Warum man dem Frust der anderen mit Humor begegnen sollte…meine Wochengedanken aus KW49!

Warum man dem Frust der anderen mit Humor begegnen sollte…meine Wochengedanken aus KW49!

Wir wollten zu Ikea fahren. Uns blieb nicht mehr allzu viel Zeit. Es war bereits 18 Uhr und wenn 2 Frauen zum Schweden fahren, dann sind 1,5 Stunden faktisch nichts.

Charlotte hatte „Kalle“, ihren recht großen SUV, (Marke spielt hier mal keine Rolle) kurz auf einem der vermieteten Parkplätze vorm Haus abgestellt um auszuladen und um direkt im Anschluss mit mir weiterzufahren. Wir sprechen hier von maximal 10 Minuten.

Als wir runterkamen waren wir zugeparkt. Nicht einfach nur zugeparkt! Zwischen den Lieferwagen und den SUV passte kaum ein Blatt Papier. Wir blickten etwas unsicher in die 100 Fenster der Wohnungen hier. Wir wussten nicht wem das Auto gehörte.

Rückwärts ausparken war also ein Ding der Unmöglichkeit. Also fuhr Charlotte kurzerhand den Bordstein hoch, drehte auf der Wiese, sackte mich ein und wir cruisten zu Ikea.

Wir saßen also fröhlich im Auto, haben sehr über die Situation lachen müssen und waren unfassbar stolz auf uns.

Es ist genau einer dieser Momente, der unsere Freundschaft beschreibt.

Anstatt auszuflippen oder demütig an jeder Haustür zu klingeln, haben wir gehandelt und hatten einen wunderbaren Abend ohne jeden Anflug von Ärger. Während dieser Typ, der uns zugeparkt hat, vermutlich hinter seinem Fenster stand und sich totgeärgert hat. Im Übrigen waren um uns herum noch jede Menge Parkplätze frei…es hätte also jede Menge Möglichkeiten gegeben die Situation anders zu klären…zumal für Charlotte nicht offensichtlich war, dass die Parkplätze hier vermietet sind. Das konnte sie einfach nicht wissen. Da hat einfach nur jemand seinen Frust an uns auslassen wollen…..allerdings hat dieser jemand nicht mit Charlottes Fahrstil und unserem unschlagbaren Humor gerechnet.

Ich meine…man muss sich einfach mal die kleine, zierliche Charlotte in diesem riesigen Kalle vorstellen. Wenn ich mit Kalle mitfahre, brauche ich manchmal Globuli, weil ich mich wie auf einer Schiffsreise fühle und mir übel wird. Aber so klein und zierlich Charlotte auch ist…so rotzfrech ist auch ihr Fahrstil.

Wahrscheinlich geht es Euch schon auf den Sack, aber die Woche war großartig. Es hat einfach alles gepasst. Inklusive eines persönlichen Briefes meines Sohnes an mich in meinem Nikolausstiefel. Es war für mich insgesamt sehr emotional und speziell in dieser Adventszeit bin ich einfach sehr nah am Wasser gebaut.

Ich stecke zwar kopfüber in den Weihnachtsaufträgen, habe mir aber trotzdem Zeit für ein langes Telefonat mit meiner Schwester genommen und auch der Besuch von Charlotte kommt genau zur richtigen Zeit. Es könnte entspannter gerade nicht sein.

Die einzigen Dämonen, mit denen ich nach wie vor kämpfe, ist diese Situation zwischen Luca’s Vater und mir. Mir macht es an einigen Stellen schwer zu schaffen, dass er nicht kämpft und sich alles auf Besuche alle 3 Wochen beschränkt. Mich belastet das wirklich sehr, weil ich einfach nichts tun kann. Es gibt keine Kommunikation und ich stehe immer wieder vor der Frage, wie gehe ich damit um….eben vor allem, weil Weihnachten ist und Luca auch noch Geburtstag hat. Wie geht man denn mit dem Geburtstag des eigenen Kindes um, wenn man nicht mit dem Ex-Partner an einem Tisch sitzen will? Ich habe einfach keine Lust nett zu sein, wenn mir eigentlich gar nicht danach ist und selbst wenn ich es versuchen würde…man würde es mir anmerken. Ich bin leider so gar kein guter Schauspieler.

Wahrscheinlich bin ich einfach an einem Punkt, wo ich gern komplett abschließen will…was aber nicht geht, weil wir einen gemeinsamen Sohn haben und das reißt manchmal Wunden auf, die sich allerdings lediglich auf unser Familienleben aus der Vergangenheit beziehen. Manchmal fällt es mir einfach schwer zu begreifen, wie man sich von so viel Nähe zu seinem Kind so weit weg entwickeln kann. Das ist ja nicht nur bei uns so…in der Regel gehen die Männer ja ohne ihre Kinder. Für die meisten Mütter ist das sicher unvorstellbar.

