#privatsphäre und die Sache mit der Erwartungshaltung

#privatsphäre und die Sache mit der Erwartungshaltung

In dieser Woche habe ich mir fröhlich selbst im Weg gestanden. Ich kann wirklich nicht sagen woher sie auf einmal kam, aber ich bin mit einer unendlichen Wut im Bauch in den Montag gestartet. Meine schlechte Laune konnte man schon auf 100 Kilometer Entfernung erschnuppern.

Mit mir ist nicht gut Kirschen essen, wenn meine Laune am Boden hängt. Ich hab selten schlechte Laune. Eigentlich bin ich  eher so ein fröhlicher Terrorzwerg mit zu vielen Ideen und zu viel Energie und meist viel Quatsch im Kopf. Wenn es also so schlimm ist, wie letzte Woche dann stimmt was nicht.

Und ich sag es Euch ganz offen…ich bin/war so was von genervt. Über diese Sache mit allen Dingen alleine dazustehen. Ich gehöre vielleicht zu den Frauen, die viel schaffen und eher zum Typ “Macher” gehören, aber die aktuelle Situation kostet einfach Nerven und Emotionen und Energie und Nerven und Emotionen und Energie und….

Wenn ich, während meiner Ehe, mal außerordentlich viel zu tun hatte, dann war zumindest immer mein Mann da um mit unserem Sohn etwas zu unternehmen oder mal zu kochen oder die Wäsche anzuschmeißen. Im Moment habe ich allerdings das Gefühl ich müsse mich zerteilen. Und an jeder Ecke habe ich ein schlechtes Gewissen:

 

  • meinem Sohn gegenüber
  • meinem Job gegenüber
  • mir selbst gegenüber

 

Ich habe seit 6 Wochen nicht gebügelt und ich weiß gar nicht wann ich zuletzt die Bettwäsche gewechselt habe. Meine Fenster sind fast blind und Luca’s Zimmer sieht aus wie ne Abstellkammer. Ich trete irgendwie nur Feuer aus…zumindest fühlt es sich so an.

Seit mein Mann bei seiner neuen Familie lebt (und das ist lediglich eine emotionslose Feststellung) liegen zwischen den Besuchen bei unserem Sohn oft Wochen. Aktuell reden wir, glaube ich, tatsächlich von 6 Wochen. Zudem sind Winterferien. Eingeforderte Absprachen oder Organisation mit mir gemeinsam gibt es einfach nicht. Ich glaube tatsächlich, dass er aus Scham nicht mit mir spricht. Jedes Gespräch mit mir rührt wahrscheinlich an seinem schlechten Gewissen und da ist es natürlich einfacher….gar nicht mehr zu sprechen.

Uns Frauen wird ja oft nachgesagt wir bitten zu wenig um Hilfe oder sagen einfach nicht deutlich, was wir wollen oder welche Erwartungshaltung wir haben. Ich bin in diesen Dingen sehr deutlich. Ich brauche kein erneutes Burnout oder schwere Depressionen. Ich kenne meine Grenzen, nehme sie wahr und spreche drüber. Aber die Realität ist einfach so, dass ich mit Luca in Leipzig bin und natürlich viele Dinge ausschließlich auf meinen Schultern lasten aufgrund der Entfernungen.

Mein Mann arbeitet zur Zeit nicht….er hätte also jede Möglichkeit vor unserer Tür zu stehen und zu sagen: “Hey Andrea, da bin ich….ich kümmer mich jetzt mal eine Woche lang um Luca, damit Du alles angehen kannst, was liegengeblieben ist. Ich baue seinen Kleiderschrank auf und ich bohre das Regal in die Wand. Ich weiß ja, dass ich eine große Verantwortung dafür trage, dass Du jetzt in dieser Situation bist….ich bin also da um dir zu helfen”.

Diese Dinge passieren nicht. Ich habe gehofft, dass es so wäre. Ich hatte eine Erwartungshaltung. Ich hatte viele Erwartungshaltungen. Keine wurde erfüllt, jedenfalls nicht bei dieser Thematik. Mein Mann ist der Meinung, dass es genau das ist, was mir im Weg steht. Meine Erwartungshaltung. Vor allem, wenn sie nicht erfüllt wird…..

Ich habe mich wirklich damit auseinandergesetzt. Mit dieser Frage. Gar nicht nur auf unsere Trennung bezogen, sondern grundsätzlich. Wie ist das denn mit Erwartungshaltungen? Benehme ich mich vielleicht, wie ein kleines Kind, wenn es etwas nicht bekommt? Werfe ich mich dann auf den Boden und schreie?

