#privatsphäre – Tatendrang und Entlastung…

#privatsphäre – Tatendrang und Entlastung…

Meine Woche war geprägt von Tatendrang. Ich bin mit super guter Laune in den Montag gestartet und so verhielt es sich dann auch fast die ganze Woche über.

Es ist einfach so, dass ich unfassbar gut organisiert sein muss. Es ist hier allerdings keineswegs die Absicht übers „alleinerziehend sein“ zu jammern. Meine Alltagsstruktur ist lediglich eine neue Herausforderung. Ich bin jeden Tag dankbar darüber das Luca bereits so selbstständig ist und mir das Leben in dieser Situation somit erheblich erleichtert.

Im Mai lebe ich seit einem Jahr als alleinerziehende Mama mit meinem Sohn in Leipzig und wir haben unseren Rhythmus gefunden. Es hat eine Weile gedauert, jedoch funktioniert unser kleines 2er-Gespann richtig gut und ich kann voller Stolz sagen, dass ich einen großartigen Sohn habe. Wäre es nicht so unfassbar peinlich für ihn…würde ich ihm auf diesem Blog einen Liebesbrief widmen. Er ist das beste „Produkt“ meines Lebens.

Zurück aber zum Tatendrang…sonst wird das hier noch ein Artikel über die unendliche Liebe einer Mutter….

Ich hab ja so ne To-Do Liste. Ich bin nicht großartig organisiert…wirklich nicht. Aber aufschreiben hilft. Diese Liste ist nicht besonders schön…auch nicht mit rosa Heititei…Ich schreibe willkürlich auf, was mir in den Kopf schießt und hake ab. Nix hübsch, nix Schönschrift…Hauptsache Haken!

Und so ist es mir in den letzten 10 Tagen tatsächlich gelungen richtig viele Punkte von der Seele zu bekommen. Das waren nur so Kleinigkeiten. Hier anrufen. Da ein Termin mit der Lehrerin. Hier ein Gespräch mit der Schülernachhilfe. Termine für Ärzte. Eine neue Hormonspritze für Bommel. Hundefriseur….hach ja….lauter solche Dinge eben. Und ich hab alles streichen können. Das ist ein super Gefühl. Wahrscheinlich kommen da genauso schnell wieder genauso viele Dinge drauf, aber erstmal fühle ich mich erleichtert.

Trotzdem komme ich hin und wieder an meine Grenzen. Vielmehr ist es so, dass es kaum Zeit zum durchatmen gibt….also so ganz für mich selbst. Auf der einen Seite bin ich sehr gern mit mir allein. Auf der anderen Seite bin ich Single, lebe in einer „neuen“ Großstadt und soziale Kontakte sind meine Energie, mein Motor. Ich war lange nicht mehr so in Aktion, wie in den letzten 12 Monaten. Es ist gar nicht so, dass ich das bewusst steuere….es ergibt sich einfach und ich bin irgendwie ständig on the Road.

Auch der Blog ist meine Energie und sicher mein größter Motivator. Er gibt mir Freiraum für ganz viele Dinge. Und ich möchte nicht an den Punkt kommen, an dem sich bereits viele Blogger befinden….nämlich einfach ausgebrannt zu sein oder auf einmal alles in einem negativen Licht zu sehen. Ein Blog, jedenfalls ein Blog mit einem Ziel, erfordert Aufmerksamkeit (viel Aufmerksamkeit) und Leidenschaft und jede Menge harte Arbeit und Mut. Mut von sich zu erzählen. Menschen am eigenen Leben teilhaben zu lassen. Für viele sicher undenkbar…was nachvollziehbar ist.

 

Entlastung

 

Ich hab mir Hilfe geholt. Ich hatte schon mal Hilfe in Form einer Putzfrau in meinem „alten Leben“ und habe das sehr genossen. Zwischen Vollzeitjob, Kind, Hausfrau und Ehefrau sein, hatte ich einfach keine Minute Freizeit mehr. Ich kann mich erinnern, dass ich mich unfassbar schwer damit getan habe mir Unterstützung ins Haus zu holen. Ich habe lustig an mir selbst gezweifelt und mich gefragt, wie das andere Frauen wohl schaffen. Mir Hilfe zu suchen und dafür zu bezahlen hat echte Überwindung gekostet und es hat viele Jahre gedauert bis ich diesen Schritt gewagt habe.

