PRIVATSPHÄRE, Wochengedanken

Die dunkle Seite…meine Wochengedanken aus KW11!

Vor ein paar Wochen erreichte mich die Mail einer Leserin.

Offen gesagt eine Mail, die mich kurzzeitig einigen Selbstzweifeln oder besser gesagt einer gewissen Ungläubigkeit überließ. Ich brauchte einen Moment, zog mich etwas zurück, flog nach New York und lief zu alter Form auf.

Ich will dem Inhalt dieser Mail, überhaupt dieser Frau, nicht allzu viel Platz auf meinem Blog geben. Sie ließ sich über 1,5 Seiten lang über mich als Mensch aus, warf mir vor das ich meine Trennung immer noch verarbeiten würde und am Ende empfahl sie mir psychologische Hilfe. Ich kenne diese Frau übrigens nicht und vermutlich bin ich ihr auch noch nie über den Weg gelaufen. All das…um mir eigentlich nur mitzuteilen, dass ich sie als Leserin verloren hätte.

Es ist immer wieder interessant, wie sich das anfühlt. Mich erreichen fast täglich Mails oder eben Feedback auf verschiedenen Kanälen. Nehmen wir mal an, es schreiben 100 Menschen….99 hinterlassen ein positives Feedback, freuen sich über Inspiration oder neue Energie, finden sich wieder und einer lässt sich negativ aus, meist auch leider unsachlich oder sehr persönlich…immer in der wirren Annahme mich anhand meines Internetauftritts wirklich zu kennen. Einen kurzen Moment lang jedenfalls….wiegt dieses negative Feedback endlos mehr, als das Feedback von 99 weiteren Personen.

Ihr kennt das sicher!

Ich überlegte z.B. kurz das Wort „Trennung“ nie wieder zu verwenden in meinen Artikeln. Nur ist es eben meine Spielwiese, niemand wird gezwungen zu lesen. Keiner meiner Leser muss bezahlen für Artikel und all den Content, der hier zur Verfügung gestellt wird. Der Witz an der Sache ist doch tatsächlich…jeder kann kommen und gehen, wann er will.

Als ich die 5 Tage alleine in New York war, dachte ich….verdammte scheiße Andrea….scheiß doch drauf“  (das ist übrigens gleich 2 mal „Scheiße“ in einem Satz…).

Du tust nicht das, was „JEMAND“ von dir erwartet, sondern du tust das, was du von dir selbst erwartest.

Nehmen wir das Trennungsthema…es ist Bestandteil meines Lebens. Die Trennung hat zu großen Veränderungen geführt und war es Anfangs noch die Verarbeitung von Schmerz, Wut und Trauer ist es heute ein sachlicher Rückblick auf das Geschehene und was daraus geworden ist. Z.B., dass ich ganz für mich alleine in New York unterwegs sein konnte und es bis in die letzte Faser meines Körpers genossen habe.

Es ist für mich, wie eine Art Selbsttherapie darüber zu schreiben. Mich dabei auch immer wieder selbst zu reflektieren. Nach knapp 18 Jahren ist es nun mal kein Zuckerschlecken den Partner zu verlieren und immer wieder mit Herausforderungen konfrontiert zu werden. Und die Herausforderung besteht vor allem darin, trotz aller Verletzungen ein gutes Miteinander zu finden um unseren Sohn weiterhin gute Eltern sein zu können.

Liebe, Eifersucht und Hass waren schon immer Gründe für Kriege. Es ist also ein Thema mit dem man sich auseinandersetzen muss um den Boden unter den Füßen zu bewahren und sich nicht in Emotionen zu verlieren, die einen selbst zerstören und auch ganz viel drumherum mit in den Abgrund reißen.

Während es also für den einen so aussieht, als hätte ich die Trennung nicht verarbeitet, ist es für viele andere ein „Gottseidank geht es nicht nur mir so„. Sie finden sich wieder und schöpfen Kraft aus meinem Weg. Und es ist nun mal ein Weg. Ein richtig spannender sogar. Ich stelle ihn zur Verfügung mit allen Höhen und Tiefen und auch Gefühlen.

 

So ätzend dieser Schmerz auch war, er ist vorüber. Das ist ein Fakt.

 

Heute kann ich sehen, was es mit mir gemacht hat. Ich hatte die Möglichkeit mich sehr intensiv mit mir selber auseinanderzusetzen. Ich musste immer wieder an meine Grenzen gehen und das waren zum Teil sehr heftige, emotionale Erfahrungen. Ich habe sie analysiert, mich selbst in Frage gestellt und Menschen, denen ich vertraue, daran teilhaben lassen.

