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Heimat, Highlights und der kleine Teufel auf meiner Schulter…meine Wochengedanken aus KW41!

Heimat, Highlights und der kleine Teufel auf meiner Schulter...meine Wochengedanken aus KW42!

Am liebsten würde ich meine Wochengedanken immer mit „die Zeit rennt“ eröffnen. Denn immer, wenn ich hier sitze und über meine Woche nachdenke, dann ist es das erste, was mir dazu einfällt…

 

Wo zur Hölle ist die Zeit hin…..

 

Österreich ist schon wieder eine Woche her und ich bin schon wieder im „ich vermisse die Berge und das Meer Modus“…Mein Blick auf den Kalender verheißt allerdings nichts Gutes. Vielleicht können wir ja einfach die Schulpflicht abschaffen, damit Luca und ich wild durch die Gegend reisen können. Die nächsten Ferien sind erst in der Weihnachtszeit und das sind ja meistens so Tage, wo man daheim bleibt und auch der ein oder anderen familiären Verpflichtung nachgeht.

Theoretisch könnte ich mir mittlerweile sehr gut vorstellen dem Weihnachtstrubel den Rücken zu kehren…allerdings habe ich gerade so gar keine Ahnung, wie mein Sohn darüber denkt.

Alternativ könnte endlich mal jemand das Beamen erfinden. Es reicht nicht, dass ich jetzt endlich Star Trek auf Netflix schauen kann, ich möchte auch gern schnell an verschiedenen Orten sein. Das Reisefieber hat mich nicht nur gepackt, es brodelt faktisch in mir. Ein paar Tage in unserem hübschen Zuhause reichen um es dann wieder zu entfachen. Frei nach dem Motto „so, das war jetzt genug Alltag“….

Mir geht es dabei gar nicht darum frei zu haben…sondern einfach hier und da und dort zu sein. Mir macht es unfassbar viel Spaß überall arbeiten zu können. Vielleicht fehlt mir auch gerade deswegen kein fester Arbeitsplatz oder ein eigenes Büro Zuhause. Schreiben kann ich tatsächlich überall und die verschiedenen Ortswechsel tun der Kreativität richtig gut. Perfekt arbeiten lässt es ich zum Beispiel im ICE. Ich liebe das und irgendwie geht mir das bei der vorbeirauschenden Landschaft richtig gut von der Hand.

Als wir vergangenen Sonntag wieder Zuhause ankamen, war das ein ganz wunderbares Gefühl. Das Leben braucht einfach eine Homebase. Ein Ort, an dem man immer wieder zurückkehren kann.

Am Montag hatte ich dann mehr oder weniger damit zu tun meinen Sohn auf seine nächste Reise vorzubereiten. Das ist übrigens eines dieser Dinge, die mich am alleinerziehend sein manchmal ankotzen. Für mich als Mutter ist es immer irgendwie eine Doppebelastung.

Obwohl….ich möchte es gar nicht so richtig als Doppelbelastung beschreiben…es ist eigentlich eher Ärger über die Situation an sich. Ich wasche Wäsche, packe den Koffer ein und umgekehrt. Manchmal macht es mich einfach wütend, dass sämtliche Alltagsthemen an mir hängen bleiben und das andere Elternteil nur noch gelegentlich existiert und mir das Kind fröhlich mit der dreckigen Wäsche wieder vor die Tür stellt. Der Aufwand ist für mich meist größer, als der eigentliche Nutzen. Klar ist es Schwachsinn so zu denken…..kommt aber eben einfach vor, vor allem in Momenten, wo es mir vielleicht gerade nicht ganz so gut geht.

 

Von schreienden Kindern, Teenagern, Fashion und peinlichen Blogger-Mamas! Ein Fashionpost für Teenager mit GAASTRA!

 

Die Wut kam auch am Montagabend wieder ein Stück mehr hoch, als mir lieb war. Ich bin völlig unvorbereitet in die Emotionen geschlittert, die mich am Montag beim Kasalla Konzert in Leipzig überrollt haben. Die Jungs standen auf der Bühne, fingen an zu singen und als ob jemand einen Knopf gedrückt hätte, rollten bei mir die Tränen. Auf einmal kam alles hoch und ein kleiner wütender Teufel saß auf beiden Schultern und ließ mich für ein paar Momente den Vater meines Sohnes hassen.

