Etwas suchen?