Ich weiß noch nicht, wie ich damit weiter umgehen werde. Auch hier wird mir mein Bauchgefühl den richtigen Weg leiten und zwar frei von persönlichen Befindlichkeiten.

Im Augenblick genieße ich die Zeit mit Charlotte sehr. Wir funktionieren, wie Topf und Deckel und das schon sehr lange und nicht mal 500 km zwischen uns haben irgendeine Chance das zu verändern. Früher haben wir unsere Treffen immer zwischen Alltag, Kinder und Männer gelegt und heute verbringen wir mehrere Tage am Stück miteinander. Ich empfinde das als Geschenk. Wir haben in Leipzig quasi unsere eigene, kleine Frauen-WG.

Gestern haben wir mal im Spa des Fürstenhof in Leipzig eine balinesische Massage ausprobiert, waren indisch essen, ein wenig shoppen und haben dann gemütlich Netflix geschaut. Heute machen wir ein paar Fotoshootings, backen und kochen miteinander. Wir brauchen gar keine große Action, sondern einfach nur Zeit miteinander…das reicht.

In 2 Wochen ist Weihnachten. Ich kann es echt nicht glauben. Ich freue mich so unfassbar auf Sylt und auf das Bild, wenn Hugo zum ersten Mal Sandstrand unter den Pfoten hat. Ich freue mich außerdem auf eine Zeit ohne Blog, ohne Social Media. Ich werde mal eine richtige Pause machen. Das ist ein persönliches Geschenk an mich und dann werde ich mich, voller Freude, in das neue Jahr stürzen.

An dieser Stelle gebe ich Euch noch meinen diesjährigen Lieblings-Weihnachtssong mit auf den Weg. Das schönste Lied, mit einer sehr wichtigen Botschaft…..gesungen von meinem absoluten Lieblingskünstler und einem Kinderchor. Ich konnte Luca nie wirklich für Josh Groban begeistern (kann ich natürlich auch nachvollziehen), aber das hört selbst er rauf und runter. Also viel Freude damit!

 

 

Ich wünsche Euch einen zauberhaften 2. Advent.

 

Eure Andrea

6 Kommentare

  1. 10. Dezember 2017 / 9:27

    vielleicht gibt es für dich und lucas vater eine lösung, die in etwa so aussieht, wie charlottes ausparken? das hat ja gezeigt, dass es immer einen weg gibt, ganz ohne ärger und ungewöhnlich!
    das hätte ich mir gerne von der ferne betrachtet.
    und ich werde mir ein beispiel an der gelassenheit nehmen. danke dafür!
    in diesem sinne einen gelassenen sonntag!

  2. Glückspilz232
    10. Dezember 2017 / 9:35

    Wunderschön gesungen. Vielen lieben Dank für deine tollen Gedanken in 2016 und 2017
    LG Renate

  3. Anja
    10. Dezember 2017 / 21:47

    Irwann kommt die Zeit, wenn dein Exmann es bereuen wird. Sein Kind aufwachsen zu sehen und es zu begleiten, ist doch einfach das Schönste auf der Welt. Um so schöner ist es für Luca, so eine tolle Mutter zu haben. Diese Version von Happy XMas ist echt der Hammer???????? Habe es mir gleich runtergeladen. Danke für den Tipps ???? Ich wünsche euch noch lustige und kreative Stunden‼️

  4. 11. Dezember 2017 / 8:44

    Hallo liebe Andrea,
    ich bin ein Trennungskind. Nicht nur, dass mein Erzeuger meine Mutter psychisch wirklich schlecht behandelt hat, er hat sich kaum für uns Kinder interessiert. Er war immer sehr egoistisch und hat nur seine „Interessen“ verfolgt. Heute muss es ihm körperlich sehr schlecht gehen und er sucht hin und wieder Kontakt zu Hause uns. Er sieht sich als den armen, im Stich gelassenen Vater. Aber mir ist er egal, ich möchte ihn nicht mehr ertragen.
    Ich weiß auch nicht, warum Männer ihre Kinder einfach so zurück lassen können.
    Ich wünsche deinem Luca sehr, dass sein Vater ihm auch ein richtiger Vater sein wird.
    Alles Liebe

  5. Birgit
    12. Dezember 2017 / 7:32

    Manchmal gibt es einen Weg, der vorher nicht sichtbar ist und der sich dann ganz plötzlich auftut. Vielleicht kommt irgendwann bei ihm das „Klick“ und er besinnt sich und gibt deinem Sohn das, was er verdient, das was er und auch du sich wünschen. Hoffentlich dauert es nicht zu lange, denn manchmal kann es auch zu spät sein, denn schließlich sind Kinder auch nicht ohne Gefühle. Ich wünsche euch einen zauberhaften und ruhigen Aufenthalt und einen wunderschönen Weihnachtsabend mit euren süßen kleinen Vierbeinern. Macht euch eine muckelige Zeit dort .
    Viele Grüße von Birgit aus.

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