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Mama…bitte geh auf Abstand!

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Am 28.12.2004 um 15:23 Uhr saß ich tränenüberströmt auf meinem Sofa.

Was war passiert?

Ich hielt meinen Sohn Luca im Arm und trauerte darüber, dass bereits eine Woche seines Lebens rum war. Am 21.12.2004 kam das größte Geschenk meines Lebens auf die Welt. Um 15:23 Uhr durfte ich, nach einem Kaiserschnitt, mein 49 cm kleines Bündel in dieser Welt willkommen heißen.

 

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Mama zu sein hat alles verändert. Man kann sich vorstellen, wie es ist, aber am Ende ist es einfach komplett anders……es ist besser. Man schaut diesen kleinen Menschen an und sagt solche Dinge, wie:

 

  • für dich würde ich alles tun
  • ich beschütze dich mein ganzes Leben lang

 

Unfassbare Gefühle haben mich ergriffen. Glück, Angst, große Liebe. Ich hab Luca angesehen und gedacht „dich soll ich jetzt groß kriegen?“…“wie schaff ich das nur?“….was für eine große Aufgabe.

Ich habe es von der ersten Minute an geliebt Mama zu sein. Es war herrlich unkompliziert. Kein Schreikind, keine verdammten Koliken, kein fremdeln. Luca hat es mir sehr leicht gemacht in diese Rolle hineinzuwachsen.

Den Wunsch nach kinderfreien Wochenenden kannte ich nicht. Er war einfach überall dabei und ich bin heute noch froh darüber, dass wir die Zeit so intensiv miteinander hatten. Wir haben uns als Familie gereicht…..

 

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Alle Eltern kennen diesen Satz….“genieß die Zeit, es geht so schnell“. Man denkt immer, man hat so viel Zeit….aber seit der Geburt von Luca rasen die Jahre nur so an mir vorbei. Es fehlt nicht mehr viel dann hat er mich mit seiner Körpergröße eingeholt. Auch von den süßen Babyfüßen, die ich immer so gern abgeknutscht habe, ist nichts mehr übrig. Schuhgröße 42…..!

Ich gucke ihn an und sehe einen jungen Mann. Einen jungen Mann, der mit mir über die Flüchtlingsthematik oder Donald Trump diskutiert. Einen jungen Mann, der Deo und Parfum kauft und Zahnpasta für weißere Zähne benutzt. Ich sehe kein Baby mehr, kein Kleinkind und nur noch wenig Kind….wir laufen mit ganz großen Schritten auf das Teenagerleben zu.

Wir befinden uns also in der Zeit des „Loslassens“.

Aber wie lässt man als Eltern los?

 

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Ich habe tatsächlich gedacht, dass es mich nie treffen würde. M E I N Sohn würde nie, nie, nie wollen, dass ich 50 Meter vor der Schule kehrt mache. Er würde sich immer seinen Abschiedskuss abholen. Fehlanzeige! Es trifft mich ganz genauso, wie alle anderen Eltern auf dieser Welt.

Die Schule ist 5 km entfernt. Abstand heißt für Luca, dass ich am allerbesten auch die kompletten 5 km entfernt bleibe. Winken, rufen oder Liebesbekundungen sind absolut tabu. Das ist oberpeinlich….für einen 11-jährigen…zumindest im Dunstkreis der Schule.

 

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Eltern sein….das ist die schönste und wohl auch die schmerzvollste Aufgabe. Es wird noch lange, sehr lange dauern, bis der Tag kommt an dem er im tiefsten Inneren begreift, warum wir in unserer Verantwortung so oder so handeln. Auch ich musste erwachsen UND Mama werden um meine eigenen Eltern zu begreifen….ihr Handeln zu begreifen. Seitdem ich selber Mutter bin, ist auch das Verhältnis zu meinen eigenen Eltern unglaublich schön geworden…..ehrlicher, verständnisvoller….ich habe begriffen…

In 6 Monaten wird Luca 12 Jahre alt. Unfassbar! Ich wünsche mir so sehr, dass ich es schaffe eine Bindung zu ihm herzustellen, die ein Leben lang anhält. Das ist etwas, was heute niemand voraussagen kann. Ich weiß nicht, wohin es ihn verschlagen wird oder wie er mich sieht, wenn er erwachsen ist.

 

  • Wird er mich besuchen?
  • Wird er mir sagen „Du bist die beste Mama der Welt?“

 

Ich weiß es nicht….

Aber das ist auch nicht wichtig. Es ist wichtig zu begreifen, dass dieser Wunsch nach Abstand normal ist. Das er sich in einer unmittelbaren Phase zwischen Kind und Teenager befindet, die für uns als Eltern viel Geduld und Verständnis erfordert.

 

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Wie ich damit umgehe?

Ich mach mein Ding. Kümmere mich um mich…um meine Projekte und versuche Luca mit einzubinden, sofern er Lust darauf hat. Wenn nicht…auch gut…dann soll er halt chillen. Zwänge bringen gar nichts! Struktur und Regeln hingegen…sind wichtig!

Hin und wieder muss er damit leben, dass ich ihn morgens mit völlig sinnfreien, zusammengedichteten und selbst gesungenen Liedern wecke. Das ich mich auf ihn schmeiße und von oben bis unten abknutsche und ihm 1000 Mal sage, wie sehr ich ihn liebe.

Und es ist kaum zu glauben…aber ganz oft sagt er dann diesen Satz:

Mama, nochmal!

Habt einen schönen Sonntag!

 

Eure Schnimpeline