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Glücklichkeiten…..

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Heute, zum Ostersonntag, passt ein persönliches Thema. Die letzten 7 Monate meines Lebens waren emotional so anstrengend, wie die vergangenen 38 Jahre nicht. Noch nie hatte ich das Gefühl so hilflos zu sein und trotzdem zu 100 Prozent weitermachen zu müssen….nein, sogar eher 200 Prozent waren notwendig.

Ich frage mich oft, wie ich das geschafft habe….Es gab unzählige Momente, in denen ich dachte, ich müsse von der nächsten Brücke springen oder kann einfach nicht mehr aufstehen. Ich befürchte, dass geht vielen Menschen in Extremsituationen so und dabei ist es vollkommen egal um was für eine Situation es sich handelt.

Bisher war ich es einfach gewohnt, dass man – so schlimm es auch ist – Dinge irgendwie regeln kann. Was man aber nicht regeln kann, sind die Gefühle anderer Menschen. An dieser Stelle bin ich an meine Grenzen gestoßen und war schlicht und ergreifend…..hilflos.

 

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Seit meines Burnouts und den Depressionen vor ca. 3 Jahren hat sich mit mir viel verändert. Ich bin noch konsequenter geworden und ich halte mich fast nicht mehr mit irgendwelchen Dingen auf, die mir einfach nicht gut tun. Zu diesen „Dingen“ zählen Menschen, Aufgaben, Situationen und Komfortzonen. Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist allerdings, wie hilfreich es ist, die „Tür zumachen zu können“. Sich nicht mit der Vergangenheit aufhalten, sondern mit der Gegenwart und Zukunft auseinanderzusetzen. Damit habe ich, weiß Gott, schon genug zu tun. Es ist richtig, gut und hilfreich sich eine Zeit der Trauer und vielleicht auch des Ärgers zu nehmen und es ist richtig, gut und hilfreich genau das auch wieder hinter sich zu lassen.

Es ist erstaunlich wieviel Energie darauf verschwendet wird sich zu ärgern oder wütend zu sein. Ist Euch mal aufgefallen wieviel Energie dabei flöten geht? Die Motivation fährt runter und man steckt in einem scheiß Loch ohne Licht. Im Übrigen ist es ja sowieso sehr viel einfacher sich mit Problemen anderer Menschen auseinanderzusetzen und wütend zu sein, als genau das eben nicht zu tun und einfach nur glücklich zu sein oder sich darüber zu freuen, dass andere Menschen vielleicht gar keine Probleme haben oder sollten sie doch Probleme haben…..die Hand zu reichen und zu helfen.

Wir sind zwar eine moderne Gesellschaft, aber wenn es um glücklich sein geht, gegenseitiges Vertrauen oder Hilfsbereitschaft, fühle ich mich manchmal wie bei Game of Thrones.

 

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Was man dagegen tun kann?

Eine ganze Menge. Zum Beispiel sich dazu zu entscheiden glücklich zu sein. Nein….nicht glücklich sein zu wollen, sondern glücklich zu sein. Auch hier ist es scheiß egal, was Glück für Dich und mich bedeutet….ein volles Konto, tolle Reisen, eine nette Familie, die Sonne, die Luft……der Kaffee am Morgen. Glücklich zu sein fängt schon damit an, dass man sich nicht dafür schämt warum man gerade glücklich ist oder das man glücklich ist, obwohl es anderen gerade schlecht geht. Wer ist denn tatsächlich in der Lage sich ein konkretes Urteil darüber zu bilden, geschweige denn zu verurteilen oder zu beurteilen? Niemand!

Was mir persönlich sehr geholfen hat, ist auf meinen Bauch zu hören. Kennt Ihr das, wenn Ihr Euch für etwas entscheiden wollt und ein komisches Gefühl im Bauch habt? In solch einer Situation gibt es nur eine mögliche Entscheidung – NICHT TUN! Euer Bauchgefühl stimmt nicht….dann lasst es sein. Intuition ist einfach eine so wichtige, menschliche Eigenschaft. Meine eigene Intuition hat mich in den vergangenen Monaten vor einer ganzen Menge Fehlentscheidungen bewahrt.

Charlotte und ich sprechen oft darüber und wir waren uns bei jedem Fehlschlag oder bei allem was so passiert ist, absolut sicher, dass es für alles einen Grund gibt. Manchmal konnte ich ihn nicht sehen…diesen Grund…..jedenfalls nicht sofort….und irgendwann war er klar und ich habe erkannt warum es so wichtig war, das ich mich gegen Dinge entschieden habe oder warum das ein oder andere auch einfach nicht geklappt hat. Warum es wichtig war sich in Geduld zu üben…..auf dem Weg zum Glück.

