Große Klappe, großes Herz und einstürzende Fassaden…meine Wochengedanken aus KW04!

Große Klappe, großes Herz und einstürzende Fassaden…meine Wochengedanken aus KW04!

Bereits zum 3. Mal, kurz hintereinander, stehe ich dort. Ich gehe immer wieder den gleichen Weg. Vorbei an Chloé, Gucci, Louis Vuitton…Mulberry…..

Das gehört doch dazu oder?

Denke ich mir….

Irgendwann braucht jede Frau mal eine Designerhandtasche.

Denke ich mir…

Und dann stehe ich da. Nehme die Taschen aus dem Regal. Betrachte mich im Spiegel.

Und ich bin NICHT! verliebt.

Es packt mich nicht. Da ist einfach keine Emotion.

Aber es gehört doch dazu oder?

Denke ich mir…

Eigentlich suche ich eine Geldbörse. Schon seit einem halben Jahr. Ich suche schon so lange, dass ich bereit bin, mir mal so ein richtig schönes Teil zu kaufen, vielleicht sogar so ein Designer-Teil, was man dann ewig hat….das gehört doch dazu…

…denke ich mir.

Ich fahre 2 Etagen höher und finde eine….im Sale….50 % reduziert für 65 Euro. Ich freue mich. Sehr sogar. 65 Euro…das passt zu mir. Ich fühle mich richtig gut damit und freue mich jeden Tag, wenn ich sie zum bezahlen aus der Tasche hole.

Lange habe ich mir selber was vorgemacht. Lange habe ich gedacht…ICH möchte diese Dinge. Lange habe ich gedacht, es wäre ein absoluter Traum eine Designerhandtasche zu besitzen. Dabei waren es nur Äußerlichkeiten, die mich dazu getrieben haben. Lange habe ich gedacht, es wäre wichtig. Für mich. Für andere. Um etwas zu sein. Jemand zu sein. Jemand, der man eigentlich aber gar nicht ist. Jedenfalls bin ICH! das nicht.

Ich mag Mützen. Ich kaufe ständig neue Mützen. Im Augenblick bin ich verliebt in die Kollektion von Carhartt. Nix weiter besonderes, aber ich mag sie einfach und es gibt sie in vielen bunten Farben. Ich bin auch bunt.

Ich mag Gummistiefel. Und nein, das ist kein Fetisch. Aber immer, wenn ich meine dunkelblauen Hunter Gummistiefel vor der Türe sehe freue ich mich. Sie fahren schon seit Jahren mit nach Sylt.

Ich liebe Outdoorjacken. Mit Charlotte kann ich stundenlang durch sämtliche Outdoorläden ziehen. Funktionelles, sportliches und schönes Design ist einfach irgendwie unser Ding.

Und ich mag Birkenstocks. In Berlin habe ich die neue Kollektion gesehen. So ein Scheiß….jetzt muss wahrscheinlich doch das 5. Paar einziehen.

In meinem Schuhschrank gibt es nicht ein Paar HighHeels. Dafür aber unfassbar viele Sneaker. Ich finde HighHeels schön, nur sehe ich darauf aus, wie eine Ente mit einem Motorschaden und außerdem finde ich diese hohen Dinger unfassbar schmerzhaft.

Seit der Trennung von meinem Mann, habe ich mich selbst wiederentdeckt. Wer bin ich eigentlich, wenn ich ohne Partner bin? Zu entscheiden, was ich kaufe oder tue….ohne darüber nachzudenken, was dieser Mensch Zuhause darüber denkt, hat etwas mit mir gemacht.

Ich wollte nicht mir gefallen. Ich wollte ihm gefallen. Das gab mir Selbstsicherheit. Aber ich war nicht ich. Das war auch lange nach meiner Trennung noch so.

Heute ist mir das scheißegal. Es ist mir einfach scheißegal.

Es ist ein unfassbar langer Prozess des Lebens an diesen Punkt zu kommen. Sich selbst zu akzeptieren. Und nicht nur das…..Akzeptanz ist die eine Sache, danach zu leben eine ganz andere.

Wir wohnen nicht im hippsten Teil von Leipzig. In den ersten Monaten hat mein Ex-Mann mir immer wieder das Gefühl vermittelt, dass dies nicht gut genug sei….schließlich wollte er ja zu uns zurückkommen. Ständig zeigte er mir andere Stadtteile und Wohnungen. Schöne Stadtteile, traumhaft schöne Wohnungen….keine Frage. Aber diese Verachtung verletzte mich zutiefst.

Irgendwann…Sonntags…fuhren wir mit dem Rad durch die Stadt. Die Sonne schien und er zeigte mir wieder Wohnungen in einer Gegend nach seinem Geschmack. Ich sprang vom Fahrrad, schrie ihn an und fuhr zurück. Ich ging mit unserem Sohn nach Leipzig, verließ unser schönes Zuhause, weil er uns nicht mehr wollte. Er war nicht mehr Bestandteil unseres Lebens und machte es trotzdem schlecht. Das war zwischenzeitlich ein echt schlimmes Gefühl, was mich mehr traf, als es eigentlich hätte tun sollen. Es war schon immer wichtiger, dass die Fassade stimmte…völlig egal, wie es dahinter aussah….immer schön weiterlächeln bitte.

Es verunsicherte mich so sehr, dass ich anfing in diesen Stadtteilen nach Wohnungen zu schauen.

Dabei war ich so stolz. Eine bezahlbare, hübsche Wohnung für meinen Sohn und mich gefunden zu haben, hier in Leipzig. Ich konnte für uns sorgen, ohne auf ihn angewiesen zu sein. Ich stellte das nicht in Frage, Luca stellte das nicht in Frage und trotzdem ließ ich mich verunsichern.

