PRIVATSPHÄRE

Die Menschen, die man liebt…meine Wochengedanken aus KW48!

Es ist der schönste Dezember seit langem. Ich stecke kopfüber in Arbeit, weiß eigentlich gar nicht, wie ich alles schaffen soll und bin trotzdem glücklicher denn je.

Ich kann gar nicht glauben, dass wir heute den 1. Advent haben. Ich würde die Zeit gern zurückdrehen und 2017 nochmal erleben. Und zwar genauso, wie es bisher war. Kein Jahr hat mich persönlich so weit nach vorn gebracht. Ich spreche hier nicht von beruflichen Erfolgen, sondern von mir selbst. Es ist sehr befreiend keinen Groll –  bezüglich der Trennung –  mehr zu hegen und sehr bewusste Entscheidungen treffen zu können.

Am Montag bin ich voller Energie in die neue Woche gestartet. Allerdings konnte ich keinen meiner Aufträge und Pläne umsetzen. Mein Computer streikte, mein Fotoprogramm streikte und alle Fotos, die ich an dem Tag geschossen hatte, waren weg. Einfach weg.

Da blieb mir nur die Nerven zu bewahren. Ich räumte den Computer auf. Installierte das neue Betriebssystem und bis alles wieder rund lief war es 23 Uhr. Während der Mac so vor sich hin rödelte, bin ich mit einer Freundin schick essen gegangen. Wir saßen beide im Auto und mussten tief durchatmen. Alle stehen unter Strom derzeit und trotzdem war es so verdammt gut, dass wir uns diese Auszeit vom Schreibtisch gegönnt haben. Es war ein wunderbarer Abend und am nächsten Tag lief meine Technik wieder, wie am Schnürchen.

Am Dienstag entschied ich mich dazu meine Bügelwäsche an einen Bügelservice abzugeben. Irgendwo muss ich gerade eine Grenze ziehen und mir eingestehen das ich nicht alles schaffen kann. Viele von Euch fragen mich wo eigentlich mein Putzmann Carlos ist? Der ist für ein Jahr in Australien. Er verdient sich mit dem putzen seine Reiseaufenthalte und ist weiter gezogen.

Ich hatte ja vergangene Woche darüber sinniert mir Unterstützung für den Blog zu holen. Im Moment hilft es schon mal, wenn ich hin und wieder mal Unterstützung im Haushalt habe. Das der Bügelberg weg ist, fühlt sich einfach großartig an. Aber kennt Ihr das, dass man im ersten Moment immer denkt, man hätte versagt?

Mittwoch und Donnerstag habe ich rundum die Uhr am Schreibtisch gehangen und gearbeitet. Ich hatte die ganze Zeit ein Tuch im Haar, schäbige Joggingklamotten an und ich war nicht mal duschen. Es war mir scheißegal, wie es um mich herum aussah….ich schrieb und schrieb und schrieb. Nicht mal Instastories hab ich gemacht und das will schon was heißen bei mir. Gott sei Dank gibt es ja Lieferheld, denn nicht mal zum kochen war Zeit.

Was hier vielleicht nach jammern aussieht, ist keineswegs so gemeint. Wer mich kennt, der weiß das ich es eigentlich hasse, wenn um mich herum keine Ordnung ist oder ich selber aussehe, wie ein Schluck Wasser in der Kurve.

Großartig war, dass ich Donnerstagabend die Aufträge weitestgehend fertig hatte. Freitag (in aller Frühe) habe ich dann die Wohnung und mich in Ordnung gebracht, habe sogar noch einen Termin im Nagelstudio geschafft und konnte Mittags – gemeinsam mit Luca – meine Schwiegereltern vom Bahnhof abholen. Luca hatte, wie passend, am Freitag schulfrei.

Seitdem verbringen wir alle eine ganz wunderbare Zeit miteinander. Wir genießen es sehr, lernen Leipzig kennen und haben richtig viel Spaß. Gestern spielte am Hauptbahnhof eine Blaskapelle bevor der Nordpolexpress mit dem Weihnachtsmann einfuhr. Ich hätte losheulen können. Es war fast so, wie beim Polarexpress. Unser Lieblingsweihnachtsfilm!