Wenn ich in Kürze meine Wand im Wohnzimmer mit meiner neuen Farbe streiche, dann erwarte ich dass das gut aussieht. Wenn ich 5 Tage nichts esse, erwarte ich, dass das Gewicht auf der Waage nach unten geht. Wenn ich meine Zähne putze, erwarte ich, dass sie danach sauber sind. Natürlich kann bei all diesen Dingen auch das Gegenteil eintreffen….aber sind Erwartungshaltungen nicht normal?

Welcher Mann hat denn zum Beispiel nicht die Erwartungshaltung eines Orgasmus, wenn es um Sex geht (Frauen übrigens auch!)? Natürlich hat man eine Erwartungshaltung. Und natürlich ist man enttäuscht, wenn diese nicht erfüllt wurde…ob nun zu Recht oder Unrecht…steht dabei erstmal gar nicht zur Debatte. Aber sind es nicht Erwartungshaltungen, die wichtig sind auf dem Weg zum Ziel? Ich trainiere doch nicht für den Marathon mit der Erwartungshaltung als Letzte ins Ziel zu laufen (auch wenn das natürlich passieren würde).

Fakt ist, dass ich mich echt abgestrampelt habe und passiert ist irgendwie nix….Hier gibt es aktuell keinen Vater, der da wäre. Ich habe geweint, geredet, geschrieben, geschrien und wüste Beschimpfungen losgelassen. Ich habe mich zurückgezogen und bin auf Abstand gegangen. Nichts, wirklich gar nichts hat zu irgendeinem Ziel geführt. Speziell in dieser Situation ist es tatsächlich besser KEINE Erwartungshaltung mehr zu haben. Das ist übrigens ein Prozess, an dem ich noch arbeite…..

Mich erreichen jede Woche wirklich viele Zuschriften zu diesem Thema “alleinerziehend” und ich spreche natürlich auch mit meinen Mädels darüber. Und die Erfahrungen decken sich in der Regel. Das ist scheinbar so eine Männer/Frauensache. Männer stürzen sich ganz oft in was Neues ohne hinter sich aufzuräumen und, wenn es gut läuft, landet noch der Kindesunterhalt auf dem Konto…damit ist es dann aber auch getan. Was es wirklich heißt alleinerziehend zu sein, merkt man erst, wenn man tatsächlich in dieser Situation steckt….was ja auch völlig normal ist.

Ich weiß natürlich, dass es auch anders läuft. Ich kenne viele Trennungssituationen, in denen sich der Vater rührend kümmert und die Frau somit auch zu ihrer Entlastung kommt….ich hab nur leider den anderen Fall erwischt und es ist demütigend, sehr demütigend um etwas kämpfen zu müssen, was eigentlich der Normalzustand sein sollte.

Am Mittwoch stand ich im Bad vorm Spiegel und war so richtig scheiße drauf. Und dann hab ich laut in den Spiegel gesagt, dass ich JETZT damit aufhöre. Ich habe richtig gemerkt, wie das meinen kompletten Tag aufgefressen hat….die negative Energie hat mich komplett ausgebremst, ich hab Luca angemotzt und war überhaupt nicht produktiv. Ich hab mich nicht mehr geschminkt, lauter Zeug in mich reingestopft und auf dem Kopf sah ich aus wie Pumuckl. Das ist doch kacke…mal ernsthaft.

Ich kann überhaupt nichts ändern an der Situation. Wirklich gar nichts. Alle Wege der Kommunikation sind ausgeschöpft und jetzt kann ich mich in meiner Wut und Verletztheit verlieren oder auch an dieser Stelle weitergehen und Entscheidungen treffen, die (hoffentlich) für meinen Sohn und mich gut sind. Ich lebe bzw. wir….leben unser Leben im Moment so, als gäbe es seinen Vater gar nicht. Damit will ich nicht sagen, dass wir ihn ausschließen (keineswegs)…wir leben lediglich unser Leben hier und mein Mann lebt sein Leben bei seiner neuen Familie (und auch das ist wieder eine reine Feststellung, losgelöst von Emotionen…denn das entspricht ja einfach nur den Fakten).

Seit Mittwoch geht es mir wieder besser. Es hat geholfen mir selber klare Anweisungen zu geben. Die schwere Last ist runter von der Seele. Ich konnte mich wieder aufs Wesentliche konzentrieren und es kann uns nur gut gehen, wenn es mir gut geht. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht immer wieder an meinen eigenen Schrauben drehen müsste….und manchmal drehen die auch einfach durch. Manchmal wütet dieser Terrorzwerg immer noch in mir…ich bin eben ein Mensch und kein Heiliger.