Heute würde ich das, soweit sich das ermöglichen lässt, wirklich jedem raten. Das war schon damals eine Art Befreiungsschlag für mich. Ich habe Vollzeit gearbeitet und meine Wochenenden sahen in der Regel so aus, dass ich Samstags meine beiden Männer des Hauses verwiesen und geputzt habe….abends kamen meist noch Freunde und ich stand ewig in der Küche und Sonntags lag ich regungslos in der Ecke….mit keinem Bock auf gar nichts mehr.

Mein Freizeitleben lag komplett brach. Ich konnte mich zu nichts mehr aufraffen. Ich war so fertig, dass schon der Gedanke an Sex unfassbaren Stress auslöste, weil ich nur noch Ruhe brauchte. Das änderte sich, als sich dann jede Woche Freitag eine Putzfee um unser Haus kümmerte. Ab da hatte ich wieder Zeit für meine Familie, Freizeit, ein Buch oder eine Zeitschrift oder oder oder. Es war so wunderbar Samstags aufzustehen und einfach……Zeit zu haben.

Seit letzter Woche habe ich einen Putzmann. Carlos. Das ist ein klein wenig lustig. Man könnte fast sagen ich habe mir Carlos über eine „Datingapp für Putzmänner“ gesucht. Ich hab einfach mal den Service von Helpling ausprobiert. Gott sei Dank kann man hier für Leipzig auf den Service zugreifen, denn leider ist dieser noch nicht in jeder Stadt verfügbar. Und ich bin restlos begeistert. Die Fenster strahlen und die Fugen blinken und ich hatte Zeit für alles, was sonst noch so anfällt und das ist ja nun mal nicht wirklich wenig. Ich habe den Service nun für 2 mal im Monat gebucht und bin heilfroh wenigstens an einer Stelle etwas Entlastung zu haben.

Wir leben zwar in einem recht modernen Zeitalter, aber ich glaube das es immer noch recht verpönt ist sich Hilfe zu suchen. Oder vielleicht ist es das auch gar nicht und man macht sich einfach nur selbst verrückt, weil man die Erwartungshaltung hat, alles selber schaffen zu müssen um allen oder sich selbst zu beweisen, wie großartig und leistungsfähig man doch ist….dabei sieht aber niemand, dass man abends um 20 Uhr völlig erschöpft ins Bett fällt und die Lebensqualität fröhlich flöten geht.

Ich bin sehr dankbar, dass ich ein wenig für Entlastung sorgen konnte und somit mehr Zeit für Dinge habe, die wesentlich wichtiger sind….Zeit mit Luca, Zeit mit mir, Zeit für Freunde, Zeit für einen neuen Partner, Zeit für Bommel, Zeit für ein gutes Buch….qualitative Dinge, die den tatsächlichen Sinn des Lebens bedeuten…..und zwar ohne schlechtes Gewissen und mega Druck im Nacken.

 

Zeit, Freunde und Zufriedenheit….

 

Dieses Wochenende ist quasi so ein qualitatives Wochenende. Zeit mit den Menschen zu verbringen, die mir ans Herz gewachsen sind, wie z.B. Charlotte mit ihrem unfassbar nervigen Mann und den suuuuuper anstrengenden Kindern. Ich kann das hier so schreiben…in aller Öffentlichkeit, weil ja eh keiner mitliest.

Zu allem Überfluss darf ich Charlotte und Zuckerpuppe Neele heute auch noch beim Shopping in Roermond beraten. So hab ich mir meinen Sonntag nicht wirklich vorgestellt….wer zur Hölle will schon mit der besten Freundin ins Outlet fahren? Das ist ultraanstrengend und sicher kein Spaß. Und dann noch Neele, die mir gestern erzählt hat, dass sie ein Outfit mit Soy Luna sucht…..und ein T-Shirt mit Pailletten, was sich farblich verändert.

 

  • Wer zur Hölle ist Soy Luna?
  • Und wo sollen wir so ein Shirt finden?
  • Im Outlet?

 

Allerdings dürften wir bei Ralph Lauren für den sagenhaften Herrn Z. sicher einen klassischen Pullover mit V-Ausschnitt und ne Bundfaltenhose finden….Mode ist ja schließlich auch ein Ausdruck von Individualität in absoluter Vollendung. Und wer bitte ist individueller als der sagenhafte Herr Z. – auch wenn das an dieser Stelle ein Insider sein dürfte, den nur ein sehr begrenzter Teil meiner Leser verstehen kann.