Nicht alles findet einen Weg auf diesen Blog, nicht alles teile ich mit meiner Community. All das hier sind Momentaufnahmen, aber die Woche hat 7 Tage und der Tag hat 24 Stunden…Auch, wenn es anders wirkt….das hier….ist nur ein Bruchteil meines täglichen Lebens.

In New York habe ich das Buch über Anstand von Axel Hacke weitergelesen. Es glich schon fast einer täglichen Routine. Ich ging runter zu Starbucks, bestellte einen Cappuccino und einen Bagel, hockte mich in einen der Sessel und las. Manchmal lief mir eine Träne übers Gesicht. Vor lauter Erleichterung.

Ganz oft dachte ich „Gottseidank Andrea…da draußen gibt es noch jemanden, der genauso denkt, wie du„. Dieses Buch ist quasi mit mir um die Welt geflogen, so sieht es mittlerweile auch aus und es ist wie eine kleine Bibel für mich….ähnlich, wie das „Café am Rande der Welt“ ….nur eben mit völlig anderem Inhalt und völlig anderer Message.

Ich arbeite täglich daran Menschen nicht mehr zu bewerten. Auch das ist ein Prozess. Es gelingt mir immer besser und es bringt erstaunliche Veränderungen mit sich. Denn, wenn man nicht mehr bewertet, öffnet sich der Blick und ganz oft passieren dadurch ganz wunderbare Überraschungen. Ich habe einfach das Gefühl mein Herz ist viel größer geworden und es ist so gefüllt mit ganz viel Liebe, Leidenschaft, Neugier und Lust aufs Leben.

 

Ist das nicht toll?

 

Als ich im Flieger nach New York saß, bekam ich ja ganz überraschend einen netteren Platz. Das Flugzeug stand noch auf dem Rollfeld und ich schrieb meiner Freundin Bine, dass ich neben mir auch noch einen attraktiven Singlemann erwartet hätte. Denn neben mir saß KEIN! attraktiver Mann, sondern einer, der mir so gar nicht gefiel. Ich checkte ihn innerhalb von Sekunden ab und bildete mir ein Urteil.

Ich hatte ihn bewertet.

Irgendwann teilte die Crew die Zollformulare aus. Ich füllte das Formular aus und er verwickelte mich in ein Gespräch. Sehr nett übrigens. Beim Ausstieg holte er all meine Sachen aus dem Gepäckfach und reichte sie mir. Es war nur ein kleiner Moment, eine kleine Begegnung und trotzdem schämte ich mich für meine ursprünglichen Gedanken. Das war einfach gemein und irgendwie pubertär.

Versteht mich nicht falsch. Mir geht es keineswegs darum die ganze Welt zu lieben oder das ich das umgekehrt erwarten würde. Es gibt ganz viele Menschen, die ich überhaupt nicht mag. Dafür habe ich eine ganz einfache Strategie entwickelt. Diese Menschen sind einfach nicht Teil meines Lebens. Sie finden keine Beachtung und werden ausgeschlossen. Das meine und lebe ich so, wie ich es hier schreibe.

Dieses Bussi Bussi Getue und wir sind doch alle eine Gemeinschaft war noch nie meins. Denn in der Regel wird sich umgedreht und unfair gespielt. Ich könnte mich damit beschäftigen, mich darauf einlassen, zu Kreuze kriechen. Ich könnte…ich will aber nicht. Ist aber auch gar nicht notwendig, weil so viele, großartige Menschen mein Leben bereichern, dass ich gar nicht in die Situation komme mich damit beschäftigen zu müssen. Wenn ich einen Blick auf die Menschen in meinem Leben werfe, dann darf ich mich als Glückspilz bezeichnen.

 

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Die dunkle Seite….

 

In dieser Woche war „die dunkle Seite“ DAS! Thema bei 1LIVE…meine Radioverbindung in meine alte Heimat. Es ging um das Thema Depression.

Ich habe ganz oft innegehalten und zugehört. Ich spürte eine große Erleichterung. So viele Menschen sprachen über ihre Erfahrungen und auch Jahre nach meiner Erkrankung ist das pures Seelenheil. Als ob jemand über deinen Kopf streichelt und sagt „ja, du warst richtig krank…ich habe es jetzt verstanden“.

Kein Mensch kann sich vorstellen, wie es ist, wenn man sich nicht erklären kann, weil man es sich ja selbst nicht mal erklären kann. Wie es ist den Lebenswillen zu verlieren, stundenlang im Bett zu sitzen und keine Luft zu kriegen oder die Bettwäsche nass zu schwitzen. Das es nicht hilft positiv zu denken oder sich hübsche Gedanken zu machen, wenn die Sonne scheint.