Heute ist jedenfalls erstmal ein ganz wunderbarer Sonntag und das Pulled Pork bereits im Ofen. Wir freuen uns auf einen entspannten Gammeltag und Luca hat ja sowieso Ferien. Bis Mittwoch muss ich noch ordentlich Gas geben, denn am Donnerstag sitzen wir im Flieger nach Dubai. Ich bin null aufgeregt, aber ich bin voller Vorfreude. Luca ist völlig aufgeregt. Das ist so schön zu sehen…..und wir zwei machen das ganz alleine….irgendwie bin ich auch manchmal echt stolz auf mich….

Habt einen zauberhaften Sonntag!

 

Eure Schnimpeline

 

PS: Scheiß auf die Bügelwäsche!

15 Kommentare

  1. Annett
    12. Februar 2017 / 9:34

    Ein paar Jahre Ehe woraus ein Kind entstand lassen sich nun mal leider nicht in ein paar Wochen verdauen! Aber wie Du ganz gut erkennst hilft es ungemein, die Erwartungshaltung herunter zu schrauben! Allein Dir selbst zu liebe!!! Dann kannst Du wirklich auch nicht so enttäuscht sein! Ich übe das schon eine ganze Weile und ich sag Dir: Es hilft Dir im Leben echt weiter! Die Männer verhalten sich nicht immer so, als wäre es uns Frauen rational verständlich! Erlebe ich immer wieder im Freundeskreis! Getrennte Paare wo es läuft sind immer noch die Seltenheit! Deshalb: geniesse die Zeit in Dubai (wie geil ist das denn bitte) ich als Alleinerziehende kann mir in diesem Jahr keinen Urlaub leisten! Also bitte geniesse bis in die Haarspitzen für mich mit! Bitte!!!!!!!! Ganz liebe Grüsse Von Annett

    • 12. Februar 2017 / 10:08

      Liebe Annett, ja an einigen Stellen musste ich das tun…es ging gar nicht anders. Trotzdem ist das natürlich immer mal wieder viel Wut, aber es wird besser und die Abstände immer größer. Ich genieße Dubai für Dich mit. LG Andrea

  2. Jenny
    12. Februar 2017 / 10:03

    Hallo Andrea,
    ich weiß nur zu gut, wovon du schreibst. Das alles kommt mir so unglaublich bekannt vor. Die Trennung aus heiterem Himmel, der übergangslose Wechsel in eine neue Familie, die zermürbenden Diskussionen um Besuchswochenenden und Unterhalt. Oft zeigt sich der wahre Charakter eines Partners erst nach der Trennung… Inzwischen habe ich das Thema Unterhaltszahlungen dem Jugendamt übergeben und mein Sohn (er ist etwa im gleichen Alter wie deiner) hat von sich aus den Kontakt zu seinem “Vater” nahezu komplett abgebrochen. Dadurch haben wir nun so gut wie keinen Kontakt mehr. Seitdem läuft hier alles irgendwie entspannter, auch wenn ich mir manchmal ein wenig Unterstützung wünschen würde.
    Halte die Ohren steif!
    Liebe Grüße
    Jenny

    • 12. Februar 2017 / 10:07

      Liebe Jenny, ja das deckt sich tatsächlich sehr. Wie mit vielen anderen Geschichten auch. Ich könnte mir nicht vorstellen dauerhaft und oft so lange von Luca getrennt zu sein. Und da ich mir das selber nicht vorstellen kann….führt das natürlich immer wieder zur Diskussion. Im Grunde ist das wirklich traurig und es liegt an uns, was wir draus machen und das ist eben nicht immer leicht…ich hoffe, ich gehe den richtigen Weg. Ich drück Dich. LG Andrea

  3. Natalie
    12. Februar 2017 / 11:30

    Ich glaube, dass es einfach völlig normal und menschlich ist, eine Erwartungshaltung zu haben. Vielleicht nicht mal bewusst, sie ist einfach irgendwo in einem drin vergraben. Wenn man sich dessen bewusst wird, kann man sie vielleicht in gewisser Art und Weise ein bisschen leiten und abschwächen, so dass man bei Nichterfüllung nicht ganz so enttäuscht ist. Und man geht realistischer an manche Sachen ran. Aber ich glaube, so ganz abstellen kann man die Erwartung an andere, an sich selbst… nicht wirklich. Nur einen Weg finden, für sich selbst damit umzugehen. Was schonmal nicht so einfach ist 😉 Gaaaanz viel Spaß in Dubai, ich bin total gespannt auf deine Berichte, ich kenne Dubai noch überhaupt nicht und lasse mich gerne von dir inspirieren.

