Ich brenne…meine Wochengedanken aus KW46!

Ich brenne…meine Wochengedanken aus KW46!

Man könnte die Uhr danach stellen. Noch letzte Woche habe ich gedacht Hugo würde durchschlafen und als er hätte gelesen, was ich so schreibe, macht er mich seitdem jede Nacht wach und ich schlurfe pünktlich 03 Uhr morgens die 3 Stockwerke runter und wieder rauf.

Nächstes Jahr melde ich mich für diesen New Yorker Treppenlauf an. Ich gewinne. Da bin ich mir zu 100 Prozent sicher.

Es macht mir nichts aus.

Diese unbeholfene Lebensfreude von Hugo macht mich glücklich. Er hopst durch die Gegend, sammelt jedes Blatt auf und bringt es voller Stolz bis zur Haustür. Er steckt so voller Vertrauen. Und trotzdem ist er mit seinen 11 Wochen ein echter Draufgänger und versucht rotzfrech seinen Kopf durchzusetzen.

Nicht wir haben ihn gefunden…er hat uns gefunden…zum genau richtigen Zeitpunkt.

 

 

Mein Zeitplan ist etwas ins Stocken geraten. Besonders die morgendliche Organisation muss sich erstmal wieder etwas finden, da ich wirklich oft mit den Hunden draußen bin und das kostet einfach Zeit. Bei Bommel habe ich das anders in Erinnerung. Aber da hatten wir auch ein Haus mit Garten…die 3 Stockwerke fielen also schon mal weg….

Mal abgesehen von Hund & Co., arbeite ich momentan wirklich sehr viel. Manchmal ängstigt mich das. Ich habe zwischendurch einfach Angst vielleicht die Balance zu verlieren zwischen Arbeit und Privatleben. Allerdings vermischt sich das auch sehr. Im Normalfall schließt man gegen 17 Uhr eine Bürotür und dann war es das mit dem Job für diesen Tag…das gibt es bei mir nicht mehr.

Es ist nur so, dass es mich selber gar nicht stört. Ich liebe so sehr, was ich mache, dass ich innerlich richtig brenne und mein Tag dürfte bitte 48 Stunden haben. Seit der Trennung von meinem Mann (und seitdem es mir wirklich wieder gut geht) bin ich förmlich entfesselt.  Ich meine tatsächlich man könne die Ideen förmlich aus meinem Kopf sprießen sehen.

Die Energie, die ich ausstrahle, steckt tatsächlich in mir und ich hab einfach Bock….Bock auf’s Leben.

Ich hatte gestern ein wirklich nettes Gespräch mit dem Mann meiner Freundin. Es ging um Wohnungseinrichtung und es hat mich ein wenig beruhigt. Die beiden wohnen auch noch nicht soooo lange in ihrer Wohnung, haben sich aber aktuell für ein neues Sofa entschieden, obwohl das alte Sofa erst knapp 2 Jahre alt und wie neu ist. Er meinte, es sei völlig normal, dass sich das nochmal verändern würde. Man zieht erstmal ein, kauft einige Möbel (meisten zu viel auf einmal) und stellt nach einiger Zeit fest, dass es nicht wirklich passt. Es ist tatsächlich so, dass man mit dem Ort, in dem man lebt auch erstmal zusammenwachsen muss.

Als ich von meiner kleinen Altbauwohnung in Leipzig in meine größere Altbauwohnung zog, war für mich völlig klar, dass ich mein Sideboard von BoConcept unterbringen MUSS. Ich habe noch nie so ein teures Möbelstück besessen und habe quasi mein ganzes Wohnzimmer drumherum geplant. Bei Lieferung des Sideboards gab es das Thema Umzug nämlich noch gar nicht und in meinem alten Wohnzimmer hat es perfekt gepasst.

Es war auch nicht so, dass es jetzt in meiner neuen Wohnung super scheiße ausgesehen hätte und trotzdem hatte ich das Gefühl es erschlägt mich und es ist zu viel von diesen weißen, einfach sehr eckigen Möbeln. Mir hat Herz & Seele in meinem Wohnzimmer gefehlt…etwas, was sich nur schwer erklären lässt…man muss es fühlen.

Und das ist es, was ich meine…mein Mann wäre ausgeflippt. Ein so teures Möbelstück wird nicht verkauft und schon gar nicht gegen IKEA-Möbel eingetauscht. Aber es war niemand da, mit dem ich mich auseinandersetzen musste und jetzt steht das wunderbare Möbelstück bei einer zauberhaften Followerin in Heilbronn.

Bevor ich mich allerdings entschied, was ich vor die leere Wand stellen würde, habe ich es erstmal eine gute Woche so auf mich wirken lassen und ich habe mir parallel dazu den Kopf zerbrochen und das Internet leer recherchiert.

Noch vor gut 3 Jahren wäre ich nicht auf die Idee gekommen, Möbel anzustreichen. Ich habe mich immer für einen vollkommen unkreativen Menschen gehalten.

Und dabei bin ich das gar nicht!

Ich konnte diese Seite an mir erst feststellen und ausleben, seitdem ich mit mir alleine bin. Und das ist etwas, was ich im Augenblick sehr genieße. Es ist tatsächlich ein richtig cooles Gefühl einfach mal ohne Rücksicht auf irgendjemanden die Dinge zu tun, auf die man Lust hat. Noch cooler wäre das Gefühl natürlich mit einem Partner, der genau das unterstützt.

Ich glaube, was mir letztendlich gefehlt hat, war vielleicht Vertrauen. Luca hat mal zu mir gesagt: „Mama, ich weiß nicht wie mein Zimmer werden soll….mach du bitte einfach….ich weiß das es gut wird. Ich vertraue dir!“. In knapp 16 Jahren Ehe habe ich diesen Satz, von meinem Mann, nicht einmal gehört…

Wenn ich mir mein (fast fertiges) Werk im Wohnzimmer so anschaue, dann bin ich mächtig stolz auf mich. Ich habe gestern mit großem Eifer die Teile der Hemnes Vitrine angestrichen und heute wird die Rückwand mit Stoff verkleidet. Das dürfte nochmal eine etwas kniffligere Angelegenheit werden. Leider hat der Pott Farbe von Farrow and Ball nicht ganz gereicht. Die Vitrinentüren kann ich also erst im Laufe der kommenden Woche machen. Das ist aber nicht weiter dramatisch.

 

 

Ich weiß noch, wie panisch ich war vor 2 Jahren…ungefähr um diese Zeit. Ich dachte, ich würde es nicht überleben vielleicht aus dem Haus ausziehen und Hennef verlassen zu müssen. Das war ein ganz schreckliches Gefühl. Und jetzt? Ich schlafe wieder durch und jeden, wirklich jeden Tag durchfährt mich ein Glücksgefühl, wenn ich Zuhause bin oder auch, wenn ich einfach quer durch Leipzig unterwegs bin.

Es war ein großes Geschenk mit 40 nochmal neu anfangen zu können.

Ich bin das erste Mal in meinem Leben wirklich ich.

Habt einen wunderbaren Sonntag!

 

Eure Andrea

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