Familie, Kinder

ein Kinderzimmer nur für mich!

dreiraumhaus immowelt eigenes Kinderzimmer

Ich hab gemischte Gefühle, wenn ich darüber schreibe. Vor allem in einer Zeit, in der tausende Flüchtlinge vor den Grenzen stehen und wahnsinnige Strapazen auf sich nehmen um neu starten zu können….in ein sicheres Leben.

Angesichts der aktuellen, politischen Lage stelle ich viele Dinge in Frage und auch mich selbst. Und trotzdem gibt es sie auch hier…..Probleme. Der ganz normale Alltagswahnsinn, der immer wieder Fragen aufwirft.

 

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Ein eigenes Kinderzimmer:

Tatsächlich ist das ein gar nicht so unemotionales Thema für mich, denn ich hatte nie eins….ein eigenes Kinderzimmer. Ich war fast 6 als meine Schwester das Licht der Welt erblickte und in diesem Alter war mir ein eigener Rückzugsort völlig egal. Ich hatte ein Zimmer mit meiner Schwester zusammen und das war auch echt gut so. Wir sind gut klargekommen, trotz des Altersunterschiedes und der Großteil unserer Freizeit spielte sich sowieso draußen ab.

1991 sind wir in den Westen gegangen, da war ich 13, also mitten in der Pubertät. Wir haben über Monate in einer alten Schule gewohnt und haben uns zu viert ein Zimmer geteilt. Das ist rückblickend irgendwie wirklich verrückt und kaum noch vorstellbar. Zu dieser Zeit herrschte große Wohnungsnot und wir waren einfach nur froh irgendwann als Familie wieder ein eigenes Dach über dem Kopf zu haben. Also blieb die Situation, dass ich mir mit meiner Schwester ein Zimmer teilte, bestehen.

 

Kein Rückzugsort:

Das Zimmer von meiner Schwester und mir war so klein, dass nur ein Bett hineinpasste was man unten ausziehen konnte. Wir teilten einen Schreibtisch und einfach irgendwie alles. Mit 13 verändert sich das Leben und passte mit dem einer 7jährigen so gar nicht mehr zusammen und das führte für mich immer mehr zu Problemen.

Im Grunde gab es für mich keine Möglichkeiten mal Freunde mitzubringen oder länger fernzusehen oder einfach mal ich zu sein. Es lag in der Natur der Sache, dass ich Rücksicht nehmen musste oder ich wurde klassischerweise von meinem kleinen Schwesterherz erpresst.

Ich hab mich also relativ früh von zu Hause zurückgezogen und bin meine eigenen Wege gegangen und letztendlich mit 18 ausgezogen. Ich war gerade aus der Pubertät raus und meine Schwester rauschte mit vollen Schritten hinein……das machte ein Zusammenleben faktisch unmöglich.

 

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Rückblick:

Wenn ich heute gefragt werde, ob ich es bereue so früh ausgezogen zu sein….dann kann ich das ganz klar mit

JA

beantworten. Dann kommen gern solche Kommentare:

 

  • ach, du hast doch sicher viel gelernt
  • du musstest schon früh Verantwortung übernehmen
  • das hat dich doch sicher geprägt für dein weiteres Leben

 

Grundsätzlich stimmt all das sogar. Und trotzdem wäre es an der ein oder anderen Stelle sicher wesentlich sinnvoller gewesen den sichereren Elternhafen noch ein Stück länger zu nutzen und vor allem erwachsener zu werden.

Faktisch bin ich ausgezogen, weil ich kein eigenes Kinderzimmer, also keine Rückzugsmöglichkeit hatte. Es gab auf die ein oder andere Art einfach immer Stress.

 

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persönliche Gedanken:

Ich bin weder verbittert noch kann ich meinen Eltern irgendwelche Vorwürfe machen. Für knappen Wohnraum kann keiner was und wenn es möglich gewesen wäre, dann hätten meine Mama und mein Papa alles dafür getan um ihren beiden Mädchen ein eigenes Kinderzimmer zu ermöglichen.

Interessanterweise deckt sich meine persönliche Erfahrung auch mit diesem Artikel von Immowelt.de. Für mich ist das so, als würde jemand mein Leben beschreiben. So lange wir klein waren, war ein gemeinsames Zimmer absolut in Ordnung, aber mit Start meiner eigenen Pubertät waren die Probleme vorprogrammiert.

Wenn es sich für Familien einrichten lässt, würde ich – aus ganz subjektiver Sicht –  für jedes Kind ein eigenes Zimmer präferieren. Allerdings hat nicht jeder die finanziellen Mittel und Wohnraum ist einfach echt teuer. Wenn die Umstände nicht passen, muss die Familie zusammenrücken.

Für Luca muss ich mir diese Frage nicht stellen, da uns der liebe Gott nur ein Kind beschert hat.

 

In diesem Sinne, Eure Schnimpeline