 

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Ballast abwerfen für’s Glück!

Wir alle wissen wie erleichternd es sein kann, wenn man sich von Ballast befreit. Ballast kann einfach alles sein. Ein zu voller Schrank, ein zu voller Speicher, zu viel Hüftgold, die falschen Menschen.

Als ich mich vor gut 4 Monaten, aufgrund meiner privaten Situation, auf die Wohnungssuche machte, war mir klar, dass ich mich „verkleinern“ muss. 120 qm sind im Rheinland als Alleinerziehende einfach nicht bezahlbar. Hinzukommt, dass ich das große Bedürfnis danach habe überschaubar zu wohnen….wahrscheinlich liegt es daran, dass ich auf der Suche nach Geborgenheit bin (und ich hab auch keinen Bock mehr so ne riesen Bude zu putzen). 120 qm sind mir einfach auch zu groß.

Viele Wege führen ja bekanntlich nach Rom, meiner führt mich in Kürze nach Leipzig. Ein radikaler Schnitt und nicht nur aufgrund des Städtewechsels mit einer Reichweite von mindestens 500 km. Ich verkleinere mich um gut die Hälfte auf knapp 60 qm…gemeinsam mit Luca. Und soll ich Euch was sagen? Die Aussicht darauf macht mich glücklich! Ich hätte für verhältnismäßig wenig Geld, verhältnismäßig größer wohnen können….in Leipzig….aber das wollte ich gar nicht.

Ich habe Wohnung für Wohnung für Wohnung besichtigt und mich für die entschieden, in der mein Herz einen Sprung gemacht hat. Ich habe mich für die entschieden, in der ich wusste….hier bin ich glücklich…gemeinsam mit Luca und Bommel. Ich habe mich für die entschieden, in der einfach alles für mich passt. Ich bin keinen Kompromiss eingegangen. Ich wusste was ich wollte und der Weg dahin war beschwerlich und anders als ich ihn vorhatte, jedoch hat er sich gelohnt.

Die nächsten Wochen wird sich also materieller Ballast auf Trödelmärkten und ebay Kleinanzeigen wiederfinden und ich bin froh darüber. Ich fange neu an. Schnimpeline 2.0!

Ich strebe nicht nach Glück. Ich hab es gefunden…..ganz einfach mit mir selbst. Ganz einfach, indem ich Ballast abgeworfen habe, indem ich in der Lage bin Entscheidungen zu treffen und zu gehen….meinen Weg. Ich bin aufgestanden und gegangen. Glück bedeutet für mich irgendwie alles. Die Möwen heute morgen beim aufstehen, der Kaffeeduft aus der Küche, die gemeinsame Zeit mit Luca, das es meinen Eltern gut geht, bummeln mit Charlotte (ja ich weiß wir haben Shopping Detox), neue Schuhe (ja ich weiß wir haben Shopping Detox), Fernsehserien…..es gibt einfach so viele Dinge, die mich glücklich machen.

 

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Als ganz großes Glück empfinde ich es, dass ich es geschafft habe, aus einer – für mich schlimmen Situation – etwas Gutes zu machen. Ich hatte viele Menschen, die mich emotional unterstützt haben. Trotzdem musste ich es für mich ganz alleine schaffen – niemand sonst kann mein Leben leben. Dieses unglücklich sein, die Trauer und die Wut haben mich aufgefressen und mir meine Energie für schöne Dinge weggenommen und das kann nicht Sinn meines Daseins sein.

Die nächsten Wochen werden holperig und stecken voller Arbeit in alle Richtungen bis ich das Rheinland verlassen werde. Neue Projekte stehen in der Pipeline und ich werde Euch mitnehmen auf meine „Reise“. Ich werde Euch mitnehmen in ein neues Leben, eine neue Stadt. Ich werde Euch erzählen, wie ich „alleine“ klarkomme und welche Fallstricke man vermeiden kann. Ich werde Euch Leipzig vorstellen. Ich nehme Euch mit in mein Leben, meine Wohnung und zeige Euch, dass ein Neustart etwas Großartiges sein kann. Ich lasse Euch in Ruhe mit hohlen Phrasen….Ihr bekommt die Realität und einen Einblick in mein kleines Glück.

Ich freue mich, dass Ihr dabei seid.

Frohe Ostern!

 

Eure Schnimpeline!