Ich habe meinem Mann damals aus der Reha lange Mails geschrieben, habe Literatur rausgesucht, Texte angemarkert, weil ich wollte das er versteht, was mit mir los ist. Es hat 2 Jahre gebraucht bis er sich überhaupt damit beschäftigte. Das ist an keiner Stelle ein Vorwurf, es ist ein Beispiel für die Realität und wie schwierig der Umgang damit ist. In der Regel für beide Seiten.

Es ist eben nicht, wie eine Grippe oder ein gebrochener Arm. Es ist nicht offensichtlich und für Betroffene ist es furchtbar schwer sich zu erklären oder schlimmer noch…erklären zu müssen. Denn im Grunde fehlt in einer Depression genau dafür die Kraft.

 

Es fehlt für einfach alles die Kraft.

 

Ich selbst, empfinde mich als geheilt, auch wenn diese Krankheit immer wieder zurückkehren kann. Ich habe meinen Weg gefunden und auch meinen Umgang mit der dunklen Seite…diesem dunklen Loch, was immer mal wieder auf mich zurollt. Ich gönne mir Ruhephasen, achte auf mich selbst, spreche viel mit meiner Schwester und engen Freunden und ich gehe vor die Tür. Wenn ich anfange Termine schleifen zu lassen, kämpfe ich mit voller Wucht dagegen an. Niemand, der mich heute erlebt, würde vermuten, dass mich diese Krankheit vor 5 Jahren mit all ihren Facetten über einen langen Zeitraum begleitet hat.

Begeistert haben mich diese Woche sämtliche Moderatoren bei 1LIVE. Die Thematik wurde sehr gut angefasst, nicht zu seicht, aber auch nicht zu hart. Es gab genau den richtigen Ton, sehr viel Interesse, Ernsthaftigkeit und Tiefgründigkeit. Bei mir entstand nicht einmal das Gefühl der Oberflächlichkeit.

Sehr interessant fand ich übrigens das Interview mit Teresa Enke, der Frau von Robert Enke.

Ich kann Euch wirklich nur mal empfehlen auf der Homepage von 1LIVE vorbeizuschauen. Dort findet Ihr sehr interessante Interviews und Hintergrundinformationen zum Thema Depression.

 

Sylt

 

Die helle Seite…

 

Mich hat diese Woche ein grippaler Infekt erwischt und Luca gleich mal mit. Ich habe 2 Tage gelegen und viel geschlafen. Langsam kommen die Lebensgeister wieder.

Große Energie hat mich am Freitag gepackt. Denn ich habe mich für einen Coworking Space in Leipzig entschieden. Ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein riesengroßer Schritt für Andrea.

Eigentlich wusste ich schon, dass ich diese Entscheidung treffen würde, als ich die Anzeige fand. Das Gespräch und die Besichtigung des Büros war nur noch Formalität. Es war eine reine Bauchentscheidung.

Ich bin so glücklich darüber. Alles fügt sich irgendwie zu einem Bild zusammen. Es sind wie kleine Puzzleteilchen, die am Ende immer irgendwie zusammenpassen. Jedenfalls fühlt es sich großartig an einen Büroplatz in einer kleinen, kreativen Gemeinschaft zu haben. Wichtig war für mich der Wohlfühlfaktor und der war für mich so „wow„.

Das Büro ist in einer alten Fabrik, mit hohen Decken, Industrielook, trotzdem gemütlich und toll eingerichtet. Ich bin in 10 Minuten mit dem Rad da und es ist so was von bezahlbar.

Im Übrigen bietet Leipzig ganz viele und sehr besondere Möglichkeiten für Menschen, die ein Büro oder einen kreativen Arbeitsplatz suchen. Ich war ganz begeistert von dem, was mir da so entgegenkam.

 

  • Hier findet Ihr z.B. Informationen zu Social Impact.
  • Hier findet Ihr Informationen zur Raumstation.
  • Hier findet Ihr Informationen zum Chaos Coworking.
  • Hier findet Ihr Informationen zum Basislager.
  • Hier findet Ihr Informationen zu Simplioffice.

 

Ich war eigentlich erst auf der Suche nach einem eigenen Büro oder einem kleinen Gemeinschaftsbüro, aber die monatlichen Belastungen haben mir einfach Angst gemacht. Die meisten Coworking Geschichten waren mir persönlich ein Stück zu groß. Und wie es der Zufall so wollte, habe ich nun eine Mischung aus irgendwie allem gefunden. Mitte April geht’s los.

Die kommenden 1,5 Wochen wird nochmal ordentlich in die Pedale getreten und dann stehen auch schon wieder die Osterferien vor der Tür und in diesem Jahr erweitert sich unser jährlicher Osterurlaub auf Sylt um viele Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind. Ich freu mich wahnsinnig drauf. Das wird echt ne große Runde…so was hab ich mir immer schon gewünscht.

Ich wünsche Euch einen fabelhaften Sonntag.

 

Eure Andrea

 

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