PRIVATSPHÄRE

#privatsphäre – Happy Birthday…40!

Zack, da isser. Mein Geburtstag. Zack…und jetzt bin ich 40. Und jetzt? Wird alles besser. Kann ja gar nicht anders sein. Wobei das ja Schwachsinn ist, denn es war ja gerade nicht wirklich was schlecht. Im Augenblick ist es nämlich eher so, dass sich das Fahrwasser der Trennung  aus den vergangenen Monaten etwas beruhigt. Alles braucht eben so seine Zeit.

Dem aufmerksamen Leser wird aufgefallen sein, dass hier nicht mehr „Wochenrückblick“ steht. Das hat auch einen Grund. Denn eigentlich war mein Wochenrückblick gar kein richtiger Wochenrückblick mehr, sondern eher ein Sammelsurium aus Rückblick und einfach privat/persönlichen Themen, die mich intensiv beschäftigen. Im Grunde schreibe ich auf, was mir so durch den Kopf geht und im Grunde war das mal mein Antrieb einen Blog zu schreiben. Aber auch hier bedurfte es einer längeren Entwicklungsphase bis ich da war, wo ich auch wirklich sein sollte. Ihr findet also ab sofort alles, was mich ganz persönlich betrifft, gesammelt unter der Rubrik Privatsphäre oder auch unter dem #privatsphäre.

Es ist nämlich gar nicht so einfach sich einer breiten Masse mit persönlichem Gedankengut zu öffnen. Als ich vor 3 Jahren über mein Burnout und die Depressionen schrieb, bin ich schier in Panik verfallen vor der Veröffentlichung, weil ich fest davon überzeugt war, dass ich ein Shitstorm über mich ergehen lassen müsste. Das ist nicht passiert. Weil ich einfach tolle und kluge Leser habe.

Ich kann nicht wirklich erklären warum, aber irgendwie habe ich meinem 40. Geburtstag entgegengefiebert…so als ob dann die Welt stehen bleiben oder Barack Obama mir seine letzte Rede widmen würde. Vermutlich liegt es an dem intensiven Umbruch der letzten 18 Monate. Ich musste mich ja irgendwie nochmal komplett neu erfinden…so ganz für mich…und dabei hab ich festgestellt, das ich ne echt coole 40-jährige sein werde. Ich mag die Zahl….sie hat so was „angekommenes“…sie verspricht Freiheit, weil man sich lange nicht mehr so unter Druck setzen lässt, wie mit 20 oder auch 30.

Ich weiß…ich habe es gehasst, wenn Freundinnen, die wesentlich älter waren als ich genauso klugscheißerten, als ich Anfang 30 war. Was hab ich mich erwachsen und überheblich gefühlt vor 10 Jahren. Als würde ich genau wissen, wo der Hase langläuft. Pustekuchen.

Natürlich weiß ich auch jetzt nicht, wo der Hase langläuft, aber ich gucke mir ganz entspannt an, welche Haken er schlägt und entweder lehne ich mich zurück oder greife im richtigen Moment zu. Im Klartext heißt das…ich bin viel ruhiger und gelassener geworden.

Aber das soll ja hier kein Psychodingsbums werden…..hey, ich hab Geburtstag. Lasst uns auf den Tischen tanzen, feiern, unter den Tisch saufen und so nen Striptease Polizisten bestellen (so einen wollte ich immer schon mal haben!). Das machen wir aber erst, wenn ich aus meinem furchtbaren Wellnesswochenende mit Charlotte wieder da bin. Wir sind in einem ganz furchtbaren Hotel mit einem ganz furchtbaren Blick auf die Ostsee. Es ist so furchtbar, dass wir vor lauter Furcht nur rumliegen und nix machen.