    • 13. Februar 2017 / 5:38

      Liebe Natalie, ja Erwartungshaltung sind auf jeden Fall menschlich, nur stehen sie einem auch oft im Weg. Ich kenne Dubai auch noch nicht und freu mich aber einfach so für Luca. Er ist total aufgeregt und es gibt ja irre viel zu sehen für Kinder in seinem Alter….alleine schon die Autos und Gebäude. Es wird ganz sicher meine persönlichen Erfahrungen geben. LG Andrea

  4. Tanja Hegerkamp
    12. Februar 2017 / 13:46

    Liebe Andreas,
    Dein Beitrag ist wieder so herrlich ehrlich geschrieben und und ich kann dich voll verstehen, ich glaube jeder hat schon so “Tiefs” erlebt. Es gibt halt Tage da läuft alles rund und dann eben diese Tage, wo man am liebsten ins Kissen heulen möchte. Es ist ja auch überhaupt nicht leicht Alleinerziehend zu sein und alles alleine stemmen zu müssen. Aber ich finde du machst das großartig und ich finde es auch völlig in Ordnung mal ein paar Tage nicht so gut drauf zu sein, dass gehört zum Leben dazu. Männer sind einfach viel egoistischer und machen sich keinen Kopf (nicht alle, es gibt auch Ausnahmen), aber meist geht es ihnen besser damit. Mach weiter so du bist klasse. LG Tanja

    • 13. Februar 2017 / 5:37

      Liebe Tanja, ja das ist wohl exakt so und wenn man eine Frau ist, ist das eben schwer nachvollziehbar. Vielen lieben Dank für Deinen lieben Kommentar. LG Andrea

  5. Me
    12. Februar 2017 / 21:19

    Liebe Andrea, wen bitte interessiert Bügelwäsche?! Falte das zusammen, streiche es glatt und gut ist es! und wenn Du wieder Zeit zum bügeln hast, dann bügelst Du!
    Und beim Rest, da hast Du mit ALLEM sowas von Recht. Und ich kann Deine Wut verstehen, manchmal muss man wütend sein!
    Aber ein großes Kompliment, wie Du Dich immer wieder aufrichtest! Du machst das großartig!
    Pass gut auf Dich auf!

    • 13. Februar 2017 / 5:34

      Liebe Sabine, genau…wen interessierts eigentlich? Und das allerschlimmste? Mein Schrank ist immer noch voll. Das sollte mir zu denken geben…:-)
      Alles andere…ist tatsächlich schwierig, nicht immer leicht und ich hab absolut keine Möglichkeit etwas zu tun. Ich hasse es, wenn ich nichts tun kann. Aber man kann eben niemanden zum Umgang mit seinem eigenen Kind zwingen. Ich muss mir das immer wieder bewusst machen. Viele liebe Grüße, Andrea

  6. Andrea
    13. Februar 2017 / 8:59

    Liebe Andrea,

    ich musste mich von dem Vater meiner Tochter bereits in der Schwangerschaft trennen. Mein Mädel ist jetzt 6 Jahre alt und seitdem sind wir einer 2er-Familie. Immer wieder habe ich ihn angetrieben ( ja das trifft es wirklich ) sich um seine Tochter zu kümmern. Ich war wütend, dass ich ihm meine ( naja unsere) Tochter immer wieder wie Sauerbier anbieten musste. Ich konnte einfach nicht verstehen, dass er kein Interesse hat, dieses zauberhafte Wesen in sein Leben zu lassen. Irgendwann habe ich es einfach gelassen , zu erwarten, dass er sie annimmt und die Wut ist verraucht. Jetzt tut er mir einfach nur leid… Schließlich darf ich mit diesem zauberhaften Wesen leben und lieben. Tatsächlich ist es für mich mittlerweile leichter, die Erwartungen in einigen Bereichen des Lebens zurückzuschrauben. Gerade der Bereich Ex ist mittlerweile komplett frei von Erwartungen…;-)

    Viel Spaß in Dubai, ich bin gespannt auf Eure Reise und heute Abend schiebe ich meine Bügelwäsche ganz weit unter´s Bett.

    Liebe Grüße.

    Andrea

    • 13. Februar 2017 / 9:07

      Liebe Andrea, ich höre das so oft und es erschüttert mich. Es ist so unvorstellbar, dass Luca kein Teil meines Lebens mehr wäre….ich kann das einfach wirklich gar nicht verstehen….und es ist echt traurig…vor allem für die Kinder. Meine Erwartungen kann ich hinten an stellen…und auch meine Wut und Trauer darüber wird irgendwann vollends verflogen sein. Vielen lieben Dank für Deinen Kommentar.