 

 

Hugo war übrigens die letzten beiden Tage überall mit. Ich gehe morgens mit ihm und Bommel immer eine riesengroße Runde. Und es ist wie verhext….er macht einfach nix. Ich gehe und gehe und gehe und er macht keine Anstalten sich zu erleichtern, während Bommel schon jeden Busch mitgenommen hat. Man kann aber die Uhr danach stellen….sobald wir Zuhause sind, sucht er sich eine warme Ecke. In der Regel bedeutet das, dass ich 5 mal hintereinander hoch und runter renne um das in den Griff zu bekommen. Das funktioniert aber nicht, wenn ich weg will. Also hab ich ihn kurzer Hand eingepackt und mitgenommen um eine Sauerei Zuhause zu vermeiden. Jedenfalls kennt er jetzt sehr viele Ecken in Leipzig und hat auch direkt mal ne Stadtrundfahrt mitgemacht.

Die kommende Woche wird ganz ähnlich werden. Am Donnerstag kommt Charlotte und ich freue mich, wie ein kleines Kind. Ich kann es kaum erwarten und wir haben schon wieder so viel geplant, dass sie eigentlich mehrere Monate bleiben müsste. Ich muss mal ein ernstes Gespräch mit ihrem Mann führen.

Eigentlich wäre ich ja auch kurz darauf nochmal verreist. Mexiko wäre das Ziel gewesen, aber ich habe mich dagegen entschieden. 12 Stunden Flug, 7 Stunden Zeitverschiebung für 1,5 Tage vor Ort…! Theoretisch bin ich da sehr flexibel, nur im Dezember ist es einfach denkbar ungünstig für mich. Ich möchte nämlich sehr gern ungestresst in unseren Weihnachtsurlaub auf Sylt starten und mich dann auch mal komplett aus dem Internet herausziehen. Die Weihnachtszeit ist die allerbeste Zeit dafür.

Ihr seht, ich stecke kopfüber einfach im Alltag….wie wir alle eben. Es ist immer noch ein sehr, sehr gutes Gefühl, dass ich das Trennungsthema endlich hinter mir lassen konnte. Trotzdem gibt es immer noch Themen, die mich ärgern, aber dabei geht es nur noch um so Dinge, wie die Besuchszeiten bei unserem Sohn und eben dieses ganze drumherum. Ich weiß, dass es vielen Müttern so geht und die persönlichen Erfahrungen sich oft decken. Es ist mir einfach unbegreiflich, wie man sein Kind nur so wenig sehen kann und sich auch nicht um mehr bemüht oder das Weihnachten keine Rolle spielt….Ich würde kämpfen wie eine Löwin.

Wenn ich sehe, wie Luca sich entwickelt, wie glücklich er ist und was wir gemeinsam erleben…dann frage ich mich einfach manchmal, wie man das freiwillig verpassen kann.

Am Dienstag wurde in Leipzig der Weihnachtsmarkt eröffnet. Das ist eine sehr schöne Tradition. Der Bürgermeister spricht, es wird gesungen und die Lichter am Weihnachtsbaum werden eingeschaltet und wie auf Kommando gehen alle Buden auf und der Verkauf geht los. Es hat irgendwie etwas märchenhaftes.

Ich hatte eigentlich keine Zeit…

Luca schrieb mir eine Nachricht, dass er 10 Minuten früher bei der Nachhilfe Schluss macht und zum Weihnachtsmarkt geht um das für mich zu filmen. Er weiß, wie sehr ich das liebe. Ich schrieb ihm das ich mich sehr darüber freue und dann fragte ich ihn, ob ich kommen soll….Und es kam zurück „das wäre natürlich noch besser Mama„…..

Ich hab mich in meine Sachen geworfen und bin los.

Wir haben also gemeinsam die Eröffnung gesehen, haben Glühwein und Kinderpunsch getrunken und uns im Vapiano eine Pizza geteilt. Wir sind Riesenrad gefahren und auf einmal kam er mit einem kleinen Karton um die Ecke und schenkte mir eine neue Weihnachtskugel für unseren Weihnachtsbaum.

Luca wird in ein paar Tagen 13. Die Zeit rennt. Ich kann mich da nur wiederholen. Die Zeit, die man miteinander verliert, ist nicht mehr aufzuholen.

Es ist schön zu sehen, wie er seinem Großvater die Technik des Smartphones erklärt und endlich mal wieder mit der Oma shoppen gehen kann. Und wie er beiden, voller Stolz, seine neue Heimat zeigt und erklärt. Es fühlt sich an, wie Familie. Es ist Familie.

Wenn mir 2017 irgendwas sehr bewusst geworden ist….dann….das man die Menschen, die man liebt, festhalten muss.

Ich wünsche Euch einen zauberhaften 1. Advent.

 

Eure Andrea