 

Privatsphäre

 

guckguck, da bin ich…

 

9 Monate vor dem 15.01.1977 muss es ja so was, wie eine Explosion gegeben haben. Meine Eltern haben dieses Ding mit Blümchen und Bienchen gemacht (man nennt es wohl auch Sex) und ehrgeizig, wie ich damals schon war, hab ich mich gegen ganz viele Mitbewerber durchgesetzt und mir damit einen Platz auf unserer wunderbaren Erde verschafft. Schon damals war ich recht ungeduldig und hab gut 4 Wochen vorm Entbindungstermin so ein Theater gemacht, dass sie mich am 15.01.77 per Kaiserschnitt auf die Welt geholt haben. Damals sagte man ja noch, dass Kaiserschnitt-Kinder die schönsten Kinder sind…ich finde ja das stimmt.

Ich bin übrigens in Leipzig geboren. Ich bin also ein waschechter Sachse ohne Akzent.

Man sagt mir nach, dass ich ein äußerst liebes und ruhiges Kind war….im Gegensatz zu meiner 6 Jahre jüngeren Schwester, die eher so in die Kategorie „kleiner, aber süßer Satansbraten“ passte. Es gibt unfassbar witzige Storys über unsere Geschwisterliebe. Wir hätten eine herrliche Doku für RTL2 drehen können. Am Rande sei bemerkt, dass wir uns heute blendend verstehen.

Also das ich lieb und ruhig gewesen sein soll, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Keine Ahnung, welche Strategie ich da als Kleinkind verfolgt habe, aber das kann nicht wirklich ich gewesen sein.

Ich war ja auch eher so der LEGO und Matchbox Typ. Irgendeine verrückte Tante schleppte mal zu Weihnachten ne Puppe an und ich hab nen Schreianfall gekriegt. Ich kann auch heute immer noch nicht den Film Chucky die Mörderpuppe gucken…ich grusel mich da zu Tode. Meiner Schminkpuppe hab ich ne Kriegsbemalung verpasst und die Haare abgeschnitten. Irgendeiner musste es ja tun….

Wenn man einen Teil seiner Pubertät im Osten verbracht hat, dann ist man in der Regel ohne Prüderie aufgewachsen. FKK war ein Teil meines Familienalltages im Sommerurlaub an der Ostsee und auch sonst sind wir schon recht früh auf die Blümchen- und Bienchen Entdeckungsreise gegangen. Ich habe später immer wieder zu hören bekommen „die Kinder aus’m Osten hatten ja auch sonst nix zu tun“…..das lass ich jetzt einfach mal so stehen…an manchen Stellen lohnt es sich einfach nicht zu diskutieren.

Ich wollte nie heiraten und nie Kinder. Echt jetzt! Ich hab mich ausprobiert, bis es echt anstrengend wurde. Ich war in sämtlichen Clubs im Ruhrgebiet unterwegs und habe zu wilden Techno-Bässen bis in die frühen Morgenstunden auf den Boxen getanzt. Ich hab DJs angebaggert und war einfach ein Wildfang …meine beste Freundin war noch schlimmer. Ich rede hier übrigens nicht von Charlotte. Man könnte also sagen, ich hab mich ordentlich ausgelebt. Witzigerweise bin ich aktuell an einem ähnlichen Punkt, nur das ich nicht mehr krisenfrei bauchfreie Tops tragen kann.

2000 hab ich meinen Mann kennengelernt. 2002 geheiratet. 2004 gab es das schönste Geschenk ever….unseren Sohn.

Ich hab kein Abitur, ich habe nie studiert. Ich hab einfach immer nur gearbeitet. Ich wollte schon recht früh unabhängig sein. Habe eine Ausbildung beim Rechtsanwalt und Notar absolviert und bin mit 18 ausgezogen. Ich hab mich unentwegt weitergebildet und einfach mit Berufserfahrung gepunktet und auch so meinen Weg gemacht.