      • Andrea
        13. Februar 2017 / 9:53

        Für mich ist es auch unverständlich! Gerade die Liebe und das Vertrauen eines Kindes sind doch so rein und wie kann man das ablehnen? Auch für mich wäre es unvorstellbar, ohne meine Sarah leben zu müssen. Sie fragt manchmal noch nach ihrem Vater, dann rede ich von ihm ( natürlich neutral ) und anschließend machen wir etwas Schönes zusammen. Dadurch versuche ich es leichter für sie zu machen. In Eurem Fall ist das natürlich schwieriger, da Luca 1. größer ist und 2. habt Ihr mit dem Vater zusammen gelebt und Luca kennt daher das “normale” Familienleben. Normal ist Anführungszeichen, da jedes Familienleben normal ist, solange Liebe und Lachen Bestandteil der Famile sind.

        Ich verfolge jetzt seit knapp 4 Monaten Deinen Blog und bin mir sicher, dass Ihr Beide Euren Weg gefunden habt und es auch in Dir ruhiger wird, was den Ex angeht. Ich drück´ Dir jedenfalls die Daumen!

  7. Tobias
    14. Februar 2017 / 22:01

    Hallo Andrea,

    es ist sicherlich für einen Mann sehr ungewöhnlich Deinen Blog zu lesen und ich muss zugeben, nicht jeder Artikel weckt mein Interesse. Aber gerade die, in denen Du über Deine Ehe und die Vater-Kind Beziehung schreibst, verfolge ich.

    Warum: ich erlebe das aus der anderen Perspektive, aus der Sicht des Vaters der sein Kind nicht immer bei sich hat und immer, wirklich immer, aufpassen muss was er wie und wann sagt. Gerade mündliche Absprache sind sehr schwer zu treffen, da häufig im Nachhinein die Ansichten auseinander gehen und Missverständnisse vorprogrammiert sind. Ich mache heute alles schriftlich per WhatsApp und Co, einfach um auf Nummer sicher zu gehen, nichts “Falsches” zu machen und die Erwartung der Mutter zu erfüllen. Und wenn das Thema Erziehung und Entwicklung auf den Tisch kommt, ist es gleich vorbei. Dann heißt es gleich: “du siehst dein Kind nur alle paar Tage und willst mir was erzählen”. Ich habe schon so häufig einfach meine Klappe gehalten, nur um den Frieden zu bewahren, damit ich meine Kinder regelmäßig sehen kann oder um nicht vielleicht das nächste Feuer zu entzünden.

    Ich will Deine Situation und das Verhalten Deines Ex-Mannes nicht be(ver)urteilen. Allerdings bin ich der Meinung, dass zu allem immer zwei gehören. Egal ob das eine Trennung oder der Umgang mit dem Kind ist, aber gerade hier sollte auf beiden Seiten die Vernunft siegen und das Wohl des Kindes im Vordergrund stehen. Und ja, ich kenne auch Väter die sich nicht für ihre Kinder interessieren, obwohl ich es persönlich nicht nachvollziehen bzw. es mir nicht vorstellen kann.

    Ich wünsche Dir und Deinem Sohn alles Gute und eine harmonische Lösung der Situation.

    Liebe Grüße
    Tobias

    • 15. Februar 2017 / 5:48

      Lieber Tobias, ich freue mich immer sehr auch mal aus der Sicht eines Vaters zu lesen. Das öffnet den Blick. Ich fühle mich auch gar nicht be- oder verurteilt. Ich glaube tatsächlich, dass es für beide Seiten sehr schwierig ist. Und natürlich spielen emotionale Verletzungen und Unverständnis eine große Rolle. Meine persönliche Erfahrung ist trotzdem, dass ein Großteil der Mütter einfach das schwerere Los gezogen hat, dass ergibt sich im Grunde schon aus der Natur der Sache. Für mich z.B. ist ja genau der Punkt das ich mir einen regelmäßigeren Kontakt wünsche und das versucht habe auf allen erdenklichen Wegen festzuhalten…auch schriftlich.

      Aber mal völlig egal warum, weshalb, wieso….ich habe die Hoffnung immer noch nicht verloren und arbeite quasi täglich an dieser “harmonischen” Lösung. Ich schreibe ja immer wieder, dass es wichtig ist über den eigenen Schatten zu springen….manchmal gelingt mir das gut und manchmal weniger gut.

      Vielen Dank für Deinen Kommentar.

      LG Andrea

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