 

Das Leben ist das, was ich daraus mache!

 

Würdet Ihr heute Luca und mich hier erleben…in unserem Zuhause, dann könntet Ihr das Glück, die Zufriedenheit und die Liebe spüren. Es liegt förmlich in der Luft. Und wir haben Boden unter den Füßen.

 

Ein Zuhause ist das, was ich daraus mache!

 

Ich denke oft darüber nach. Meistens stehe ich dann in der Küche mit einer Tasse Kaffee in der Hand und sinniere so vor mich hin. Ich frage mich dann, was ich vom Leben noch erwarte und wo ich hin will.

Aber ich bin schon da, wo ich hin will.

An einem absoluten Punkt der Zufriedenheit.

Im Moment gibt es nichts, was mir fehlt. Nicht mal ein Partner.

Gut….Zeit….manchmal fehlt mir Zeit….Zeit, all die Dinge zu tun, die sich so gern tun möchte.

Es macht mich glücklich, richtig glücklich…der Mensch zu sein, der ich auch wirklich bin. Große Klappe, großes Herz, riesige Leidenschaft gepaart mit Inkonsequenz und einem Chaos-Kühlschrank.

Ich muss gerade schmunzeln, wenn ich das so schreibe….Chaos-Kühlschrank. Ich hatte schon immer einen Chaos-Kühlschrank. Als ich meinen Mann vor 18 Jahren kennenlernte, kam ich irgendwann mal aus dem Büro und dann war der Kühlschrank in meiner Wohnung sortiert. Er hatte wirklich alles ausgeräumt und fein säuberlich wieder einsortiert. Das erinnerte mich ein wenig an diesen Film mit Julia Roberts “Der Feind in meinem Bett”….kennt Ihr den?

Fakt ist aber….auch nach 18 Jahren hat sich nichts daran geändert. Wer mich bekommt, bekommt auch einen (gut gefüllten) Chaos-Kühlschrank. Ich finde das wirklich sehr sympathisch.

Herauszufinden, was einen wirklich ausmacht, was man wirklich will….ist sehr interessant. Noch viel wichtiger ist es, genau diese Dinge nicht zu bewerten. MEIN! Herz schlägt höher, wenn ich vor 20 verschiedenen Mützen stehe. Dein Herz schlägt vielleicht höher, wenn Du die neue Kollektion von Louis Vuitton siehst. Beides steht nicht dafür, wer wir sind. Beides steht lediglich dafür, wie wir uns gern kleiden.

Wie langweilig wäre unser Leben bitte, wenn die Welt nicht so wunderbar bunt wäre?!

 

Ein Citytrip nach Leipzig? Wenn Veränderungen Herz & Augen öffnen....Hey Leipzig...wie zauberhaft Du bist! Leipzig-Tourismus und Leipzig Travel!

 

Mein Song der Woche!

 

Langsam aber sicher kehrt nach dem verrückten Trennungschaos 2017 auch in den Wochengedanken wieder etwas Normalität ein und ab sofort gibt es wieder meinen Song der Woche. Denn Musik ist eine meiner größten Leidenschaften (neben Netflix).

Es gab ein Kopf an Kopf Rennen, aber letztendlich ist es Justin Timberlake mit Say Something geworden. Das Video, der Sound, der Einfluss von Country…drückt gerade an jeder Stelle aus, was ich fühle und wie ich mich fühle. Außerdem mag ich diesen, trotz seines Erfolgs, so bodenständigen Typen.

Sein Album wird gerade hoch und runter diskutiert und kritisiert. Wie immer eigentlich. Ich finde den gesamten Sound sehr mutig und er ist genau mein Ding. Er ist auf das Geld, was er verdient nicht mehr wirklich angewiesen und genau das merkt man auch….im positiven Sinne. Er tut das, was er für richtig hält. Perfekt!

 

 

Wer Serien mag….sollte sich auf Netflix unbedingt “The Sinner” mit seiner Frau Jessica Biel anschauen. Sehr spannend und auch irgendwie bodenständig. Ich mag Bodenständigkeit. Sehr!

Heute ist wieder so ein göttlicher Sonntag zum treiben lassen. Wir entscheiden spontan, worauf wir Lust haben. In Leipzig ist der große Antik und Trödelmarkt….vielleicht machen wir einen Abstecher dorthin oder einfach nur ne Runde durch den Park mit den Hunden oder vielleicht schaffen wir es doch nur bis zum Sofa….

Im Augenblick lümmel ich noch im Bett rum. Hugo hat die neue Kuscheldecke von H&M Home zu seinem Eigentum erklärt, der Kaffee duftet neben mir und ich werde gleich mal in die neue Ausgabe der “Barbara” reinschnüffeln.

Ich wünsche Euch einen fabelhaften Sonntag.

 

Eure Andrea

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5 Kommentare

  1. e-leo1969
    28. Januar 2018 / 9:25

    Du hast eine Menge erreicht. Gehe den Weg weiter. Er ist richtig.

  2. Sandra
    28. Januar 2018 / 9:35

    So schön geschrieben Andrea und beim Lesen hatte ich ein Stück das Gefühl ich lese auch etwas über mich. Hab nen schönen Sonntag ????

  3. Mathilde
    28. Januar 2018 / 11:15

    soooooo schön geschrieben

  4. Sandra
    28. Januar 2018 / 12:55

    Einfach wunderschön geschrieben liebe Andrea und so passend…auch für mich! Entdecke mich in so vielen Dingen wieder…Danke

  5. Inge
    28. Januar 2018 / 13:36

    Schön! Richtige Gedanken zum Wohlfühlen.

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