Ich bin in tiefe Krisen gestürzt, hab unverzeihbare Fehler begangen und so Menschen verloren, die mir was bedeutet haben. Es bedurfte dieser tiefen Krisen um zu erkennen, was wirklich schief läuft und an welchen Schrauben ich drehen kann um besser zu werden, vor allem mit mir selbst. Ich war rastlos und nie wirklich bei mir angekommen. Ich hab irgendwas gesucht und wusste lange nicht, was es war….es war Zufriedenheit. Dieses tiefe Gefühl der Zufriedenheit.

Wie man das bekommt? Keine Ahnung. Ich bin einfach losmarschiert. Es gab keinen Plan. Den gab es nie. Es gibt nur eine einzige Sache, die sich völlig klar…KRISTALLKLAR herauskristallisiert hat…ich bin meinem Gefühl gefolgt. Und DAS musste ich erstmal lernen. Es war ein verdammt langer Lernprozess, denn wir Menschen verlernen es, dass wir uns auf Intuition, Gefühl und Instinkt verlassen können.

Als ich schwanger war….hatte ich ein einziges Buch über die 9 Monate der Schwangerschaft. Ich habe das irgendwann zugeklappt und förmlich drauf geschissen, was dort stand. Ich habe Luca weder schreien lassen, noch sonst irgendwas. Ich war Mutter…die natürlichste Sache der Welt. So was wie Intuition und eine gute ärztliche Betreuung muss doch ausreichend sein. Das ist 12 Jahre her….wenn ich mir angucke, was im Elternbereich heute so abgeht…ich würde mich mit jedem Besserwisser anlegen. Es ist also gut, dass diese Zeit längst hinter mir liegt.

Die Trennung von meinem Mann und die Rückkehr nach Leipzig, nach 25 Jahren, waren wohl die einschneidensten Erlebnisse aus der aktuellen Zeitrechnung. Nach 16 Jahren Ehe hatte ich mit richtig großen Ängsten zu kämpfen. Ich war nie das kleine Püppchen von nebenan. Ich war schon immer eher der Elefant im Porzellanladen, der auch mal mit Gläsern und Tellern wirft. Ich bin grundsätzlich ein eher lauter Mensch (ich sagte ja bereits…meine Eltern müssen mich als Kind mit irgendjemanden verwechselt haben). Aber diese Trennung hat essentielle und existentielle Ängste ausgelöst und seien es nur so banale Dinge, wie die Suche nach einem neuen Partner. Das ist ne echt verrückte Sache nach so langer Zeit….eine Kolumne darüber wird demnächst fester Bestandteil im dreiraumhaus…..Sex and the City gehört nicht nach New York, sondern nach Leipzig.

Ob ich mir was wünsche? Mmmmmhhhh…gute Frage. Nööö…irgendwie nicht. Vielleicht irgendwann einen Partner mit dem ich diese Zufriedenheit teilen kann. Einer, der einfach neben mir sitzt und mich gut findet, so wie ich eben bin. Der mit mir auf Augenhöhe ist und trotzdem ein Mann bleibt an den ich mich anlehnen kann. Und einen mit Humor. Humor ist so unfassbar erotisch und sexy. Ich brauche einen Mann, der laut und dreckig lachen kann…vor allem über sich selbst (und natürlich über meine hammermäßig guten Witze.). Gut aussehen darf er auch. Also, wenn Ryan Reynolds oder Ryan Gosling in Kürze an meine Tür klopfen…ich nehm auch beide. Hat ja keiner gesagt, dass ich monogam leben muss.

 

Privatsphäre

 

Ich habe in diese 40 Jahre so viel reingepackt, dass es eigentlich auch für 80 Jahre gereicht hätte. Nun ja, das ist immerhin ein erstrebenswertes Alter. Und wenn ich dann immer noch zu dicken Bässen auf den Boxen diverser Clubs meine knochigen Hüften schwingen kann…dann ist mein Leben doch ziemlich perfekt.

 

Happy Birthday Andrea! Happy Birthday to me…schön das es mich gibt…

 

PS: Bitte denkt daran diesen Striptease Tänzer zu besorgen!

 

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