Allein der kölsche Dialekt und die Heimatverbundenen Songs von Kasalla verursachten auf einmal großes Heimweh…mmmmhhh Heimweh ist vielleicht auch das falsche Wort…es war eher eine Art Trauer, weil das Rheinland auch echte Heimat für mich war. Und auch wenn ich es besser weiß, sind die ersten Gedanken in solchen Momenten immer „und du bist schuld…“…

Dabei geht es gar nicht um Wut, Hass und Schuld, auch wenn ich mich aktuell vollkommen außer Stande sehe zu verzeihen. Das sind trotzdem 2 völlig verschiedene paar Schuhe. Und es sind insgesamt für mich vollkommen neue Erfahrungen, weil ich einfach noch nie an so einem Punkt war…nicht verzeihen zu können. Ich habe mich bisher immer für jemanden gehalten, der nachsichtig ist und ich kann über unfassbar viele Dinge hinwegsehen. Aber hier wurde offensichtlich eine Grenze überschritten, von der ich nicht mal wusste das sie für mich existiert und dieses Gefühl geht weder weg, noch wird es in irgendeiner Form schwächer. Der für mich erträglichste Umgang ist praktisch eine Nullkommunikation….

Ich kann nicht sagen, ob das ein richtiger Weg ist. Aber wer kann das schon? Ich weiß nur, dass es mir seit gut 2 Monaten dabei hilft zu vergessen, manchmal sogar über Tage nicht mehr daran zu denken. Aber es hilft mir nicht dabei verzeihen zu können….jedenfalls nicht im Moment.

Allerdings habe ich auch keinen Druck. Ich kann mir die Zeit nehmen, die es braucht…

Sehen wir es mal von der humorvollen Seite. Es sind schon ganze Kriege wegen der Liebe geführt worden. Dann darf es ja wohl erlaubt sein einen wütenden Teufel auf den Schultern sitzen zu haben und eine kleine Portion Hass mit sich herumzutragen. Ich glaube sogar, dass das über einen moderaten Zeitraum sogar ganz heilsam und völlig normal ist…angesichts der Umstände.

Theoretisch wäre ich über die Phase längst hinaus, allerdings hat der Versuch eines Neuanfangs mit meinem Mann in diesem Jahr mehr Wunden aufgerissen, als nötig gewesen wäre….trotzdem war es ein wichtiger, notwendiger und erkenntnisreicher Schritt.

 

Von schreienden Kindern, Teenagern, Fashion und peinlichen Blogger-Mamas! Ein Fashionpost für Teenager mit GAASTRA!

 

Auf meinem Blog gibt es relativ häufig Anfragen zur Midlife Crisis. Das durchschnittliche Alter der Männer bei Scheidungen beträgt 46 und bei Frauen 43 Jahre…also praktisch meine Altersklasse und das Alter, in der eine Midlife Crisis entsteht. Die Zahlen hat mir das statistische Bundesamt verraten….

Mir ist absolut bewusst, das es sich hier um ein sehr klischeehaftes Wort handelt…ich habe es auch lange Zeit eher im Spaß benutzt, wie man das halt so macht. Aber es ist ja, wie immer im Leben…man beschäftigt sich erst mit diesen Dingen, wenn man selbst betroffen ist. Was mich zusätzlich stutzig gemacht hatte war, dass auch viele Ehen im Freundes- oder Bekanntenkreis in dieser Altersregion in die Brüche gingen…

Aber genug davon…Lebenskrisen sind ein ganz wunderbares Thema für einen selbstständigen Blogpost….im nächsten Leben werde ich Therapeut…aber ein ziemlich pragmatischer!

Im Übrigen merke ich immer, wie ich mich selber entspanne, wenn ich diesen Gedankengängen Raum gebe. Es entspannt mich nicht nur…ich reflektiere…vor allem mich selbst.