Ihr merkt…meine Laune ist bombastisch. Ironie und Sarkasmus geben sich gleichermaßen die Hand und das ist immer ein richtig gutes Zeichen bei mir. Wirklich wunderbar ist, dass ich bis zum nächsten Wiedersehen nicht lange warten muss……Ostern und ein wunderbarer Urlaub mit Familie und Freunden auf Sylt steht vor der Tür…..

Heute Abend geht es dann auf direktem Weg nach Düsseldorf in ein Hotel. Mein Leben als Blogger ruft…ein Event mit Nespresso steht auf der Agenda. Ich bin wirklich sehr gespannt….vielleicht guckt ja auch mal George Clooney kurz um die Ecke….wer weiß das schon. Über Ryan Gosling würde ich mich mehr freuen….mit dem will ich ja immer noch durchs La La Land tanzen….und dies und jenes vielleicht auch noch.

Aber….völlig egal, wie gern ich verreise…völlig egal, wie sehr ich die Zeit mit meinen Freunden genieße….völlig egal, wie schön es war…..Nichts ist vergleichbar mit dem Gefühl wieder nach Hause zu kommen und meinen Sohn in die Arme zu schließen, Bommel abzuknutschen und ein tiefes Gefühl von Glück und Zufriedenheit zu spüren.

Habt einen zauberhaften Sonntag….und werft mal einen Blick in die Instastories…wir nehmen Euch sicher ein Stück mit durch’s Outlet.

 

Eure Schnimpeline

5 Kommentare

  1. Christina
    28. März 2017 / 11:16

    Hallo Andrea,
    bei mir bricht gerade auch alles zusammen: Haushalt, Kind (5 Jahre), arbeiten, Freizeit, Dinge erledigen…
    Ich hätte gern auch einen „Carlos“ :-)
    Wie war das für Dich !? War es befremdlich jemand in Deine Wohnung zu lassen und zu putzen den Du nicht kennst ?
    Leider ist der Service von Helpling nicht bei uns in der Nähe. Hatte andere gefunden aber ich muss sagen 19,90 € für eine Std plus Kilometergeld find ich etwas viel, aber ich werde mich weiter umsehen!!

    Liebe Grüße
    Christina

  2. Juliane Smith
    29. März 2017 / 14:17

    Liebe Andrea,

    Mit deinem Artikel hast Du einen Nerv getroffen! Ich hatte am Samstag auch einen „So geht es nicht weiter – ich bin doch keine Maschine“ Moment (Mein Mann war kurzzeitig schockiert) Habe mir jetzt auch Unterstützung gesucht und ab nächste Woche geht es los (fingers crossed). Es ist nicht leicht jemanden zu finden, wo die Chemie stimmt und in Leipzig liegen die Agenturpreise leider recht hoch. Um Helpling habe ich bisher noch einen Bogen gemacht, da man die Person quasi bucht ohne sie zu sehen. Wie war das für dich und wie habt ihr dann alles abgesprochen (normalerweise macht man das ja bei einer Vorbesichtigung) und kommt jetzt immer Carlos oder jedes Mal jemand anders? Finde das Thema sehr spannend! Ich bin froh, dass ich nicht die einzige Mama/ Partnerin mit einem Me-Time-Defizit bin! Liebe Grüße, Jule

    • 29. März 2017 / 14:33

      Liebe Jule….also man sieht ja das Bild und die Bewertung und ich hab mich für 2 mal im Monat entschieden. Ich hatte auch erst Bedenken, aber finde das System an sich ziemlich gut. Carlos kommt alle 2 Wochen zu festen Terminen…man ist aber auch flexibel und kann ändern soweit die Putzhilfe dann verfügbar ist. Ich bin bisher wirklich begeistert…..Eine Vorbesichtigung gab es nicht. Wir haben kurz ein paar Sachen abgesprochen und dann hat er losgelegt und das sehr gründlich. Viele liebe Grüße, Andrea

  3. Juliane Smith
    29. März 2017 / 14:46

    Liebe Andrea,
    Vielen lieben Dank für deine Antwort! Das nimmt mir Berührungsängste mit Hepling. Hoffentlich erlebe auch ich nächste Woche einen Befreiungsschlag – das Leben ist einfach zu kurz für die falschen Kompromisse. In diesem Sinne liebe Grüße, Jule

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

%d Bloggern gefällt das:

Etwas suchen?