Natürlich ist es keineswegs so, dass ich mit der oben erwähnten Thematik dauerbelastet bin…dafür ist das Leben nun doch deutlich zu kurz. Den Großteil meiner Zeit bin ich ein sehr fröhlicher und glücklicher Mensch und bin damit beschäftigt unser Leben sinnvoll zu gestalten….also zumindest das, was ich für sinnvoll halte.

Am Montag erreichte mich übrigens auch  die Lieferung meines SMEG Kühlschrankes. Ein ewiger und lang gehegter Traum. Und da aufgrund der Küchenplanung in der alten Wohnung ein neuer Kühlschrank her musste…wollte ich endlich mal keinen Kompromiss eingehen.

Sagen wir es mal so….ich war 48 Stunden lang stolze SMEG Besitzerin, dann war er kaputt. Ich war durch verschiedene Erfahrungsberichte im Internet vorgewarnt, wollte das aber nicht so recht glauben. Nun ja….ich bin „SMEG geheilt“. Einer Reparatur habe ich nicht zugestimmt. Er wird morgen wieder abgeholt…ich bin ja zum Glück noch in der Widerrufsfrist. Ganz ehrlich…bei so einem teuren Gerät bereits nach 2 Tagen eine Reparatur….nein danke. Reicht schon das ich mein Sushi wegwerfen musste…das war nämlich die eigentliche Katastrophe….:-)

Ist ja fast, wie mit Männern…ich musste ihn mal besitzen um festzustellen, dass ich ihn eigentlich gar nicht brauche und dann war er auch schon an einigen Stellen defekt…ich sehe da ganz viele, klare Parallelen….also zwischen Männern und Kühlschränken….! Nur das ein Retrokühlschrank von  SMEG nicht rummeckert, wenn man schon wieder Kerzen und Servietten bei IKEA gekauft hat.

IKEA….! Hach, heute übertreff ich mich ja mal wieder selbst, was die Überleitungen angeht. Da war ich nämlich auch diese Woche. Für mich war das ein ganz persönliches Highlight. In 40 Jahren meines Lebens war ich nämlich zum allerersten Mal alleine dort. Wir erinnern uns….die Andrea hat kein Führerschein und folglich auch kein Auto.

Das ich nie spontan zu IKEA fahren konnte, war bisher auch der einzige Grund warum ich es vielleicht mal kurz bereut habe, keinen Führerschein zu haben. AAAABER in Leipzig geht das auch mit dem Bus und zwar völlig problemlos und wenn man doch mehr eingekauft hat, dann übergibt man das einfach dem IKEA Taxi, was am selben Tag noch nach Hause liefert…..

Natürlich stand ich im Dauer-Whatsapp Kontakt zu Charlotte, da wir ja sonst zu zweit bei IKEA eskaliert sind und so war mein IKEA Tag ganz wundervoll und die Deko, die Zuhause einziehen durfte auch…

Heute begleite ich noch eine Veranstaltung der Deutschen Bahn in Köln. Auch das ist eine ganz besondere Situation, wenn man bedenkt, dass mich am Montag so richtig das Heimweh ins Rheinland gepackt hat. Erst am Donnerstagabend hatte sich dieser Auftrag kurzfristig ergeben und so schließt auch Luca seine Herbstferien mit der alten Heimat ab. Anstatt ihn gestern wieder in Leipzig in die Arme zu nehmen, habe ich das gestern in Köln gemacht….und das bei allerbestem Wetter. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie sehr er sich gewünscht hat endlich mal wieder nach Köln zu fahren. Ständig liegt er mir damit in den Ohren. Irgendwie meint es im Moment jemand sehr gut mit uns…..

Insgesamt also eine Woche mit einigen persönlichen Highlight Momenten, die ich sehr genossen habe.

Im Übrigen sind es jetzt nur noch knapp 2 Wochen bis unsere Entscheidung aus Österreich „Früchte trägt“…ich weiß einfach nicht, wie ich es besser formulieren soll…lasst Euch überraschen.

Ich wünsche Euch einen fabelhaften Sonntag.

 

Eure Andrea

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